Präventiophobie

Angst vor Vorsorgeuntersuchungen

Der Gang zum Arzt ist für viele Menschen nicht immer angenehm, aber bei Schmerzen und Beschwerden bleibt uns oft keine andere Wahl. Bei Vorsorgeuntersuchungen, die sich beispielsweise auf Darmkrebs beziehen, sind Menschen wiederum oft geteilter Meinung. Sie vermeiden ihre Vorsorgeuntersuchung, weil die Angst vor der Untersuchung größer ist als die Angst vor dem Krebs. Dabei sind Vorsorgeuntersuchungen harmlos und können oftmals Leben retten. Wir werfen ein Blick auf die „Präventiophobie“ und wie sie sich verhindern lässt. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Warum sollten gesunde Menschen einen Arzt aufsuchen? Mehr als acht Millionen Deutsche haben sich diese Frage nicht gestellt und sind zur kostenlosen Darmkrebsvorsorge gegangen. Dadurch ließen sich 145.000 Todesfälle verhindern.1Felix Burda Stiftung | www.felix-burda-stiftung.de
    Dies ist ein erster, wenn auch kleiner Schritt in die richtige Richtung.

    Krebs kann durch die rechtzeitige Vorsorge erkannt und verhindert werden. Voraussetzung dafür ist der regelmäßige Gang zur Vorsorgeuntersuchung. Dies wird längst nicht von allen Menschen in Deutschland erkannt. Es herrscht häufig die Meinung vor, sind keine Beschwerden vorhanden, brauche ich keinen Arzt. Doch auch ohne Beschwerden sind Vorsorgeuntersuchungen wichtig, um auch weiterhin gesund zu bleiben und Erkrankungen möglichst frühzeitig zu erkennen. 

    Vielen Deutschen ist bewusst, dass sie die Möglichkeit haben, Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen. Doch die Termine werden letztlich nicht wahrgenommen. Für viele Menschen ist Krebs ein Tabuthema. Hinzu kommt die Angst vor Ärzten und den nötigen Behandlungsmethoden. Wie bei jeder Phobie setzen die Betroffenen alles daran, das Ereignis hinauszuzögern oder komplett zu umgehen.

    Dieses Vermeidungsverhalten führt dazu, dass sich Krankheiten entwickeln, die durch eine Vorsorge im frühen Stadium erkannt und geheilt werden können. Die Angst vor der negativen Diagnose im Sprechzimmer kann entkräftet werden, denn bei gerade einmal einem Prozent der zur Darm-Vorsorge erschienenen Patienten lautet die Diagnose tatsächlich Darmkrebs.

    Ins Leben gerufen wurde die Präventiophobie durch die Felix Burda Stiftung.

    Wie äußert sich eine Präventiophobie?

    Die Präventiophobie kann verschiedene Ängste in sich vereinen. Meist liegt eine allgemeine Angst vor Krankheiten zugrunde. Spezifisch kann mit der Kanzerophobie eine spezielle Angst vor Krebs vorliegen. 

    Die Vorsorge kann mit einer ungewissen Diagnose einhergehen. Viele Menschen fürchten das Ungewisse, welches ihr bisheriges Leben durcheinandergeraten lässt. Hinzu kommen die Angst vor dem Arzt selbst und die Ungewissheit vor der Untersuchung, die einen erwartet.

    Die Präventiophobie kann sich auch auf Berührungen und näheren Körperkontakt bei der Untersuchung beziehen. Betroffene fürchten, während der Untersuchung mit Keimen in Kontakt zu kommen, die Erkrankungen auslösen könnten. Derartige Ängste haben besonders während der Corona-Pandemie viele Menschen von einem Arztbesuch abgehalten.  

    Der Vorsorge skeptisch entgegenzusehen, ist eine normale Reaktion. Als krankhaft betrachtet werden, muss die Situation erst, wenn sich die folgenden Symptome einstellen und bereits Tage vor dem Termin der Gedanke an die Vorsorgeuntersuchung nahezu unerträglich wird.

    Folgende Symptome können eine Präventiophobie begleiten:

    Daraus können regelrechte Panikattacken entstehen. Diese sind mit einem schweren Krankheitsgefühl verbunden und das Wahrnehmen der Vorsorgeuntersuchung wird tatsächlich unmöglich.

    Meist steht die Präventiophobie nicht für sich, sondern tritt im Zusammenhang mit anderen Ängsten auf. Dann wird von einer generalisierten Angststörung gesprochen. Diese kann die Lebensqualität der Patienten stark einschränken und sollte im Rahmen einer Verhaltenstherapie behandelt werden.

    Die häufigsten Ängste beziehen sich auf:

    Wohl am häufigsten versäumt, werden die jährlich empfohlenen zahnärztlichen Vorsorgetermine. Die Angst vor Zahnärzten ist derart weit verbreitet, dass sie mit „Dentophobie“ eine eigene Bezeichnung trägt und eine Anerkennung als psychische Erkrankung besitzt.

    Ursachen einer Präventiophobie

    Die Ursachen einer Präventiophobie können vielfältig sein und müssen sich nicht auf den behandelnden Arzt oder die mit der Vorsorge verbundene Untersuchung beziehen. Um einer Präventiophobie auf den Grund zu gehen, ist daher eine individuelle Ursachenforschung notwendig.

    Mögliche Ursachen sind:

    Das Negativbild von Vorsorgeuntersuchungen wird in jüngster Zeit auch vermehrt durch (Fehl-)Informationen aus dem Internet bestärkt. Wer sich übermäßig mit möglichen Erkrankungen, die sich durch die Vorsorge aufdecken lassen, befasst, kann eine ernst zu nehmende Hypochondrie entwickeln.

    Was Präventiophobie so gefährlich macht

    Ängste sind für den Betroffenen etwas sehr Unangenehmes und akut Bedrohliches. Ängste allein lösen allerdings keine Erkrankungen aus, wenngleich Ängste zu Panikattacken werden können, die die Gesundheit belasten. Bei der hier beschriebenen Präventiophobie spielen Betroffene allerdings ganz akut mit ihrem Leben, wenn sie Vorsorgeuntersuchungen vermeiden.

    In jüngster Zeit ist es nicht nur die Untersuchung selbst, die Bedenken macht, sondern es spielt häufig auch die Angst vor einer möglichen SARS-CoV2-Infektion eine Rolle. Die Felix Burda Stiftung betont die hervorragende Hygiene während der Darmkrebsvorsorge-Untersuchung.4Mit einem Augenzwinkern zur Darmkrebsvorsorge | burda.com

    Darmkrebs zählt zu den wichtigsten Erkrankungen, die durch eine Vorsorge früh erkannt und entsprechend behandelt werden können. 

    Darmkrebs verursacht im Anfangsstadium keine Beschwerden. Die als Vorstufe von Darmkrebs geltenden Adenome und Polypen werden bei der Vorsorge entdeckt und unverzüglich entfernt. Damit kann eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung Darmkrebs ausschalten, bevor er Beschwerden verursacht und die Gesundheit gefährdet.

    Vorsorge-Untersuchungen als Kassenleistung

    Jedem gesetzlich Krankenversicherten stehen kostenlose Vorsorgeuntersuchungen zu. Dabei werden Krankheitsbilder berücksichtigt, die bei ihrer Früherkennung eine gute und gezielte Behandlung ermöglichen.

    Zu den häufigsten Todesursachen zählen Tumore und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.5Häufigste Todesursachen | de.statista.com Bereits seit Anfang der 1970-er Jahre bieten die gesetzlichen Kassen eine Krebsfrüherkennung an.6Krebsfrüherkennung – Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016 | krebsdaten.de

    Wer unter einer Präventiophobie leidet, versagt sich eine ganze Reihe an wichtigen Vorsorgeuntersuchungen, die seine Gesundheit schützen und bewahren können. Zu Bedenken gilt es auch, dass es sich um Leistungen handelt, für die wir alle regelmäßig Beiträge zahlen. Damit verschenken wir nicht nur die Chance auf Früherkennung von Krankheiten, sondern auch bares Geld.  

    Darmkrebsvorsorge:

    jährliche Untersuchung von Dickdarm und Rektum, bei Frauen und Männern ab 50 Jahren

    Brustkrebsvorsorge:

    bei Frauen zwischen 50 und 79, Mammografie alle zwei Jahre

    Prostatakrebsvorsorge:

    jährliche Genitaluntersuchung, ab 45 Jahren Tastuntersuchung der Lymphknoten

    Hautkrebsvorsorge:

    Ganzkörperuntersuchung Frauen und Männer ab 35 Jahren, Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre

    Zahnvorsorge:

    zweimal jährlich ab 18 Jahren

    Die APPzumARZT hilft, den Überblick über anstehende Vorsorgeuntersuchungen zu behalten und schließt alle genannten Präventions-Leistungen ein.

    Wenn die Präventiophobie zur einer Gefahr wird

    Wer Vorsorgeuntersuchungen vermehrt nicht wahrnimmt, spielt mit seiner Gesundheit. Auch wenn er aktuell keine Beschwerden verspürt, ist dies kein Freifahrschein auf körperliche Gesundheit. Wird kein Arzt aufgesucht, kann keine Diagnose gestellt werden. 

    Darmkrebs ist im Frühstadium erkannt meist heilbar. Bleibt sie unerkannt, verschlimmert sich die Krankheit und erreicht schließlich ein Stadium, welches schwer behandelbar ist. Gleiches passiert bei allen anderen genannten Krebsarten. Im Extremfall besitzt die aus Angst nicht wahrgenommene Vorsorge tödliche Folgen. 

    Laut verschiedener Umfragen wissen die meisten Menschen, dass sie Angebote zur Darmkrebsvorsorge wahrnehmen können. Die Möglichkeit der Prävention wird jedoch nach wie vor zu wenig wahrgenommen. Nach den Gründen befragt, äußern die Betroffenen ihre Beschwerdefreiheit als Grund, die Prävention nicht für notwendig zu erachten. Ein nicht unerheblicher Teil nennt Angst vor der Untersuchung als Grund.2Vorsorgeuntersuchungen Nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen | krankenkassen.de

    Motto der Felix Burda Stiftung

    Felix Burda Stiftung macht sich stark gegen Präventiophobie

    Mit Herzblut und einem Augenzwinkern macht sich die Felix Burda Stiftung für die Darmkrebsvorsorge stark. Der Hintergrund: Bei Felix Burda wurde Darmkrebs festgestellt. Die Diagnose traf ihn im Alter von 31 Jahren. Zwei Jahre später stirbt Felix Burda. Dies war im Jahr 2001. Seither trägt eine Stiftung seinen Namen, die gleichzeitig sein Vermächtnis ist und Menschen vor einem derartigen Schicksal bewahren möchte.

    Die Mutter von Felix Burda, Dr. Christa Maar betont die Notwendigkeit, den Teufelskreis der Präventiophobie zu durchbrechen. Trotz flächendeckend angebotener Vorsorge sind jährlich etwa 60.000 Neuerkrankungen zu verzeichnen und circa 24.000 Menschen sterben an Darmkrebs3Gegen die „Präventiophobie“ | proposgesund.de
    – einer Krebserkrankung, die sich durch die regelmäßige Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen beinahe vollständig vermeiden ließe. 

    Die Problematik Darmkrebs soll durch die Präventiophobie-Kampagne ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Die Vorsorge ist schmerzfrei und sicher. Bei einer Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium wiederum ist eine Behandlung und vollständige Heilung deutlich schwieriger. 

    Was hilft gegen Präventiophobie?

    Wer Angst vor Krankheiten hat, sollte Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Dies ist einfacher gesagt, als getan, schließlich geht es zunächst darum, die Angst in den Griff zu bekommen und sich mit der Notwendigkeit und dem Sinn des Ganzen anzufreunden.

    Es gibt einige Möglichkeiten, die Angst vor Arzt und Untersuchung in den Griff zu bekommen:

    Ist die Angst derart stark ausgeprägt, dass die Wahrnehmung der Vorsorge unmöglich scheint, wird eine psychotherapeutische Behandlung notwendig. Diese setzt allerdings ebenfalls einen Arztbesuch (beim Psychotherapeuten) voraus. Auf diese Weise entsteht ein Teufelskreis, der nur mit eigener Kraft und eigenem Antrieb durchbrochen werden kann. 

    Menschen mit Präventiophobie können zum Beispiel nach Zahnärzten suchen, die eine Behandlung unter Hypnose anbieten. Wichtig ist, seine Angst als natürliche, wenn auch etwas übersteigerte Reaktion zu begreifen und offen damit umzugehen.

    Tipp: Selbsthilfe bei Angst vor dem Arztbesuch:

    Hilfe annehmen

    Der Gang zur Vorsorgeuntersuchung ist harmlos. Die Untersuchungen sind schnell erledigt und kaum schmerzhaft. Zurück bleibt das gute Gefühl, etwas für seine Gesundheit getan zu haben. Krebs kann Leben zerstören! Wer gesund bleiben möchte, sollte seine Präventiophobie überwinden und Vorsorgetermine wahrnehmen.

    Arzt finden

    Wenn die Chemie zwischen Arzt und Patient stimmt, sind viele Ängste schnell vergessen. Betroffene könnten z.B. die Arztsuche auf Portalen wie Jameda nutzen. Dort können Sie Ärzte in Ihrer Umgebung finden und sich anhand der Patientenbewertungen für einen Mediziner entscheiden, der sich im Umgang mit Angstpatienten als sensibel und erfahren erweist.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Felix Burda Stiftung | www.felix-burda-stiftung.de
      2. Vorsorgeuntersuchungen Nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen | krankenkassen.de
      3. Gegen die „Präventiophobie“ | proposgesund.de
      4. Mit einem Augenzwinkern zur Darmkrebsvorsorge | burda.com
      5. Häufigste Todesursachen | de.statista.com
      6. Krebsfrüherkennung – Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016 | krebsdaten.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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