Existenzängste

Tipps gegen starke Existenzängste

Meist wird mit einer Existenzangst der berufliche und finanzielle Erfolg assoziiert. Doch eigentlich können Existenzängste viele Lebensbereiche betreffen. 

Existenzängste betroffen alles was eine Bedrohung für die eigene Existenz darstellt: Angst vor dem Jobverlust, vor Krankheiten oder vor Kriminalität. Weitere Rahmenbedingungen können die Angst um die eigene Existenz und allgemeine Zukunftssorgen verstärken.

Starke Existenzängste können die Psyche belasten und zu Depressionen führen. Selbsthilfemaßnahmen und Therapien helfen dabei, den Umgang mit der eigenen Angst zu erlernen. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Darunter versteht man die Angst, im Leben zu scheitern oder den Sinn des Lebens zu verfehlen. Auch die Angst die Existenzgrundlagen wie beispielsweise den Job oder das Haus zu verlieren, wird damit bezeichnet. Die Existenzangst wird ebenfalls als Lebens- oder Daseinsangst bezeichnet. 

    In gemäßigter Form bewirken die Ängste, dass der Gedanke an die eigene Zukunft den Betroffenen „Bauchschmerzen“ bereitet. Betroffene verfallen in eine schlechte Stimmung und leiden mental unter den Ängsten der Zukunft. Existenzängste können in extremer Form die Betroffenen auch in eine regelrechte Schockstarre fallen lassen. Dauerhafter Stress, Panikattacken oder chronische Depressionen können die Folge sein. 

    Eine kognitive Verhaltenstherapie kann die Ursachen und Auslöser der Angst ermitteln und alternative Denk- und Verhaltensmuster einüben, sodass die Personen die Bewältigung ihrer Angst erlernen. Des Weiteren helfen Entspannungsmaßnahmen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung mit einem erhöhten Stresspegel besser umgehen zu können. 

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    Was sind Existenzängste?

    Wie der Name schon sagt, kann die Angst alles betreffen, was die eigene Existenz gefährden könnte. Darunter kann beispielsweise die Angst vor dem Wegfall der beruflichen Existenz verstanden werden und die damit einhergehende Angst davor, sich selbst oder die eigene Familie nicht mehr versorgen zu können. Der berufliche Aspekt einer Existenzangst ist dabei sogar der am häufigsten genutzte. 

    Existenzängste können betreffen:
    Angst vor zu wenig Sicherheit?

    Auch Sicherheit ist ein wichtiger Faktor bei der Existenzangst. Wer sich nicht sicher im eigenen Haus oder der Nachbarschaft fühlt, beispielsweise durch steigende Einbruchszahlen oder andere Formen von Kriminalität, kann Existenzängste entwickeln.

    Angst vor Krankheiten welche die Existenz gefährden?

    Existenzängste können auch die eigene Gesundheit betreffen und als Angst vor Krankheiten auftreten. Bekannt hierfür ist z.B. die Angst vor Krebs.

    Womöglich wird eine solche Angst durch eine Erkrankung im Freundeskreis oder familiären Umfeld ausgelöst oder verstärkt

    Gut zu wissen

    Experten zufolge sind oft eher Frauen von Zukunftsängsten betroffen – dies mag auch daran liegen, dass Frauen ihre Sorgen und Ängste offener mitteilen als Männer. Des Weiteren wurde festgestellt, dass die Sorgen im Alter oftmals abnehmen. Auch wenn viele Ängste die Situation im späteren Leben betreffen, sind dies vor allem Gedanken, die sich junge Leute machen. Im Alter steigt durch mehr Lebenserfahrung auch die Gelassenheit.

    Ausmaße einer Existenzangst

    Existenzängste können unterschiedliche Dimensionen annehmen. Während manche nur leichtes Magengrummeln verspüren, während sie über ihre Zukunft nachdenken, fühlen sich andere Betroffene regelrecht gelähmt durch ihre Angstzustände und verfallen in eine Art Schockstarre.

    Extreme Existenzangst kann die Psyche belasten und zu Depressionen führen. Tipps und Therapien können dabei helfen, den Umgang mit der Angst vor dem Existenzverlust zu erlernen. Wer besser mit den Ängsten umgehen kann, verspürt im Idealfall keine oder nur noch sehr geringe Beeinträchtigungen

    Existenzängste können:

    Auslöser von Existenzängsten

    Existenzängste können durch viele unterschiedliche Faktoren hervorgerufen werden. Oftmals verschmelzen mehrere Faktoren miteinander.

    Häufige Auslöser + Verstärker für Existenzängste:

    In der heutigen Zeit sind wir immerwährenden Diskussionen um Problemthemen ausgesetzt und durch die Allgegenwärtigkeit der (sozialen) Medien ist es kaum möglich, die Konfrontation mit angsteinflößenden Themen zu meiden.

    Auch größere internationale Themen wie Klimawandel, Terroranschläge oder drohende Eskalationen bei politischen Konflikten können dafür sorgen, dass die eigene Zukunft ungewiss wird und wir uns um unser Leben sorgen.

    Natürlich kann ebenfalls eine Angststörung vorliegen, welche vielfältige Ängste und Sorgen auslöst. 

    Existenzängste durch Covid & Politik?

    Bei vielen Menschen verschlimmerte die Covid-19-Situation die individuellen Ängste.

    Die Wirtschaft leidet seit einigen Jahren unter den Einschränkungen und Auswirkungen der Lockdowns. Ständig neue Gesetze sorgen für ein Auf und Ab in Wirtschaft. 

    Umsatzeinbrüche sorgen für eine teils prekäre Lage auf dem Arbeitsmarkt, welche bei etlichen Personen berechtigterweise zu Beunruhigung führt und Angst vor einem Jobverlust und dem Einkommen auslöst.

    Auch die Sorge um die eigene Gesundheit wird durch willkürlich umhergreifende Virusinfektionen und Debatten über Impfauswirkungen beflügelt. Doch auch Ängste um die Zukunft durch einen Impfzwang und einer zu großen Kontrollmacht können zu Existenzängsten beitragen. 

    Existenzängste nicht unterdrücken

    Viele Menschen geben nicht gern zu, dass sie sich vor etwas fürchten. Dabei ist Furcht ein evolutionär bedingter Instinkt, welcher uns vor waghalsigem und unbedachtem Verhalten schützen und Gefahren leichter erkennen lassen soll. Jeder Mensch fürchtet sich gelegentlich – dies ist vollkommen normal.

    Wichtig ist aber, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass wir auf unsere Zukunft nur bedingt Einfluss nehmen können.

    Etliche Faktoren wie politische Konflikte oder das Pandemiegeschehen können wir selbst nicht beeinflussen. Von daher darf man nicht anfangen, vor lauter Angst vor der Zukunft das heutige Leben zu vernachlässigen.

    Wenn die Ängste überhand nehmen und die Psyche oder das Alltagsleben beeinträchtigen, ist es ratsam, über helfende Maßnahmen oder in Extremfällen über eine Behandlung nachzudenken. 

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    Tipps gegen Existenzängste

    Tipps für einen besseren Umgang mit Existenzängsten:

    Ein wichtiger Faktor bei existenziellen Ängsten ist ein gutes soziales Netzwerk. Sich allein und isoliert zu fühlen, kann die eigene Unsicherheit noch verstärken.

    Deswegen ist bereits ein offenes Ohr von einem empathischen Menschen aus dem Umfeld sehr hilfreich. Rückhalt und Solidarität sind in Zeiten von Krisen besonders wichtig. Manchen Menschen hilft es zudem, zu hinterfragen, wie realistisch die eigenen Zukunftsängste sind.

    In vielen Fällen werden Betroffene feststellen, dass kein Grund zur Sorge besteht. Bei extremer Zukunftsangst werden derartige Maßnahmen aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht helfen, um die Sorgen zu bewältigen. Stattdessen ist eine fortlaufende Therapie ratsam. 

    Besser mit Unsicherheit umgehen

    Existenzängste können in unterschiedlichen Altersgruppen auftreten. Überraschend häufig davon betroffen sind junge Erwachsene, die ihren ersten selbstständigen Lebensabschnitt ansteuern. Sie werden oft mit großen Unsicherheiten konfrontiert und müssen erkennen, dass wir nicht alle Lebensbereiche mühelos unter Kontrolle halten können.

    Geht es um akute Existenzängste, so stellt sich oft heraus, dass die Realität keine einfachen Antworten liefern kann. Fällt es uns mal wieder schwer, die große Unsicherheit der Welt zu akzeptieren, können wir uns zumindest darauf berufen, nicht die einzigen zu sein, welche diese Erfahrungen machen.

    Sich auf eigene Werte beziehen

    Existenzängste gehen oft damit einher, dass wir den Sinn unseres Lebens im Zuge einer persönlichen Krise infrage stellen. Wie wir uns selbst und unsere Rolle in der Welt definieren, ist oft von unserem Umfeld abhängig. Dies kann die Wahrnehmung als wichtiger Angestellter eines Unternehmens, liebender Partner oder fürsorglicher Elternteil sein.

    Der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennungen oder der Tod geliebter Menschen können unsere Lebenssituation daher nachhaltig erschüttern. In diesem Zuge ist es wichtig, sich auf langlebige Werte zu konzentrieren, welche uns am wichtigsten sind.

    Mögliche Werte sind:

    Nach einem erschütternden Lebensereignis, das Existenzängste hervorruft, sind diese Werte womöglich schwerer zu identifizieren als zuvor. Dann müssen wir daran arbeiten, sie wieder stärker in unser Leben zu integrieren, um die Krise zu überwinden.

    Tagebuch führen

    Die Komplexität ernster Gedanken ist uns oft nicht bewusst. Schließlich bekommen wir immer nur einen kleinen Ausschnitt davon zu greifen.

    Das Schreiben eines Tagebuchs hilft dabei, sich dieser Gefühle und drängenden Fragen bewusst zu werden. Dafür reicht es aus, sie täglich für wenige Minuten zu Papier zu bringen.

    Entgegen der weitläufigen Meinung ist dafür kein besonderes Talent im schriftlichen Ausdruck notwendig. Stattdessen geht es um Ehrlichkeit und Authentizität, mit der ein Tagebuch angegangen werden sollte. Ähnlich wie das Gespräch mit den Liebsten sorgt die Auseinandersetzung mit den Aufzeichnungen des Tagebuchs dafür, dass wir unsere Situation besser reflektieren können.

    Dir fehlt die Motivation zum Schreiben?

    Daran lässt sich mit dem richtigen Setting etwas ändern. Dazu zählt einerseits eine bestimmte Tageszeit, in der das Tagebuch verfasst wird - zum Beispiel vor dem Zubettgehen. Zum anderen macht es sich bezahlt, in ein hochwertiges Notizbuch und einen ansprechenden Stift zu investieren. Das passende Material trägt seinen Teil dazu bei, dass das Schreiben schon bald leichter von der Hand geht.

    Schon nach wenigen Wochen bietet sich oftmals die Möglichkeit, bestimmte Muster und wiederkehrende Emotionen in den kurzen Texten zu erkennen. Doch nicht nur in Bezug auf die Diagnose kann das Tagebuchschreiben unterstützend wirken.

    Darüber hinaus bietet sich hier die Möglichkeit, die Fortschritte bei der Bewältigung der Existenzängste klar zu dokumentieren und dadurch für neue Motivation auf dem Weg aus der Krise zu sorgen.

    Meditation

    In diesen Tagen werden sich immer mehr Menschen der Vorteile der Meditation bewusst. Neben einer Verbesserung von Konzentration und Ausgeglichenheit zählt dazu auch die Reduktion von Angstzuständen. Entscheidend ist, dass die Aktivität mit einer hohen Regelmäßigkeit in den Alltag integriert wird. Ein einmaliger Probelauf reicht noch nicht aus, um in den Genuss dieser Vorteile kommen zu können.

    Während der Meditation bietet sich die Möglichkeit, ganz offen und ehrlich mit negativen Gedanken umzugehen. Ziel ist es, diese zu akzeptieren und vor dem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen, ohne von negativen Emotionen eingefangen zu werden. Was Einsteigern zunächst nicht komplett gelingen mag, lässt sich im Laufe von Tagen und Wochen stark verbessern.

    Ruhe & Selbstbewusstsein

    Auf diese Weise verbessert regelmäßiges Meditieren die innere Ruhe und kann das Selbstbewusstsein enorm steigern. Diese neu gewonnene Stärke lässt sich dann auf den Alltag übertragen, der ebenfalls vom Kontakt mit negativen Emotionen geprägt sein kann.

    Mit den Liebsten sprechen

    Gerade in Zeiten von Existenzängsten ist es wichtig, dass wir sie mit anderen Menschen teilen können. Hierfür ist es wichtig, dass wir unseren Liebsten vollkommen vertrauen können, um zu einem ehrlichen Austausch zu finden.

    Die Gespräche werden die Möglichkeit bereithalten, eine neue Perspektive auf die Dinge zu gewinnen. Darüber hinaus stehen die Chancen gut, dass sich auch die Menschen aus dem engsten persönlichen Umfeld bereits mit existenziellen Problemen konfrontiert sahen. So können sie zur nötigen Stärke beitragen, die für die Überwindung der Situation notwendig ist.

    Entspannungsübungen

    Bei tiefliegender Angst, welche zu Panik und Stress führt, können Entspannungstherapien helfen, den Umgang mit den Sorgen zu erlernen.

    Progressive Muskelentspannung oder autogenes Training sorgen dafür, durch richtige Atemtechniken und Entspannungsübungen den chronischen Stress abzustellen und die Sorgen durch Auszeiten vom Stress langsam zu bewältigen. 

    Positive Gefühle erleben

    Es liegt an der Natur der Sache, dass die Welt unter dem Einfluss von Existenzängsten traurig und düster erscheinen kann. Oft führt dies zu der Annahme, wir seien es unserer persönlichen Situation schuldig, diese Wahrnehmung auf unsere eigenen Handlungen zu übertragen. An ein unbeschwertes Lachen ist in dieser Zeit nicht zu denken – das würde schließlich der Lage der Dinge widersprechen.

    Doch gerade dann, wenn wir es mit Existenzängsten zu tun haben, sind auflockernde Stimmungen von so großer Bedeutung.

    Wie wäre es, sich mal wieder aus einer guten Laune heraus zum Anruf eines Freundes oder einer Freundin verleiten zu lassen? Sich wieder mit den Dingen auseinanderzusetzen, die früher für ein Lachen gesorgt haben? Niemand verrät seine persönliche Krise, indem er für diesen positiven Ausgleich im Alltag sorgt.

    Positiver Ausgleich im Alltag

    Wer hin und wieder solche Situationen von Leichtigkeit kreiert, wird dazu in der Lage sein, mit mehr Leichtigkeit und Spontanität durch den Alltag zu gehen. Mit einem Mal gibt es wieder die hellen Momente innerhalb des Tages, die dafür sorgen können, dass ein wesentlicher Teil der Sorgen in den Hintergrund rückt

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    Therapie bei Existenzängsten

    Um tiefliegende Ängste zu therapieren, existieren viele Maßnahmen.

    Eine bewährte Therapie ist die kognitive Verhaltenstherapie. Bei dieser Art der Behandlung werden nicht nur akute Beschwerden besprochen, sondern vielmehr die Wurzel des Problems gesucht.

    Ein Spezialist hilft dabei, den Betroffenen einstudierte Verhaltens- und Denkmuster zu erkennen und zu hinterfragen.

    Anschließend werden alternative Strategien entwickelt, um mit aufkommenden Ängsten besser umgehen zu können und das eigene Verhalten zu verstehen.

    Hilfsangebote nutzen

    Auf unserer Webseite Arztphobie.com entsteht aktuell eine umfangreiche Übersicht, welche Spezialisten für sämtliche Arten von Angststörungen auflistet. Bis zu dessen Fertigstellung können über jameda.de geeignete Ärzte im näheren Umkreis gefunden und Bewertungen zu diesen eingesehen werden. 

    Auch wenn der Gedanke an eine therapeutische Behandlung zunächst beunruhigend ist, kann dies die Rückkehr in ein unbeschwertes und angstfreies Leben ermöglichen.

    Online Hilfe bei Existenzängsten

    Oftmals können extreme Ängste und Depressionen nicht von allein bewältigt werden. Leider ist es vielen Menschen nicht möglich, einen Spezialisten aufzusuchen. Gründe dafür könnten darin liegen, dass die Betroffenen sich davor fürchten, sich einem Fremden zu öffnen oder aufgrund einer Arztphobie den Gang zum Arzt vermeiden. 

    Wer keinen Arzt aufsuchen will, kann über anderen Weg Hilfe finden:

    Vielen Betroffenen hilft der Besuch einer Selbsthilfegruppe, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Diese Art der Hilfe kann auch über soziale Netzwerke erreicht werden. 

    Auch Video-Sprechstunden oder Hilfshotlines können Abhilfe bei akuten Problemen schaffen. Des Weiteren besteht via Instahelp die Möglichkeit, mit Psychologen in Kontakt zu treten. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. ‘What’s the Point?’ How to Deal With Existential Dread – healthline.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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