Angst vor dem Tod

Thanatophobie - übersteigerten Angst vor dem Tod und dem Sterben

Menschen mit einer Thanatophobie leiden unter der übersteigerten Angst vor dem Tod. Sowohl gesunde Menschen aller Altersklassen als auch kranke oder sterbende Personen können eine Thanatophobie entwickeln.

Eine zu starke Angst kann den Alltag beeinträchtigen und zu depressiven Verstimmungen führen. Wir berichten wie die Angst entsteht und was man dagegen unternehmen kann. Tatsächlich gibt es verschiedene Selbsthilfemaßnahmen und Therapieoptionen um den Umgang mit der Angst vor dem Sterben zu erlernen und die Furcht zu lindern.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Eine Thanatophobie bezeichnet die klinische Angst vor dem Sterben. Sie zählt zu den spezifischen Angststörungen, wird aber nicht als eigene Krankheit klassifiziert. 

    Betroffene leiden unter der übersteigerten Angst vor dem Tod. Dies kann sowohl gesunde Menschen jeden Alters betreffen als auch solche, deren Lebensende durch Krankheit oder fortschreitendes Alter näher rückt.

    Die meisten Menschen fürchten sich vor dem Tod. Übertriebene Angst kann jedoch zu Depressionen und anderen seelischen Belastungen führen.

    Wenn die Furcht vor dem Sterben zu groß wird und das tägliche Leben und die Psyche stark beeinträchtigt, ist eine Therapie ratsam. Mit einem Experten lassen sich Bewältigungsstrategien erlernen. 

    Angst vor dem Tod erkennen

    Die Thanatophobie zählt zu den spezifischen Phobien, gilt aber nicht als eigene Krankheit. Den Gedanken an den Tod findet so gut wie jeder beängstigend.

    Bei Betroffenen einer Thanatophobie verwandelt sich diese Angst in regelrechte Panik. Es können sowohl jüngere und gesunde Menschen unter übersteigerter Todesangst leiden.

    Die Angst vor dem Unvermeidbaren kann Betroffene auf Dauer in einen Zustand versetzen, bei welchem chronische Angstzustände ein normales Berufs- und Sozialleben unmöglich machen.

    Die Betroffenen werden von ihrer Angst und weiteren negativen Denkmustern nahezu gelähmt und fallen in einen Angstkreislauf.

    Viele leiden neben starker Furcht unter Unruhe, Schuldgefühlen, Traurigkeit und Wut.

    Weitere Symptome für eine Thanatophobie sind unter anderem:
    Gut zu wissen

    Der Begriff Thanatophobie hat seinen Ursprung in Griechenland. Thanatos bedeutet Tod, weshalb in der griechischen Mythologie der Gott der Toten und der Unterwelt diesen Namen trug.

    Wer hat am häufigsten Angst vor dem Tod?

    Sowohl Männer, doch leicht vermehrt Frauen haben Angst vor dem Tod. Des Weiteren betrifft diese Angststörungen kaum bestimmte Altersgruppe, sondern macht Menschen quer durch Generationen und Gesundheitslevels zu schaffen. Doch es sind meist die jüngeren die den Tod selbst fürchten während die älteren Personen den Sterbeprozess fürchten.

    Todesangst oder Sterbensangst?

    Leiden Sie unter der Angst vor dem Tod oder der Angst vor dem Sterben? 

    Zwischen diesen beiden Ängsten gilt es zu unterscheiden, denn darin gibt es Unterschiede.
    Angst vor dem Tod

    Todesangst wird normalerweise als Angst vor dem beschrieben, was nach dem Tod passiert, vor den Folgen des Todes. Zum Beispiel kommt die Todesangst vieler Menschen daher, dass sie eine schwierige Zeit mit der Ungewissheit darüber haben, was mit uns passiert, nachdem wir gestorben sind. Todesangst ist gewissermaßen eine Existenzangst.

    Angst vor dem Sterben

    Bei der Angst vor dem Sterben hingegen geht es um den Prozess des Sterbens – insbesondere um den Schmerz und das Leiden, die mit dem Sterben sein können. In diesem Fall könnte die Angst vor dem Tod etwas viel Spezifischeres sein, wie die z.B. Ängste davor, wie schmerzhaft der Leidensprozess bei einer Krebserkrankung sein wird. Auch die Angst während des Sterbens alleine zu sein, spielt hierbei eine Rolle.

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    Auslöser für die Angst vor dem Tod

    Einschneidende traumatische Erlebnisse und die generelle Erziehung prägen unser Erwachsenenleben und können Ängste schüren. Oftmals tritt starke Angst als Begleiterscheinung von anderen seelischen Erkrankungen auf, beispielsweise bei Depressionen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung.
    Schwere Krankheitern

    Vor allem Personen, die unter einer unheilbaren tödlichen Krankheit leiden, beispielsweise Krebs oder deren Lebensende aufgrund des voranschreitenden Alters näher kommt, sind oft von starker Todesangst betroffen.

    Traumatische Ereignisse

    Einschneidende traumatische Erlebnisse und die generelle Erziehung prägen unser Erwachsenenleben und können Ängste schüren. Oftmals tritt starke Angst als Begleiterscheinung von anderen seelischen Erkrankungen auf, beispielsweise bei Depressionen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung.

    Tod in der Familie verstärkt Ängste

    Nach dem Tod eines geliebten Menschen beginnen viele Angehörige und Bekannte, sich mit dem Sterben zu beschäftigen. Wenn bei Familienmitgliedern oder Freunden plötzlich eine schwere Erkrankung festgestellt wird, sorgen sich viele und fragen sich, ob sie selbst diese Veranlagung ebenfalls besitzen.

    Weitere Faktoren:

    Natürliche Angst vor dem Tod ist normal

    Eine Thanatophobie ist kein Grund für Scham.

    Der Tod wird meist ausnahmslos mit negativen Dingen assoziiert, beispielsweise mit Schmerzen, Dunkelheit und Verlust. Allein die Tatsache, dass niemand mit Sicherheit weiß, was nach dem Tod geschieht, ist für viele Menschen verständlicherweise sehr beunruhigend.

    Es ist ganz natürlich, Angst vor dem Sterben zu haben. Bis zu einem gewissen Grad kann diese Angst sogar etwas Gutes bewirken, wenn Betroffene dadurch beginnen, mehr auf sich zu achten und einem gesunden Lebensstil folgen. Durch eine gesunde Angst vor dem Tod oder möglichen lebensbedrohlichen Situationen werden auch weniger riskante Entscheidungen getroffen. 

    Angst nicht gewinnen lassen

    Wenn die Furcht vor dem Tod allerdings überhandnimmt und zu einer chronischen Angststörung wird, kann es belastend werden. Personen, die tagtäglich unter Angst leiden, verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, sich zu sorgen, statt sie zu genießen.

    Mit einem gesunden Lebensstil ist es möglich, seinen Aufenthalt auf dieser Welt so weit wie möglich zu verlängern. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dafür sorgen, gefährliche Krankheiten frühestmöglich zu entdecken und zu behandeln. 

    Menschen mit einer Thanatophobie, denen dieser Gedanke große Angst beschert, sollten über die Möglichkeit einer Therapie nachdenken. Dort können Bewältigungsstrategien erlernt werden, um mit der aufkommenden Angst künftig besser umzugehen. 

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    Tipps gegen die Angst vor dem Tod

    Der wohl allerwichtigste Aspekt ist eine offene Kommunikation, denn das Thema: „Angst or dem Tod“ zu verdrängen kann die Ängste verstärken. 

    Gespräche über den Tod

    Der Tod kein Thema, worüber die meisten Menschen locker reden können. Umso wichtiger ist es aber dieses Thema auch mit Personen bei denen es möglich ist, auszusprechen. Wenn Sie authentischere Gespräche über das Thema Tod führen können, wird dies dazu führen, dass Sie sich mit Ihren Ängsten viel weniger allein fühlen. Und wenn Sie sich weniger alleine fühlen, ist es viel einfacher, sie auf gesunde Weise zu verarbeiten.

    Katastrophendenken ablegen

    Einer der häufigsten Auslöser für die Todesangst ist ein Katastrophendenken was auch als Katastrophisieren bezeichnet wird. Damit wird eine kognitive Verzerrung beschrieben, bei denen man immer vom schlimmst möglichsten Szenario ausgeht. Dieses Muster abzulegen ist nicht leicht, aber machbar. Hilfreich hierfür ist eine kognitive Umstrukturierung, um das Gehirn zu trainieren, "realistischer" zu denken.

    Die Grundidee hinter der kognitiven Umstrukturierung ist, dass sich angewöhnt wird, sich bei diesen negativen Gedanken selbst zu ertappen. Anschließend werden diese unrealistischen, negativen Gedanken zu realistischeren und positiveren Gedanken ummodifiziert. Hierbei können vor allem Therapeuten mittels einer kognitiven Verhaltenstherapie helfen.

    Gesund Leben

    Sportliche Betätigung und eine ausgewogene Ernährung können den Körper in bester Gesundheit halten und das Risiko für verschiedene Erkrankungen senken. Dadurch ist es möglich, die Lebenserwartung zu erhöhen. Natürlich wird durch einen gesunden Lebensstil auch die Stimmung grundlegend positiv beeinflusst.

    Entspannungstherapien

    Chronische Angstzustände versetzen Menschen in enormen Stress. Um den hohen Stresspegel zu senken, sind Entspannungsmaßnahmen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung sowie Yoga gute Methoden. Diese ermöglichen es Betroffenen, bestimmte Atemtechniken zu erlernen und Angst besser bewältigen zu können. Sie tragen zu einem gesteigerten Körper- und Selbstwertgefühl, was Unsicherheiten und Angst womöglich verringert.

    Professionelle Hilfe

    Bei chronischer und übersteigerter Todesangst ist es oft nicht möglich, sich alleine aus dem Angstkreislauf zu befreien. Sich einzugestehen, dass man Hilfe benötigt, ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung. Ein Spezialist kann dabei helfen, die eigene Angst zu erforschen und zu lindern, sodass diese das alltägliche Leben nicht länger beeinflusst.

    Behandlung der Todesangst

    Wenn die Tipps gegen der Angst vor dem Tod nicht helfen, ist eine Behandlung ratsam.

    Eine Psychotherapie ist eine Möglichkeit, die Ursachen für die starke Angst zu suchen. Dabei werden unverarbeitete und unterdrückte Gefühle und Konflikte aufgearbeitet, wodurch eine Besserung möglich ist. 

    Auch eine kognitive Verhaltenstherapie birgt Chancen für eine dauerhafte Verhaltensänderung. Dabei werden bestehende problematische Denk- und Verhaltensmuster als solche identifiziert und durch alternative Handlungsweisen ersetzt. 

    In manchen Fällen wurde eine erhebliche Verbesserung durch Hypnosetherapien bewirkt. Bei einer sogenannten auflösenden Hypnose wird das aktive Denken ausgeschaltet, welches im wachen Zustand Gefühle überdecken kann. Dadurch kommen verborgene und unterdrückte Probleme zum Vorschein. Nachdem diese ausgedrückt werden und nicht länger verdrängt sind, nimmt die Angst ab.

    Hilfe für Sterbende

    Für kranke oder ältere Menschen, die sich vor dem langsam näher rückenden Lebensende fürchten, kann eine Gesprächstherapie hilfreich sein.

    Viele Betroffenen empfinden den Besuch einer Selbsthilfegruppe als erleichternd, da sie sich dort mit Gleichgesinnten austauschen können, die sie verstehen und vielleicht hilfreiche Tipps im Umgang mit der Angst haben. Auch eine Sterbebegleitung ist eine helfende Option.

    Dabei unterstützen ausgebildete Experten die Betroffenen in den letzten Wochen vor ihrem Tod und trösten sie, damit sie nicht allein sind.  

    Bei einer Thanatophobie Hilfe suchen

    Vielen Menschen, die unter übersteigerter Angst leiden, kommt fremde Hilfe wie eine Niederlage vor.

    Tatsächlich ist es ohne Unterstützung aber kaum möglich, aus einem Kreislauf der übersteigerten Angst auszubrechen. Zudem verschlimmern sich Symptome und Beschwerden in der Regel, wenn sie nicht ausgesprochen und behandelt werden. Viele Betroffene fürchten sich allerdings zu sehr, um einen Experten aufzusuchen. Dies kann an der Angst liegen, sich Fremden zu öffnen, oder an einer generellen Arztphobie

    Bekannte Hilfsangebote:

    Über Jameda können Ärzte und Psychologen in der Umgebung gesucht werden. Auf Plattformen wie Instahelp oder Mentavio können Psychologen über das Internet konsultiert werden. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Thanatophobia: Definition, Symptoms, Causes, Treatment – verywellmind.com
      2. Death anxiety – Wikipedia

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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