Verlustangst

Tipps um Verlustangst zu überwinden

Es tut weh, geliebte Personen oder wichtige Dinge im Leben zu verlieren. Wer allerdings unter Verlustangst leidet, gerät schon beim Gedanken an eine Trennung, einen längeren Abschied oder einen Verlust in Panik. Und zwar auch dann, wenn gar kein Anlass dazu besteht. Die Angst vor einem Verlust hat den Betroffenen fest im Griff. 

Wir klären über Auslöser und Symptome einer starken Verlustangst auf. Außerdem geben wir hilfreiche Tipps um die Verlustangst überwinden zu können. 

Übersicht:
    Add a header to begin generating the table of contents
    Häufige Fragen:

    Besteht ein Anlass, dann ist Verlustangst durchaus normal. Geht beispielsweise der Partner fremd oder ist eine geliebte Person unheilbar erkrankt, dann sind Sorgen absolut berechtigt.

    In erster Linie können Tipps helfen um eine Verlustangst zu reduzieren. Ist die Verlustangst so extrem, dass sie das Leben beeinträchtigt, kann eine Therapie sinnvoll sein. Sie hilft, der Ursache auf den Grund zu gehen und die eigene Grundhaltung auf lange Sicht zu verbessern.

    Verlustangst gehört zu den Angststörungen, wenn sie ohne eine konkrete Bedrohung besteht. In ihren Ausprägungen kann sie sehr unterschiedlich sein, weshalb nicht immer auf eine Erkrankung zu schließen ist.

    Was ist Verlustangst?

    Beispiele für Verlustangst

    Unter Verlustangst wird die Angst, einen Menschen oder wichtige Dinge zu verlieren, verstanden. Die Angst ist dabei enorm groß, obwohl es für die Befürchtungen keinen wirklichen Grund gibt.

    Sie zeigt sich vor allem in Beziehungen, in denen sich Betroffene ständig Gedanken und Sorgen darüber machen, ihren Partner zu verlieren. Daraus resultiert häufig eine Veränderung des gesamten Verhaltens – mitunter so weit, dass die Partnerschaft dadurch erst recht in Gefahr gebracht wird.

    Wann ist Verlustangst normal?

    Jeder Mensch kennt ein gewisses Maß an Verlustangst. Wird dabei allerdings der Bezug zur Realität verloren, ist diese problematisch. Inwiefern Verlustangst normal ist, hängt immer damit zusammen, ob es dafür einen berechtigten Grund gibt.

    Typische Fälle für Verlustangst

    Verlustangst tritt vorrangig in Partnerschaften auf. Aber auch bei anderen wichtigen Menschen wie engen Familienangehörigen oder den besten Freunden leiden Betroffene darunter. Sobald eine zwischenmenschliche Beziehung einen großen Stellenwert einnimmt, ist die Angst vor deren Verlust meist besonders groß.

    Doch auch im Beruf ist die Verlustangst möglich. Betroffene machen sich dann ständig Sorgen, sie können ihren Arbeitsplatz verlieren und in die Arbeitslosigkeit rutschen.

    Zu typischen Situationen, in denen Verlustangst absolut normal ist, gehören:
    Fremdgehen / Betrug

    Ihr Partner / Ihre Partnerin ist Ihnen fremdgegangen. Es spielt dabei keine Rolle, ob einmalig oder mehrmals. Ein solcher Vertrauensbruch liefert einen nachvollziehbaren Grund für eine akute Angst in Bezug auf das Bestehenbleiben der Beziehung.

    Distanz

    Es ist keine Seltenheit, dass sich Menschen immer weiter auseinander leben. Wird die Distanz immer größer und lassen Nähe, Zärtlichkeit und Liebe nach, kann die Verlustangst normal und auch begründet sein.

    Gespräch über Trennung

    Als völlig normal gilt Verlustangst, wenn bereits offen über das Thema Trennung gesprochen wird. Sätze wie „Wir sollten unsere Beziehung überdenken“ oder „Vielleicht tut uns eine Pause gut“ rufen zu Recht Sorgen hervor.

    Gefahren

    Geliebte Menschen sollen sich nicht verletzen oder sterben. Deshalb ist es absolut verständlich, wenn Verlustangst in Situationen aufkommt, in denen sich geliebte Menschen in Gefahr bringen. Die Angst ist dabei umso größer, je riskanter das Vorhaben der geliebten Person.

    Auslöser von Verlustangst

    Ursachen und Auslöser

    In vielen Fällen sind die Ursachen für Verlustangst bereits in der (frühen) Kindheit zu finden. Gerade in diesem Alter ist der Mensch von den Eltern und anderen Bezugspersonen in besonderem Maße abhängig. Ohne diese Personen sowie deren Liebe und Unterstützung ist ein Überleben schwer möglich. 

    Prägende traumatische Ereignisse in der Kindheit können zu einer großen Verlustangst im Erwachsenenalter führen. Bereits früh im Leben wurde erlernt, dass mit schlimmen Trennung und den Konsequenzen daraus gerechnet werden muss. Diese Denkweise wird mit ins spätere Leben genommen. Die Ursachen für Verlustängste sind generell jedoch sehr unterschiedlich. 

    Zu den häufigsten Auslösern zählen:
    Negative Erfahrungen

    In einem Großteil der Fälle sind frühere Erlebnisse für die Angst verantwortlich. Wer schon einmal erfahren musste, wie schmerzhaft und schrecklich ein Todesfall, die Trennung der Eltern oder das Ende der eigenen Beziehung ist, hat große Angst vor einer Wiederholung.

    Geringes Selbstwertgefühl

    Bei Menschen, denen ein gesundes Maß an Selbstwertgefühl fehlt, erhöht sich das Risiko für Verlustängste. Viele von ihnen fühlen sich nicht gut genug, um geliebt zu werden und machen sich von anderen Menschen abhängig. Dementsprechend ist auch die Sorge groß, dass die geliebte Person sich abwenden könnte.

    Psychische Erkrankungen

    Verlustängste sind nicht selten von anderen psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen) geprägt. Eine übermäßige Angst kann Medizinern zufolge sogar genetisch bedingt sein.

    Eigene Trennungsgedanken

    Es klingt zunächst seltsam, aber auch das ist möglich: Wer selbst bewusst oder unbewusst über eine Trennung vom Partner nachdenkt, kann Verlustangst haben. Trotz Unzufriedenheit in der Beziehung wird der Schritt der Trennung (noch) nicht gewagt. Die eigenen Gedanken werden dann auf die andere Person gespiegelt und es kommt die Sorge auf, der Partner möchte sich trennen. Daraus kann eine Verlustangst entstehen.

    Verlustangst Beispiele

    Konkrete Erlebnisse, die Verlustangst auslösen

    Es gibt eine Vielzahl an möglichen Erlebnissen, die eine Verlustangst verursachen oder begünstigen. 

    Besonders häufig sind folgende Erlebnisse:

    Symptome & Anzeichen

    Wie bemerkt man eine Verlustangst?

    Verlustangst geht mit unterschiedlichen Symptomen einher. Ständig kreisen Gedanken um einen möglichen Verlust des Partners / der Partnerin oder um darum, wie es sein wird, allein zu sein. Dies wirkt sich natürlich auch auf das Verhalten der Betroffenen aus, wenngleich nicht jeder Mensch gleich reagiert. Verlustängste zeigen sich aber immer durch recht ähnliche Symptome. 

    Die häufigsten Anzeichen von Verlustangst sind:

    Ungewissheit ist für Betroffene ein enormes Problem. Deshalb kontrollieren sie alles und wollen auch immer wissen, wo der Partner oder die Familienmitglieder sind. Mit ihrem Verhalten versuchen die Entscheidungen anderer Einfluss zu nehmen. Kontrollzwang führt häufig zu einer stark ausgeprägten Verlustangst. 

    In der Regel ist die Angst vor dem Verlust so stark, dass sich Betroffene regelrecht an den anderen klammern. Ihre Mitmenschen erdrücken sie dabei mit Zuneigung und Liebe. Es gibt keine Zeiten, in denen jeder etwas allein für sich macht.

    Menschen, die unter Verlustangst leiden, sind stark und übermäßig eifersüchtig auf alles und jeden. Sie haben vor dem Verlust eine so große Furcht, dass jedes Gespräch und jedes Lächeln in ihnen die Vermutung weckt, der andere könne sie verlassen.

    Wer unter Verlustangst leidet, sucht ständig nach Bestätigung. Er will wissen, ob alles in Ordnung ist, ob er noch geliebt wird. Nur durch ständige Bestätigung und Anerkennung bekommen Betroffene ihre eigene Verlustangst in den Griff.

    Unabhängig von den aktuellen tatsächlichen Geschehnissen gehen Menschen mit Verlustangst immer davon aus, dass etwas Schlimmes passiert. Sie stellen sich pessimistisch Szenarien vor, in denen sie einen geliebten Menschen verlieren (z. B. Flugzeugabsturz, Autounfall).

    Übertriebene Fürsorge dem anderen gegenüber ist ebenfalls ein Anzeichen für Verlustangst. Aus Angst, es könnte etwas passieren, wollen Betroffene alle möglichen Gefahren abwenden. Sie warnen ihr Umfeld selbst bei Kleinigkeiten und packen es in Watte.

    Wiederkehrende Selbstzweifel und ein geringes Selbstbewusstsein sind häufige Symptome für Verlustangst. Betroffene fühlen sich „nicht gut genug“ und geben sich oft an allem die Schuld.

    Emotionale Abhängigkeit von anderen Menschen ist keine Seltenheit bei Betroffenen, die unter Verlustangst leiden. Sie machen ihr eigenes Glück vom Partner abhängig und richten alles danach aus. Nur an der Liebe und Zuneigung des Partners oder anderer Personen messen sie ihren eigenen Wert.

    Aus Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, lassen sich manche Menschen mit Verlustangst gar nicht erst auf Beziehungen ein. Jeder Annäherungsversuch wird gestoppt oder abgeblockt. Mitunter schotten sie sich von ihrem Umfeld aus Selbstschutz komplett ab.

    Verlustängste erhöhen die Anfälligkeit für Stress. Schwierige Situationen können Betroffene oft nur schwer meistern und vergleichsweise kleine Probleme sowie alltägliche Herausforderungen können ernsthafte Krisen auslösen.

    tipps-verlustangst

    Tipps gegen Verlustangst

    Tipps zur Überwindung der Verlustangst

    Da eine ausgeprägte Verlustangst das gesamte Leben bestimmen und zwischenmenschliche Beziehungen tatsächlich zerstören kann, sollten Betroffene ihre Ängste überwinden. Die nachfolgenden Tipps sind eventuell hilfreich.

    Das Problem akzeptieren

    Es ist falsch, eine ausgeprägte Verlustangst zu verleugnen. Gestehen Sie sich das Problem ein, denn nur so können Sie ernsthaft daran arbeiten. Machen Sie sich selbst aber nicht schlecht. Es ist nur wichtig, dass Sie sich bewusst werden, etwas daran ändern zu müssen.

    Ursachenanalyse

    Um mit der Verlustangst umzugehen, ist Ursachenforschung ein wichtiger Schritt. Warum ist die Verlustangst so extrem ausgeprägt? Welche Erlebnisse und Erfahrungen können dafür verantwortlich sein? In welchen Situationen ist die Angst besonders groß und weshalb? Eine gründliche ehrliche Selbstreflexion ist zwar schwer, aber notwendig. Wer allein nicht weiterkommt, kann über eine Therapie nachdenken.

    Immer das Positive sehen

    Ängste zu überwinden, wenn immer nur negativ gedacht wird, ist schwierig. Sich gezielt auf etwas Positives zu konzentrieren und die guten Seiten in den zwischenmenschlichen Beziehungen zu sehen, hilft besser bei der Bewältigung einer Verlustangst.

    Über die Ängste sprechen

    Viele Betroffene reden aus falscher Scham nicht über ihre Verlustängste. Sie haben Bedenken, nicht ernst genommen zu werden. Allerdings macht dies die Situation nicht leichter. Wer sich anderen Menschen anvertraut und darüber spricht, schafft nicht nur mehr Verständnis, sondern erfährt selbst auch eine gewisse Erleichterung.

    Eigenes Selbstbewusstsein aufbauen

    Ein gutes Selbstbewusstsein sorgt für mehr Unabhängigkeit. Je positiver das Selbstbild ist, umso geringer sind grundlose Ängste vor einem Verlust. Wer an sich selbst glaubt, stärkt sein eigenes Vertrauen darin, von anderen Menschen geliebt zu werden.

    Eigene Verhaltensmuster ändern

    Bei Verlustängsten erweist es sich als sinnvoll, neue und vor allem bessere Verhaltensmuster zu etablieren. Betroffene sollten sich dabei fragen, wie sie in der Regel bei aufkommender Verlustangst reagieren und wie sie dieses Verhalten ändern können. Gelingt eine Veränderung, lässt sich die Angst in der Regel effektiv bekämpfen. Ablenkung ist hier ein wichtiger Faktor (z. B. wenn der Partner allein unterwegs ist).

    Realität im Blick haben

    Verlustangst ist immer das Ergebnis von Vorstellungen, Befürchtungen und Szenarien, die sich Betroffene ausmalen. Mit der Realität hat dies aber nur wenig zu tun. Nur, wer sich die Realität immer vor Augen führt, kann die Verlustangst ablegen.

    Professionelle Hilfe

    Therapie bei zu starker Verlustangst

    Nicht in jedem Fall helfen die Tipps, Verlustangst zu verringern oder verschwinden zu lassen. Wer sehr stark unter den Angstgefühlen leidet, sollte sich nicht scheuen, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Das gilt vor allem dann, wenn aufgrund der Verlustangst bereits Beziehungen zerbrochen sind.

    Bei Verlustängsten kommen sehr unterschiedliche Behandlungsansätze infrage. 

    Therapeut finden:

    Für eine professionelle Behandlung können über Datenbanken wie auf Jameda, Therapeuten in der Umgebung gefunden und konsultiert werden. 

    Online Psychologen:

    Wer aus falscher Scham oder aufgrund von Zeitmangel keinen Arzt vor Ort aufsuchen kann oder möchte, kann seine Probleme auch mit einem erfahrenen Arzt in einer Online-Sprechstunde besprechen.

    Übersicht:
      Add a header to begin generating the table of contents

      Beitrag gefallen? Jetzt teilen:

      Facebook
      Twitter
      LinkedIn
      WhatsApp
      Telegram
      Email
      verlustangst-teilen
      Für volle Größe anklicken

      Quellen:

      1. Fear of loss? How to overcome the fear of partings – Greator
      2. Verlustangst – eine Beziehungsblockade – erlebte-paarberatung.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

      Scroll to Top