TikTok Sucht

Süchtig nach TikTok ? Aufklärung und Tipps zur Überwindung

TikTok ist unter den sozialen Medien stark im Trend und vor allem bei jüngeren Menschen äußerst beliebt. Während die App zwar einen hohen Unterhaltungsfaktor liefert, birgt sie auch eine große Gefahr: Immer mehr Menschen werden süchtig nach TikTok. Wir erklären woran das liegt und ab wann die Verwendung von TikTok problematisch wird.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Ab welchem Zeitpunkt von einer TikTok Sucht gesprochen werden kann, liegt im Auge des Betrachters. Ein Problem wird erst dann zum Problem, wenn es als solches empfunden wird. Eine übermäßige Nutzung von TikTok ist nicht zwangsläufig gleich eine krankhafte Sucht. Wenn die Verwendung von TikTok allerdings den gesamten Alltag beherrscht, Bereiche wie Schule, Soziales Umfeld oder Beruf negativ beeinflusst, kann von einer Sucht gesprochen werden. Auch wenn Entzugserscheinungen auftreten, wenn z.B. einen ganzen Tag noch nicht in die App geschaut werden konnte, sind erste Anzeichen einer Sucht zu erkennen. 

    Die Nutzung der App ist aus Sicht von Experten aus mehreren Gründen problematisch. Nicht nur, weil die App sehr viele Daten über die Nutzer sammelt, sondern auch, weil eine übermäßige Nutzung zu massivem Suchtverhalten führen kann, welches den gesamten Alltag beherrschen kann. Wer TikTok allerdings in Maßen und mit Vernunft nutzt, hat nichts zu befürchten.

    Es gibt verschiedene Wege, die Sucht nach TikTok zu bekämpfen. Einer davon ist ein der konsequente Entzug

    Sehr konsequent wäre es die App direkt vom Handy zu löschen. Eine weitere Methode wäre, sich tägliche Begrenzung zu setzen, wie lange durch TikTok gescrollt werden darf.

    Auf den meisten Smartphones gibt es dazu sogar Einstellungen, die Ihnen Hinweise geben, wann die Zeit abgelaufen ist oder die die App für gewisse Zeit sperren können.

    Wenn die Sucht allerdings so ausartet, dass Selbsthilfe nicht mehr funktioniert, dann sollten sich Betroffene nicht davor scheuen, psychologische Hilfe zu holen.

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    Warum macht TikTok süchtig?

    Gründe warum TikTok süchtig machen kann

    Soziale Medien sind aus der heutigen Welt kaum mehr wegzudenken und beliebter denn je. Gerade Apps wie Instagram und TikTok sind dabei am Boomen.

    Doch alles, was glänzt, hat auch Schattenseiten. Social Media bringt zwar zahlreiche innovative Vorteile, die die Welt positiv verändert haben, gleichzeitig geht Social Media aber auch mit einigen Problematiken einher, wie beispielsweise Suchtverhalten

    Jede Social Media-Plattform birgt eine gewisse Gefahr, zur Sucht zu werden. TikTok ist allerdings einer der Plattformen, die ein besonders großes Potenzial für eine krankhafte Sucht haben.

    Das liegt nicht nur an den unterhaltsamen Inhalten, die dort zu finden sind, sondern vorwiegend an der Funktionsweise der App. 

    TikTok verstärkt Suchtverhalten

    Wir untersuchen, warum Tik Tok so leicht süchtig machen kann.

    TikTok lässt sich als Videoportal beschreiben, auf dem Nutzer selbstgedrehte, kreative Videos hochladen können. Wer sich neu bei der App anmeldet, kann sofort auswählen, welche Kategorien vorwiegend im eigenen Feed angezeigt werden sollen. Unterteilt wird beispielsweise in Humor, Tiere, Reisen oder Tanz.

    Der Feed wird auf diese Weise individuell an den Geschmack der Nutzer angepasst und der Ball kommt ins Rollen. Scrollen die Nutzer durch den Feed, lernt das System die Präferenzen der Nutzer nach und nach immer besser kennen und passt diesen stetig mit neuen ähnlichen Videoempfehlungen an.

    Interaktionen wie Likes, Kommentare oder Replays sind dabei genau so wichtige Indikatoren wie die Tatsache, ob ein Video von Anfang an bis Ende angeschaut worden ist oder geskipped (übersprungen) wurde. Jede einzelne Interaktion hat Einfluss auf den Algorithmus von TikTok.

    Das bedeutet, je länger die App genutzt wird, desto besser erkennt sie Präferenzen und desto mehr entsprechen die angezeigten Videos dem eigenen Geschmack. Zudem können Nutzer anderen Nutzern folgen und auch selbst durch den Bereich „Discoveryneue Inhalte entdecken.

    TikTok arbeitet zudem stetig daran, das Empfehlungssystem weiter zu entwickeln und die Genauigkeit zu verfeinern. So sollen Nutzer so lange wie möglich auf der App gehalten werden.

    Nachteile vom TikTok-Algorithmus

    Während der angepasste Feed zwar eine praktische Funktion ist, die die Benutzung von TikTok vereinfacht, erhöht er gleichzeitig auch die Suchtgefahr deutlich. Wer einmal damit beginnt, sich Videos im individualisierten Feed anzuschauen, kommt nur schwer wieder davon los.

    Die unterhaltsamen Videos packen die Aufmerksamkeit der Nutzer und bombardieren sie durchgehend mit Entertainment. Da die Videos genau dem Geschmack der jeweiligen Nutzer entsprechen, entsteht eine Videosuchtspirale, in der Nutzer wie Fliegen im Spinnennetz kleben bleiben.

    Einfluss von Social Media auf das Gehirn

    Das Posten von Inhalten und die daraus resultierenden Likes und Kommentare haben Einfluss auf das menschliche Gehirn.

    Als soziale Wesen suchen wir Menschen stets nach Bestätigung durch andere Menschen. Diese Bestätigung findet sich auf Social Media-Plattformen wie TikTok besonders leicht. Laden Nutzer selbst Inhalte auf TikTok hoch, werden sie meist gleich mit Likes und Kommentaren belohnt.

    Studien haben gezeigt, dass diese Interaktionen denselben Bereich im Gehirn aktivieren wie beispielsweise Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr oder Drogenkonsum: nämlich das Belohnungszentrum im sogenannten ventralen Striatum. (Quelle)

    Das Gefühl, das dabei entsteht, verleitet die Nutzer immer wieder dazu, die App ständig zu öffnen und nach neuen Benachrichtigungen ausschauzuhalten.

    Warum ist TikTok schädlich?

    Wenn die TikTok Sucht problematisch wird...

    An sich spricht nichts gegen die Verwendung von TikTok. Ganz im Gegenteil sogar, wenn die App mit Vernunft und in Maßen genutzt wird, stellt sie eine gewisse Bereicherung und eine interessante Beschäftigung für die Freizeit dar und kann die Kreativität fördern.

    Doch es gibt auch Kehrseiten: Verliert man bei der Verwendung der App die Kontrolle, kann es problematisch werden. Vor allem dann, wenn der Alltag negativ beeinflusst wird, weil Betroffene sich fast ausschließlich nur noch mit der App beschäftigen, anstatt am echten Leben teilzunehmen. 

    Eine Handysucht ist zwar generell nicht vergleichbar mit der Drogen- oder Alkoholsucht, da es sich nicht um eine körperliche Sucht handelt. Nichtsdestotrotz kann eine TikTok Sucht schädliche Konsequenzen für Betroffene haben. Schulische und berufliche Leistungen können ins Schwanken geraten und reale Sozialkontakte verringern sich.

    Betroffene ziehen sich immer weiter zurück und vernachlässigen dadurch Freunde, Familie aber auch den eigenen Lebenspartner. Dadurch kann es auch zu Konflikten mit Bezugspersonen kommen.

    Anzeichen für eine TikTok Sucht

    Wie kann man prüfen ob man nach TikTok süchtig ist?

    Ab wann ist man TikTok süchtig?

    Ansichtssache oder Fakt? Ab wann nutzt man TikTok zu viel?

    Eine problematische Nutzung liegt allerdings oftmals im Auge des Betrachters. Bei einer exzessiven Nutzung handelt es sich nicht zwangsläufig um eine Sucht. Manche Menschen verwenden TikTok sehr viel, ohne negative Auswirkungen davonzutragen. 

    Fragen, die sich Betroffene ehrlich beantworten sollten, sind: 

    Lautet die Antwort auf diesen Fragen „Ja“, sollten Sie dringend darüber nachdenken, etwas gegen die Sucht zu unternehmen.

    Körperliche Beschwerden nicht ausgeschlossen

    Neben all den sozialen Faktoren kann eine TikTok Sucht allerdings auch körperliche Beschwerden auslösen. Diese kommen meist daher, dass man zu lang auf das Smartphone bzw. einen kleinen Bildschirm schaut.

    Häufige Beschwerden, die durch eine TikTok Sucht ausgelöst werden können:
    Wissenswert: Aktive Onlinezeit steigert sich

    Die Bildschirmzeit ist so hoch wie nie zuvor. Eine Studie von Outsodio, einem Anbieter von Kindersicherungs-Apps, gibt an, dass bereits Kinder zwischen 4 und 15 Jahren durchschnittlich 170 Minuten pro Tag auf TikTok verbringen. Die Covid-19-Pandemie hat die Verweildauer deutlich erhöht, Grund dafür sind geschlossene Schulen und Social Distancing. Doch nicht nur Kinder und Jugendliche sind betroffen, auch Erwachsene bleiben von der TikTok Sucht nicht verschont.

    Tipps gegen TikTok Sucht

    Was kann man gegen die TikTok Sucht machen?

    TikTok Nutzung zeitlich begrenzen

    Um es gar nicht erst zu einer Sucht kommen zu lassen, hilft eine zeitliche Reglementierung. Teilen Sie sich genau ein, wann und wie lange Sie die App verwenden und setzen Sie sich dabei tägliche Limits. Ein Wecker kann nicht nur zum aufwachen sondern auch zur Erinnerung einer Schlafenszeit eingesetzt werden. 

    Die meisten Smartphones bieten mittlerweile die Option, gewisse Apps nach einiger Zeit zeitlich zu sperren oder alternativ Hinweistöne zu geben, wenn die maximale Zeit erreicht wurde. Dadurch schaffen Sie es, Ihre Verweildauer auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.

    TikTok bewusster nutzen

    Machen Sie sich klar, wieso Sie die App verwenden und wie Sie sich dabei fühlen. Halten Sie die Verwendungszeit dabei genau im Auge.

    Überlegen Sie sich außerdem, ob Sie die App für Unterhaltung nutzen oder doch nur aus Angst, etwas zu verpassen. Lösen die Inhalte angenehme Gefühle bei Ihnen aus oder fühlen Sie sich nach der Verwendung von TikTok schlechter? Ist Ihre Antwort in beiden Fällen die letztere Option, sollten Sie überdenken, entweder andere Inhalte auf TikTok zu konsumieren oder aber ganz auf die App zu verzichten.

    TikTok Push Nachrichten abschalten

    Es kann sehr hilfreich sein die Push-Benachrichtigungen von TikTok abzuschalten. Durch diesen Schritt erhalten Sie etwas Distanz zur App und werden nicht dazu getriggert, die App gegen Ihren Willen öffnen zu wollen.

    Sie kontrollieren somit die Nutzung der App und nicht umgekehrt. Keine Angst etwas zu verpassen, sobald die App geöffnet wird, werden Ihnen nicht gesehene Videos nachträglich angezeigt. 

    TikTok App verstecken

    Ist die App auf dem Startbildschirm gesichert, ist auch der Impuls viel stärker, ständig darauf zurückzugreifen zu wollen. Verstecken Sie TikTok daher in einem Unterordner, in den Sie nicht allzu oft hineinschauen.

    TikTok Entzug

    Ein paar Tage lang einen Social Media-Detox einzuhalten, ist nie eine schlechte Idee. Verzichten Sie daher für einige Zeit auf die App und beobachten Sie, wie es Ihnen dabei geht. Legen Sie dazu einen bestimmten Zeitraum fest, beispielsweise eine Woche oder ein gesamtes Wochenende.

    TikTok Login Daten löschen

    Loggen Sie sich dann aus Ihrem Account aus, denn dadurch müssen sie beim automatischen öffnen der App erst wieder alle Daten eingeben. Dies lässt sie überlegen, ob Sie die App jetzt wirklich nutzen möchten? Lohnt sich der Aufwand? Alternativ können Sie die App auch vorerst löschen, schließlich lässt sie sich jederzeit wieder installieren. Doch dadurch wird unbewusst überlegt, wie wichtig es nun wirklich ist, die App zu nutzen.

     Oft werden Social Media Accounts wie bei TikTok unbewusst geöffnet, sobald man das Handy in die Hand nimmt. Der ausgeloggte Account erinnert Sie jedes Mal an Ihren Entzug, wenn Sie automatisch zur App greifen.

    Ablenkung der Handy-Sucht

    Legen Sie das Smartphone immer in guter Entfernung von Ihnen, sodass Sie aufstehen müssten, um an das Handy ranzukommen. Beschäftigen Sie sich außerdem in der Zeit Ihres Detox mit produktiven Beschäftigungen, die Ihnen Spaß machen, die aber meist durch die Handynutzung zu kurz kommen.

    Wenn Sie das Bedürfnis spüren, TikTok öffnen zu wollen, helfen Ablenkungen. Nach einigen Tagen wird der Entzug schon viel einfacher fallen und Sie werden merken, wie abhängig Sie wirklich von der App sind.

    Der letzte Schritt: Account löschen

    Wenn ein Entzug nicht klappen möchte, hilft es, die App vom Handy zu löschen. Sie können die App dabei entweder für absehbare Zeit löschen und dann erneut installieren oder aber endgültig auf die App verzichten. Der Account bleibt nach der Löschung der App erhalten und erscheint, sobald die App wieder heruntergeladen erneut nach Anmeldung.

    Wer sich allerdings für immer von TikTok trennen möchte, kann seinen Account über die Einstellungen der App löschen.

    Therapie gegen TikTok Sucht

    Professionelle Hilfe gegen die Abhängigkeit

    Helfen alle Selbsthilfe-Maßnahmen nicht, ist bei einer starken TikTok Sucht ärztliche Hilfe ratsam.

    Mithilfe einer Psychotherapie kann ein krankhaftes Suchtverhalten erfolgreich behandelt werden. Verzichtet man aus Scham oder Verleugnung bei einer krankhaften TikTok Sucht auf eine Behandlung, können viele negative Faktoren daraus resultieren.

    Während das Suchtverhalten in schweren Fällen oft nicht allein überwunden werden kann und sich dadurch verschlimmert, werden auch schulische bzw. berufliche Leistungen immer schlechter. Zudem isolieren sich Betroffene meist mehr und mehr von ihrer Außenwelt, verlieren den Bezug zur Realität und ein Teufelskreis entsteht.

    Krankhaftes Suchtverhalten wird als psychische Erkrankung eingestuft und daher von Psychologen und Psychotherapeuten behandelt. Sie können sich aber auch als ersten Schritt an Ihren Hausarzt wenden, dieser kann Sie an geeignete Ärzte weiterleiten.

    Da vielen Betroffenen der Weg über dem Hausarzt allerdings zu Schambehaftet ist, kann auch direkt nach Coachings oder Therapeuten gegen Suchtverhalten gesucht werden. 

    Therapeutische Hilfe finden

    Auf jameda.de können Sie zudem passende Therapeuten in Ihrer Umgebung auf eigenständige Weise finden und Erfahrungsberichte lesen. Auf Rückfrage beim einzelnen Therapeut, kann eventuell eine Online-Beratung angeboten werden. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Study Shows that Intensity of Facebook Use Can Be Predicted by Reward-related Activity in the Brain – fu-berlin.de
      2. Qustodio 2020 annual report on children’s digital habits – qweb.cdn.prismic.io

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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