Schweißausbrüche

Tipps gegen Schweißausbrüche - Ängste überwinden

Schwitzen ist eine ganz natürliche Körperfunktion und sogar lebensnotwendig. Kommt es allerdings zu Schweißausbrüchen, werden diese mitunter zu einer Belastung.

Übermäßig starkes oder ständiges Schwitzen ist für Betroffene oft sehr unangenehm, viele schämen sich dafür. Da auch Erkrankungen hinter dem Problem stecken können, ist eine ärztliche Abklärung immer ratsam.

Wir klären auf, wie sich Schweißausbrüche äußern, welche Ursachen dafür infrage kommen und was dagegen hilft. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Grundsätzlich ist Schwitzen eine normale Körperfunktion. Schweißausbrüche und übermäßiges Schwitzen sind aber nicht nur unangenehm, sondern können auch das Symptom einer Erkrankung sein. Vor allem plötzliche Schweißausbrüche ohne erkennbare Ursache sollten ärztlich abgeklärt werden.

    Die Ursachen für Schweißausbrüche sind sehr vielfältig. Verantwortlich sind oft Infektionen, aber auch Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, Nervenstörungen, Angststörungen, psychische Erkrankungen oder Krebsleiden.

    Kalt-Warm-Duschen, Kneipp-Güsse über Arme und Beine oder Vollbäder mit Heublumen-, Sole- oder Moorzusätzen sind bei starkem Schwitzen ratsam. Ein altbekanntes Mittel gegen Schwitzen ist außerdem Salbeitee.

    Was ist ein Schweißausbruch?

    Entstehung von einem Schweißausbruch

    Schwitzen sowie gelegentlich auftretende Schweißausbrüche sind durchaus normal. Überall auf unserer Haut befinden sich Schweißdrüsen.

    Die meisten der rund zwei Millionen Drüsen sind auf der Stirn sowie an Händen und Füßen lokalisiert. Schweiß selbst ist leicht sauer. Er besteht vor allem aus Wasser, aber auch aus Ammoniak, Natriumchlorid (Salz) und Harnstoff.

    Schwitzen und auch Schweißausbrüche sind lebensnotwendig. Sie sorgen für die Wärmeregulierung des Körpers. Ist es sehr heiß oder erfolgt starke Bewegung, kühlt der Schweiß den Körper ab und bewahrt ihn vor Überhitzung. Außerdem bildet Schweiß einen Säureschutzmantel auf der Haut, wodurch er vor Krankheitserregern schützt. 

    Als unnatürlich gelten Schwitzen und Schweißausbrüche dann, wenn vom Organismus mehr Schweiß abgesondert wird, als zur Wärmeregulation notwendig ist. Als normal gilt eine Schweißmenge von etwa drei Litern täglich, die vor allem in der Nacht abgegeben wird.

    Die Medizin spricht bei übermäßig starkem Schwitzen von einer Hyperhidrose

    Diese wird in die folgenden Schweregrade eingeteilt:
    Leichte Hyperhidrose (Grad I)

    Bei leichter Hyperhidrose ist die Haut an Achseln, Hand- und Fußflächen durch das Schwitzen deutlich übermäßig feucht. In den Achseln bilden sich an der Kleidung Schweißflecken mit einem Durchmesser von 5 bis 10 Zentimetern.

    Mäßig starke Hyperhidrose (Grad II)

    Auf der Haut an Achseln sowie Hand- und Fußflächen kommt es zur Bildung von Schweißperlen, unter den Achseln entstehen an der Kleidung Schweißflecken mit einem Durchmesser von 10 bis 20 Zentimetern. Das Schwitzen an Händen und Füßen ist auf Handflächen und Fußsohlen begrenzt.

    Starke Hyperhidrose (Grad III)

    Von Achseln, Hand- und Fußflächen tropfen Schweißperlen ab, Schweißflecken auf der Kleidung unter den Achseln erreichen einen Durchmesser von mehr als 20 Zentimetern. Auch an den Seitenrändern von Händen und Füßen sowie an den Finger- und Zehenrücken schwitzen Betroffene.

    Je stärker Schweißausbrüche ausgeprägt sind, umso ausgeprägter ist häufig das Schamgefühl der Betroffenen. Mitunter kommt es zu einem Rückzug oder zu sozialer Ausgrenzung.

    Sie führen ihren Alltag nicht mehr wie gewohnt und suchen mitunter auch ihre Arbeitsstelle nicht mehr ohne Schwierigkeiten auf. Die Lebensqualität kann also durch Schweißausbrüche deutlich gemindert sein.

    Ursachen für Schweißausbrüche

    Für starkes Schwitzen und Schweißausbrüche kommen sehr unterschiedliche Ursachen infrage. Bei erhöhter Körpertemperatur ist beides absolut normal. 

    Auch in folgenden Situationen ist eine vermehrte Schweißproduktion ganz natürlich:

    Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle, zudem leiden übergewichtige Menschen deutlich stärker unter Schweißausbrüchen als Menschen mit Normalgewicht.

    Hinzu kommen folgende mögliche Ursachen:

    Ständiges übermäßiges Schwitzen ist außerdem oft eine Begleiterscheinung von Erkrankungen, die nicht mit Fieber einhergehen. 

    Dazu gehören:

    Tipps gegen Schweißausbrüche

    Was hilft gegen Schweißausbrüche?

    Eine Therapie gegen Schweißausbrüche ist in der Regel nur bei einer Grunderkrankung erforderlich. In allen anderen Fällen sind Selbsthilfemaßnahmen oft ausreichend:

    Bei starkem Schwitzen ist – zusätzlich zur angemessenen Körperpflege – eine desinfizierende Seife ratsam. Zur Verringerung übermäßiger Schweißausbrüche in bestimmten Körperbereichen wie Achseln ist ein Antitranspirant (z. B. als Puder, Creme oder Lösung) sinnvoll.

    Desinfizierende Seifen sowie Deodorants hemmen die Zersetzung von Schweiß durch Bakterien und verhindern so den Schweißgeruch. In einem Antitranspirant befinden sich Aluminiumverbindungen oder Methenamin. Beide Substanzen sorgen für einen Zusammenziehen der Schweißdrüsen und helfen somit gegen starkes Schwitzen.

    Betroffene sollten aber bedenken, dass ein Deo oder Antitranspirant nie die Ursache, sondern lediglich die Wirkung der Schweißbildung bekämpft.

    Salbei wirkt wie ein natürliches Antitranspirant und sorgt dafür, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen. In Form von Tee oder als Tabletten kann es so Schweißausbrüche verringern.

    Bei akuten Schweißausbrüchen können Maßnahmen wie das Eintauchen von Händen und Füßen in lauwarmes Wasser oder das Einreiben mit Franzbranntwein helfen. Zudem werden durch regelmäßige Saunagänge die Schweißdrüsen gestärkt, was langfristig zu einer Reduzierung der Schweißproduktion beiträgt. Auch lauwarme Duschen oder Wechselduschen haben einen ähnlichen Effekt.

    Synthetische Kleidung fördert Schweißausbrüche. Besser ist Kleidung aus Stoffen mit atmungsaktiven Naturfasern.

    Auch bei Schuhen ist Vorsicht geboten: Schuhe mit einer Sohle aus Gummi, Holz oder Kunststoff sollten besser gemieden werden, Sandalen oder Lederschuhe erweisen sich als optimal.

    Wer vor allem in der Nacht stark schwitzt, kann dem mit einem leichteren Schlafanzug oder noch weniger entgegenwirken. Auch eine kühle Zimmertemperatur von 17-19° ist gegen Schweißausbrüche in der Nacht äußerst nützlich.

    Eine angepasste Ernährung kann Schweißausbrüchen entgegenwirken. Scharfe Speisen, Kaffee und Alkohol fördern Schwitzen und gehören deshalb nicht auf den Speiseplan.

    Allerdings sollte niemals die Trinkmenge verringert werden – vor allem nicht aus Angst, noch mehr zu schwitzen. Wer stark schwitzt muss unbedingt die verlorengegangene Flüssigkeit ersetzen. Wasser und Tee sind in diesem Fall ratsam.

    Tatsächlich können auch Entspannungstechniken bei Schweißausbrüchen aufgrund von Nervosität helfen. Denn wer aufgrund von Nervosität, Stress oder Angst unter Schweißausbrüchen leidet, kann Entspannungstechniken (z. B. autogenes Training) anwenden, um das exzessives Schwitzen unter Kontrolle zu bekommen.

    Arztbesuch bei Schweißausbrüchen

    Wann zum Arzt bei Schweißausbrüchen?

    Nicht immer haben Schweißausbrüche Krankheitswert. So ist ein plötzlicher Schweißausbruch noch kein Grund zur Sorge. Vor allem nicht, wenn er in einer bestimmten Situation (z. B. bei körperlicher Anstrengung, bei Nervosität oder Stress) auftritt.

    Aus medizinischer Sicht sind Schweißausbrüche in den seltensten Fällen problematisch und treten bei jedem Menschen einmal auf. Interessant sind vor allem auch die Begleiterscheinungen eines Schweißausbruchs. Wer sich gleichzeitig schwach, zittrig oder krank fühlt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

    Was macht der Arzt bei Schweißausbrüchen?

    Übermäßiges Schwitzen lässt sich sowohl konservativ als auch operativ behandeln. Welche Therapie infrage kommt, hängt von den konkreten Problemen des Betroffenen und dem Ausmaß des Schwitzens ab.

    Die konservative Therapie umfasst folgende Möglichkeiten:
    Im Rahmen einer operativen Therapie kommen folgende Möglichkeiten zum Einsatz:

    Sofern eine bestimmte Erkrankung wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion oder Parkinson für das übermäßige Schwitzen verantwortlich ist, sollte immer die Grunderkrankung ausreichend behandelt werden. In der Regel bessern sich die Beschwerden bei optimaler Therapie.

    Frauen in den Wechseljahren, die unter starken Schweißausbrüchen leiden, sollten ihren Gynäkologen aufsuchen.

    Schweißausbrüche bei Phobien?

    Liegt den plötzlich auftretenden Schweißausbrüchen eine Panik- oder Angstsituation zugrunde, ist nicht zwingend ein Arztbesuch erforderlich.

    Sofern Betroffene aber unter wiederkehrenden Panikattacken leiden, ist psychologische Hilfe sinnvoll.

    Entscheidend ist hier, wie stark die Lebensqualität eingeschränkt wird. In seltenen Fällen führen unbehandelte Schweißausbrüche auch zu psychischen Problemen wie Depressionen, da der Alltag der Betroffenen erschwert ist und eine innerliche Anspannung entsteht. Auch hier ist psychologische Hilfe ratsam.

    Hilfe bei Schweißausbrüchen

    Hilfe finden bei ständigen Schweißausbrüchen

    Ist die Schweißproduktion über einen längeren Zeitraum höher als normal, kann dies schnell zur Belastung für Betroffene werden. Aus falscher Scham gehen die wenigsten zum Arzt, einige ziehen sich sogar weitgehend zurück.

    Doch das muss nicht sein. Trauen Sie sich nicht zu einem Arzt vor Ort zu gehen oder fehlt Ihnen dazu die Zeit, können Sie den Therapueten auch nach einer Online Therapie fragen.

    Psychologische Hilfe bei ständigen Schweißausbrüchen:
    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Online Videosprechstunde bei Schweißausbrüchen:

    Alternativ können Sie auch ganz bequem eine Online-Sprechstunde in Anspruch nehmen und dort Ihre Probleme und Sorgen mit einem erfahrenen Mediziner besprechen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Anxiety and Sweating: Why Does it Happen (and How to Stop!) – psychcentral.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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