Angst vor Krieg

Panische und dauerhafte Angst vor Krieg überwinden

Wer sich vor Krieg fürchtet, fühlt sich durch die aktuelle Bedrohung bestätigt: Die Angst vor dem Krieg hat einen realen Grund. Doch an der Heftigkeit der Gefühle und Angstsymptome wird deutlich, dass sich die grundlegende Angst zu einer krankhaften und lebensverändernden Phobie entwickeln kann.

Wir klären im Artikel auf, was man gegen dauerhafte und übertriebene Angst vor Krieg machen kann. Aufklärung über die Ursachen, Verstärker und Behandlungsmöglichkeiten einer zu starken Angst vor dem Krieg. 

Übersicht:
    Add a header to begin generating the table of contents
    Häufige Fragen:

    Bei einer übersteigerten Furcht vor Krieg handelt es sich um eine Angststörung: Diese wirkt sich auf die gesamte Gedankenwelt und die Verhaltensweise der Betroffenen aus. Zur Kriegsangst kommen oft weitere Ängste vor Verletzungen, Existenzverlust und Tod hinzu.

    Wer übermäßige Angst vor einem Krieg hat, malt sich schreckliche Szenarien aus. Dadurch kann es zu Realitätsverlust und Verschwörungstheorien kommen. Typische Begleiterscheinungen sind Schlafstörungen und eine Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit. Bei beängstigenden Fernsehberichten zittern oder schwitzen die Angstpatienten. Flugzeugmotoren und andere Geräusche lösen womöglich eine Panikattacke aus.

    Gegen Angstattacken helfen Achtsamkeitsübungen, Entspannungstechniken und Gespräche mit anderen Menschen. In schweren Fällen ist eine Psychotherapie sinnvoll. Medikamente zur Beruhigung werden von Ärzten nur in äußerst seltenen Fällen, meist bei Panikattacken, verschrieben.

    Nicht von Ängsten dominieren lassen

    Die Angst begleitet den Menschen durchs Leben – sei es in Friedenszeiten oder im Krieg. In Kriegsgebieten ist die Gefahr besonders groß: Hier hilft die Angst dabei, Schutz zu suchen. Doch wenn das Gefühl von Unsicherheit ausufert, verursacht es eine Phobie. Gesünder wäre es in diesem Fall, der Angst wenig Raum zu geben.

    ausloeser-angst-vor-krieg

    Was verursacht Angst vor Krieg

    Auslöser der Angst vor dem Krieg
    Im westlichen Europa ist das Thema Krieg schon seit mehreren Jahrzehnten kaum noch eine Bedeutung. Militärische Konflikte spielen sich in anderen Kontinenten ab. Doch durch jüngere Ereignisse – zuletzt der Angriff Russlands auf die Ukraine – ist der Weltfrieden aus der Balance geraten. Das schürt die Kriegsangst in vielen Ländern.
    Berichterstattung und Panikmache

    Nicht in allen Fällen tut es gut informiert zu sein. Wer stets nur negative Nachrichten verfolgt, kann schnell zu Depressionen neigen und Ängste entwickeln. 

    Besonders eine übertriebene Panikmache kann bei Personen die sensibel und emotional auf Nachrichten reagieren zu Angststörungen führen.

    An dieser Stelle bereits ein wichtiger Tipp: Der Konsum von Nachrichten sollte in solchen Fällen drastisch reduziert werden, um sich auf die positiven Dinge im Leben zu konzentrieren

    Erinnerungen & Traumata

    Die vielen Nachrichten von Kriegsereignissen verstärken die Angst vor Krieg, besonders bei den Menschen, die sich an frühere Kriege erinnern.

    Da ist die ältere Generation, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat. Außerdem sind viele Soldaten in Afghanistan und anderen Ländern im Kriegseinsatz gewesen. Bei diesen Gruppen kommt es oft vor, dass Kriegstraumata wachgerufen werden.

    Zusätzliche seelische Belastung

    Ein weiteres Problem ist die psychische Belastung durch die Corona-Pandemie, die bereits an bei vielen Menschen zu sozialer Isolation oder Existenzängsten führt. Das schwächt die seelische Widerstandsfähigkeit, sodass die Sorgen und Ängste wegen eines Krieges zu schwerwiegenden Folgen führen können.

    auswirkungen-kriegsangst

    Was macht die Angst vor Krieg?

    Folgen einer besonders starken Angst vor Krieg

    Reaktionen auf Kriegsereignisse

    Der Ausbruch eines Krieges löst Angst und Schrecken aus. Wer direkt davon betroffen ist, verspürt einen Fluchtreflex: Viele Zivilisten versuchen, aus den Kriegsgebieten zu entkommen. Bei denjenigen, die sich selbst in Sicherheit fühlen, ist eine verstärkte Spendenbereitschaft festzustellen.

    Einige Menschen bereiten sich schon seit Jahren auf eine weltweite Katastrophe vor – beispielsweise auf einen möglichen Atomkrieg. Die sogenannten Prepper horten Vorräte, um auch bei einem atomaren Angriff langfristig überleben zu können. Immer häufiger kommt es zu Hamsterkäufen und zu nervösen Anfällen. Alle Generationen leiden unter einer verstärkten Unsicherheit, die heftige Existenzängste auslösen kann.

    Existenzangst durch Krieg

    Wie die Angst vor Krieg zur Exsitenzangst führen kann

    Durch Terroranschläge und Kriege kann die Existenz ausgelöscht werden: Die Angst vor dem eigenen Tod – die Thanatophobie – geht oft mit der Angst vor Krieg einher. Bei der Existenzangst geht es ebenfalls um die Sorge um das eigene Leben, aber auch um die Sicherheit der Familie, des Hab und Guts und des Berufs.

    In Kriegsgebieten haben die Menschen ständig Angst davor, dass eine Angriff die Hab und Gut zerstört, ihre Familie oder sie selbst verletzt. Diese Furcht wird zwar mit der Zeit alltäglich, doch sie beeinflusst jede Handlung und auch die Gedankenwelt.

    In unserer Welt, die lange Zeit vom Krieg verschont geblieben ist, verspüren wir ebenfalls Existenzängste. Diese lassen sich durch ein Coaching oder eine Therapie analysieren und in der Folge behandeln.

    Die Analyse der Existenzangst:

    Vage Ängste vor Krieg und Existenzverlust

    In Gesprächen oder bei einer Therapie finden die Betroffenen oft heraus, dass es sich lediglich um vage Angstgedanken handelt. Mit einem konkreten Grund sieht es schon anders aus. Wer sich mit anderen Menschen austauscht, stellt oft fest, dass die Auslöser einen selten direkt betreffen. Durch ständiges Grübeln und den Rückzug in sich selbst werden die Ängste oft noch größer. Darum ist es wichtig, über die Sorgen zu sprechen, um die Angst zu überwinden.

    So schlimm Krieg auch ist: Der Mensch ist erstaunlich anpassungsfähig. Auch wenn die Sorgen berechtigt und kaum zu lindern sind, lassen die körperlichen Symptome mit der Zeit nach.

    Angst im kalten Krieg

    In Europa haben die zwei Weltkriege und der Kalte Krieg das Bild der Angst geprägt. Die verschiedenen Aspekte der Kriegsangst zeigen verschiedene Höhepunkte.

    Mit der Atombombe hielten die Großmächte zunächst an einer Patt-Situation fest: Die USA und die Sowjetunion besaßen die Atombombe, planten jedoch noch nicht, sie einzusetzen. Auch als später weitere Nationen über nukleare Waffen verfügten, hielt die Angst vor Zerstörung ein gewisses Kräftegleichgewicht.

    Angst-Politik

    Der Kalte Krieg funktionierte mit Angst-Politik und Kräftemessen. Vernichtungswaffen wurden zur Drohung, der mögliche Weltuntergang stand als eine Art Menetekel im Raum – dabei ging es im Prinzip darum, ihn zu verhindern.

    Demonstrationen gegen Krieg

    Die Demonstrationen gegen Krieg zeigen, dass sich die Angst in etwas Positives verwandeln kann. Die Furcht vor einem Atomkrieg oder Bürgerkrieg führt zur Friedensbewegung. Damit zeigt die Öffentlichkeit ihre Meinung: dass Krieg keine gute Lösung ist. Dies ist der gegenläufige Trend zur Einstellung in den 1950er-Jahren, dass Angst ein unvernünftiger, schlechter Ratgeber sei.

    Kriegstrauma

    Ein Blick in die Geschichte

    Wer einen Krieg erlebt hat – als Soldat oder Zivilist – leidet oft unter einem Trauma. Diese seelische Belastungsreaktion zieht sich oft über einen langen Zeitraum hinweg.

    In der Traumaforschung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs waren Begriffe wie Kriegsneurose und Kriegshysterie geläufig. Die damalige Militärpsychologie beschrieb die Entwicklung der Traumata als somatische sowie als soziale Krankheit. Eine ganze Generation war von den mentalen Belastungen geprägt.

    Erst nach dem Vietnamkrieg befassten sich die Psychologen mit den langfristigen Folgen der militärischen Traumata. Oft traten die Angststörungen und Neurosen erst im Anschluss an die Dienstzeit auf.

    Seit 1980 ist die Diagnose der Posttraumatische Belastungsstörung in den USA eine anerkannte Berufskrankheit bei Soldaten.

    Symptome für posttraumatische Belastungsstörung:

    Dazu können körperliche Anzeichen einer Angststörung kommen. Oft nehmen die Beschwerden im Ruhezustand und im Alter zu.

    Bei einer Trauma-Reaktivierung fühlen sich die Betroffenen an ihre früheren Erlebnisse erinnert. Dies kann durch laute Geräusche oder Fernsehbilder geschehen.

    tipps-angst-vor-krieg

    Tipps gegen Angst vor Krieg

    Was kann man gegen die Angst vor Krieg tun?

    In einer akuten Zeit der Bedrohung scheint die Angst vor Krieg allgegenwärtig zu sein. Dann fragen sich die Menschen, ob sie sich amüsieren dürfen – oder ob sie sich ganz den tragischen Berichten widmen müssen.

    Alltagsleben und Angst vor Krieg – lässt sich das vereinbaren?

    Ein schlechtes Gewissen hilft weder ihnen noch den Menschen in den Kriegsgebieten. Wer angenehme Dinge unternimmt und Freude erlebt, sammelt neue Kraft. Diese hilft dabei, die schwierigen Phasen besser zu bewältigen.

    Die Angst vor einem Atomschlag oder vor Unruhen ist zwar begründet, doch sie bringt kaum etwas Positives hervor. Wer trotzdem aus seiner Angst heraus handeln möchte, hat dennoch gewisse Möglichkeiten.

    Möglichkeiten der positiven Beteiligung:

    Weniger Nachrichten

    Nachrichten und soziale Medien reduzieren

    Im Fernsehen und im Internet tauchen ständig neue Berichte auf. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen, dazu die vielen Experten-Meinungen, Hintergrundinfos und mögliche Zukunftsszenarien: Diese Flut an Nachrichten belastet die Menschen.

    Eine objektive Berichterstattung ist unverzichtbar, um auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben und die Realität zu sehen. Doch zu viele Informationen können verunsichern.

    Zudem basieren nicht alle Nachrichten auf zuverlässigen Quellen. Selbst renommierte Zeitungen arbeiten teilweise mit der Angst der Menschen, da sich diese besser verkaufen lässt. 

    Digital News Detox

    Mit Digital Detox lässt sich die Informationsflut für eine Weile abschalten. So können bestimmte Zeiten für andere Dinge genutzt werden – so entsteht ein Gegenpol zu den schlechten Nachrichten aus Kriegsgebieten. Eine Handysucht ist durch den ständigen Konsum von Nachrichten ein großer Verstärker der Angst vor dem Krieg.

    Unterschiedliche Wahrnehmung

    Der Krieg als Angstmacher oder als Randerscheinung?

    Die massive Bedrohung durch Krieg löst große Angst aus – lässt jedoch einige Menschen eher unbeeindruckt.

    Jeder reagiert auf seine Weise auf die Berichte. Einige zucken lediglich die Schultern, weil sie sich sagen, dass sie ohnehin nichts dran ändern können.

    Andere bekommen Herzrasen, wenn sie Bilder von Kriegshandlungen sehen. Auch durch die mediale Darstellung und die individuelle Wahrnehmung der Bürger kommt es zu verschiedenen Reaktionen.

    Panik durch die Medien

    Problematisch wird es, wenn die Medienkanäle die Angst noch verstärken, indem sie schlimmste Prognosen beschreiben. Da fällt es schwer, sich zu distanzieren.

    Keine Nachrichten kurz vor dem Schlafen

    Wer sensibel auf die Nachrichten reagiert, sollte sie nicht spät am Abend sehen. Ansonsten begleiten einen die schlimmen Bilder und stören den ruhigen Schlaf.

    krieg-therapie-angst

    Therapie bei starker Angst

    Hilfe bei zu großer Angst vor Krieg
    Gespräche

    Die Angst vor Krieg ist bis zu einem gewissen Grad normal, sagen die Psychotherapeuten und Psychologen, und sie sollte auszuhalten sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Angstpatienten alleine damit klarkommen müssen. Besser ist es, über die Ängste zu sprechen. Im vertrauten Gespräch mit engen Verwandten oder Freunden lassen sich die Sorgen teilen.

    Professionelle Therapie

    Auch eine Psychotherapie ist eine sinnvolle Option. Hier sprechen die Betroffenen mit professionellen Therapeuten, die Ihnen Tipps zur Angstlinderung geben. Bei einer starken Angststörung verschreiben die Psychotherapeuten eventuell Medikamente zur Beruhigung oder gegen Depressionen.

    Meditative Übungen

    Meditation, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen helfen vor allem bei körperlichen Symptomen. Mit Yoga und anderen bewährten Techniken lösen sich physische Anspannungen. Dies wirkt sich positiv auf die Psyche aus.

    Sofort Hilfe

    Schnelle Hilfe bei akuter Not

    Die Deutsche Telefonseelsorge ist ein guter Ansprechpartner bei akuten Ängsten. Hier helfen qualifizierte Mitarbeiter, die bedrückende Situation durchzustehen – kostenfrei, kompetent und anonym.

    Therapeuten finden

    Kommunikation hilft: Wer nicht mit Familie und Freunden über die starke Angst vor Krieg sprechen kann, oder dadurch zu wenig Hilfe verspürt, kann sich mit Therapeuten austauschen.

    Über das Portal Jameda lässt sich ein Therapeut in unmittelbarer Nähe finden. Auch Anfrage kann dieser Therapeut vielleicht auch eine Online Beratung anbieten. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Übersicht:
      Add a header to begin generating the table of contents

      Beitrag gefallen? Jetzt teilen:

      Facebook
      Twitter
      LinkedIn
      WhatsApp
      Telegram
      Email
      angst-vor-krieg-linderung-tipps
      Für volle Größe anklicken

      Quellen:

      1. The Different Types of Doomsday Phobias – Verywell Mind
      2. How to cope with World War Three anxiety | Metro News

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

      Scroll to Top