Angst vor Impotenz

Angst vor Erektionsstörungen und Unfruchtbarkeit

Die Angst vor Impotenz ist bei vielen Männern verbreitet, bleibt aber häufig ein Tabu-Thema. Es gibt verschiedene Ursachen und Erfahrungen, die diese Angst auslösen können. Häufig kommt der innere Druck dazu, der die Situation noch weiter verschlimmert. Wir klären auf, woher die Angst vor Impotenz und Erektionsstörungen kommt. Außerdem geben wir Tipps wie die Angst vor dem Versagen im Bett vermindert werden kann und wann es bei Impotenz angebracht sein kann, einen Arzt aufzusuchen. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Es gibt nur wenige Zahlen darüber, wie viele Männer in Deutschland von Impotenz betroffen sind. Die „Kölner Studie“ gibt an, dass etwa 19 % der Männer an einer erektilen Dysfunktion leiden. Die Studie zeigt zudem, dass die Zahl der Betroffenen mit steigendem Alter zunimmt. Da unter Impotnez aber nicht nur Erektionsstörungen sonder auch die Anejakulation und Sterilität verstanden wird, gibt es darüber wenige Zahlen welche all diese Krankheitsbilder der Impotenz berücksichtigen.

    Von einer Impotenz im Sinne von Erektionsstörungen, wird erst dann gesprochen, wenn über einen Zeitraum von 6 Monaten, in mehr als 50 % der Fälle, keine für den Geschlechtsverkehr zufriedenstellende Erektion aufgebaut werden kann. 

    Ja, Impotenz kann behandelt werden. Wie die Behandlung genau abläuft, hängt von der Ursache der Erektionsstörung ab. Sind psychische Faktoren der Auslöser, kann meist sogar schon eine Psychotherapie helfen. Bei körperlichen Ursachen können auf Verschreibung eines Arztes verschiedene Medikamente eingenommen werden.  

    Was ist Impotenz?

    Impotenz in Kürze erklärt:

    Impotenz bezeichnet verschiedene Formen der Zeugungsunfähig. Dies kann sowohl die Erektion, als auch die Fruchtbarkeit betreffen. Wird im Volksmund von Impotenz gesprochen, ist damit allerdings meist die Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) gemeint. Bei einer erektilen Dysfunktion können Männer keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion aufbauen oder diese nicht lange genug halten. Impotenz kann sowohl dauerhaft als auch in kurzfristigen Phasen auftreten.

    Bei einer erektile Dysfunktion wird der Penis des Mannes bei einer Erektion nicht steif genug, oder die Erektion hält nicht lang genug an. Mediziner bezeichnen diesen Zustand mit den Worten „Unvermögen, den Beischlaf befriedigend auszuführen“. Aus einer erektilen Dysfunktion ergibt sich in vielen Fällen, dass der Geschlechtsverkehr nicht mehr befriedigend vollzogen werden kann.

    Dabei ist zu unterscheiden, wie häufig die ausbleibende Erektion auftritt. Impotenz kann sowohl ein dauerhafter Zustand sein, als auch nur phasenweise auftreten. Das hängt in vielen Fällen davon ab, was die Ursache für die erektile Dysfunktion ist. 

    Mediziner diagnostizieren Impotenz dann, wenn die Erektion in mehr als 50 % (etwa 70 %) der Fälle ausbleibt und dies mindestens über einen Zeitraum von sechs Monaten berichtet wird. Man geht davon aus, dass jeder Mann im Laufe seines Lebens einmal unter einer phasenweisen Impotenz leidet

    Unterschiede zwischen Erektionsstörungen und Unfruchtbarkeit

    Bei einer Erektionsstörung (Impotentia coeundi) wird der Penis des Mannes nicht steif genug, um Geschlechtsverkehr zu haben. Der Samenerguss kann häufig nicht kontrolliert werden und kommt verfrüht oder verzögert. Kommt es aufgrund der mangelnden Erektion zu keinem Samenerguss, kann somit auch die Erektionsstörung als Unfruchtbarkeit ursächlich sein.

    Impotenz kann auch den Zustand der Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi) beschreiben. Der Mann hat dabei eine normale Erektion und kann Geschlechtsverkehr haben. In seinem Sperma befinden sich aber keine oder zu wenige Spermien, um ein Kind zu zeugen.

    Bei einer Anejakulation (impotentia ejaculandi) ist schließlich davon die Sprache, das kein Samenerguss möglich ist, obwohl eine ausreichende Erektion aufgebaut werden kann. 

    Ursachen für Impotenz

    Impotenz im Sinne einer Erektionsstörung kann verschiedene Ursachen haben. Ob diese dauerhaft oder nur kurzfristig ist, hängt meistens von dem Auslöser ab. Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwischen körperlichen und psychischen Auslösern für Impotenz.

    Körperliche Ursachen

    Es gibt verschiedene körperliche Krankheiten, die Impotenz im Sinne einer erektilen Dysfunktion auslösen können. Die Forschung ist hier schon sehr weit und hat die Zusammenhänge zwischen Erektionsstörungen und bestimmten Krankheiten ausführlich aufgeklärt. 

    Zu diesen Krankheiten zählen beispielsweise:

    Männer, die an Diabetes erkrankt sind, leiden häufig auch unter Erektionsstörungen. Das liegt daran, dass sich die Zuckermoleküle in den Blutgefäßen lagern. Somit kommt nicht genug Blut im Schwellkörper an und der Penis kann nicht ausreichend steif werden. 

    Ähnlich verhält es sich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie der Gefäßverkalkung: Hierbei sammelt sich Kalk in den Arterien. Das führt ebenfalls dazu, dass nicht genug Blut im Penis ankommt. 

    Gerade die körperlichen Ursachen für Impotenz sind häufig leichter zu diagnostizieren als die psychischen Ursachen. Viele Dinge in unserem Körper hängen zusammen und können durch die Medizin erklärt werden – das macht es auch leichter, sie zu behandeln. 

    Weitere Ursachen können auch die Einnahme von Medikamenten wie Schmerzmitteln, Antidiabetika und Antidepressiva sowie ein übermäßiger Alkoholkonsum sein.  Ob eine Corona Impfung Impotent machen kann, ist noch nicht über Langzeitstudien nachgewiesen.

    Psychische Ursachen

    Bei den psychischen Ursachen gibt es viele verschiedene Auslöser, welche eine Erektionsstörung auslösen können. Häufig ist es bei jungen Männern die Aufregung und im höheren Alter der Stress

    Bekannte Gründe für psychische Erektionsstörungen:

    Darüber hinaus gibt es einige sonstige Ursachen wie religiöse Hemmungen oder bestimmte sexuelle Fetische, ohne dessen Ausübung es zu Erektionsstörungen kommen kann. 

    Manche, insbesondre junge, Männer, leiden häufig unter einem starken inneren Druck, die Frau befriedigen zu müssen. Dieser Leistungsdruck kann schnell dazu führen, dass die Erektion ausbleibt.

    Mediziner beobachten eine erektile Dysfunktion oftmals im Zusammenhang mit Depressionen. So kann es sein, dass die Erektion in stark depressiven Phasen völlig ausbleibt. Fühlt der Betroffene sich besser, kann sich der Zustand wieder normalisieren. Gerade bei den psychischen Ursachen ist die Impotenz stark schwankend und von der Gemütslage abhängig. 

    Das führt in Folge wieder zu noch mehr Ängsten und Druck. Männer geraten dadurch häufig in einen Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist und chronische Erkrankungen wie eine Depression weiter verschlimmern kann. 

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    Warum haben Männer Angst vor Impotenz?

    Die Angst vor Impotenz betrifft fasst jeden Mann. Niemand möchte gerne das Gefühl haben, „versagt zu haben“ oder im Falle eines Kinderwunsches sogar Unfruchtbar sein. Deshalb kann es sowohl eine grundlegende Angst sein, kann aber auch durch vorherige Erfahrungen ausgelöst werden. 

    Häufige Auslöser für eine Angst vor Impotenz:

    Impotenz ist für viele Männer ein heikles Thema, über das sie kaum sprechen. Häufig nicht einmal mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner. Bleibt die Erektion aus, löst das automatisch das Gefühl aus, versagt zu haben.

    Männer stehen deshalb auch ohne Erektionsprobleme unter dem ständigen Druck, „abliefern“ zu müssen. Impotenz passt zudem nicht in das Bild, eines starken Mannes, der für die Familie sorgt und sie beschützt. All diese Stereotypen können dafür verantwortlich sein, dass die Psyche überfordert ist.

    So kann es sein, dass die Angst vor Impotenz genau diese auslöst. Es entsteht eine paradoxe Situation, aus der nur schwer ein Ausweg gefunden werden kann. 

    Vergangenheit

    Die Angst kann aber auch durch frühere Erektionsprobleme entstehen. Wer schon einmal darunter gelitten hat, entwickelt schnell die Angst, erneut Probleme mit der Erektion zu bekommen. Fehlt dem Partner das Verständnis für die Situation, kann auch das ein großer Faktor für die Angst sein.

    Beziehungsprobleme

    Impotenz ist häufig ein Grund für Probleme innerhalb der Beziehung. Sie verstärken die Scham und den Leidendruck um ein Vielfaches, wodurch Männer erneut in einen Teufelskreis geraten. Hier hilft meist nur eine offene Aussprache.

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    Wie lässt sich die Angst vor Impotenz überwinden?

    Die Angst vor Impotenz zeigt sich bei jedem Mann anders und bedarf deshalb auch unterschiedlicher Ansatzpunkte. Sie kann sich beispielsweise darauf beziehen, im Alter Probleme mit der Erektion zu bekommen oder eine neue Partnerin bei dem ersten Geschlechtsverkehr nicht befriedigen zu können. 

    Um die Angst zu bekämpfen und besser mit ihr leben zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer ein starkes Angstgefühl verspürt, sollte sich früh genug um die Überwindung der Impotenz kümmern – sonst kann die Angst im schlimmsten Fall einen Teufelskreis der Erektionsprobleme auslösen.

    Selbstbewusstsein stärken

    Wenn die Angst vor Impotenz aufgrund von Leistungsdruck, sexuellen Hemmungen oder Schamgefühlen geschürt wird, kann es helfen das Selbstbewusstsein zu stärken. Wer sich selbst stark und sicher fühlt, ist meist auch Herr über seine Erektion und hat wenig mit Nervosität zu kämpfen.

    Beispiele für mehr Selbstbewusstsein beim Sex:
    Gut zu wissen:

    Schließlich können auch Potenzmittel dabei helfen, das Selbstbewusstsein zu stärken, da sich somit um die Erektion weniger Sorgen gemacht werden müssten. Der Placebo Effekt ist daher bei vielen Männern mit psychologischer Impotenz umso stärker.

    Gesunder Lebensstil

    Es kann helfen, die Angst vor einer drohenden oder bereits akuten Impotenz durch einen gesünderen Lebensstil zu verringern und die Potenz gleichzeitig zu stärken.

    Alkohol

    Ein hoher regelmäßiger Alkoholkonsum ist beispielsweise schädlich für die Potenz und das Körpergewicht. Beides greift die Durchblutung und Nerven an, was die Impotenz fördert. Alkohol in geringen Mengen ist zwar meist unbedenklich, ein dauerhafter und insbesondere auch ein starker Alkoholkonsum kann die Erektionsstärke allerdings deutlich beeinträchtigen.

    Sport

    Männer, die übergewichtig sind und keinen Sport treiben, sind häufiger von Erektionsproblemen betroffen, als fitte Männer. Regelmäßig zu Ausdauersport oder Muskeltraining zu betreiben, tut dem gesamten Körper und auch der Psyche gut. Damit wird sowohl die körperliche Fähigkeit für eine Erektion als auch das geistige Selbstbewusstsein verbessert.

    Gesunde Ernährung

    Eine gesundere Ernährung ist ebenfalls förderlich für die Potenz. Zum einen trägt diese zu einem besseren Gewicht bei. Zum anderen hält sie beispielsweise die Cholesterinwerte in Schach. Zu hohe Werte begünstigen nämlich Impotenz.

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    Potenzmittel vom Arzt

    Wenn Sie dauerhaft unter einer erektilen Dysfunktion leiden, können Sie einen Arzt aufsuchen. Erinnerung: Diese wird diagnostiziert, wenn in über 70 % der Fälle die Erektion ausbleibt und dies in einem Zeitraum von mindestens sechs Monaten auftritt. Erst dann sehen Ärzte Handlungsbedarf.

    Zunächst wird versucht, die Ursache für die Erektionsprobleme herauszufinden. Dies kann meist auch über einen Fragebogen diagnostiziert werden. Ärzte können Potenzmittel somit auch über das Internet verschreiben. Bei den Medikamenten gegen Impotenz handelt es sich meist um PDE-5-Hemmer welche die Durchblutung im Penis verbessern. Diese Mittel machen also nicht mehr Lust auf Sex sondern ermöglichen nur eine Erektion, wenn sexuelle Handlung eingeleitet wird. Eine Dauererektion nach der Einnahme, wie es häufig scherzhaft erzählt wird, ist bei diesen Mittel nicht der übliche Fall.

    In diesem Zusammenhang gilt: Diese Medikamente sollten nur dann eingenommen werden, wenn der Arzt diese auch tatsächlich verschrieben hat. Eine Überdosierung kann insbesondere in Kombination mit Alkohol zu starken Nebenwirkungen führen. Von dem Erwerb gefälschter Potenzmittel ohne Rezept über das Interne, raten wir dringend ab.  

    Psychotherapie

    Sind die Ursachen für die Impotenz psychischer Natur, kann eine Psychotherapie helfen. Hier wird der Auslöser zunächst näher unter die Lupe genommen. Haben Sie in der Vergangenheit mit Erektionsproblemen zu kämpfen gehabt, lernen Sie, damit besser umzugehen.

    Es ist wichtig, den Druck der Angst vor dem Versagen und der möglichen Impotenz herauszunehmen. Viele Männer, die Angst vor Impotenz haben, setzen sich stark unter Druck und können ihr Sexualleben nicht mehr genießen. Der ständige Druck kann in Konsequenz sogar zu Erektionsproblemen führen.

    Eine Psychotherapie hilft dabei, diesen Kreislauf zu durchbrechen und wieder gelassener mit dem Thema Impotenz und die damit einhergehenden Ängste umzugehen.

    Sind Sie auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten in Ihrer Nähe, hilft Ihnen die Ärztesuche auf Jameda weiter. Alternativ gibt es auch Online Psychologen für eine Beratung. auf eigene Kosten.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Erectile Dysfunction: Psychological Causes | WebMD
      2. Overcoming the Psychological Effects of Erectile Dysfunction | goldenstateurology.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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