Klaustrophobie

Platzangst - Angst vor kleinen oder geschlossenen Räumen

Klaustrophobie bewirkt, dass Betroffene Angst vor kleinen oder geschlossenen Räumen haben. Da derartige Situationen mit geschlossenen oder engen Räumen im Alltag oft nur schwer vermeidbar sind, kann Klaustrophobie zu starken Beeinträchtigungen führen.

Wir geben Tipps gegen Klaustrophobie und klären über die möglichen Ursachen auf. Sollten diese Maßnahmen nicht helfen, können mittels einer Therapie, Bewältigungsstrategien erlernt werden, welche die Symptome lindern. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:
    Klaustrophobie, auch Raumangst genannt, ist eine spezifische Angststörung und bezeichnet die Angst vor engen oder geschlossenen Räumen, in welchen im Notfall keine Fluchtmöglichkeit besteht. Dies kann z.B. einen Aufzug, eine Bahn, ein Flugzeug, kleine Geschäfte oder auch sehr enge Gassen in einer Stadt sein. Die Raumangst wird oft mit der Platzangst verwechselt, welche dagegen die Angst vor großen weiten Plätzen beschreibt.

    Je nach Grad der Angststörung können Betroffene sich nicht in engen oder kleinen Räumen aufhalten, ohne unter großer Angst zu leiden. In Extremfällen kann bereits der Gedanke, in einem Raum eingesperrt zu sein, eine Panikattacke auslösen. 

    Ja. In milden Fällen der Raumangst können bereits Tipps für den Alltag helfen. In schweren Fällen kann mithilfe einer Konfrontationstherapie, Betroffene den Umgang mit der Angst erlernen. Durch eine kognitive Verhaltenstherapie können zudem problematische Verhaltensmuster aufgedeckt und hinterfragt werden und im Anschluss durch gesündere Denk- und Handlungsstrategien ersetzt werden. Des Weiteren können mit Entspannungstherapien wie Yoga oder progressiver Muskelentspannung Stresssituationen gelindert werden. 

    Klaustrophobie erklärt

    Menschen mit Klaustrophobie haben Angst vor engen oder geschlossenen Räumen. Wie bei anderen Angststörungen gibt es bei Klaustrophobie verschiedene Abstufungen und Intensitätsgrade.

    Manche Betroffenen fürchten sich davor, eingesperrt zu sein. Anderen ist es nicht möglich, in engen oder weniger großen Räumen zu sein. 

    Beispiele für Klaustrophobie Situationen:

     Während Angstauslöser wie Fahrstühle eventuell durch das Benutzen der Treppe problemlos umgangen werden können, sind andere Situationen schwer oder gar nicht zu vermeiden. Dadurch kann es täglich zu zahlreichen Belastungssituationen kommen.

    Klaustrophobie bei Menschenmengen?

    Eine Klaustrophobie kann auch durch große Menschenmengen verstärkt werden. Dies ist in vollen Innenstädten, Fußballstadien oder bei großen Konzerten der Fall.

    Die Angst nur vor Menschenmassen nennt sich Demophobie.

    Klaustrophobie ist keine Platzangst

    Platzangst wird oft fälschlicherweise als Synonym für Klaustrophobie verwendet. Tatsächlich bezeichnet Platzangst aber das exakte Gegenteil, nämlich die Angst vor weiten und offenen Plätzen. Der Fachbegriff für Platzangst lautet Agoraphobie. Einfach zu merken ist durch den Trick, sich das Wort "Platz" als Angst vor einem großen leeren Platz vorzustellen. Wohin gegen die Klaustrophobie die Angst vor engen, kleinen Räumen beschreibt.

    Folgen von Klaustrophobie

    Die medizinische Hilfe und Versorgung ist bei klaustrophobischen Menschen möglicherweise eingeschränkt. In kleinen Behandlungsräumen oder Untersuchungsgeräten wie MRT-Röhren zu sein, ist für viele Betroffene undenkbar. Infolgedessen schieben Betroffene den notwendigen Arztbesuch oftmals vor sich her. 

    Sozialer Rückzug

    Personen, die unter starker Klaustrophobie leiden, zeigen neben Vermeidungsstrategien oft soziales Rückzugsverhalten und bleiben zu Hause in ihrem vertrauten Umfeld, um den psychischen Stress im Alltag beim Verlassen des Hauses so weit wie möglich zu minimieren.

    Da eine soziale Isolation jedoch keine dauerhafte Lösung ist, sondern zu einer Verschlimmerung der Symptome durch Einsamkeit führen kann, ist es sinnvoll, sich den Tipps gegen die Angst zu widmen oder einer therapeutischen Behandlung zu unterziehen.

    Anzeichen einer Klaustrophobie

    Wie auch bei anderen Phobien äußert sich Klaustrophobie in einem starken Angstgefühl.

    Manche Patienten fürchten, in engen abgesperrten Räumen durch mangelnde Sauerstoffzufuhr zu ersticken. Andere haben Angst davor, in engen Räumen im Fall eines Notfalls nicht entkommen zu können oder in großen Menschenmassen erdrückt zu werden.

    Je nach Ausprägung der Angststörung kommt es beim Eintreffen der beängstigenden Situation oder bei dem Gedanken daran zu verschiedenen, unterschiedlich intensiven Gefühlen, welche von Unbehagen und Beklemmung zu starken Panikattacken und Todesangst reichen. 

    Symptome der Klaustrophobie:

    Starke Angstsymptome wie Herzrasen und Übelkeit verstärken die Furcht der Betroffenen oftmals, sodass es zu einem sogenannten Angstkreislauf kommt.

    Wenn derartige Verhaltensabläufe sich erst einmal manifestiert haben, können sie chronisch werden und sind aus eigener Kraft schwer zu durchbrechen, weshalb es ratsam ist, sich professionelle Hilfe zu suchen. 

    Auslöser von Klaustrophobie

    Klaustrophobie kann entweder als eigenständige Phobie auftreten oder in Kombination mit anderen Ängsten wie der Agoraphobie.

    Die Angst davor, eingesperrt zu sein, ist eine menschliche Urangst. Bei manchen Menschen ist sie allerdings stärker ausgeprägt als bei anderen.

    In vielen Fällen liegt kein eindeutiger Grund vor, welcher die Entstehung von Raumangst begünstigt, sondern die Phobie entwickelt sich schleichend. 

    Grundsätzlich können verschiedene Auslöser für die Entwicklung von Klaustrophobie vorliegen. Oftmals führt eine Kombination von verschiedenen Ursachen dazu, dass eine Angststörung entsteht.  

    Zu den wesentlichen beiden Ursachen zählen:
    Negative Kindheitserfahrungen

    Prägungen aus der Kindheit sind entscheidend für die Charakter- und Persönlichkeitsbildung. Wie bei anderen Angststörungen liegt das Problem des Öfteren in jungen Jahren. Es kann beispielsweise vorkommen, dass Kinder beim Spielen steckengeblieben sind, aus Versehen eingesperrt wurden oder ihre Bezugsperson in einer großen Menschenmenge verloren haben. Durch das tiefe Gefühl der Angst und Verzweiflung, welches mit der jeweiligen Situation verknüpft wurde, können seelische Wunden entstehen, welche im Erwachsenenalter weiterhin zu Beeinträchtigungen führen.

    Genetische Veranlagung

    Jeder Mensch hat Angst. Nichtsdestotrotz wird durch Vererbung bereits festgelegt, wie die grundsätzliche Angstbereitschaft eines Menschen beschaffen ist. Dies ist der Grund dafür, dass manche Personen nach erschreckenden Ereignissen ein Trauma entwickeln, während andere dies besser verarbeiten und keine seelischen Schäden davontragen.

    Klaustrophobie Schamgefühl überwinden

    Viele Menschen schämen sich für ihre Phobien. Dabei vergessen sie, dass Angst ein evolutionär bedingter Reflex ist, welcher verhindert, dass wir uns waghalsig verhalten. Es liegt in der Natur einer Phobie, unter irrationaler Angst zu leiden.

    Obwohl den Betroffenen in den meisten Fällen grundsätzlich bewusst ist, dass ihnen keine Gefahr droht, können sie die Angst meist nicht allein abstellen. 

    Jeder Mensch fürchtet sich vor etwas – dies ist völlig normal. Sobald die Furcht jedoch überhandnimmt und dazu führt, dass es im Alltag zu Problemen kommt und ein gewöhnliches Berufs- und Sozialleben nicht mehr möglich ist, ist eine Therapie ratsam.

    Hilfe annehmen ist keine Niederlage sondern ein Sieg

    Auch wenn es viele Personen als Zeichen von Schwäche ansehen, ist es keine Niederlage, sich einzugestehen, dass man etwas allein nicht schafft und Hilfe benötigt. Vielmehr zeugt es von Stärke, sich seinen Problemen zu stellen.

    Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg

    Der Weg zur Besserung mag zwar in manchen Fällen lang sein, aber nach der Behandlung sind Betroffene in der Lage, mit ihrer Angst umzugehen, sodass im Alltag keine Einschränkungen mehr entstehen und ein stressfreies Leben möglich ist. 

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    5 Tipps gegen Klaustrophobie

    Neben allgemeinen Tipps für eine langfristige Besserung, gibt es auch Tipps die in akuten Situationen angewendet werden können. Diese akuten Tipps dienen dazu immer schlimmer werdende Symptome wie eine drohende Panikattacke zu verhindern

    Tipps für akute Notfälle:
    Tipps für eine akute aber auch langfristige Besserung:
    Für Entspannung sorgen:

    Mithilfe von Entspannungstherapien ist es möglich, durch beruhigende Atemtechniken und Ähnliches im Falle von aufsteigender Angst besser mit dieser umgehen zu können. Zudem können Yoga oder progressive Muskelentspannung das Stresslevel senken, welches durch dauerhafte Angstzustände des Öfteren erhöht ist.

    Sport treiben:

    Regelmäßige körperliche Betätigung ist für viele ein wichtiger Ausgleich, um Stress und Angst abzubauen und ein gutes Körper- und Selbstwertgefühl zu erreichen.

    Positiv denken:

    Das Unterbewusstsein kann nicht zwischen Realität und Vorstellung unterscheiden. Betroffene sollten daher versuchen, sich auf die aktuelle Situation zu konzentrieren und Horrorszenarien, die äußerst unwahrscheinlich sind und die Angst nur unnötig schüren, zu vermeiden. Meditation kann dabei helfen negative Gedanken auszublenden und nicht länger als nötig zuzulassen.

    Kommunikation:

    Viele Menschen empfinden es als erleichternd, mit anderen über ihre Sorgen zu reden, statt ihre Gefühle nur mit sich selbst auszumachen. Ein offenes Ohr eines empathischen Freundes oder Familienmitglieds kann für Rückhalt und dadurch für Besserung sorgen.

    Widerstand aufgeben:

    Wichtig ist, die eigene Angst zu akzeptieren. Ständig dagegen anzukämpfen, kann die betroffene Person sehr viel Kraft kosten. Statt davor wegzulaufen, empfiehlt es sich deshalb eher, professionelle Hilfe zu suchen.

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    Behandlung von Klaustrophobie

    Wer befürchtet, unter Klaustrophobie zu leiden, kann sich zunächst an seinen Hausarzt werden. Dieser kann in einem Gespräch feststellen, ob die Sorge begründet ist und den Patienten, wenn nötig an einen Spezialisten überweisen. 

    Bei Verdacht auf eine Angststörung, welche mit Symptomen wie Herzrasen und Schwindel einhergeht, werden zunächst bestimmte Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob die Symptome eine körperliche Ursache haben, beispielsweise eine Herz-Rhythmus-Störung.

    Verschiedene Therapieoptionen

    Wie bei anderen Phobien hilft bei Raumangst eine Konfrontationstherapie. Unter Beaufsichtigung eines Experten werden die Betroffenen dabei mit ihrer größten Angst konfrontiert und erfahren dabei, dass ihnen nichts Schlimmes passiert und es nichts gibt, vor dem sie sich fürchten müssen.

    Dadurch können Personen schrittweise desensibilisiert werden und die Angst verringert sich. Heutzutage wird dies des Öfteren mit Virtual-Reality-Verfahren eingeleitet, bevor die Patienten tatsächlich körperlich ihrer Angst vor dem eingesperrt sein ausgesetzt werden.

    Auch eine kognitive Verhaltenstherapie verspricht bei Raumangst Besserung. Dabei werden die Betroffenen auf bestehende toxische Denk- und Verhaltensmuster hingewiesen und erlernen mithilfe eines Spezialisten gesündere Alternativen, um im Fall von aufkeimender Panik zukünftig besser mit dieser umgehen zu können. 

    Hilfe suchen

    Weil sich Symptome des Öfteren verschlimmern, wenn sie unbehandelt bleiben, ist es ratsam, sich therapeutische Hilfe zu verschaffen.

    Da Personen, die unter Klaustrophobie leiden, der Besuch eines Arztes unter Umständen nicht problemlos möglich ist, da sie sich dort ebenfalls in kleinen und verschlossenen Räumen befinden, kann die Arztsuche und die Behandlung erschwert werden. Eine gute Lösung hierfür sind Online Videosprechstunden mit Ärzten und Psychologen.

    Des Weiteren fürchten sich manche Menschen sehr davor, sich Fremden zu öffnen. Auch hierbei kann das Internet helfen die Schamgefühle aufgrund der Distanz zu überwinden.

    Auch das Vorliegen einer Arztphobie führt dazu, dass Personen sich zu sehr vor Ärzten fürchten, um eine Behandlung in Betracht zu ziehen.

    Bequeme Strategien, um Hilfe zu erhalten:

    Über jameda.de können geeignete Ärzte & Psychologen im Umkreis gesucht werden. Auch Bewertungen zu den Experten können eingesehen werden, die das Vertrauen in die Behandlung durch den ausgewählten Spezialisten vielleicht verstärken können.

    Des Weiteren ist die Kontaktaufnahme mit Psychologen über das Internet, beispielsweise auf Instahelp, möglich. Hierbei ist meist noch am Termin am selben Tag möglich.

    Sich seinen Ängsten zu stellen und einem Fremden zu öffnen, kann sehr beängstigend sein. Die Experten, die im Umgang mit Angststörungen und ihren Patienten geschult sind, werden aber sicherlich ihr Bestes geben, um den Patienten zu einer Besserung ihrer Situation zu verhelfen. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Everything You Should Know About Claustrophobia – Healthline
      2. Claustrophobia: What Is It, Symptoms, Causes & Treatment | my.clevelandclinic.org

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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