Agoraphobie

Platzangst - Tipps und Aufklärung

Menschen mit Agoraphobie haben Angst vor weiten, offenen Plätzen. Dazu kommt oft die Furcht, sich draußen aufzuhalten. Daher vermeiden es die Betroffenen, ihre Wohnung zu verlassen. Die Agoraphobie ist auch als Platzangst bekannt. Die Platzangst wird häufig als Angst vor engen Räumen missverstanden

Die Agoraphobie schließt auch die Angst vor dem Reisen mit ein, da dies meist mit weiten großen Plätzen verbunden ist (Flughäfen, Bahnhöfe etc.).

Wir klären im Artikel über die Platzangst auf, erklären die Auslöser, Symptome und geben Tipps zur Überwindung der Agoraphobie. Auch professionelle Behandlungsmethoden werden erläutert. 

Übersicht:
    Add a header to begin generating the table of contents
    Häufige Fragen:
    Die Agoraphobie ist eine Angststörung, die Menschen dazu bringt, Plätze und unübersichtliche Orte zu meiden. Sie fühlen sich großen Gefahren ausgesetzt und geraten in Panik. Hilflosigkeit und die Angst vor Peinlichkeiten lösen großen Schrecken bei ihnen aus. Die Platzangst wird häufig mit der Klaustrophobie (Raumangst) verwechselt, welche die Angst vor engen Räumen beschreibt.

    Die Betroffenen leiden unter Panikattacken, wenn sie einen großen Platz betreten. Dies ist für sie eine Stresssituation, die zu Herzrasen und Unwohlsein führen kann. Darum versuchen die Phobiker, innerhalb ihrer eigenen vier Wände zu bleiben: Nur hier fühlen sie sich wohl.

    Um die Agoraphobie zu bekämpfen, empfiehlt sich eine gezielte psychotherapeutische Maßnahme. Eine Vermeidungsstrategie ist wenig hilfreich: Sie führt nur kurzfristig zur Linderung, doch die Angst selbst bleibt. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie ist eine Expositionstherapie sinnvoll. Gegen die Panikanfälle können Psychopharmaka helfen, die der Psychotherapeut im Rahmen einer Standardbehandlung verschreibt.

    Agoraphobie-platzangst-mann-angst

    Was ist Platzangst?

    Merkmale der Agoraphobie
    Platzangst oder Raumangst?

    Die Platzangst wird häufig fälschlicherweise als Angst vor Engen Räumen verstanden. Dabei beschreibt die Platzangst die Angst vor großen offenen Plätzen. Die Raumangst (Klaustrophobie) beschreibt dagegen die Angst vor engen kleinen Räumen wie z.B. einem Aufzug.

    Die Agoraphobie (Platzangst) beschreibt die Angst vor Situationen in denen es keine Fluchtmöglichkeit gibt. Damit besteht vor allem eine Angst vor großen Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmitteln oder großen öffentliche Plätzen. 

    Die Agoraphobie beinhaltet auch die Angst, in der Öffentlichkeit Paniksymptome wie Herzrasen und Übelkeit zu zeigen. Die Phobiker fürchten sich vor der eigenen Hilflosigkeit und vor der Angst selbst. Oft erkennen sie dabei, dass ihre Furcht unverhältnismäßig groß ist.

    Abhängig vom Schweregrad der Angst kann die Agoraphobie die Lebensqualität stark einschränken. Auch wenn sich die Betroffenen bewusst sind, dass ihre Angst irrational und übertrieben ist, können sie nichts dagegen tun. Oft wagen sie sich nur mit Begleitung in die Öffentlichkeit und zur Arbeit.

    Erste Zeichen einer Agoraphobie:

    Wer den Verdacht hat, unter Agoraphobie zu leiden, sollte sich möglichst schnell einer Behandlung unterziehen. Ansonsten verstärken sich die Symptome und es kommt zu den typischen Vermeidungsstrategien.

    Vermeidungsverhalten:

    Viele Menschen mit Agoraphobie entwickeln ein Vermeidungsverhalten. Dieses führt in die soziale Isolation und ist eine große Gefahr für die psychische Gesundheit.

    frau-panik-draussen-anzeichen-platzangst

    Platzangst Anzeichen

    Wie macht sich Platzangst bemerkbar?

    Die Agoraphobie beinhaltet die Angst, das Haus für längere Zeit zu verlassen. Die Angst vor dem Alleinsein in einer exponierten Situation löst bei den Phobikern große Furcht aus.

    Die Betroffenen haben Angst, an einem öffentlichen Platz die Kontrolle zu verlieren und eine Panikattacke zu bekommen. Genau dies verstärkt die Gefahr eines Zusammenbruchs.

    Dazu kommt die Angst, keinen Fluchtweg zu finden und keine Hilfe zu bekommen. Das macht die Betroffenen noch ängstlicher und nervöser.

    Ebenso wie bei anderen Angststörungen treten Panikattacken auf, die von den folgenden Symptomen begleitet werden:

    ausloeser-platzangst

    Platzangst Auslöser

    Ursachen für Platzagnst

    Die genauen Ursachen für Agoraphobie lassen sich nicht eindeutig bestimmen.

    Allerdings gibt es mehrere Faktoren, die das Risiko einer Angststörung erhöhen:

    Woher kommt die Agoraphobie tatsächlich?

    Dies lässt sich in einer Psychotherapie herausfinden. Gegebenenfalls findet ein Bluttest statt, um physische Ursachen für die Angstsymptome auszuschließen.

    Mögliche Ursachen und Faktoren:
    Therapeuten befassen sich im Detail mit den Symptomen:

    Wann sind die Panikattacken zuerst aufgetreten? Wie oft kommt es zu Angstschüben? Dazu kommen die Fragen zur persönlichen medizinischen Geschichte und zu familiären Erfahrungen, denn die Agoraphobie kann erblich sein.

    Diagnose von Agoraphobie

    Ob jemand Agoraphobie hat, lässt sich anhand verschiedener Kriterien feststellen. In der Psychiatrie und Psychotherapie gibt es genaue Auflistungen der Symptome, die bei der Diagnose von Angststörungen helfen.

    Wer in zwei oder mehr der folgenden Situationen unter intensiver Angst leidet, der hat vermutlich eine Agoraphobie.

    Dazu können weitere Punkte kommen, die eine Agoraphobie beschreiben. Wenn sich die Panikattacken wiederholen, weist dies auf ernsthafte Probleme hin. Dazu kommt die Angst vor der nächsten Attacke – und vor den Folgen dieser Angstschübe. So fürchten einige Betroffene, komplett die Kontrolle zu verlieren oder einen Herzinfarkt zu bekommen.

    Zur typischen Verhaltensweise von Menschen mit Agoraphobie gehört die Vermeidungshaltung. Sie verändern ihre Lebensweise, um der Panik zu entgehen. Doch die Entscheidung, zu Hause zu bleiben, löst das Problem nicht. Sie verringert lediglich die Lebensqualität. Darum ist es wichtig, die Angst mit psychotherapeutischer Hilfe zu bekämpfen.

    Folge: Soziale Isolation

    Wer unter Agoraphobie leidet, zieht sich in sein Haus zurück. In diesem vertrauten Umfeld fühlen sich die Betroffenen wohl. Hier können sie ohne psychischen Stress leben. Das Essen lässt sich bequem nach Hause bestellen, ebenso wie Kleidung und andere unverzichtbare Produkte. Tatsächlich wird den Menschen in der heutigen Zeit der soziale Rückzug erstaunlich leicht gemacht. Niemand muss das Haus verlassen und sich den Gefahren der Außenwelt aussetzen.

    Doch diese Vermeidungsstrategie verschlimmert die Situation. Die Angst wächst noch stärker an, dazu wirkt sich die Einsamkeit negativ auf das Wohlbefinden aus.

    Tipps gegen Platzangst

    Hilfreiche Tipps und Tricks gegen die Agoraphobie

    Vielen Phobikern fällt es schwer, von sich aus etwas zu ändern. Solange die Angststörung noch nicht zu weit fortgeschritten ist, kann man jedoch noch handeln. Mit einer Veränderung der Lebensweise ist ein erster Schritt getan. 

    Mögliche Ursachen und Faktoren:
    Neue Gewohnheiten:

    Ebenfalls sehr hilfreich sind neue Gewohnheiten. Diese sind zwar keine echte Therapiemaßnahmen, doch sie helfen dabei, die alltägliche Angst zu reduzieren.

    Hilfe durch Familie & Freunden:

    Familienangehörige können als begleitende Personen die Angst mindern. Eine solche Hilfestellung entlastet die Phobiker. Allerdings kann ständige (zu viel) Hilfe dazu führen, dass die psychische Angststörung erhalten bleibt.

    platzangst-therapie-mann-fenster

    Behandlung von Platzangst

    Behandlungsmöglichkeiten der Agoraphobie

    Niemand kann sich dauerhaft vor Agoraphobie schützen. Doch eine frühe Therapie gegen Angst- und Panikstörungen hilft, die Probleme zu lindern. Je eher die Behandlung einsetzt, desto leichter lässt sich die Platzangst bekämpfen.

    Durch eine gezielte Psychotherapie verringern sich die Symptome und die Lebensqualität steigt – ohne Einschränkung und Angst vor Panikattacken.

    Wenn die Agoraphobie aus einer psychischen Erkrankung resultiert, wird zunächst diese Grunderkrankung behandelt. Handelt es sich bei der Agoraphobie um ein eigenständiges Störungsbild, ist eine Psychotherapie die Standardbehandlung. Auch Psychopharmaka lassen sich gegen die Angststörung einsetzen.

    Kommunikation:

    Eine Gesprächstherapie gibt den Betroffenen die Möglichkeit, über ihre Ängste zu sprechen. Dies reicht jedoch nicht aus, um die Agoraphobie zu verringern. Auch eine reine Medikation eignet sich nur als kurzfristige Behandlung, also für leichte Fälle.

    Verhaltenstherapien:

    Für die Behandlung von Agoraphobie empfiehlt sich die kognitive Verhaltenstherapie. Sie hilft dabei, die Angstgefühle zu verstehen und von verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten. Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen, wie sie mit den Stresssituationen umgehen. So gewinnen sie die Kontrolle über ihr Leben zurück.

    Konfrontationstherapie:

    Die Konfrontationstherapie findet zunächst in Begleitung eines Therapeuten statt. So fühlen sich die Agoraphobiker nicht allein, wenn sie sich außerhalb ihrer Wohnung bewegen. Die systematische Desensibilisierung beginnt allmählich.

    Flooding:

    Alternativ dazu gibt es die harte Konfrontation, auch Flooding genannt. Hier stellen sich die Betroffenen ohne langsame Gewöhnung ihrer Angst. Ohne Vorbereitung löst die Situation – der große Platz – starke Angstgefühle aus.

    Medikamente gegen Agoraphobie:

    Mit geeigneten Medikamenten lassen sich Panikattacken und Angstgefühle lindern. Typischerweise werden selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Prozac oder Paxil verschrieben. Auch Antidepressiva und angstlösende Mittel helfen gegen die Angststörung.

    Hilfe finden

    Um Hilfe gegen die Platzangst zu erhalten, können Sie über die Ärztesuche auf Jameda nach geeigneten Psychotherapeuten in Ihrer Umgebung suchen. 

    Übersicht:
      Add a header to begin generating the table of contents

      Quellen:

      1. Agoraphobia or fear of open spaces and public places | jeancoutu.com
      2. Agoraphobia – Symptoms and causes – Mayo Clinic

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

      Scroll to Top