Panikattacken

Auslöser, Symptome und Tipps bei Panikattacken

Panikattacken treten vor allem durch Angststörungen, belastenden Lebensereignissen, starken Stress, Depressionen oder Zwangsstörungen  auf. Wir klären auf, wie eine Panikattacke entsteht und was die häufigsten Auslöser sind.

Außerdem geben wir hilfreiche Tipps was man gegen eine Panikattacke tun kann und mit welcher Therapie die Wahrscheinlichkeit einer Panikattacke verringert werden kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Panikattacken äußern sich meist durch Symptome wie Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlag, Atemnot, Benommenheit und Schwindel. Manche verspüren auch „weiche“ Knie.

    Panikattacken dauern in der Regel maximal ca. 30 Minuten und vergehen von selbst wieder. Meist klingen die Symptome schon nach wenigen Minuten wieder ab, in Extremfällen kann eine Panikattacke aber auch mehrere Stunden andauern.

    Manche Menschen leiden mehrfach täglich unter Panikattacken, andere nur einmal im Monat oder wenige Male im Jahr.

    Panikattacken treten entweder nur einmalig oder auch wiederholt auf. Kommt es zu einer Panikattacke, können Betroffene diese mit wenigen Schritten wieder loswerden. Entscheidend ist dabei, die Kontrolle wiederzuerlangen und die Situation zu entschärfen.

    Was ist eine Panikattacke?

    Panikattacken erklärt

    Rast das Herz, bleibt die Luft weg, zittern die Hände, bricht Schweiß aus oder wird Ihnen schwindelig? Zeigt sich eine aus heiterem Himmel auftretende und stark zunehmende Angst? Dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Panikattacke.

    Menschen, die eine Panikattacke erleben, haben oft den Eindruck, die Kontrolle vollständig zu verlieren und befürchten zum Teil sogar, zu sterben.

    Die Panikstörung

    Treten Panikattacken wiederholt auf, liegt eine Panikstörung vor. Sie ist dadurch charakterisiert, dass Angstanfälle nicht in bestimmten Situationen oder unter bestimmten Umständen auftreten. Für Betroffene ist also unvorhersehbar, wann es zur nächsten Panikattacke kommt.

    Komplett frei von Angst ist niemand. Sobald jedoch eine Panikstörung vorliegt, besteht eine Angsterkrankung. Neben Depressionen gehört diese zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen. Im übrigen treten Panikattacken oft auch in Verbindung mit Depressionen auf. 

    Häufigkeit von Panikattacken

    Vereinzelt auftretende Panikattacken sind relativ häufig. Etwa 11 Prozent der Bevölkerung leiden einmal im Jahr darunter. In den meisten Fällen hören die Panikattacken auch ohne Behandlung wieder auf, bei einigen entwickelt sich daraus allerdings eine Panikstörung. Diese betrifft etwa 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung und beginnt häufig im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer.

    Was passiert bei einer Panikattacke?

    Angst ist generell eine sinnvolle und vor allem in kritischen Situationen auch überlebenswichtige Reaktion des menschlichen Körpers. Das vegetative Nervensystem löst im Falle einer drohenden Gefahr mit Hilfe der Ausschüttung von Stresshormonen zahlreiche Reaktionen aus. 

    Ursachen für Panikattacken

    Warum bekommt man Panikattacken?
    Häufige Auslöser von Panikattacken:

    Panikattacken gehören zu den Angsterkrankungen. Häufig spielen bei ihrer Entstehung biologische, psychologische sowie soziale Ursachen eine Rolle.

    Auch eine genetische Veranlagung lässt sich nicht ausschließen, wenn es um das Risiko für die Entwicklung einer Angsterkrankung geht. Die Medizin geht außerdem davon aus, dass ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn eine Rolle bei Angsterkrankungen spielt.

    Zudem können Traumata (z. B. in der Kindheit) und Schicksalsschläge wie der Tod eines geliebten Menschen ursächlich sein.

    Auch eine chronische psychische Überlastung kommt als Auslöser infrage. Somit sind Panikattacken auch durch Depressionen und starken Stress möglich. 

    Möglicherweise spielen zudem kognitive Aspekte eine Rolle bei der Entstehung von Panikattacken.

    Dazu gehört beispielsweise die besonders aufmerksame Beobachtung der Reaktion des Körpers. Menschen, die unter Panikattacken und einer Panikstörung leiden, achten deutlich mehr auf die körperlichen Signale und interpretieren diese mitunter falsch.

    So kann ein aufgrund der körperlichen Aktivität beschleunigter Herzschlag schnell mit einem organischen Problem verwechselt werden. Diese Fehlinterpretation sorgt für Angst, wodurch wiederum Stresshormone ausgeschüttet werden. Das verstärkt die besorgniserregenden körperlichen Symptome umso mehr. Es entsteht ein Teufelskreis, denn die nun stärker gewordenen Symptome erhöhen die Angst weiter.

    Den „einen“ Auslöser für Panikattacken gibt es nicht. Panikattacken können in sehr unterschiedlichen Situationen auftreten – beispielsweise vor Prüfungen, an Orten mit großen Menschenmengen oder in einem Flugzeug oder Fahrstuhl. Manchmal treten Panikattacken aber auch „einfach so“ auf. Selbst zu Hause im Bett ist das möglich.

    Symptome & Anzeichen

    Wie zeigt sich eine Panikattake?

    Panikattacken äußern sich meist in einer plötzlich auftretenden und rasch zunehmenden, starken Angst. Begleitet wird diese Angst von sehr unterschiedlichen körperlichen sowie psychischen Symptomen.

    Körperliche Symptome einer Panikattacke:
    Psychische Symptome einer Panikattacke:

    Ablauf einer Panikattacke

    Wie läuft eine Panikattacke ab?

    Wie eine Panikattacke beginnt, lässt sich pauschal nicht beantworten.

    Zunächst hat sie ihre Ursache in einer überschießenden Stressreaktion. Betroffene geraten in einen Teufelskreis der Angst – Angstgefühle und körperliche Symptome verstärken sich gegenseitig.

    Panikattacken treten in der Regel plötzlich und ohne Ankündigung auf und klingen nach etwa 10 bis 30 Minuten wieder ab.

    tipps-panikattacken

    Tipps bei einer Panikattacke

    Soforthilfe bei einer Panikattacke

    Tritt eine Panikattacke ein, setzt das rationale Denken so gut wie komplett aus. Die Angst ist extrem intensiv, Betroffene glauben an eine reale Bedrohung. Es ist daher enorm wichtig, Strategien zur Selbstberuhigung im Akutfall zu erlernen. 

    Als Soforthilfe haben sich folgende Tipps bewährt:

    Erste Hilfe bei Panikattacken

    Maßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Eskalation der Stresssituation wie bewusste Kontrolle der Atmung sind hilfreich. Auch Entspannungstechniken erweisen sich als sinnvoll.

    Wichtig ist auch, sich bewusst zu machen, dass eine Panikattacke keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen wird und nach wenigen Minuten wieder vorübergeht.

    Die 4-7-8-Atmung ist eine gute Methode, sich wieder zu beruhigen. Die Atmung wird bei Panik automatisch flacher und schneller. Dadurch entsteht das Gefühl von Atemnot. Bei dieser Atemmethode atmen Sie langsam durch die Nase ein und zählen bis vier. Dann halten Sie den Atem an und zählen bis sieben. Im Anschluss Atmen Sie kräftig durch den Mund aus und zählen dabei bis acht. Die Übung wird so lange wiederholt, bis Sie sich wieder etwas beruhigt haben.

    Notfallkoffer gegen Panikattacken

    Viele Experten raten zu einem Trick, der häufig in der Borderline-Therapie zum Einsatz kommt, sich aber mittlerweile auch bei Panikattacken bewährt hat: dem „Notfallkoffer“.

    Dieser kann ganz individuell gepackt werden und enthält bewährte Hilfsmittel zur Bewältigung der Panikattacke. Das kann ein Gegenstand, ein Foto, ein Duft oder ein Lied / Video auf dem Handy sein – wichtig ist, dass Betroffene etwas Schönes damit verbinden.

    Eine Alternative wäre ein leichter Schmerzreiz zur Ablenkung, der allerdings nicht zu einer Verletzung führt. Was am besten hilft, können Betroffene mit einem Therapeuten besprechen.

    Tipps für Angehörige

    Was können Angehörige bei einer Panikattacke tun?

    Angehörige, die einen Menschen mit einer Panikattacke oder Panikstörung unterstützen möchten, sollten folgende Punkte beachten:

    Informieren Sie sich ausführlich über die Erkrankung. Auch ein Hausarzt, Psychiater oder Psychotherapeuten sind gute Ansprechpartner. Es gibt zahlreiche Broschüren und Bücher welche weitere Informationen über Panikattacken liefern können.

    Zeigen Sie gegenüber dem Betroffenen viel Verständnis, nehmen Sie seine Ängste ernst und verharmlosen Sie diese nicht.

    Motivieren Sie den Betroffenen, sich bei einem Therapeuten Hilfe zu suchen. Ob er die Hilfe tatsächlich in Anspruch nehmen will, bleibt aber ihm überlassen.

    In konkreten Angstsituationen erweist es sich als sinnvoll, den Betroffenen an Bewältigungsstrategien und Tipps zu erinnern, die er bereits erlernt hat.

    Zeigen Sie dem Betroffenen, dass Sie für ihn immer da sind und erfragen Sie, wie Sie ihm in Angstsituationen helfen können.

    Behandlung & Therapie

    Behandlung von Panikattacken und Panikstörungen

    Bei Panikattacken sollten Betroffene nach Möglichkeit immer einen Therapeuten aufsuchen. Das ist auch dann ratsam, wenn sie nur selten und weniger schlimm sind – allein für ein besseres Wohlbefinden.

    Treten Panikattacken wiederholt und sehr gehäuft auf, sollte abgeklärt werden, ob eine Panikstörung vorliegt. Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung lässt sich so auch herausfinden, ob organische Ursachen für die körperlichen Beschwerden vorliegen.

    Bei Panikattacken und Panikstörungen ist eine Psychotherapie ein guter Behandlungsansatz. Ergänzend oder als Alternative kommen auch Medikamente infrage.

    Psychotherapie bei Panikattacken und Panikstörungen

    Die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie bei Panikattacken und –störungen ist inzwischen sehr gut belegt. Zunächst analysiert der Therapeut, wie die Angstanfälle ablaufen und welche Rolle die eigenen Bewertungen des Patienten dabei spielen. Außerdem wird hinterfragt, welche alternativen Bewertungs- und auch Reaktionsmöglichkeiten für den Betroffenen bestehen.

    Der Therapeut unterschützt den Betroffenen in der Folge dabei, sich seiner Angst aktiv zu stellen und ein mögliches Vermeidungsverhalten abzubauen.

    Medikamente gegen Panikattacken

    Ist eine psychotherapeutische Behandlung nicht ausreichend oder erzielt sie keine Wirkung, kommen Medikamente wie Antidepressiva (z. B. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) in Betracht. Kurzfristig können auch Beruhigungsmittel helfen, zu langfristigen Behandlung sind sie jedoch ungeeignet. Das liegt daran, dass sie zwar akute Ängste sehr schnell reduzieren, aber auch Abhängigkeitspotenzial besitzen.

    Im besten Fall werden Beruhigungsmittel daher gar nicht oder nur in Ausnahmefällen (z. B. bei schweren Erkrankungen ohne alternative Behandlungsmöglichkeiten) für kurze Zeit verordnet.

    Lässt sich Panikattacken vorbeugen?

    Viele Mediziner raten zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil, wenn es um die Vorbeugung von Panikattacken geht. Eine vollwertige Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Achtsamkeit, Entspannungsübungen sowie Techniken zur Stressbewältigung sind probate Mittel, um das Risiko für Panikattacken zu minimieren.

    Auch die Pflege sozialer Kontakte und der Verzicht auf Suchtmittel haben erheblichen Einfluss auf die Vorbeugung von Panikattacken.

    Hilfe suchen

    Angst überwinden und Hilfe suchen

    Psychische Erkrankungen führen bei Betroffenen zu einem Teils großen Leidensdruck. In der Gesellschaft herrscht häufig ein verzerrtes Bild zu den Erkrankungen.

    Hartnäckige Vorurteile und Halbwissen sorgen dafür, dass psychische Erkrankungen oft noch ein Tabuthema sind. Das gilt auch für Panikattacken und Panikstörungen.

    Betroffene möchten ihre Probleme verstecken und suchen deshalb keinen Arzt auf. Therapeutische Hilfe ist jedoch wichtig, um einen Weg aus der Krankheitsspirale zu finden.

    Wir können nur dazu raten, sich zu überwinden und einen Therapeuten in der Nähe zu besuchen. Über die Jameda Arztsuche lassen sich Therapeuten und Ärzte in der Umgebung anzeigen und bewerten

    Online Hilfe:

    Sie scheuen sich, einen Therapeuten vor Ort aufzusuchen, mit dem Sie Ihre Sorgen und Ängste besprechen können? Dann ist eine Online-Sprechstunde eine sinnvolle Alternative. Hier beantworten Ihnen erfahrene Mediziner Ihre Fragen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Panikattacken und Panikstörungen Von John W. Barnhill , MD, New York-Presbyterian Hospital – msdmanuals.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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