Psychologie

Übersicht der häufigsten psychischen Erkrankungen, welche aus Angst oder Befangenheit unbehandelt bleiben.

Psychische Erkrankungen

Manche Krankheiten sind rein psychologisch bedingt, während andere Erkrankungen durch die Psyche verstärkt werden. Speziell wenn es um psychologische Erkrankungen geht, ist es vielen Betroffenen sehr unangenehm, darüber zu sprechen.

Kommt zusätzlich noch eine Arztphobie hinzu, werden Arzttermine weitgehend vermieden. Diese Vermeidungsstrategie führt jedoch dazu, dass sich eine psychische Erkrankung zunehmend verschlimmern kann. Wir raten Patienten, bei einer psychischen Erkrankung Hilfe aufzusuchen. Der schwierigste Schritt ist dabei die Überwindung der Angst vor Ärzten und einer psychologischen Behandlung.

Hilfe verbessert die Situation

Die meisten der Patienten, die sich einer psychologischen Behandlung unterzogen haben, berichten von einer deutlichen Besserung durch die professionelle Hilfe. Dabei müssen nicht immer Medikamente eingesetzt werden, häufig kann auch eine Besserung durch reine Kommunikation mit Fachpersonal erzielt werden. 

Übersicht der häufigsten Probleme

Depressionen

Depressive Erkrankungen treten meist in unterschiedlichen Phasen über mehrere Wochen bis zu Monaten hinweg auf.

Bei manchen Patienten sind Depressionen ein einmaliger Zustand, der sich bereits durch eine Veränderung im Leben bessern kann. Bei anderen betroffenen wiederum sind Depressionen ein Zustand, der immer wieder kommt und geht.

Gerade in diesen Fällen ist eine fachärztliche Behandlung dringend ratsam. Die Angst, offen über eine Depression zu sprechen, sollte nicht über den Vorteilen der Behandlung stehen. 

Häufig nehmen Patienten an, dass bei einer psychologischen Behandlung von Depressionen sofort Antidepressiva zum Einsatz kommen, welche nur eine vorübergehende Besserung der Symptome ermöglichen. Mittlerweile gibt es allerdings zahlreiche Berichte von erfolgreichen psychologischen Behandlungen, die auf Antidepressiva verzichten und rein auf offene Kommunikation setzen. Die Behandlungsform von Depressionen ist allerdings sehr individuell und unterscheidet sich von Fall zu Fall.

Depressionen werden häufig ausgelöst oder verstärkt durch:


Psychosen

Psychose wird als Überbegriff für psychische Störungen verwendet, bei welchen die Betroffenen die Realität verändert wahrnehmen. Typische Anzeichen einer Psychose sind Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Realitätsverluste oder Ich-Störungen. 

Menschen, die an einer Psychose leiden, entwickeln häufig Störungen in ihrer Denkweise und in der Motorik. Eine Psychose verursacht oft auch eine Veränderung der Persönlichkeit, die von den Betroffenen selbst aber nicht wahrgenommen wird. Im Gegenteil sogar: Menschen, die eine Psychose erleben, gehen meist davon aus, dass ihre Umwelt sich verändert.

Eine Psychose weist vielfältige Krankheitsbilder auf, die sich von Person zu Person unterscheiden. Auch die Symptome verlaufen bei jeder Person anders. Psychosen sind entweder Teil einer anderen Erkrankung wie beispielsweise Schizophrenie oder Demenz, können aber auch durch die Einnahme von Drogen, durch einprägsame Lebenssituationen oder durch Hirnverletzungen verursacht werden.

In der Regel spielen mehrere Faktoren bei der Ursache einer Psychose eine Rolle. Unterschieden wird zwischen organisch und nicht organisch bedingten Psychosen.

Die Behandlungsform einer Psychose hängt ganz von der jeweiligen Ursache ab. Bei schweren Verläufen kommen in der Regel Antipsychotika in Kombination mit einer psychotherapeutischen Behandlung (Verhaltenstherapie) zum Einsatz. 

Bekannte Symptome einer Psychose:

Essstörungen

Menschen, die unter einer Essstörung leiden, weisen ein gestörtes Verhältnis zu ihrem eigenen Körper sowie zu Nahrungsmitteln auf.

Typische Anzeichen für Essstörungen sind eine ständige Sorge um das Gewicht, Nahrungsverweigerung, unkontrollierte Essanfälle, verstecktes Essen, Panik vor dem Zunehmen und die Ablehnung des eigenen Körpers. Betroffene verlieren dabei oftmals die Kontrolle über sich und ihr Essverhalten. Während manche zu wenig essen, gibt es auch Betroffene, die zu viel essen. 

Essstörungen werden nur selten medikamentös behandelt. In der Regel werden Betroffene einer Psychotherapie unterzogen, bei der das Problem durch Kommunikation und Verhaltenstherapie behandelt wird. Zusätzlich wird in manchen Fällen auch eine Ernährungstherapie eingesetzt, die ein gesundes Essverhalten trainiert und den Betroffenen den Umgang mit Nahrung neu beibringt. In den meisten Fällen lassen sich Essstörungen durch eine passende Behandlung gut in den Griff bekommen

Unbehandelte Essstörungen bleiben dagegen in der Regel bestehen und verschlimmern sich. Nur in den seltensten Fällen bildet sich eine Essstörung von allein zurück. Zudem gilt, je länger eine Essstörung unbehandelt bleibt, desto schwieriger wird die Behandlung.

Störungen, die als Essstörung eingestuft werden:

Esssucht

Zwanghaftes Essverhalten mit ständigen Gedanken an Nahrung. Eine Esssucht führt häufig zu Übergewicht bis hin zu einer starken Fettsucht.


Magersucht

Die Magersucht ist das Gegenteil der Esssucht und führt zu krankhaftem Gewichtsverlust. Viele Betroffene verweigern das Essen und sind unterernährt.


Binge Eating

Extreme Heißhungerattacken, die zu suchtartigem Essverhalten führen. Die ständigen Essanfälle sind für Betroffene sehr belastend.

Bulimie

Von Bulimie betroffene Menschen versuchen mit extremen Maßnahmen das Körpergewicht (z.B. Erbrechen, Abführmittel uvm.) zu beeinflussen.

Orthorexia nervosa

Unter Orthorexia nervosa wird zwanghaft gesundes Essverhalten beschrieben. Die Störung führt häufig zu sozialer Isolation.


Pica-Syndrom

Beim Pica-Syndrom werden Dinge verzehrt, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind (Sand, Papier, Erde uvm.)

Suchtverhalten

Als Suchtverhalten wird die zwanghafte Abhängigkeit von einer Substanz, einem Verhalten oder einem Erlebnis verstanden.

Betroffene können von den unterschiedlichsten Dingen abhängig sein, die sowohl materiell sind, sich zum Verzehr eignen oder rein psychisch existieren. Das Suchtverhalten wird dabei nicht als Charakterschwäche betrachtet, sondern als eine Krankheit, die durch verschiedene Ursachen entstehen kann. Das jeweilige Suchtmittel oder die zwanghafte Verhaltensweise löst im Belohnungszentrum im Gehirn ein positives Gefühl aus, das Betroffene immer wieder fühlen wollen.

Kommunikation hilft

Die Behandlung eines Suchtverhaltens ist sehr individuell und kommt ganz auf die Symptome und die jeweilige Sucht an. Viele Süchte lassen sich durch Verhaltenstherapie und offene Kommunikation behandeln. Dabei kommen nicht nur Psychotherapeuten in Frage, auch Coachings oder offene Gespräche mit Freunden und der Familie kann bereits helfen.

Bei Suchtverhalten nach Substanzen wie Drogen oder Alkohol kommt häufig auch eine medikamentöse Behandlung zum Einsatz, die mit einer Psychotherapie kombiniert wird.

Die Angst vor Ärzten und psychologischer Hilfe verschlimmert die Sucht in vielen Fällen und verhindert eine erfolgreiche Behandlung. Da gerade Süchte nach Drogen oder Alkohol aber fatal enden können, ist eine Behandlung durch einen Arzt mehr als nur ratsam. Die Suche nach Hilfe ist dabei nichts, wofür man sich schämen müsste.

Die bekanntesten Suchtverhalten:

Viele dieser Suchten haben wiederum bestimmte Unterbereiche wie die explizite Sucht nach einer Handyapp (z.B. TikTok Sucht) oder einem bestimmten Computerspiel. 

Sexualität

Die Sexualität bietet ein sehr breites Spektrum hinsichtlich Krankheiten und Störungen, die psychologisch bedingt sind. Neben der allgemeinen Hypersexualität, welche ein erhöhtes sexuelles Verlangen beschreibt, gibt es noch zahlreiche weitere sexuelle Störungen.

Die bekanntesten Störungen der Sexualität sind der allgemeine Fetischismus, Exhibitionismus, Sexsucht, Voyeurismus oder auch Sadismus & Masochismus.

Es wird grundlegend zwischen „nicht pathologischer Sexualpräferenz“ (spezielle Interessen) und „Störungen der Sexualpräferenz“ (Paraphilie) unterschieden. Gerade wenn es um die Sexualität geht, meiden viele Betroffene einen Arztbesuch aus Angst, Scham und Diskretionsgründen, wodurch Probleme unbehandelt bleiben. Die Probleme können durch Verhaltenstherapien verbessert werden. 

Die bekanntesten sexuellen Neigungen, die von der Norm abweichen (Paraphilien):


Sexuelle Funktionsstörungen wie z. B. eine Erektionsstörung oder ein vorzeitiger Samenerguss des Mannes können psychologisch bedingt sein. Auch Frauen sind von sexuellen Störungen häufig betroffen, was sich beispielsweise anhand von Orgasmusstörungen, Scheidentrockenheit oder mangelndem sexuellem Interesse äußern kann. 

Schlafstörungen

Psychisch bedingte Schlafstörungen äußern sich sehr unterschiedlich.

Von Einschlafproblemen, Insomnie, Schlafwandeln, Schlafsucht bis hin zur Nachtangst gibt es zahlreiche Symptome und Anzeichen.

Der Schlafmangel ist dabei die wohl häufigste Form einer Schlafstörung. Die Folgen einer Schlafstörung sind zudem sehr stark. Schlechtes Schlafen beeinträchtigt das allgemeine Befinden und die Leistungsfähigkeit auf negative Weise, wodurch der Leidensdruck der Betroffenen weiter erhöht wird.

Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, neigen oftmals dazu, das Thema klein zu reden und sind somit selten für eine Behandlung zugänglich. Eine Arztphobie verstärkt das Problem zusätzlich, denn dadurch erhalten Betroffene nur selten professionelle Hilfe.

Die Behandlung von Schlafproblemen ist ratsam

Schlafprobleme sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn sie beeinflussen nicht nur die Lebensqualität, sondern können sich in einigen Fällen auf Dauer negativ auf die Gesundheit auswirken. Unbehandelte Schlafprobleme lösen meist einen Teufelskreis aus, der ungünstige Schlafgewohnheiten, belastende Gedanken und körperliche Auswirkungen des Schlafmangels verstärkt und dadurch auch die Schlaflosigkeit weiter steigert. Die Schlafprobleme nehmen dadurch immer weiter zu.

Weit verbreitete psychisch bedingte Schlafstörungen sind:
Übersicht:
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