Schlanganfall

Angst vor Schlaganfall überwinden - Tipps und Hilfe

Bei einem Schlaganfall (auch als Hirnschlag, Hirninfarkt oder Apoplex bezeichnet) kommt es zum Ausfall von Hirnfunktionen. Die Folgen sind mitunter schwerwiegend und reichen von Lähmungserscheinungen bis hin zu Sprach-, Sprech- oder Sehstörungen.

Es ist nicht verwunderlich, dass viele Menschen Angst vor einem Schlaganfall haben. Wer jedoch die Risikofaktoren kennt und diese vermeidet, kann einem Schlaganfall vorbeugen und muss keine panische Angst haben. 

Wir klären auf, wie es zu einem Schlaganfall kommt, was man dagegen tun kann, woher die übertriebene Angst kommt und wie sich diese Angst überwinden lässt. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Ein schwerer Schlaganfall macht sich durch verschiedene Warnzeichen bemerkbar. In der Regel ist das Sehvermögen plötzlich verändert, es kommt zu Doppelbildern oder auch kurzzeitiger Erblindung.

    Außerdem zeigen sich meist halbseitige Lähmungserscheinungen, ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen oder einer Gesichtshälfte, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und eine Gangunsicherheit.

    Auch das Sprachvermögen ist oft beeinträchtigt, Wortfindungsstörungen und eine verwaschene oder lallende Sprache sind typisch.

    Aber nicht immer zeigen sich diese Warnzeichen, einen sogenannten stummen Schlaganfall spüren Patienten mitunter gar nicht. Hier kommt dann meist eine panische Angst ins Spiel, da ein Schlaganfall jederzeit eintreten könnte.

    Die Medizin unterscheidet zwischen ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall. In etwa 80 Prozent der Fälle handelt es sich um einen ischämischen Schlaganfall (Hirnschlag), der die Folge einer Durchblutungsstörung im Gehirn ist. Bei den anderen 20 Prozent liegt ein hämorrhagischer Schlaganfall vor, der aufgrund einer Blutung in das Gehirn entsteht.

    Bei Verdacht auf einen Schlaganfall bei Ihnen selbst oder einer Person in Ihrer Nähe sollten Sie sofortige Maßnahmen ergreifen und direkt einen Notarzt rufen. Denn für einen Schlaganfall gilt: Je früher gehandelt wird, desto mehr Gehirnzellen lassen sich „retten“.

    Schlaganfall: Was passiert?

    Was passiert bei einem Schlaganfall?

    Bei einem Schlaganfall kommt es zum Ausfall der Hirnfunktionen aufgrund zwei verschiedener Auslöser: Durchblutungsstörungen oder Hirnblutung. Die Medizin unterscheidet daher zwischen einem ischämischen und einem hämorrhagischen Schlagfanfall.

    Ischämischer Schlaganfall

    Ein Großteil der Schlaganfälle wird von Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgelöst. Dabei werden die Hirnareale aufgrund von Gefäßverschlüssen (z. B. Verengungen hirnversorgender Gefäße durch eine Arterienverkalkung) nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Es kommt zu einer Mangeldurchblutung, die einen Schlaganfall zur Folge hat.

    Hämorrhagischer Schlaganfall

    Der hämorrhagische Schlaganfall lässt sich auf Hirnblutungen zurückführen, die unter anderem bei Bluthochdruck oder aufgrund der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten entstehen kann. Der von der Hirnblutung betroffene Bereich im Gehirn wird sofort geschädigt. Außerdem kann der Bluterguss auf eigentlich gesundes Gehirngewebe Druck ausüben und es so ebenfalls schädigen.

    Schweregrade eines Schlaganfalls

    Schlaganfälle lassen sich in drei Schweregrade unterteilen:

    Leichter Schlaganfall (Mini-Schlaganfall, TIA-Schlaganfall)

    Verschwinden die Symptome eines Schlaganfalls innerhalb von 24 Stunden wieder, dann handelt es sich vermutlich um eine vorübergehende Durchblutungsstörung. In der Medizin wird dann von einer vorübergehenden (transitorischen) ischämischen Attacke (TIA) gesprochen. Doch auch eine TIA ist ein Schlaganfall und macht die Behandlung auf einer Stroke Unit erforderlich.

    Zwar ist meist nur ein kürzerer Klinikaufenthalt notwendig, jedoch müssen Patienten zur Risikosenkung eines schweren Schlaganfalls dann lebenslang Blutverdünner einnehmen. Grundsätzlich kann jeder TIA-Schlaganfall auch der Vorbote eines schweren Schlaganfalls sein, weshalb auch auf leichte Einschränkungen wie Sehstörungen oder kurzes Kribbeln in Armen und Beinen geachtet werden sollte. Auch bei leichten Anzeichen sollte zudem immer ein Arzt gerufen werden.

    Unbemerkter Schlaganfall (stiller / stummer Schlaganfall)

    In Abhängigkeit von der Lokalisation des TIA-Schlaganfalls können sich die Folgen bemerkbar oder nicht bemerkbar machen. So ist es durchaus möglich, dass scheinbar vollkommen gesunde Menschen bereits einen Schlaganfall hatten, ohne Symptome wahrgenommen zu haben. In diesem Fall handelt es sich um einen stillen / stummen Schlaganfall, der ebenso auf Durchblutungsstörungen im Gehirn zurückzuführen ist.

    Der einzige Unterschied zu anderen Formen: Die Durchblutungsstörung trifft im Hirn unauffällige Bereiche. Ist das Areal also nicht für Sprechen oder Gehen zuständig, zeigen sich auch keine Symptome und die Schäden bleiben unbemerkt. Erst in einem bildgebenden Verfahren (CT, MRT) lässt sich ein stiller Schlaganfall feststellen, denn die deutlichen Anzeichen sind auch noch lange Zeit nach dem Schlaganfall sichtbar.

    Schwerer Schlaganfall

    Ein schwerer Schlaganfall geht mit Durchblutungsstörungen in größeren und vor allem relevanteren Gehirnbereichen einher. Mitunter werden diese sogar ganz von der Blutversorgung abgeschnitten. Dabei sterben zahlreiche Gehirnzellen ab, daraus resultieren zum Teil gravierende Folgen wie Lähmungen und Störungen, die sich nicht mehr zurückbilden.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Warum bekommt man einen Schlaganfall?

    Die Ursachen für einen Schlaganfall sind Durchblutungsstörungen im Gehirn oder eine Hirnblutung. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die zur Entstehung eines Schlaganfalls beitragen können. 

    Risikofaktoren für einen Schlaganfall:

    Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall. Sind die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch, verursacht dies Schäden an den Gefäßwänden. Dadurch erhöht sich wiederum das Risiko für eine Arterienverkalkung. Bleibt der Bluthochdruck lange Zeit unbehandelt, steigt das Schlaganfall-Risiko.

    Bei der Entstehung von Arteriosklerose spielen auch die Cholesterinwerte (Blutfettwerte) eine entscheidende Rolle. Sind sie zu hoch, können sie einen ischämischen Schlaganfall auslösen. Cholesterin lagert sich dabei an den Gefäßwänden ab und sorgt dort für eine Verengung. Das Cholesterin kann zudem vom Blutstrom mitgerissen werden und in den kleineren Hirnarterien stecken bleiben.

    Diabetes mellitus greift die Gefäßwände an und begünstigt so eine Durchblutungsstörung und damit einen Schlaganfall. Das Risiko lässt sich durch eine optimal angepasste Behandlung und die Senkung auf einen normalen Blutzuckerspiegel minimieren.

    Übergewicht und Bewegungsmangel sind nicht nur für die Gelenke problematisch, sondern erhöhten das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes mellitus und damit auch für einen Schlaganfall.

    Durch Rauchen werden die Blutgefäße geschädigt. Dadurch erhöht sich unweigerlich auch das Schlaganfall-Risiko.

    Mit steigendem Alter erhöht sich auch das Schlaganfall-Risiko. So sind über 80 Prozent der Schlaganfall-Patienten älter als 60 Jahre. Allerdings erleiden auch junge Menschen und Kinder Schlaganfälle. Hier sind Erkrankungen, Fehlbildungen oder auch Verletzungen ursächlich.

    Frauen scheinen Statistiken zufolge häufiger von einem Schlaganfall betroffen zu sein als Männer. So betreffen etwa 55 Prozent aller Schlaganfälle Frauen, mit steigender Tendenz. Außerdem zeigen sich bei Frauen meist gravierendere Folgen, denn sie erleiden häufiger schwere Schlaganfälle. Hauptursache scheinen dabei verschiedene hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft, Einnahme hormoneller Verhütungsmittel) zu sein, da diese die Entstehung von Blutgerinnseln begünstigen. Zudem scheint bei Frauen ein Zusammenhang zwischen starker Migräne und Schlaganfällen zu bestehen.

    Erblich bedingte Blutgerinnungsstörungen sind ein weiterer Risikofaktor für einen Schlaganfall. Dabei kommt es zu Verklumpungen der Blutplättchen oder Rissen in den hirnversorgenden Gefäßen, was Durchblutungsstörungen oder Hirnblutungen und damit einen Schlaganfall begünstigt.

    Auch Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern können Auslöser für einen Schlaganfall sein. Ähnlich wie Blutgerinnungsstörungen lassen sie sich nicht oder nur schwer beeinflussen. Bei Erkrankungen ist es immer ratsam, eine entsprechende Therapie gewissenhaft durchzuführen und die allgemeinen Lebensumstände möglichst positiv zu beeinflussen.

    Gerät der Körper in Stress, schüttet er Adrenalin und Kortisol aus. Beide Stresshormone sorgen für eine kurzzeitig höhere Leistungsfähigkeit. Die Folge sind klassische Stresssymptome wie schnellere Herzschlag, angespannte Muskeln oder erhöhter Blutdruck. Hin und wieder ist das auch nicht problematisch. Wird Stress allerdings zum Dauerzustand und findet der Körper keinerlei Erholung, ist das gesundheitsschädlich. Aus den sonst kurzfristigen Symptomen werden dann unter Umständen dauerhafte Symptome, die das Schlaganfall-Risiko erhöhen.

    Das Schlaganfall-Risiko wird durch übermäßigen Alkoholkonsum erhöht. Für gesunde Menschen, bei denen kein erworbenes oder erblich bedingt erhöhtes Schlaganfall-Risiko vorliegt, gelten bestimmte Grenzwerte, die bei Überschreiten das Risiko erhöhen. Für Frauen sind das täglich maximal zwölf Gramm reiner Alkohol und für Männer maximal 24 Gramm reiner Alkohol.

    Anzeichen für einen Schlaganfall

    Wie macht sich ein Schlaganfall bemerkbar?

    Die Symptome eines Schlaganfalls sind von der betroffenen Hirnregion und dem Schweregrad abhängig.

    Taubheits- sowie Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite:

    Sie zeigen sich häufig im Gesicht und sind an einem herabhängenden Mundwinkel und Augenlid erkennbar. Mitunter lässt sich auch der Arm nicht mehr bewegen. Tritt der Schlaganfall in der linken Hirnhälfte auf, ist die rechte Körperseite betroffen und umgekehrt. Eine vollständige Lähmung deutet auf einen Schlaganfall im Hirnstamm hin.

    Plötzliche Sehstörungen:

    Zu den häufigen Schlaganfallsymptomen gehören zudem plötzliche Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen, Doppelbilder, plötzlicher und vorübergehender Sehverlust auf einem Auge). Diese akuten Sehstörungen verursachen weitere Probleme. So ist die Gefahr von Stürzen oder anderen Unfällen (z. B. beim Autofahren) erhöht.

    Sprachstörungen:

    Ein weiteres Anzeichen für einen Schlaganfall ist eine akut auftretende Sprachstörung. Patienten sprechen dann meist verwaschen oder lallend, verdrehen zum Teil Buchstaben oder können schlimmstenfalls gar nicht mehr sprechen. Meist verstehen Schlaganfall-Patienten auch nicht, was ihnen gesagt wird.

    Weitere Anzeichen:

    Plötzlicher Schwindel sowie sehr starke Kopfschmerzen sind weitere mögliche Anzeichen für einen Schlaganfall.

    Schlaganfall FAST-Test

    Mit dem FAST-Test lässt sich der Verdacht auf einen Schlaganfall schnell überprüfen:

    Tipps gegen Schlaganfall-Angst

    Was kann man gegen ständige Angst vor einem Schlaganfall tun?

    Einen Schlaganfall bekommen zu können, macht vielen Menschen Angst. Schließlich geht ein Schlaganfall mit teils massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen einher.

    Im schlimmsten Fall endet er im Tod. Behinderungen durch Sprach-, Bewegungs- oder auch Gedächtnisstörungen können aber so verheerend sein, dass dies noch mehr Angst bereitet. Das ist auch absolut verständlich, denn niemand möchte zum Pflegefall werden oder frühzeitig versterben.

    Angst vor einem Schlaganfall unbegründet?

    Zur Beruhigung: Ein Schlaganfall kann inzwischen gut behandelt werden. Und durch eine gesunde Lebensweise lässt er sich weitgehend verhindern, sofern angeborene Risikofaktoren ausgeschlossen werden können. Der Schlüssel gegen einen Schlaganfall ist also Prävention.

    Wertvolle Tipps gegen einen Schlaganfall:

    Wer sich daran hält, muss – sofern keine anderen Risikofaktoren vorliegen – sollte weniger Angst vor einem Schlaganfall haben müssen.

    Dennoch gibt es natürlich Menschen, die eine übermäßige Angst davor haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Auch dann, wenn sie sich bester Gesundheit erfreuen.

    Sie nehmen aufgrund ihrer Angst Symptome wahr, die unter Umständen denen einen Schlaganfalls ähneln können. Es kommt zu Panikanfällen und die wahrgenommenen Beschwerden werden immer schlimmer. Natürlich ist nicht jede Angst vor einem Schlaganfall auch direkt eine Angststörung.

    Nur wenn Symptome hinzukommen, sollten Betroffene psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Auch das Erlernen von Entspannungstechniken und die Reduzierung von Stress können dazu beitragen, die Angst zu verringern.

    Tipp: Handy griffbereit haben

    Haben Sie Angst, einen Schlaganfall zu erleiden und dabei allein zu sein? Dann ist es ratsam, das Handy immer griffbereit zu haben, um bei unklaren Symptomen einen Notarzt zu rufen.

    Hilfe finden bei Angst vor Schlaganfall

    Über die Ängste sprechen und Hilfe annehmen

    Einen Schlaganfall zu erleiden, ist die wohl größte Angst vieler Menschen. Die Folgen sind mitunter sehr dramatisch, einige Menschen können danach kein normales Leben mehr führen.

    Wer jedoch gesund lebt und mögliche Risikofaktoren wie Krankheiten behandeln lässt, muss keinen Schlaganfall befürchten. Ist die Angst dennoch übermächtig, scheuen Sie nicht davor zurück, Hilfe zu suchen. 

    Können Sie nicht mit einem Therapeuten vor Ort sprechen, ist eine Online-Sprechstunde eine gute Alternative, um sich mit einem erfahrenen Mediziner über Ihre Sorgen auszutauschen.

    Hilfe finden und annehmen:
    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Fear of Falling in Subacute Hemiplegic Stroke Patients – NCBI

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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