Phonophobie

Angst vor lauten Geräuschen

Wenn bestimmte, meist laute, Geräusche Nervosität und Angst auslösen, weist dies auf eine Phonophobie hin.

Die störenden Geräusche werden nicht nur als unangenehm empfunden sondern können Angst und Panikattacken auslösen. Die meisten Betroffenen Personen reagieren daher Ängstlich auf Flugzeuge, Züge, Maschinen oder Baustellen in umittelbarer Nähe.

Wir klären über die Auslöser und Symptome einer Phonophobie auf. Zusätzlich geben wir Tipps zur Überwindung.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Phonophobie bezeichnet die Angst vor speziellen Geräuschen. Es handelt sich dabei um eine Angststörung, die nichts mit dem tatsächlichen Hörvermögen zu tun hat.

    Wer sich vor Geräuschen fürchtet, neigt zu Angstsymptomen wie Schwitzen, Herzrasen und Stimmungsschwankungen. Auch Panikattacken oder aggressive Handlungen sind möglich.

    Eine wirksame Psychotherapie arbeitet mit Konfrontation und kognitiver Verhaltenstherapie. Dazu können die Therapeuten Medikamente empfehlen, die den Stresspegel senken.

    Abgrenzung zur Misophonie

    Unterschiede zwischen Misophonie und Phonophobie

    Die Phonophobie ähnelt der Misophonie: In beiden Fällen handelt es sich um psychologische Störungen, die die Lebensqualität einschränken.

    Während die Phonophobie zu verstärkten Angstsymptomen führt, gilt die Misophonie als selektives Geräuschempfindlichkeitssyndrom. Hier besteht ein neurologisches Problem, das im zentralen Nervensystem für Störungen bzw. Verwechslungen sorgt.

    Wer unter Misophonie leidet, nimmt störende Geräusche überdeutlich wahr und kann sie nicht ausblenden. Stattdessen verstärkt sich die Konzentration auf die unangenehmen Geräusche und führt zu einer negativen Stimmung. Es besteht allerdings nicht die Gefahr in Panikattacken zu verfallen. 

    Der Weg zum HNO-Arzt

    Auch wenn Phonophobie und Misophonie nicht als Gehör-Krankheit gelten, kann der HNO-Arzt helfen. Möglicherweise empfiehlt er eine Gewöhnungstherapie, die die Psychotherapie begleitet.

    Ursachen & Entwicklung

    Wie entsteht eine Phonophobie?

    Im Allgemeinen entsteht die Phonophobie aufgrund von negativen Erfahrungen mit bestimmten Geräuschen. Die Betroffenen empfinden das Geräusch – beispielsweise einen lauten Motor oder einen Donnerschlag – zunächst als unangenehm und später als beängstigend.

    So wird aus der anfänglichen Überempfindlichkeit eine Angstreaktion. In vielen Fällen sinkt die Toleranzgrenze, sodass die Angstpatienten immer schneller in Panik geraten. Diese Entwicklung weist darauf hin, dass es sich um eine konditionierte Angst handelt, also um eine erlernte Reaktion. Die Toleranz bzw.

    Empfindlichkeit ist dabei unabhängig vom Frequenzspektrum der Geräusche. Stattdessen beeinflusst die persönliche Bewertung der akustischen Wahrnehmung die ablehnende Reaktion und damit auch die Angstgefühle.

    Typische Beispiele für die Ursachen der Phonophobie:

    Angst vor lauten Geräuschen

    Wenn sich die Geräusche nicht verhindern lassen

    Die Abneigung gegen bestimmte Geräusche vermischt sich oft mit der Überempfindlichkeit. Darum werden Phonophobie und Misophonie oft in einem Atemzug genannt. Lautstärke und Frequenz spielen dabei eine Nebenrolle, denn die individuell empfundene Störung steht im Fokus.

    Dennoch sind es bei einer Phonophobie meist die lauten Geräusche die Betroffene in Angst und Panik versetzen können. Bei einer Misophonie, wo die Geräusche nur als störend empfunden werden, sind es vermehrt die stillen Geräusche

    Aus der Phonophobie können weitere Ängste entstehen, die sich beispielsweise auf Maschinen oder Menschen beziehen. Hier zeigt sich, dass die Angst nicht unbedingt mit dem negativ wahrgenommenen Lärm zusammenhängt.

    Viele Angstpatienten fühlen sich der Fremdbestimmung ausgesetzt. Ob es um ständig laufende Motoren geht oder um Telefonklingeln: Wer nichts gegen die Geräusche unternehmen kann, leidet mit der Zeit immer stärker unter Angst- und Stresssymptomen. Diese können auch ein Signal für Burn-out und eine reduzierte Arbeitsfähigkeit sein.

    Was hilft gegen störende Geräusche?

    Um sich vor der Angst bzw. den Geräuschen zu schützen, gibt es verschiedene Optionen. Kinder neigen zur sofortigen Fluchtreaktion. Erwachsene denken womöglich über einen Berufswechsel oder einen Umzug nach, um den unangenehmen Geräuschen zu entkommen. Auch Ohrstöpsel oder abschirmende Kopfhörer sind eine Möglichkeit, mit der Geräuschempfindlichkeit zu leben. Doch diese Tipps zur Vermeidung helfen nur gegen die akustische Wahrnehmung und nicht gegen die Angst selbst.

    Anzeichen für Phonophobie

    Woran erkennt man die Angst vor Geräuschen?
    Die körperlichen Symptome bei Phonophobie ähneln den Anzeichen von anderen Angstreaktionen:

    Um eine heftige Panikattacke zu vermeiden, versuchen die ängstlichen Menschen, angstauslösende Situationen zu umgehen. Sie machen Umwege, um den Maschinen nicht zu nah zu kommen. Abhängig vom Schweregrad der Angststörung und vom Auslöser der Ängste melden sie sich öfter krank und reduzieren ihre sozialen Kontakte.

    Das Problem ist, dass sich die Angst vor Geräuschen durch Vermeidung noch verstärkt. Bald empfinden die Betroffenen schon leise Störsignale als beängstigend. Im schlimmsten Fall kann sich die einfache Phonophobie, die sich auf ein spezielles Geräusch bezieht, zu einer allgemeinen Hyperakusis entwickeln.

    Mögliche Zusammenhänge zwischen Geräusch-Angst, Hyperakusis und Tinnitus

    Die Phonophobie bezieht sich auf ein bestimmtes Geräusch. Das bedeutet, dass die Betroffenen laut Musik hören können, aber beispielsweise beim Telefonklingeln ängstlich werden. Bei Nichtbehandlung dieser Phobie kann sich die Angst jedoch auf weitere Klänge ausweiten und zur generellen Geräuschüberempfindlichkeit führen, also zur Hyperakusis. In einigen Fällen kommt es zusätzlich zur Phonophobie und Hyperakusis zu Tinnitus, also zu unangenehmen Ohrgeräuschen.

    Die Folgen der Phonophobie

    Um die Ängste in den Griff zu bekommen, tragen einige Phonophobiker einen Gehörschutz. Andere verzichten immer häufiger auf soziale Kontakte, um negative Hörerlebnisse zu vermeiden. Das kann jedoch zur sozialen Isolation führen, die das Risiko von weiteren psychischen Problemen wie Schlafstörungen, Versagensängste und Depressionen erhöhen.

    Tipps gegen Phonophobie

    Was kann man gegen die Phonophobie selbst tun?
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    Wer sich von Geräuschen bedroht fühlt, greift oft zu einfachen Schutzmaßnahmen. Kopfhörer oder Ohrstöpsel sollen die Geräusche ausblenden. Mit einem Hörschutz fühlen sich die Betroffenen nicht mehr so ausgeliefert. Um etwas gegen die Angst selbst zu unternehmen, sind jedoch andere Methoden nötig.

    Die meisten Fachärzte empfehlen sogar, die alltäglichen Geräusche zuzulassen. Denn ohne die übliche Geräuschkulisse wirkt jeder Klang noch intensiver. Gehör und Gehirn werden entsprechend empfindsamer und zugleich schreckhafter. Laut Meinung der Experten sind Hintergrundmusik, Vogelstimmen oder vorbeifahrende Autos unproblematisch.

    Wer sich selbst zu sehr vor Geräuschen schützt, verwöhnt sein Gehör: Das kann die Angst noch verstärken. Sinnvoller ist es, die Toleranz gegenüber den akustischen Reizen zu steigern.

    Stressmanagement

    Mit Entspannungstechniken und ausgleichenden Aktivitäten lässt sich der Stresspegel senken. Damit steigt wiederum die Konzentrationsfähigkeit, während sich die Angst vor Geräuschen reduziert. Auch Übungen für mehr Achtsamkeit helfen dabei, den Alltag besser zu bewältigen und auch störende Geräusche zu ertragen. Die geeigneten Übungen zur Angstbewältigung lassen sich in Eigenregie durchführen, im Rahmen eines persönlichen Coachings oder mit der Unterstützung eines Therapeuten. Es gibt auch Online-Kurse, die sich mit Themen wie Achtsamkeit, Meditation und Stressmanagement befassen.

    Hörtraining

    Abhängig vom Hörproblem können Audioaufnahmen helfen, die Geräuschtoleranz schrittweise zu verbessern.

    Therapie der Phonophobie

    Was gibt es für Behandlungsmöglichkeiten?

    Wenn die Probleme mit der Angst vor Geräuschen überhandnehmen, wächst die Verzweiflung immer weiter an. Dann empfiehlt sich eine Psychotherapie. Zur Überwindung der Angst setzen die meisten Therapeuten die kognitive Verhaltenstherapie oder Konfrontationstherapie ein. Im Rahmen einer solchen Psychotherapie erfahren die Angstpatienten alle wichtigen Fakten zur Phonophobie und ihren Auswirkungen.

    Durch die Gesprächstherapie lässt die Erregung nach, sodass sich die Patienten mit dem ursprünglichen Auslöser der Angst befassen können. Wer das eigentliche Problem kennt, kann seine Emotionen besser nachvollziehen und den Konflikt von innen heraus lösen.

    Gemeinsam mit den Psychotherapeuten arbeiten die Patienten an ihrem Verhalten und setzen sich zum geeigneten Zeitpunkt dem angstauslösenden Geräusch aus.

    Wenn die Angstpatienten Schwierigkeiten haben, aus der negativen Angst- und Gedankenspirale herauszukommen, empfehlen die Psychotherapeuten trizyklische Antidepressiva. Diese Medikamente sollen Beschwerden wie Schlafstörungen, Depressionen und ggf. zusätzliche Angststörungen lindern.

    Hilfe finden

    Persönliche & Online Psychologen:

    Wer Kontakt zu einem Psychologen für eine Beratung oder Therapie aufnehmen möchte, kann dies sowohl in näherer Umgebung als auch über das Internet tun. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Phonophobia – Wikipedia
      2. What Is Phonophobia or the Fear of Loud Noises? – Healthline

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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