Kontrollverlust

Angst vor Kontrollverlust überwinden - Tipps und Aufklärung

Die Angst vor Kontrollverlust kann sich auf verschiedene Bereiche beziehen: die Angst vor dem körperlichen und geistigen Kontrollverlust oder die Angst vor dem Verlust der Kontrolle über die eigenen Lebensumstände.

In extremen Fällen kann die Angst vor Kontrollverlust zu Depressionen, chronischem Stress und dauerhaften Panikattacken führen. Wir berichten über bekannte Auslöser und Symptome der Kontrollverlustangst. Außerdem geben wir Tipps und erklären welche Behandlungsmethoden in extremen Fällen helfen können. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Betroffene fürchten sich davor, die Kontrolle über den eigenen Körper und Geist oder das eigene Leben zu verlieren. Besonders in unserer westlichen Welt ist dieses Phänomen weit verbreitet. 

    Kontrolle und Planung sind für viele Menschen ein entscheidender Faktor, um mit ihrem Leben umzugehen und sich sicher zu fühlen. Die Angst vor dem Verlust des Kontrollgefühls über das Leben und den eigenen Körper führt in vielen Fällen zu einem Gefühl der Ohnmacht, was weitreichende psychische und soziale Konsequenzen haben kann – beispielsweise Panikattacken, Depressionen oder sozialer Rückzug.

    Mithilfe einer Gesprächstherapie können tiefliegende Konflikte und Ängste aufgearbeitet werden. Durch Entspannungstherapien ist es möglich, Stress abzubauen. Dabei kann auch körperliche Betätigung helfen. Des Weiteren können mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie bestehende Denk- und Verhaltensmuster umprogrammiert werden, sodass die Betroffenen zukünftig besser mit ihrer Angst umgehen können. 

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    Verhalten bei Kontrollverlustangst

    Die Angst vor Kontrollverlust ist eine häufige Angststörung. Auch wenn es hierfür keine eigenständige Phobie gibt, leiden viele Menschen unter der Angst davor nicht die Kontrolle behalten zu können. Viele Menschen leiden unter der Furcht, die Kontrolle über die eigenen Lebensumstände zu verlieren.

    Besonders in der heutigen Zeit ist ein Gefühl der Ohnmacht in der westlichen Welt sehr verbreitet. Gesundheitliche Krisen, drohende Eskalationen von politischen Konflikten und weltweite Naturkatastrophen sind permanent in den Medien präsent und bedrohen unsere Normalität. Häufig geht die Angst vor Kontrollverlust mit einer Existenzangst einher. 

    Derartige Aspekte, auf die wir keinen Einfluss nehmen können, gefährden unsere Lebensplanung und können unseren Alltag jederzeit durcheinanderbringen. Für viele Personen ist der Gedanke daran verständlicherweise sehr beängstigend. 

    Körperliche Symptome bei Kontrollverlust

    Die Angst, die Kontrolle über den eigenen Körper oder auch Geist zu verlieren, kennen vor allem diejenigen Menschen, die schon einmal eine Panikattacke erlitten haben.

    Oft kommt es durch die Angst vor der Angst zu einem Angstkreislauf, welcher ohne Hilfe nur schwer zu durchbrechen ist. Auch durch das Eintreten von Angstsymptomen kann sich die Angst davor, den eigenen Körper nicht mehr unter Kontrolle haben, noch weiter verstärken und zu einer Panikattacke führen. 

    Typische Angstsymptome, die in einem solchen Fall eintreten, sind beispielsweise:

    Folgen der Kontrollverlustangst

    In einzelnen Fällen kann die Angst vor dem drohenden Kontrollverlust dazu führen, dass Betroffene zu extremen Mitteln greifen, um die Kontrolllosigkeit abzuwenden.

    Bekannte Folgen bei ständiger Angst vor Kontrollverlust:

    Ein Beispiel für typisches Verhalten ist das Auswirken von Macht über andere. Da Kontrolllosigkeit sich oftmals in dem Gefühl von Ohnmacht widerspiegelt, kann das Ausüben von Macht anderen Menschen in unserem Umfeld gegenüber als Kompensation dienen.

    In Extremfällen kann dies auch zu Gewaltausbrüchen führen. Vielfach führt die dauerhafte Angst zu einem gesteigerten Stresspegel und zu Panikattacken.

    Auch Depressionen und dauerhafte Angstzustände können die Folge sein, wodurch das Sozial- und Berufsleben beeinträchtigt wird.

    Da durch chronischen Stress das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt, ist eine therapeutische Behandlung ratsam, um Bewältigungsstrategien zu erlernen und gesundheitliche Beeinträchtigungen zu eliminieren. 

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    Auslöser einer Kontrollverlustangst

    Häufige bekannte Auslöser:

    Die Angst vor körperlichem und seelischem Kontrollverlust ist in vielen Fällen ein Symptom einer generellen Angststörung.

    Beispielsweise bei einer Agoraphobie, der Angst vor Situationen und Orten, an denen eine Flucht nur schwer möglich ist, sind die Angst vor dem Kontrollverlust und das Gefühl der Hilflosigkeit entscheidende Faktoren, welche große Furcht auslösen.

    Aber auch bei vielen weiteren Phobien und Angststörungen, beispielsweise der Angst vor Albträumen oder dem Schlafwandeln, geht die Angst vor dem physischen und mentalen Kontrollverlust einher. 

    Verschiedene Lebensbereiche können betroffen sein

    Die Angst vor dem Kontrollverlust kann sich auch auf Abhängigkeiten beziehen. Ein Beispiel besteht in der Furcht davor, die Kontrolle über den Alkoholkonsum zu verlieren und alkoholsüchtig zu werden. Auch in Bezug auf Glücksspiel oder andere Lebensbereiche kann die Angst entstehen, das eigene Verhalten nicht mehr kontrollieren zu können.

    Vor allem bei Panikattacken fürchten sich die Betroffenen, die Kontrolle über den Körper und Geist zu verlieren, da die enorme Angst jegliches rationales Denken und Handeln unmöglich macht.

    In Bezug auf Kontrolle über das eigene Leben sind vor allem sehr hohe Ansprüche an sich selbst die Ursache für die Angst vor dem Kontrollverlust.

    Auch für Personen, die Schwierigkeiten im Umgang mit Misserfolgen haben, ist Kontrolle über das eigene Leben ein wichtiger Faktor.

    Oftmals werden derartige Verhaltensweisen durch strenges elterliches Verhalten verursacht oder anderweitige prägende Erlebnisse in der Kindheit, wodurch derartige Denk- und Handlungsmuster tief in unserer Psyche verwurzelt sind. 

    Angst vor Kontrollverlust ist normal

    Das Bedürfnis, sein Leben zu planen und strukturieren zu wollen, kennen sicherlich viele Menschen.

    Den Überblick und die Oberhand über den Alltag und die eigenen Entscheidungen und auch Handlungen zu haben, ist für jeden Menschen wichtig. Allerdings passieren im Leben immer Dinge, die wir nicht planen können.

    Äußere Einflüsse und plötzliche Geschehnisse sorgen regelmäßig für Einflüsse auf unser Leben, die wir nicht vorhersehen können. Die Idee der absoluten Kontrolle ist deshalb illusorisch – Planungen können nur bis zu einem gewissen Grad für Ordnung und Struktur in unserem alltäglichen Leben sorgen.

    Der richtige Fokus

    Betroffenen macht oft der Gedanke an die Zukunft und drohende Veränderungen Angst. Wichtig ist dabei, sich auf die Gegenwart zu fokussieren und zu überlegen, was man gerade jetzt ändern kann, um mit seinem Leben und seiner Situation zufriedener zu sein – denn auf die Zukunft haben wir nur bedingt Einfluss.

    Eine weitere Sache, auf die wir keinen Einfluss nehmen können, sind unsere Gedanken. Der Versuch, sich aktiv davon abzuhalten, an etwas Bestimmtes zu denken, endet nämlich bekannterweise stets mit dem Gegenteil.

    Auch Gefühlskontrolle ist nur bedingt möglich, denn es gibt schließlich keinen inneren Schalter, um Traurigkeit oder Wut abzustellen.

    Was wir allerdings kontrollieren können, ist unser eigenes Verhalten. Durch dieses können wir indirekt Einfluss auf eigene Gefühle und Gedanken sowie Ereignisse und andere Menschen nehmen.

    Personen, denen die Angst vor Kontrollverlust sehr zu schaffen macht, können sich professionelle Hilfe holen oder einige Selbsthilfetipps ausprobieren. 

    Tipps bei Angst vor Kontrollverlust

    Sportliche Betätigung

    Um Stress zu bewältigen und das Gedankenkarussell zum Stoppen zu zwingen, ist eine sportliche Betätigung eine sinnvolle Methode. Durch die körperliche Auslastung finden Betroffene zu einem besseren Körpergefühl, was ebenfalls das Gefühl der Stärke und Kontrolle über das eigene Leben unterstützt.

    Überforderung erkennen

    Wenn sich Zeichen von Überforderung zeigen, ist es ratsam, auf den eigenen Körper zu hören und das Arbeitspensum und die eigenen Ziele etwas nach unten zu korrigieren. Dadurch ist es möglich, das eigene Stresslevel zu senken.

    Entspannung üben

    Entspannungstechniken können zu einer positiveren Denkweise führen. Außerdem ermöglichen sie das Erlernen von Atemtechniken und anderen Strategien, um aufkommende Panik besser bewältigen zu können.

    Therapie und Hilfe

    Hilfe kann sich lohnen

    Der Gedanke an eine Therapie mag zunächst beängstigend erscheinen. Es hilft den Betroffenen aber vielleicht, daran zu denken, dass die Ärzte im Umgang mit Patienten und individuellen Problemen geschult sind und mit ihnen gemeinsam eine Lösung erarbeiten können, wodurch ein stressfreies Leben wieder möglich wird.

    Verschiedene therapeutische Maßnahmen können die Angst vor Kontrollverlust lindern. Eine Möglichkeit besteht in einer Gesprächstherapie, bei welcher mithilfe eines Spezialisten unterdrückte Ängste oder Konflikte ergründet und aufgearbeitet werden.

    Des Weiteren kann eine kognitive Verhaltenstherapie dabei helfen, bestehende problematische Denk- und Verhaltensmuster aufzuzeigen und durch gesündere Alternativen zu ersetzen, sodass die Betroffenen aufkommende Ängste zukünftig besser bewältigen können. Dabei spielt auch die Umprogrammierung von betroffenen Hirnarealen eine Rolle, wodurch eine langfristige Besserung erzielt werden kann. 

    Des Weiteren können Entspannungstherapien wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung dabei helfen, durch richtige Atemtechniken und ermunternde Mantras Angst zu verringern. 

    Bei starker Angst Hilfe suchen

    Ein chronisch hoher Stresspegel und dauerhafte Angstzustände sind sehr belastend für die Betroffenen. Es ist deshalb ratsam, sich bei extremen Angstzuständen Hilfe zu suchen, damit Bewältigungsstrategien erlernt werden können. Allerdings fällt es vielen Menschen schwer, einen Arzt aufzusuchen, denn manche öffnen sich nur ungern fremden Personen.

    Auch eine Arztphobie kann dazu führen, dass Betroffene zu viel Angst vor Fachärzten oder Psychologen haben und den Arztbesuch infolgedessen aufschieben. Symptome verschlimmern sich aber meist nur, wenn sie nicht behandelt werden.

    Bekannte Hilfsmöglichkeiten:

    Über Jameda können Ärzte und Psychologen in der Umgebung gefunden werden. Auf Instahelp können Psychologen auch über das Internet konsultiert und für eine Beratung gebucht werden. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Ohnmacht – Über das Gefühl, das Leben nicht im Griff zu haben | de.in-mind.org

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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