Angst vor Aufzügen

Aufzugphobie | Die Angst vor Fahrstühlen

Die Fahrt in einem Aufzug ist für die meisten Menschen ganz normal. Dennoch gibt es viele Menschen, mit einer großen Angst vor dem Aufzug, was dazu führt das die Fahrstühle vermieden werden.  

Wie es zur Angst vor Aufzügen kommt, wie sie sich äußert und was Sie dagegen tun können, klären wir im Artikel auf. Außerdem geben wir Tipps wie die Angst vor Aufzügen überwunden werden kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Klaustrophobie ist die übersteigerte Angst vor Enge. Da Fahrstühle oft recht klein sind, wird der Begriff mit der Angst vor Aufzügen in Verbindung gebracht. Hierbei kommen aber noch Ängste vor der Technik, dem „Eingeschlossensein“, der Höhe oder der extremen Nähe zu anderen Menschen hinzu. Auch die Angst, der Aufzug könnte stecken bleiben und der Sauerstoff geht aus, ist weit verbreitet.

    Verschiedene Atem- und Entspannungsübungen können bei einer milden Ausprägung der Angst schon ausreichend sein. Bei stark ausgeprägter Fahrstuhlphobie, welche zu Schwierigkeiten bei der Arbeit führt, ist eine psychotherapeutische Behandlung ratsam.

    Bei Angst vor Aufzügen zeigen sich dieselben Symptome wie bei jeder Angststörung. Dazu gehören meist Schweißausbrüche, Herzrasen, Übelkeit, Zittern und Kopfschmerzen. Bei starker Angst treten auch Panikattacken auf. Häufig ist sie in Verbindung mit anderen Angststörungen zu beobachten.

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    Auslöser der Aufzugangst

    Was führt zu der Angst vor Aufzügen?

    Die Angst vor Aufzügen wird häufig durch traumatische Erfahrungen verursacht. Wer bereits über einen längeren Zeitraum in einem Fahrstuhl stecken geblieben ist, entwickelt eine solche Angst vermutlich eher.

    Einfluss von außen:

    Eine Angst vor Aufzügen kann zudem soziale Ursachen haben. Somit können auch traumatische Erlebnisse und die Erzählungen von nahestehenden Menschen die Entstehung der Angst begünstigen.

    Auch wenn Eltern ihren Kindern vermitteln, dass Aufzüge gefährlich sind, übernehmen Kinder diese Gedanken. Auch wenn die Eltern bewusst Aufzüge vermeiden, kann das Verhalten von Kindern übernommen werden und ebenfalls unbewusst zu einer irrationalen Angst führen. 

    Sogar die Medien spielen eine Rolle. So sind Unfälle mit Aufzügen oft Bestandteil von Horrorfilmen. Im realen Leben sind solche Ereignisse zwar die absolute Ausnahme, Ängste können sich dennoch entwickeln.

    Was verstärkt die Angst vor Aufzügen?

    Wie sicher sind Aufzüge?

    Interessantes zur Sicherheit von Aufzügen

    Das Fahren mit einem Aufzug birgt ein geringes Risiko. Zur Aufklärung über die Funktion und Sicherheit von Aufzügen wurde deshalb die „Elevator Escalator Safety Foundation“ ins Leben gerufen.

    Bereits im Jahr 1853 entwickelte Elisha Otis ein Sicherheitsbremssystem und revolutionierte damit die Aufzugindustrie. Im Falle eines Hubseilbruchs wird dieses System aktiviert. Seither hat sich die Sicherheit von Aufzügen aufgrund technologischer Fortschritte extrem erhöht.

    Aufzüge werden mittlerweile von mehreren Kabeln getragen, von denen jedes ein voll beladenes Auto halten kann. Das mehrere Kabel gleichzeitig reissen, ist sehr unwahrscheinlich

    Auch der Absturz in einen Schacht ist praktisch unmöglich, da sich die Aufzugtüren nur öffnen lassen, wenn der Aufzug stecken bleibt. Moderne Aufzugkabinen gelten mittlerweile als „sichere Räume“, die nicht luftdicht sind und somit auch nicht zu Luftnot bei eingesperrten Personen führen.

    Anzeichen von Aufzugangst

    Wie macht sich die Angst vor Aufzügen bemerkbar?

    Wer Angst vor Aufzügen hat zeigt meistens typische Angstsymptome die auch bei anderen Phobien und Angststörungen wie der Raumangst, Platzangst oder einer Angst vor Spinnen auftreten.  

    Häufige Symptome:

    Mitunter hyperventilieren Betroffene auch und geraten dadurch noch mehr in Panik. Die Angst vor Aufzügen verbindet oft zwei Ängste miteinander: Klaustrophobie und Akrophobie.

    Bei Klaustrophobie handelt es sich um die irrationale Angst vor geschlossenen Räumen sowie eingeschränkten Ausmaßen eben dieser Räume, Akrophobie ist als Höhenangst bekannt.

    Eher zufällig passen Aufzüge in das Schema beider Phobien. Bei den meisten Betroffenen ist eine der beiden Ängste aber oft stärker ausgeprägt. Körperlich erleben Menschen mit Angst vor Aufzügen alle Symptome einer Angststörung schon beim Gedanken, in einen Aufzug steigen zu müssen.

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    Tipps bei Angst vor Aufzügen

    Wie kann man die Angst vor Aufzügen überwinden?

    Die Angst vor Aufzügen kann das Leben Betroffener unter Umständen stark beeinträchtigen. Die folgenden Tipps sind eine Hilfestellung zum besseren Umgang mit der Angst.

    Ablenkung

    Ablenkmechanismen helfen dabei, die Konzentration von der Angst weg auf eine andere Tätigkeit zu lenken. Zählen Sie beispielsweise von 100 bis 0 rückwärts oder spielen Sie Ihr Lieblingsspiel auf dem Handy.

    Vorbereitung

    Planen Sie in Abhängigkeit des Angstauslösers schon vor der Fahrt Dinge, die Sie beruhigen. Haben Sie Probleme mit überfüllten Aufzügen, dann nutzen Sie diese nicht zur „Rush hour“, wenn es nicht notwendig ist.

    Gemeinsam im Aufzug fahren

    Haben Sie Angst, allein in einen Aufzug zu steigen? Dann bitten Sie doch eine vertraute Person, Sie zu begleiten. Gespräche sorgen gleichzeitig für Ablenkung. Sollten Sie alleine unterwegs sein, können Sie auch mit fremden Personen in den Aufzug steigen, im schlimmsten Fall kann diese Person zur Beruhigung beitragen.

    Atemübungen

    Wenn Sie beginnen, beim Gedanken an den Aufzug oder während der Fahrt darin zu hyperventilieren, verschlimmert sich die Situation. Negative körperliche Empfindungen lassen sich durch bewusstes, ruhiges und langsames Atmen reduzieren. Meditation hilft dabei, einen natürlichen Atemrhythmus zu finden.

    Positive Bewältigungsaussagen

    Sie haben Angst, im Aufzug stecken zu bleiben? Dann sagen Sie sich etwas wie „Aus statistischer Sicht gelten Fahrstühle als sehr sicher.“ oder „Ich war schon einmal in dieser Situation und habe sie gut gemeistert.“

    Gedanken notieren

    Schreiben Sie auf, wovor genau Sie Angst haben. Fragen Sie sich dann, ob es für die jeweilige Situation (z. B. Fahrstuhlabsturz) Informationen zur Wahrscheinlichkeit gibt. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, sich auch mit Statistiken wie Aufzugunfälle vertraut zu machen.

    Behandlung der Aufzugangst

    Professionelle Behandlung bei Angst vor Aufzügen

    Bei einer nur leicht ausgeprägten Angst vor Aufzügen sind Entspannungsübungen oft schon ausreichend. Wichtig ist, die Nutzung von Aufzügen nicht vollständig zu meiden, da dies die Angst nicht bessert.

    Bei einer stark ausgeprägten Angst vor Aufzügen, die zu Panikattacken führt und das alltägliche Leben massiv beeinträchtigt, ist therapeutische Hilfe ratsam. Dies ist meist allerdings nur dann nötig, wenn z.B. das Fahren mit einem Aufzug aus beruflichen Gründen zwingend notwendig ist. 

    Ansonsten ist es in Extremfällen wiederum gesünder die Treppen anstatt den Aufzug zu wählen. Dies ist in den meisten Gebäuden Deutschlands auch ohne weiters möglich. 

    Therapeutische Behandlungsansätze:

    Als therapeutische Behandlungsansätze bei Angst vor Aufzügen haben sich die kognitive Verhaltenstherapie und die Expositionstherapie bewährt.

    Kognitive Verhaltenstherapie

    Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie lernen Betroffene, woher die Angst stammt und wie sie ihr problematisches Denken und Verhalten ändern können. Sie versuchen, ihre Gedanken auf etwas anderes zu lenken und so die Kontrolle über ihre emotionale Reaktion zurückzuerlangen. Außerdem erlernen Sie nützliche Strategien für den Umgang mit ihrer Angst. Durch das Heranführen an die Ursachen der Angst wird es möglich, damit besser umzugehen.

    Expositionstherapie

    Die Expositionstherapie zielt auf die direkte Konfrontation mit der angstauslösenden Situation ab. Hierfür bedarf es eines einfühlsamen Therapeuten und einer guten Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Bei der Expositionstherapie wird der Patient von Anfang an vom Therapeuten begleitet. Zunächst läuft alles nur in Gedanken ab und wird in kleinen Schritten so weit ausgebaut, dass der Patient am Ende in einen Aufzug steigt und mit diesem in die nächste Etage fährt.

    Medikamente gegen Angst vor Aufzügen

    Im Kampf gegen Ängste kommen bei schweren Ausprägungen außerdem Medikamente wie Selektive Serotonin- oder Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zum Einsatz. Diese tragen dazu bei, dass regulierende Botenstoffe wie Serotonin oder Noradrenalin länger an ihren Wirkungsorten verbleiben und die Entstehung von Ängsten verhindern. Die Wirkung zeigt sich jedoch erst nach zwei bis vier Wochen Einnahmedauer. Die Medikamente sollten zudem mehrere Wochen eingenommen und ausschleichend dosiert werden, um Rückfälle der Angst zu verhindern.

    Bei der Anwendung derartiger Medikamente können Nebenwirkungen wie Übelkeit oder sexuelle Funktionsstörungen auftreten. Ob Medikamente zur Behandlung der Angst vor Aufzügen sinnvoll sind, entscheidet im Einzelfall der Therapeut.

    Therapeutische Hilfe

    Hilfe finden bei Angst vor Aufzügen

    Die Angst vor Aufzügen ist weiter verbreitet, als viele denken. Scheuen Sie sich also nicht, Hilfe zu suchen, wenn die Angst Ihren Alltag beeinträchtigt.

    Haben Sie keine Zeit für eine Therapie vor Ort, müssen Sie lange auf einen Termin warten oder haben Sie Sorge, Sie werden mit Ihren Ängsten nicht ernstgenommen, können Sie auch eine Online-Sprechstunde in Anspruch nehmen und mit einem erfahrenen Therapeuten über Ihre Ängste und Sorgen sprechen.

    Psychologen finden:

    Über Jameda lassen sich in der Ärztesuche auf Therapeuten aus Ihrer Umgebung anzeigen. 

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      Quellen:

      1. Elevatophobia – Phobia Wiki – Fandom
      2. Understanding Your Fear of Elevators – Verywell Mind

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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