Karzinophobie

Angst vor Krebs

Die Angst vor Krebs ist weit verbreitet, nicht verwunderlich, schließlich ist Krebs eine sehr bedrohliche Erkrankung. Wichtig ist aber, sich nicht von der Angst dominieren zu lassen. Hier erfahren Sie, was es mit einer Karzinophobie auf sich hat und wie Betroffene besser damit umgehen können. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Unter einer Karzinophobie versteht man die Angst, an Krebs zu erkranken. Die sogenannte Krebsangst gilt als eine Form der somatoformen Störung – dies bedeutet, es liegen Beschwerden und Ängste vor, die nicht auf körperliche, sondern psychische Ursachen zurückzuführen sind. 

    Oft recherchieren Betroffene sehr viel über die Krankheit und Symptome. Zudem führen sie körperliche Beschwerden auf eine Krebserkrankung zurück oder entwickeln psychosomatische Symptome – das bedeutet, die Angst vor den Symptomen und die dauerhafte Beschäftigung damit lösen körperliche Beschwerden aus. Durch die ständige Angst erleiden Betroffene oft Panikattacken, Depressionen und leben in sozialer Isolation.

    Krebsangst kann vor allem durch Gesprächstherapie oder auch das Erlernen von Entspannungsmaßnahmen wie Yoga und Meditation gelindert werden. Wichtig ist, den Patienten ein besseres Körpergefühl und mehr Selbstvertrauen zu vermitteln und ihnen zu verdeutlichen, dass ihre Beschwerden psychisch bedingt sind.

    Angst vor Krebs erklärt

    Die Karzinophobie wird oft als Krebsangst oder Kanzerophobie bezeichnet. Sie gilt als somatoforme Störung. Im eigentlichen Sinne ist sie keine Phobie, sondern eine Form der Hypochondrie. Die betroffenen Personen leiden dabei unter ständiger Angst, an Krebs zu erkranken oder bereits daran erkrankt zu sein.

    In vielen Fällen werden Beschwerden auf falsche Ursachen zurückgeführt. Gleichzeitig kann das intensive Ausschauhalten nach typischen Beschwerden die Angst schüren und sogar passende Beschwerden auslösen – Körper und Psyche greifen schließlich ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Somit liegen bei der Phobie Beschwerden vor, die nicht auf Krebs, sondern auf andere Krankheiten zurückzuführen sind oder nur durch die Angst vor Krebs ausgelöst werden. 

    Ein typisches Charakteristikum dieser somatoformen Störung zeigt sich darin, dass die Patienten sich weigern, ihren behandelnden Ärzten zu glauben, dass die Beschwerden nicht auf Krebs zurückzuführen sind, sondern auf andere körperliche Ursachen – oder in manchen Fällen psychische Ursachen haben. 

    Woher kommt die Angst vor Krebs?

    Krebs ist eine sehr häufige Todesursache. Aufgrund der vielen verschiedenen Krebserkrankungen gibt es diverse Symptome, die auf Krebs hinweisen können. Durch die Vielfältigkeit der Krankheit ist niemand davor sicher, sie kann sowohl Kinder als auch Erwachsene treffen.

    Sicherlich kennt so gut wie jeder mindestens eine Person, die an Krebs erkrankt oder daran gestorben ist. Oft werden Krebserkrankungen zufällig gefunden, in manchen Fällen leider in einem sehr späten Stadium. All dies sind Faktoren, die viele Menschen verängstigen.

    Auch der Fakt, dass Krebs verschiedene Körperteile betreffen kann und teilweise bis in späte Stadien symptomlos fortschreitet, beunruhigt viele Menschen.

    Geringe Heilungschancen verstärken die Ängste

    Leider gibt es bis heute kein allheilendes Medikament gegen Krebs. Natürlich gibt es Chemotherapien und andere Behandlungsmethoden, die in sehr vielen Fällen wirksam sind, aber etwas, das Krebserkrankungen verhindert oder mit einer hohen Erfolgsquote heilt, gibt es bisher leider nicht. Diese Aussichtslosigkeit verstärkt die Angst vor dem Krebs.

    Dass Menschen, in deren Familie bereits jemand an Krebs erkrankt sind, ebenfalls in Sorge vor der Krankheit leben, ist absolut nachvollziehbar. In solchen Fällen ist die Angst begründet und alles andere als irrational, da genetische Faktoren eine Krebserkrankung vererben oder begünstigen können.

    Des Weiteren schüren die Medien die Angst vor der Krankheit. Durch Dokumentationen zu schweren Einzelschicksalen, Filmen, die Krebskranke begleiten oder Ähnliches fühlen sich viele Betroffene in ihrer Angst bestätigt. Auch wenn es nicht immer die Absicht der Medien ist, so können häufige Berichterstattungen das Bild beeinflussen. 

    Wie zeigt sich die Karzinophobie

    Krebsangst kann das Leben der Betroffenen erheblich lähmen. Viele Personen, die unter einer Karzinophobie leiden, durchleben Panikattacken, mit denen Herzrasen und Todesangst einhergehen können, Depressionen oder soziale Isolation, weil sie sich von ihrem Umfeld unverstanden fühlen.

    Zudem befinden sich Personen mit Krebsangst auf einer dauerhaften Suche nach bedrohlichen Symptomen, die auf Krebs hinweisen könnten, oder gehen bei jeder Art von Beschwerde sofort davon aus, dass die Krankheit nun bei ihnen vorliegt, was zu einem permanent hohen Stress- und Angstlevel führt. 

    Bei Betroffenen, die sich keine Hilfe suchen, besteht die Gefahr, dass die Krebsangst chronisch wird und das Leben der Personen dauerhaft einschränkt und erschwert.

    Eine therapeutische Behandlung ist daher ratsam. Mithilfe eines Experten können die Ursachen der Angst erörtert und Entspannungstechniken eingeübt werden, die Panikattacken vermindern und somit den Stresspegel der betroffenen Personen senken. 

    Mit Vorsorge Ängste reduzieren

    Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind sehr wichtig. Sie bieten die Möglichkeit, Krebs in einem frühen Stadium zu diagnostizieren und erhöhen dadurch die Chancen auf eine Heilung. Je nach Alter und Geschlecht fallen verschiedene Vorsorgeuntersuchungen an.

    Bei Frauen werden folgende Untersuchungen empfohlen:
    Empfohlene Untersuchungen bei Männern:

    Manche Risikofaktoren sind genetisch vorprogrammiert, weshalb die betroffene Person keinen Einfluss darauf nehmen kann. Ein Beispiel dafür sind Vorerkrankungen und erhöhtes Risiko durch Vererbung bestimmter genetischer Bauteile, wenn direkte Verwandte selbst an Krebs erkrankten.

    Viele weitere Faktoren können aber beeinflusst werden. Ein gesunder Lebensstil ohne Nikotinkonsum, wenig Alkohol und regelmäßige sportliche Betätigung können die Krebsgefahr möglichst niedrig halten. 

    Vosorgeuntersuchungen einhalten

    Wer regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, seinen Körper im Blick behält, ohne ständig und beharrlich nach Symptomen zu suchen, und die vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen auslässt, tut demnach alles Mögliche, um die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung auf das Niedrigmöglichste zu senken – alles Weitere liegt leider außerhalb des eigenen Einflusses.

    Leider hilft diese Erkenntnis nicht jedem, seine Angst in einem normalen und gesunden Rahmen zu halten. Manche Personen werden dennoch in ihrem alltäglichen Leben durch Krebsangst stark eingeschränkt. Betroffene, auf die dies zutrifft, sollten über eine psychologische oder psychiatrische Behandlung nachdenken.

    Durch Gespräche mit Experten können alternative Denk- und Handlungsmuster sowie Entspannungstechniken eingeübt werden, die die Angst verringern und langfristig sogar ein angstfreies Leben ermöglichen. 

    Gewisse Ängste sind normal

    Fakt ist: Das Risiko, an Krebs zu erkranken, existiert und steigt mit dem Alter.

    Natürlich hört man immer wieder von tragischen Fällen, in denen junge Menschen unheilbar erkranken Wichtig ist vor allem, ein Bewusstsein für die Krankheit zu entwickeln.

    Dazu gehört, die vermeidbaren Verursacher im Blick zu haben und weitestgehend zu umgehen und regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

    Sich im jungen Alter dauerhaft um Krebs zu sorgen, erzeugt unnötigen Stress und verhindert, dass man das Leben genießen kann.

    Zudem sind die Überlebenschancen bei den meisten Krebsarten während der vergangenen Jahrzehnte durch neue technische Errungenschaften und wissenschaftliche Erkenntnisse um ein Vielfaches angestiegen. 

    Vermeidung der Vorsorge verstärkt die Krebsangst

    Viele Personen, die unter Krebsangst leiden, deuten auftretende körperliche Beschwerden als Anzeichen für eine Krebserkrankung.

    Leider fürchten sie sich vor der Diagnose so sehr, dass sie sich nicht trauen, zu einem Arzt zu gehen und sich untersuchen zu lassen. Dies wäre aber sehr wichtig, damit ein Arzt ihnen bestätigen kann, dass ihre Angst unbegründet ist und ihre Beschwerden entweder psychosomatisch sind oder andere körperliche Ursachen vorliegen.

    Besonders wichtig ist, den richtigen Schluss aus der eigenen Krebsangst zu ziehen: regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen und ein möglichst gesundes Leben zu führen. Wer dies einhält, kann sich getrost sagen, dass er oder sie alles denkbar Mögliche beachtet, um eine Krebserkrankung zu verhindern. 

    Wenn Ihnen dennoch Ihre Angst vor Krebs ein normales und stressfreies Leben unmöglich macht, ist eine therapeutische Behandlung ratsam.

    Auch der Besuch von Selbsthilfegruppen kann helfen, mit der Angst besser umzugehen. Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und zu realisieren, dass man mit seiner Angst nicht allein dasteht, ist für die meisten Personen sehr beruhigend und der erste Schritt zur Einsicht und Behandlung der Angst. 

    Angst vor Krebs überwinden

    Sobald durch eine Untersuchung festgestellt wurde, dass keine Krankheiten vorliegen, die die Angst und Symptome auslösen, wird der Patient meistens von dem Arzt, zu einem Psychiater oder Psychologen überwiesen.

    Dieser stellt in einem persönlichen Gespräch die Diagnose einer Karzinophobie und ermittelt die richtige Therapie. Die Behandlung einer Krebsangst hängt von der betroffenen Person ab. Manchen hilft es bereits, mit einer verständnisvollen Person über ihre Ängste zu sprechen – dies kann ein guter Freund sein, ein Familienmitglied oder ein Experte in einer professionellen Beratungsstelle. Bei manchen Betroffenen wird auch eine psychologische oder psychiatrische Behandlung angeordnet.

    In den meisten Fällen ist bereits eine Gesprächstherapie wirksam. Dabei werden die Ursachen der Angst mit einem Spezialisten erörtert und tiefliegende oder unterdrückte innere Konflikte und Ängste aufgearbeitet.

    Wichtig ist auch, den Patienten zu verdeutlichen, dass ihre Probleme psychisch bedingt sind und keine körperlichen Ursachen für die Beschwerden vorliegen. Coachings können zudem helfen, den betroffenen Personen ein besseres Körpergefühl und mehr Selbstvertrauen zu vermitteln, wodurch ebenfalls eine Besserung der Angst eintritt. 

    Ja. Eine therapeutische Behandlung kann auch Entspannungsübungen wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditation oder Yoga umfassen. Das Ziel dabei ist es, das Stresslevel zu senken.

    Ja. Unter Umständen kann auch Hypnose dabei helfen, unterdrückte Ängste und Probleme zu offenbaren und aufzuarbeiten. 

    Angst vor der Therapie überwinden

    Ein Teufelskreis: Viele Betroffene haben auch vor der Therapie selbst Angst.

    Personen, bei denen dies der Fall ist, hilft es vielleicht, dass ein Leben ohne Ängste sehr viel einfacher und erträglicher ist. Denken Sie zudem daran, dass die Experten täglich mit Leuten, die unter den gleichen oder ähnlichen Problemen leiden, zu tun haben.

    Viele Menschen beruhigt es außerdem, sich daran zu erinnern, dass für Therapeuten und Ärzte die ärztliche Schweigepflicht gilt.

    Oftmals empfinden Betroffene es als sehr entspannend, jemandem ihre Ängste mitzuteilen, der Verständnis dafür aufbringt und gemeinsam mit der betroffenen Person eine Lösung entwickelt. Es ist sehr lohnend, die Angst vor dem Arztbesuch und einer Therapie zu überwinden und wieder ein geregeltes und stressfreies Leben führen zu können. 

    Hilfe suchen und annehmen

    Grundsätzlich gilt: Angst ist etwas Positives. Sie ist ein evolutionär bedingter Reflex und schützt uns vor waghalsigem Handeln und bedrohlichen Situationen.

    Wenn die Angst jedoch den Alltag bestimmt oder unbegründet ist, kann sie zu Problemen führen. In extremen Fällen, in denen die Betroffenen unter starken Depressionen und Panikattacken leiden, die ihr Leben beeinträchtigen, ist eine Therapie ratsam, da die Angst andernfalls chronisch wird. Menschen, die unter einer Karzinophobie leiden, brauchen sich nicht zu schämen – dies geht vielen Menschen so. 

    Manchen Betroffenen hilft der Besuch von Selbsthilfegruppen oder gleichgesinnten im Internet weiter. Vielen Menschen gefällt es, sich zunächst mit anderen Betroffenen auszutauschen und somit die Erfahrung zu machen, dass sie mit ihren Problemen und Ängsten nicht allein sind.

    Wer sich aufgrund einer Arztphobie nicht traut, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen, kann sich über das Internet Hilfe suchen und an Online-Coachings oder einer telefonischen Beratung teilnehmen. Bekannt hierfür ist die Plattform Instahelp, welche Psychologen für ein Gespräch über das Handy oder am Computer zur Verfügung stellt. Dabei können Patienten vollkommen Anonym bleiben und müssen die Beratung nicht über die Krankenkasse abrechnen. 

    Auf jameda.de können Sie außerdem selbstständig Ärzte in Ihrer Umgebung finden und Erfahrungsberichte lesen. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Krebsvorsorge (Krebsfrüherkennung, Krebs-Check-Up) – leading-medicine-guide.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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