Arachnophobie

Angst vor Spinnen – Auslöser und Tipps

Die Arachnophobie gehört zu den spezifischen Phobien, das heißt, sie betrifft ein spezielles Thema, in diesem Fall die Angst vor Spinnen. Dabei geht es nicht um Menschen, die sich ein vor dem Anblick einer Spinne ekeln, sondern um Menschen, die regelrecht in Panik verfallen, wenn sie mit einer Spinne konfrontiert werden. Diese Panik ist nicht gespielt, sondern echt und bedeutet Leid für die Betroffenen.

Wir erklären die Ursachen und Auslöser der Spinnenagst und geben Tipps wie Sie die Angst vor Spinnen überwinden können. In besonders ausgeprägten Fällen kann nur noch eine professionelle Therapie helfen.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Über die Ursachen der Arachnophobie ist sich die Wissenschaft noch nicht einig. Fest steht jedoch, dass Kinder, deren Eltern panisch auf Spinnen reagieren, ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Spinnenphobie in sich tragen.

    Es kommt ganz auf die Ausprägung der Phobie an. Das Leben der Betroffenen kann durch die Angst vor Spinnen mehr oder weniger eingeschränkt sein. Viele Betroffenen meiden bewusst Keller oder andere Orte wo Spinnen wahrscheinlicher sein. Teilweise können Betroffenen unter Panikattacken leiden oder sogar in Ohnmacht fallen.

    Die Arachnophobie ist in den aller meisten Fällen behandelbar und kann sogar teilweise ganz verschwinden. Besonders erfolgs-versprechend ist die kognitive Verhaltenstherapie. Für manche Betroffene reichten bereits Tipps gegen die Spinnenangst aus, andre benötigen eine professionelle Therapie. In leichten Fällen ist keine Therapie notwendig, ein Leben mit leichten Symptomen wie z.B. Ekelgefühl kann von den meisten Betroffnen akzeptiert werden.

    Ursachen der Angst vor Spinnen

    Warum haben manche Menschen Angst vor Spinnen?

    Was eine übersteigerte Angst vor Spinnen auslöst, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die Wissenschaft geht von verschiedenen möglichen Faktoren aus.

    Erblich bedingte Angst vor Spinnen

    Der evolutionstheoretische Ansatz geht davon aus, dass unserer Vorfahren es mit gefährlichen Spinnen zu tun hatten und somit besonders auf der Hut vor ihnen waren. Diese Vorsicht könnte noch heute in uns schlummern und unter bestimmten Umständen zur Arachnophobie führen.

    Die Unberechenbarkeit der Bewegung von Spinnen

    Einige Forscher vermuten, dass die schnelle, lautlose Fortbewegungsart der Spinnen einigen Menschen Angst machen könnte. Besonders der Gedanken an kletternde Spinnen triggert Arachnophobiker. Die Vorstellung, dass eine Spinne am Körper hochklettern könnte, ist für diese Menschen unerträglich.

    Modelllernen von den Eltern

    Diese Theorie besagt, dass Kinder sich das Verhalten ihrer Eltern abschauen. Wenn die Eltern beim Anblick einer Spinne schreiend davonlaufen, bekommt das Kind vermittelt, dass echte Gefahr besteht und übernimmt möglicherweise das (Fehl-)Verhalten der Eltern.

    Schlechte Erfahrungen

    Auch schlechte Erfahrungen mit Spinnen können die Ängste verstärken. In der Praxis ist dies allerdings äußerst selten der Fall, da gefährliche Angriffe von Spinnen, insbesondere in der westlichen Welt, sehr selten sind.

    anzeichen-spinnenphobie

    Anzeichen der Spinnenphobie

    Wie macht sich die panische Angst vor Spinnen bemerkbar?

    Wer sich nicht sicher ist, ob er an Arachnophobie leidet, kann es zunächst mit einem einfachen Test aus dem Internet versuchen. Für eine fundierte Diagnose empfiehlt sich ein Gespräch mit einer Psychotherapeutin, einem Psychotherapeuten, besonders auch im Hinblick auf die Behandlung der Störung.

    Diese Testfragen könnten zum Beispiel lauten:
    Verspüren Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome beim Anblick einer Spinne:

    Je mehr Fragen Sie mit Ja beantworten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie unter einer Spinnenphobie (Arachnophobie) leiden.

    Auswirkungen einer Spinnenagst

    Je nach Ausprägung der Spinnenangst, kann das Leben der Betroffenen mehr oder weniger stark eingeschränkt sein.

    In leichten Fällen handelt es sich „nur“ um ein besonders starkes Ekelgefühl, welches Angstreaktionen auslöst, während der Alltag der Betroffenen in schweren Fällen stark eingeschränkt sein kann, da die Angst vor dem Auftauchen einer Spinne ihr ständiger Begleiter ist. Sie vermeiden es beispielsweise in den Keller zu gehen, weil Kellerräumlichkeiten bei Spinnen aufgrund der Kühle und Dunkelheit besonders beliebt sind.

    Je mehr Vermeidungsverhalten auftritt, desto größer ist die Gefahr, dass sich die Phobie verstärkt – ein Teufelskreis.

    Tipps gegen die Angst vor Spinnen

    Hilfreiche Tipps gegen panische Angst vor Spinnen

    In leichteren Fällen der Spinnenangst können Sie es zunächst mit ein paar einfachen Tricks und Mitteln versuchen. Eine leicht ausgeprägte Angst vor Spinnen kann sich in manchen Fällen durch die folgenden Alltags-Tipps bereits lindern. Dies ist besonders dann nützlich, wenn Sie alleine mit der Situation der Angst konfrontiert werden.

    Unterschied zwischen Angst und Angststörung

    Denken Sie über den Unterschied zwischen "normaler" Angst und einer Angststörung nach. Ein bisschen Angst oder Ekel beim Anblick einer Spinne kennt fast jeder. Wenn die Angst jedoch sehr ausgeprägt ist und über das durchschnittlich empfundene Unwohlsein hinausgeht, könnte es sich um eine Phobie handeln. Verfolgt Sie die Angst bereits im Vorfeld, obwohl gar keine Spinne zu sehen ist? Oft ist die Angst vor Spinnen unbegründet, machen Sie sich dessen bewusst.

    Ursprung der Angst

    Wo liegt der Ursprung Ihrer Angst? Hatten Sie in der Vergangenheit ein Erlebnis mit Spinnen, das Sie geprägt hat? Beispielsweise ein Horrorfilm mit Spinnen oder der ungewollte Kontakt mit einer Spinne? Sobald der Ursprung bekannt ist und Sie darüber sprechen können, kann gezielt gegengesteuert werden.

    Über Spinnen informieren

    Wenn Sie sich näher mit Spinnen befassen, mit ihrer Lebensweise und darüber Bescheid wissen, welche Spinnen in unseren Breitengraden heimisch sind, werden Sie möglicherweise bereits anfangen, Ihre Ängste abzubauen. Die Spinnen, die Sie hier antreffen könnten, sind allesamt ungefährlich. Auch ein Biss der Kreuzspinne, die für viele fälschlicherweise als gefährlich gilt, löst nicht mehr aus als ein Insektenstich. Grundsätzlich sind Spinnen antisoziale Tiere, das heißt, sie möchten am liebsten in Ruhe gelassen werden und streben keinerlei Kontakt mit dem Menschen an.

    Nutzen von Spinnen verstehen

    Spinnen sind mehr hilfreich als schädlich. Sie helfen uns, ungebetene Hausgäste wie Fliegen, Käfer oder Stechmücken zu beseitigen. Machen Sie sich bewusst, dass Spinnen einen wertvollen Beiträg zum ökologischen Gleichgewicht leisten. Spinnen gibt es auf allen Kontinenten der Erde, außer in der Antarktis. Man kann und darf sie nicht ausrotten, sie gehören zur Natur.

    Verhalten von Spinnen bei einer Konfrontation

    Wenn eine Spinne mit einem Menschen konfrontiert wird, versteckt sie sich in den meisten Fällen, oder sie macht gar nichts und verharrt in ihrer aktuellen Position. Spinnen haben keine besonders guten Augen, sie reagieren eher auf Geräusche und Erschütterungen. Auf keinen Fall wird Sie eine Spinne aus dem Nichts angreifen. Wenn überhaupt, dann nur in Notwehr und selbst dann geht von europäischen Spinnen keine ernste Gefahr aus.

    Positive Selbstgespräche

    Positive Selbstgespräche sind ein sehr guter psychologischer Trick, um Ängste abzubauen. Probieren Sie beim nächsten Anblick einer Spinne positiv mit sich zu sprechen: "Spinnen sind nützliche und friedliche Tiere." Oder: "Spinnen sind harmlos, nur Ihr Aussehen bereitet mir Unwohlsein." Sie können sich auch selbst Mut zusprechen: "Ich schaffe das, ich habe keine Angst vor Spinnen!". Oder: "Spinnen sind im Vergleich zum Menschen winzig klein, wir sind in ihren Augen Riesen vor denen sie Angst haben, nicht umgekehrt!"

    Sich der Angst vor Spinnen stellen

    Wenn die Angst vor Spinnen Ihr Leben zu stark beeinflusst, sollten Sie sich Gedanken über eine Therapie machen.

    Bei leichter Ausprägung Ihrer Phobie könnte eine selbstständige Auseinandersetzung mit der Angst bereits heilsam sein, bei stärkerer Ausprägung ist es ratsam, dass Sie sich Unterstützung in Form von professioneller Hilfe holen.

    Sie verbessern dadurch nachhaltig ihre Lebensqualität, was immer einen Versuch wert sein sollte, vor allem, wenn die Erfolgsaussichten so vielversprechend sind.

    Große Angst vor Spinnen benötigt Experten-Hilfe

    Eine sehr ausgeprägte Arachnophobie muss in den meisten Fällen mit einer professioneller Therapie behandelt werden. Niemand muss sich seiner Ängste schämen; für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gehört die Behandlung von Phobien zum Alltag. Die meisten spezifischen Phobien werden mithilfe der Exposition mit dem angstauslösenden Objekt behandelt. Bei starker Ausprägung der Phobie sollte das unbedingt unter professioneller Aufsicht geschehen. Die Therapeutin oder der Therapeut kann Sie mit verschiedenen Techniken unterstützen und vielen Menschen hilft auch schon das Gefühl, dass sie Unterstützung bekommen, dass jemand Sie versteht.

    Therapie bei Spinnenangst

    Professionelle Hilfe gegen die Angst vor Spinnen

    Die Angst vor Spinnen kann über unterschiedliche Therapieansätze behandelt werden. Zu den bekanntesten Methoden gehört die Expositionstherapie.

    Die Expositionstherapie ist ein spezieller Teil der kognitiven Verhaltenstherapie. Die Betroffenen werden Schritt für Schritt und in individuellem Tempo mit den angstauslösenden Objekten konfrontiert.

    Zunächst geschieht dies mit Bildern und Filmen von Spinnen (im Fall der Arachnophobie), später erfolgt ganz sachte die räumliche Annäherung an lebende Tiere, bis hin zur Berührung einer Spinne.

    Die Therapie ist sehr erfolgversprechend, in vielen Fällen reichen bereits wenige Therapiestunden, um die Angst der Patienten zu besiegen. Die positive Annäherung an die angstauslösenden Tiere ermöglicht es den Arachnophobikern ihre bisherigen Einschätzungen und Erfahrungen zu überarbeiten, so dass diese keinen Einfluss mehr auf Ihre Gedanken, Gefühle und ihren Alltag haben.

    Wie lange die Therapie dauert, ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt stark von Ihrem Willen ab, die Angst zu besiegen.

    Wer feste Therapiezeiten einplant und sich intensiv mit der Therapie und den entsprechenden Übungen auseinandersetzt, wird umso schneller zum Erfolg kommen.

    Hilfe annehmen

    Therapeuten und Spezialisten finden

    Um eine Behandlung gegen die Spinnenphobie zu beginnen, kann ein Psychologe kontaktiert werden. Da sich viele Betroffene für die Phobie schämen oder einen persönlichen Kontakt zu aufwendig empfinden, kann die Behandlung auch Online durchgeführt werden.

    Über Jameda können Ärzte und Psychologen in der Nähe gefunden werden. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Arachnophobia – Wikipedia
      2. How to Cope with Arachnophobia, or Fear of Spiders | healthline.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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