Traumata

Aufklärung und Tipps gegen Traumata

Gewalterlebnisse oder andere schwerwiegende Ereignisse (z. B. Krieg, Verlust) stellen in der Regel für jeden Menschen eine große Belastung dar. Extremer Stress und Hilflosigkeit sind oft die Folge. Starke Gefühlsschwankungen und ein Gefühl von Betäubtheit sind Anzeichen einer akuten Belastungsreaktion.

Sofern die Symptome länger anhalten, entwickelt sich unter Umständen eine posttraumatische Belastungsstörung mit intensiven Erinnerungen an das Trauma sowie Alpträumen und Vermeidungsverhalten. In diesem Fall ist eine frühzeitige Therapie empfehlenswert. Aufklärung, Tipps und Entstehung von Traumata werden im Artikel genauer erklärt. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Bei einem Trauma handelt es sich um eine psychische Ausnahmesituation, die durch überwältigende Ereignisse (z. B. Krieg, Gewalttat, Naturkatastrophen) ausgelöst wird.

    Viele Betroffene stellen bei sich selbst – mitunter erstmalig – teils sehr ungewöhnliche Verhaltensweisen (z. B. starke Verwirrtheit, automatisch wiederkehrende Erinnerungen) fest und bekommen Angst, dadurch „verrückt“ zu werden.

    Traumata lassen sich durch verschiedene Therapieansätze gut behandeln und verschwinden dann in den meisten Fällen komplett. In leichten Fällen können bereits Tipps helfen um die Symptome zu lindern. 

    Was sind Traumata?

    Bei seelischen Traumata handelt es sich um schwere seelische Verletzungen infolge von außergewöhnlich belastenden persönlichen Erlebnissen.

    Reichen die eigenen Möglichkeiten zur Bewältigung bestimmter Situationen nicht aus und fühlen sich Betroffene extrem überfordert, wirken verschiedenste Ereignisse stark belastend. Diese Überforderung löst seelischen Stress aus, Betroffene fühlen sich dann oft hilflos und ängstlich.

    Unterscheidung verschiedener Traumata

    Die Medizin unterscheidet zwei verschiedene Formen psychischer Traumata: die akute Belastungsreaktion (ABR) und die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Beide Störungen sind direkte Folge eines Traumas.

    Die akute Belastungsreaktion

    Körperliche oder psychische Gewalt (z. B. Unfälle, Verlustsituationen) sind häufige Auslöser einer akuten Belastungsreaktion. Sie tritt unmittelbar nach dem belastenden Ereignis auf und dauert oft nur wenige Stunden bis Tage, gelegentlich auch ein paar Wochen.

    Die auftretenden Symptome ändern sich im Laufe der Zeit und äußern sich durch:

    Das traumatisierende Ereignis muss psychisch verarbeitet werden. Nicht selten erleben Betroffene dies in Form von Alpträumen oder intensiven Erinnerungen.

    Einige von ihnen vermeiden oft Situationen oder Aktivitäten, die Erinnerungen an das Ereignis hervorrufen. Eine emotionale Abstumpfung sowie die eingeschränkte Fähigkeit, Empfindungen wahrzunehmen, sind mögliche Folgen.

    Hinzu kommen mitunter Schlafstörungen, Reizbarkeit und gesteigerte Schreckhaftigkeit aufgrund von hoher körperlicher Erregung.

    In den meisten Fällen gehen die Anzeichen der akuten Belastungsreaktion schon bald von selbst zurück und verschwinden dann komplett.

    Die posttraumatische Belastungsstörung

    Halten die Symptome der akuten Belastungsreaktion länger an und zeigen sich starke psychische Beeinträchtigungen, kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. 

    Diese geht mit folgenden Symptomen einher:

    Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung fühlen sich oft ständig bedroht, ihre Umwelt empfinden sie als unsicher und gefährlich. Durch an das Trauma erinnernde Schlüsselreize treten mitunter starke Symptome wie Zittern, Übelkeit, Herzrasen und Atemnot auf.

    Die Diagnose PTBS wird gestellt, wenn die Symptome innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Trauma auftreten und länger als einen Monat bestehen. Außerdem müssen sie zu einem deutlichen Leiden sowie Beeinträchtigungen des Lebens führen.

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    Ursachen für Traumata

    Als Ursache für seelische Traumata kommen die unterschiedlichsten Geschehnisse in Betracht. Da ein Trauma immer unerwartet eintritt, ist auch keine Vorbereitung darauf möglich. Betroffene sind plötzlich Erfahrungen wie extremer Angst, Ohnmacht und Kontrollverlust ausgesetzt.

    Als belastende Ereignisse gelten:

    Oft erleben Menschen schon im Kindheits- und Jugendalter traumatisierende Ereignisse. Diese können aktiver (körperliche Gewalt) oder passiver (Vernachlässigung) Natur sein.

    Traumata bei Helfenden

    Viele Menschen sind – oft ehrenamtlich – bei der Feuerwehr oder anderen Hilfsorganisationen tätig. Sie leisten für die Gesellschaft einen enorm großen Beitrag. Wie in jedem helfenden Beruf kommt es auch hier oft zu sehr belastenden Situationen. Diese sind durchaus traumatisch und können zu einer sekundären Traumatisierung führen.

    Helferinnen und Helfer sind dem Trauma nicht direkt ausgesetzt. Dennoch können das unfassbare Geschehen sowie der starke Leidensdruck und das verzweifelte Verhalten der Betroffenen auch bei helfenden Personen zu Problemen führen. 

    Dadurch entwickeln sich wiederum folgende Beschwerden:

    Es ist nicht ungewöhnlich, dass auch eigene schlimme Erfahrungen wieder „reaktiviert“ werden. Wer im sozialen Bereich tätig ist, besitzt außerdem ein erhöhtes Risiko für ein Burnout.

    Für Einsatzkräfte und andere Helfern ist es deshalb ratsam, das Erlebte im Rahmen einer professionellen Beratung (sogenannte Supervision) zu besprechen. Dies hilft bei der Verarbeitung.

    Soziale Organisationen sind sich dieser Problematik auf jeden Fall bewusst und bieten Schulungen zum Umgang mit belastenden Situationen an.

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    Tipps gegen Traumata

    Ein traumatisches Erlebnis geht zwangsläufig mit schlimmen Erinnerungen einher. Jedoch muss mit diesen nicht immer gelebt werden. Die folgenden Tipps sollen helfen, das Trauma besser zu bewältigen.

    Über das Trauma sprechen

    Nehmen Sie sich Zeit und sprechen Sie mit einer vertrauten Person über Ihre Gefühle. Das Erlebnis zu verdrängen, ist keine optimale Lösung. Vielleicht finden Sie sogar jemanden, der ebenfalls ein traumatisches Erlebnis hatte. Eine solche Person kann oft besser nachvollziehen, wie es Ihnen geht und Sie fühlen sich mit Ihren negativen Gefühlen nicht allein.

    Soziale Kontakte pflegen

    Betroffene verfallen nach einem traumatischen Erlebnis mitunter in Einsamkeit. Versuchen Sie dieser zu entgehen, indem Sie Rückhalt in der Familie und bei Freunden suchen. So lässt sich ein Trauma leichter überwinden, denn Ablenkung und Zuspruch tun gut.

    Ein Hobby suchen oder wieder aufblühen lassen

    Suchen Sie sich ein neues Hobby oder lassen Sie ein altes wieder aufblühen. Hobbys sind die perfekte Ablenkung von schlechten Erinnerungen und Gedanken. Wenn Sie eine künstlerische Ader haben, kann Malen sogar dazu beitragen, dass Erlebte zunächst auch ohne Gespräche zu verarbeiten.

    An Erfolge denken

    Jedes einzelne Erlebnis in Ihrem Leben macht Sie zu dem Menschen, der Sie sind. Ein Trauma hat – auch wenn Sie es denken – nichts mit Ihrem eigenen Versagen zu tun. Halten Sie sich deshalb all Ihre Erfolge im Leben immer wieder vor Augen. Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie Ihre größten Erfolge auf. So machen Sie sich selbst bewusst, dass Sie schon vieles geschafft haben und auch weiterhin schaffen werden. Lassen Sie sich von dem Trauma nicht unterkriegen.

    Tipps für Angehörige

    Ist ein Angehöriger oder Freund von einem Trauma betroffen, dann ist Unterstützung sehr wichtig. Seien Sie für ihn da, denn so kann er sich besser von dem Trauma erholen.

    Hören Sie dem Betroffenen aufmerksam zu, zeigen Sie ihm, dass Sie seine Gefühle wie Angst, Trauer und Wut respektieren. Es tut Trauma-Patienten in der Regel gut, wenn andere Menschen anerkennen, dass sie durch schlimme Erlebnisse stark belastet sind.

    Weniger hilfreich sind hingegen gut gemeinte Ratschläge. Auch Schuldzuweisungen sind falsch. Da professionelle Hilfe die Probleme häufig lindert, sollten Angehörige es in Erwägung ziehen bei der Suche nach einem Therapeuten helfen.

    Es ist außerdem ratsam, sich über das Krankheitsbild zu informieren, um den Umgang mit möglichen Symptomen zu verbessern.

    Vor allem, wenn Ihr Angehöriger Andeutungen rund um einen möglichen Suizid macht, sollten Sie ihn sehr ernst nehmen und motivieren, sich schnellstmöglich professionelle Hilfe zu suchen.

    Behandlung von Traumata

    Traumata gehen mit massivem Stress einher, der zu einer tiefen psychischen sowie körperlichen und oft auch sozialen Verunsicherung führt.

    Zwar lässt sich das Erlebte nicht mehr rückgängig machen, allerdings kann eine gezielte Traumatherapie dabei helfen, dass sich Betroffene wieder stabilisieren und ihren Alltag besser bewältigen. So werden traumatische Erlebnisse verarbeitet und in das Leben integriert, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen.

    Es gibt einige wirksame Therapieansätze, die miteinander kombiniert werden. Unabhängig von den angewandten Methoden verläuft die Therapie in drei Phasen:

    Stabilisierungsphase:
    Traumaaufarbeitungsphase:
    Integrationsphase:

    Behandlungsansätze bei akuter Belastungsreaktion

    In vielen Fällen bedarf eine akute Belastungsreaktion keiner gezielten Therapie. Dennoch sind Maßnahmen der psychischen Ersten Hilfe sowie der psychologischen Frühintervention ratsam.

    Psychische Erste Hilfe

    Psychische Erste Hilfe kommt direkt am Ort des traumatischen Ereignisses zum Einsatz. Sie stellt eine psychische Unterstützung in der extrem belastenden Situation dar.

    Psychologische Frühintervention

    Alle Maßnahmen der psychologischen Frühintervention dienen zunächst der Linderung der akuten Belastungsreaktion und in der Folge der Verhinderung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Frühinterventionen sind daher der kognitiven Verhaltenstherapie ähnlich und können traumspezifische Symptome verringern.

    Psychotherapie bei Traumata

    Vor allem zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung erweisen sich verschiedene psychotherapeutische Verfahren als sinnvoll. Ziel aller Verfahren ist eine gründliche und dennoch schonende Aufarbeitung des Traumas. Das Vorgehen einzelner Therapieformen ist dabei häufig ähnlich. Welcher Ansatz letztlich gewählt wird, hängt auch von Patienten und seinem bisherigen Umgang mit dem Trauma ab.

    Folgende Therapieverfahren kommen bei der Behandlung von Traumata infrage:
    Kognitive Verhaltenstherapie

    Die kognitive Verhaltenstherapie trägt dazu bei, verschiedene Denk- und Verhaltensmuster traumatisierter Menschen zu verändern.

    Schonende Traumatherapie

    Die schonende Traumatherapie soll dazu beitragen, dass die Belastung des Patienten während der Konfrontation mit dem traumatisierenden Ereignis so niedrig wie möglich gehalten wird.

    Psychodynamische Psychotherapie

    Die psychodynamische Psychotherapie verfolgt das Ziel, unbewusste Wirkungen eines Traumas herauszufinden und dann zu behandeln. Unter anderem wird dabei auch erarbeitet, welche Veränderungen das Trauma beim Patienten hervorruft.

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    Hilfe gegen Traumta finden

    Um professionelle Hilfe gegen ein Traumta in Anspruch zu nehmen, können Therapeuten sowohl vor Ort als auch über das Internet in Anspruch genommen werden. 

    Wer sich über die Kosten unsicher ist, kann auch zu erst seine Krankenversicherung konsultieren. In. manchen Fällen können die Kosten für eine psychologische Beratung über das Internet auch von der Krankenkasse übernommen werden. 

    Auf Jameda lassen Psychologen im näheren Umfeld finden und nach Bewertungen sortieren. 

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      Quellen:

      1. Trauma (Psychologie) – Wikipedia
      2. The impact of trauma characteristics on post-traumatic stress disorder and substance use disorder outcomes across integrated and substance use treatments | doi.org
      3. The why and how our trauma patients die: A prospective Multicenter Western Trauma Association study | doi.org

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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