Angst vor Stalking

Panische Angst vor Stalking - Tipps und Hilfe

Nicht nur bei Prominenten ist Stalking ein Thema. Viele Menschen fühlen sich verfolgt, verstärkt durch die Möglichkeiten von Social Media. Bei einer tatsächlichen Bedrohung ist die Angst vor Stalking durchaus begründet.

Doch ängstliche Personen können sich hineinsteigern und verlieren durch die ständige Angst vor einem möglichen Stalker die Lebensfreude. Die Angst vor Stalking kann bis zum Verfolgungswahn gehen.

Wir klären auf woher die Ängste kommen, wodurch sie verstärkt werden und was man dagegen tun kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Angst tritt vor allem bei Personen auf, die bereits Opfer von Stalking waren. Oft kommen andere Ursachen hinzu, zum Beispiel die Angst vor sexuellem Missbrauch, vor Männern oder vor der Dunkelheit.

    Wer sich extrem vor Stalking fürchtet, geht nur in Begleitung von vertrauten Menschen aus dem Haus. Gelegentlich können Sinnestäuschungen die Betroffenen verunsichern. Ein Rascheln im Laub oder ein Schatten wirkt dann wie ein Zeichen für einen potenziellen Angreifer.

    Wer sich vor Stalking fürchtet, weicht sozialen Kontakten aus und reduziert seine Aktivitäten.

    Einige Menschen vermeiden es, im Dunkeln ihre Wohnung zu verlassen. Wenn bereits andere psychische Störungen vorliegen oder nach traumatischen Erfahrungen können sich auch soziale Phobien entwickeln.

    Um solche Folgen zu vermeiden, brauchen die Betroffenen eine bessere Resilienz. Doch wer bereits Stalking-Opfer gewesen ist, dem fällt es schwer, selbstbewusst und angstfrei aufzutreten.

    Wo beginnt Stalking?

    Ab wann spricht man von Stalking?

    Die Adresse einer Person herausfinden, jemanden beobachten – solange diese Aktivitäten nicht übergriffig sind, handelt es sich noch nicht um Stalking. Gefährlich wird es, wenn die Stalker aggressiv handeln und nicht davon ablassen, obwohl die Handlung unerwünscht ist.

    Von Stalking ist also dann die Rede, wenn die Opfer für mindestens acht Wochen lang belästigt werden. Diese Belästigung beinhaltet einerseits die Verfolgung, andererseits die Bedrohung. Das Angstgefühl der Opfer spielt dabei eine Hauptrolle, denn es führt dazu, dass sie ihre Freiheiten drastisch einschränken.

    Eine spezielle Variante ist das Cyber-Stalking. Hier geht es um die virtuelle Belästigung, beispielsweise durch Mails, Posts und Kommentare in den Social Media.

    Hintergründe zum Stalking

    Stalking gibt es in verschiedenen Varianten
    Zu den charakteristischen Aktivitäten der Stalker zählen:

    Laut einer Statistik sind in Deutschland über 10 % der Bürger bereits gestalkt worden. Allerdings lassen viele Stalker nach kurzer Zeit von ihren Opfern ab. In vielen Fällen dauert die Verfolgung jedoch jahrelang an. Die Betroffenen fühlen sich belästigt und bedroht, teilweise fürchten sie sogar um ihr Leben.

    Geringes Selbstwertgefühl von Stalker

    Bei Stalkern handelt es sich oft um Personen mit einem geringen Selbstwertgefühl. Sie haben Probleme mit Zurückweisung und fühlen sich unberechtigt angegriffen.

    Manchmal sind es Ex-Partner, die mit einer Trennung nicht klarkommen. Sie können die Situation nicht akzeptieren, darum versuchen sie weiterhin, Pluspunkte zu sammeln. Den Opfern gelingt es nicht, einen klaren Schlussstrich zu ziehen, weil die Angreifer nicht richtig zuhören. Die Stalker erkennen ihre eigene bedrohliche Wirkung nicht: Sie möchten doch nur den Partner zurückhaben. Sie sehen nur, dass der andere sie demütigt und verletzt. Dies wiederum kann den Wunsch nach Rache auslösen.

    In anderen Fällen stehen die Stalker in keiner engen Beziehung zum Opfer. In manchen Fällen wird versucht die ihre Bewunderung zu zeigen. Dabei müssen die Zielpersonen nicht immer Berühmt sein. Ärzte, Schönheiten, Social Media Kontakte – es kann schließlich jede Person betreffen.

    Grundsätzlich gibt es zwei Hauptkategorien von Stalkern:

    Die vermeintlich positiven Gefühle der verliebten Stalker können sich in negative Emotionen verwandeln. Empfindliche Personen spüren das und leiden genau deshalb unter der Angst vor Stalking.

    Woran sind Stalker zu erkennen?

    Handelt es sich wirklich um einen Stalker – oder ist die verfolgende Person nur verliebt und möchte dem „Opfer“ nahe sein? Nicht immer bestätigt sich der erste Verdacht.

    Wer die Angst vor Stalking überwinden möchte, kann den vermeintlichen Stalker vorsichtig beobachten. Typische Stalker sind komplexbeladen und schnell beleidigt, sie neigen zu aggressivem Verhalten oder verbergen ihre Emotionen. 

    Angst verfolgt zu werden

    Angst vor Verfolgung und/oder vor Stalking

    Das typische Beispiel ist der Heimweg im Dunkeln: Ängstliche Personen fühlen sich bedroht, wenn sie hören, dass jemand hinter ihnen herkommt. Einige vermeiden solche Situationen, indem sie abends nicht ausgehen – oder nur in Begleitung. Doch ab wann geht der Verfolgungswahn zu weit?

    Das Problem mit der Verfolgungsangst:

    Angstpatienten, die sich verfolgt fühlen, haben die Tendenz, Verschwörungstheorien zu entwickeln. Sie glauben, dass sie ständig in Gefahr sind – dass sie jemand schädigen, verletzen oder sogar töten will.

    Typisch für eine solche Paranoia ist die wahnhafte Weltsicht. Die Betroffenen legen vermeintliche Beweise vor. Vernünftige Argumente erscheinen ihnen als Beleg, dass nur sie alles richtig verstehen, während alle anderen manipuliert werden. Gegen diesen Verfolgungswahn und das damit einhergehende Misstrauen lässt sich wenig ausrichten.

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    Tipps gegen Stalking

    Was kann man gegen Stalking tun?

    Stalking lässt sich zwar nicht komplett vermeiden, doch es gibt Tipps wie Sie weniger häufig als Stalking Opfer in Frage kommen. Dies beinhaltet vor allem Tipps für mehr Privatsphäre. 

    Ignorieren

    Eine eindeutige Nicht-Reaktion zeigt dem Stalker, dass er keine Angst macht. Ob es Geschenke oder Annäherungsversuche sind: Ohne die Aufmerksamkeit des Opfers gibt der Stalker bald auf. Das funktioniert jedoch nicht in allen Fällen.

    Verbale Verteidigung

    Deutliche Worte können die Situation klären. Manche Täter sind sich nicht bewusst, wie aggressiv und aufdringlich sie wirken. Vor allem bei Menschen die Ihnen eigentlich schon bekannt sind, ist ein gemeinsames Gespräch sinnvoll. Zur Sicherheit können auch Zeugen dabei sein. Eine Ermutigung zu einer späteren Aussprache ist nicht empfehlenswert.

    Über Stalking sprechen

    Anstatt das Thema Stalking zu vermeiden, sollten die Betroffenen mit ihrer Familie und ihren Freunden reden. Abhängig von der Situation ist auch ein Gespräch mit den Kollegen oder dem Arbeitgeber empfehlenswert. Vielleicht stellt sich heraus ob man die Situation überschätzt oder es ergeben sich weitere nützliche Verhaltenstipps.

    Privatsphäre schützen

    Persönliche Dokumente, selbst Briefumschläge, sollten nicht im Hausmüll landen. Penetrante Stalker durchsuchen den Müll, um alles über das Privatleben des Opfers herauszufinden. Problematisch sind auch die sozialen Medien, und zwar nicht nur bei Cyber-Stalking. Wer virtuell auftritt, sollte seine Handy- und Telefonnummer nicht veröffentlichen und diese auch nur an vertraute Kontakte weitergeben. Auch Videos und Fotos aus der eigenen Wohnung oder andere vertrauliche Informationen gehören nicht ins weltweite Netz. Schließlich kann das Social Media Profil so stark eingeschränkt werden, dass nur die bekannten Kontakte eine Nachricht senden können. Neue Kontakte sollten demnach nicht ohne weiters angenommen werden.

    Beweise sammeln

    Annäherungsversuche, Mails, Telefonanrufe und Briefe – all das lässt sich dokumentieren. Möglicherweise gibt es Zeugen, die diese Beweisführung unterstützen können. Eine Kamera am Wohnungseingang und andere technische Hilfsmittel erleichtern es, das Stalking festzuhalten. Bei körperlichen Angriffen sollten die Opfer unbedingt einen Arzt oder die Polizei aufsuchen und die Verletzung dokumentieren lassen. Im späteren Verlauf kann dies hilfreich sein.

    Hilfe suchen

    Zeitnah handeln und um Hilfe bitten, eventuell Anzeige erstatten – damit treten die Verfolgten aus ihrer Opferrolle heraus. Je eher sie reagieren, desto besser. Bei Stalking handelt es sich um eine Straftat, sich Hilfe zu suchen sollte daher kein Hindernis sein.

    Kontakt bei Stalking

    Anlaufstellen für Stalking Opfer

    Bei einem Fall von Stalking wenden sich die meisten Opfer zunächst an die Beratungsstelle bei der Polizei. Neben der polizeilichen Kriminalprävention bietet auch der Weiße Ring kompetente Unterstützung im Kampf gegen Stalking. Zudem gibt es hier eine umfassende Opfer-Hilfe. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, eine Detektei zu kontaktieren.

    Tipps gegen Angst vor Stalking

    Tipps gegen übersteigerte Angst vor Stalking

    Die Tipps gegen Stalking bieten keine Garantie, doch sie helfen, das Risiko zu senken. Dennoch leiden viele Menschen unter extremen Angstgefühlen. Sie fürchten, dass sie dem Stalker schutzlos ausgeliefert sind.

    Schon der Gedanke an eine solche Situation führt zu heftigen Angstsymptomen wie Herzrasen, Atemlosigkeit und Schweißausbrüchen.

    Unbegründete Ängst überwinden

    Ängstliche Menschen gehen nach Möglichkeit nur in Begleitung aus und reduzieren ihre Kontakte. Neue Kontaktaufnahmen werden schnell als Stalking abgetan. Dabei wäre es besser, die Angst vor der Angst zu überwinden.

    Die Konfrontation mit der eigenen Angst hilft dabei, weniger eingeschränkt zu leben. Da ist niemand, der sie beobachtet oder verfolgt.

    Die Stärkung der eigenen Resilienz und Selbstliebe ist ein weiterer wichtiger Schritt. Wer sich stark und wehrhaft fühlt, kann sich besser vor Übergriffen schützen. Zudem lässt sich die unbegründete oder übertriebene Angst vor Stalking durch gezielte Übungen lindern.

    Für die Stärkung der psychischen und physischen Widerstandsfähigkeit können die Betroffenen an verschiedenen Kursen teilnehmen:

    Professionelle Hilfe

    Therapeutische Hilfe gegen panische Angst

    Beratungsgespräche bei Experten oder eine psychotherapeutische Sitzungen dienen dazu, die Psyche der Stalking-Opfer zu stärken. Gleichzeitig lernen sie, wie sie mit den Angreifern umgehen. Abhängig von der individuellen Situation kann es nötig sein, frühere Erlebnisse aufzuarbeiten. So lässt die Angst allmählich nach und die Betroffenen können ihr Leben wieder mehr genießen

    Hilfe finden und annehmen:

    Über Jameda lassen sich Therapeuten in der Nähe finden. Auf Rückfrage können einzelne Psychologen eventuell auch eine Online Beratung ermöglichen. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

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      Quellen:

      1. Robin Brockelsby: Overcoming fear after being stalked – TED

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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