Gerascophobie

Angst älter zu werden

Personen, die unter einer Gerascophobie leiden, fürchten sich davor, alt zu werden. Bis zu einem gewissen Grad ist die Angst zu Altern vollkommen normal. Wenn sie allerdings überhandnimmt und ernsthaft anfängt, das Leben der Menschen negativ zu beeinträchtigen, kann über eine Behandlung nachgedacht werden.

Wir klären darüber auf, welche Symptome mit einer Gerascophobie einhergehen und wie Sie lernen können, mit Ihrer Angst davor zu altern besser umzugehen, sodass sie Ihren Alltag nicht einschränkt.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Unter einer Gerascophobie oder Altersangst versteht man eine Angststörung. Sie kann entweder die Angst davor, zu altern oder alt zu sein, meinen. In seltenen Fällen wird darunter die Angst vor alten Menschen gefasst. Während viele sich davor fürchten, alt und gebrechlich zu werden, leiden Betroffene einer Gerascophobie unter krankhafter Angst, Panikattacken und damit einhergehenden Symptomen.

    Die Phobie kann körperliche Symptome wie Depressionen, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen und andere mit Angstzuständen einhergehende Anzeichen mit sich bringen. Betroffene ziehen sich oft teilweise sogar aus dem sozialen Umfeld zurück und ergreifen alle möglichen Maßnahmen, um den Alterungsprozess aufzuhalten. 

    Ob und wie eine Gerascophobie behandelt wird, hängt von etlichen Faktoren ab. In vielen Fällen können Entspannungstherapien helfen, Angstzustände zu lindern. Gesprächstherapien helfen den Betroffenen, tief liegende Sorgen aufzudecken und eingefahrene Denk- und Handlungsmuster zu ändern. Medikamente sollten nur im äußersten Notfall eingesetzt werden. Oftmals lässt sich eine Phobie nicht vollständig heilen, aber der Umgang mit den Ängsten kann geschult werden, sodass die Person ein normales Leben trotz Phobie führen kann. 

    Symptome & Anzeichen

    Wie macht sich die Altersangst bemerkbar?

    Zu den Symptomen, unter denen Betroffene einer Altersphobie leiden, gehören meist depressive Verstimmungen. In besonders starken Fällen führt dies sogar zu Übelkeit, Herzklopfen, verstärktes Schwitzen und Atemnot.

    Wer starke Angst vor dem älter werden hat, reagiert mit negativer Stimmung auf natürliche Alterungsprozesse. Wenn die Haut falten bekommt, die Haare grau werden oder ausfallen und der Körper nicht mehr so schnell regeneriert wie in jungen Jahren. Veränderungen die mit dem Älterwerden verknüpft sind, führen zu depressiven Verstimmungen und Stimmungsschwankungen

    In vielen Fällen kommt es durch derartige Symptome zu einem Angstkreislauf, welcher auf Dauer zu Panikattacken und Depressionen führen kann. Die ständigen Sorgen und der erhöhte Stresspegel können außerdem gesundheitliche Schäden wie zu hohen Blutdruck oder Herzerkrankungen mit sich bringen.

    In manchen Fällen ziehen sich Betroffene aus ihrem sozialen Umfeld zurück und leben isoliert. Gepaart mit einer Angst vor dem Tod führt dies zusätzlich zu dauerhaften Angstzuständen.

    Übrigens: Die Angst vor alten Menschen nennt sich Gerontophobie.

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    Ursachen & Auslöser

    Warum hat man Angst vor dem Älter werden?

    Des Öfteren entsteht eine Gerascophobie, wenn die ersten Anzeichen des Alterungsprozesses sichtbar werden. In den meisten Fällen geschieht dies mit Mitte dreißig. Bei manchen Personen ist dies allerdings bereits mit Anfang oder Mitte zwanzig der Fall. 

    Viele Menschen reagieren schockiert, wenn sie erste Falten oder graue Haare entdecken. Die Erkenntnis, dass die Jugend unwiderruflich dahinschwindet, ist für viele Betroffene nur schwer zu verkraften. Es wird realisiert das das Leben endlich ist und auch Sie unweigerlich älter werden.

    Auch die Akzeptanz in der Gesellschaft und das Selbstbild kann darunter leiden. Die Angst kann sich sowohl um die Optik, um die körperliche Fitness, oder die allgemeine Gesundheit drehen.

    Häufig entstehen dadurch Zukunftsängste. Die betroffene Person ist besorgt, sich eines Tages nicht mehr selbst versorgen zu können, sondern von anderen abhängig zu sein.

    Unabwendbares wie der zunehmende Verlust der Mobilität und die schwindende Gesundheit sowie zunehmende gesundheitliche Probleme im Alter gehören zu den Ursachen, welche große Angst hervorzurufen.

    Die Gründe warum man Angst vor dem Altern hat können also sehr individuell sein und sind teilweise auch verständlich. Die Angst sollte nur nicht dominieren und auf keinen Fall mehr Stress als nötig verursachen. Es sollte akzeptiert werden und das beste aus der Zeit gemacht werden.

    Todesfälle im Umfeld

    Oft spielt auch die Angst vor dem Tod eine große Rolle, möglicherweise hervorgerufen durch den Tod von guten Freunden oder Familienmitgliedern. 

    Wann ist Hilfe nötig?

    Vielen Betroffenen gelingt es ab einem bestimmten Punkt allein nicht mehr, sich selbstständig aus der Angstspirale zu befreien. Sich Hilfe zu suchen, fällt den meisten Leuten leider sehr schwer, da es als eine eigene Niederlage empfunden wird, sich nicht selbst helfen zu können und auf andere angewiesen zu sein.

    Tatsächlich sollte es aber eher als persönliche Stärke angesehen werden, wenn betroffene Personen einsehen, dass sie Hilfe benötigen, denn Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Heilung und in ein angstfreies Leben. 

    Wann ist eine Behandlung notwendig?

    So gut wie jeder Mensch sorgt sich dafür, zu altern und eines Tages körperlich und geistig abzubauen – dies ist völlig normal. Wenn die Angst überhandnimmt und zu Isolation und schweren Angstzuständen führt, sodass die Person kein normales Leben mehr führen kann, sollte eine Behandlung in Betracht gezogen werden.

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    Tipps gegen Altersangst

    Tipps für weniger Angst vor dem Älterwerden

    Ängste gehören zum Leben dazu. Ein gewisses Maß an Angst ist gesund und bewahrt die Menschen davor, rücksichtslos zu handeln und nicht auf das eigene Leben zu achten.

    Auch die Angst vor dem Alterungsprozess und dem Sterben ist völlig normal. Viele Menschen fürchten sich davor. Wichtig ist aber, dass sie Angst nicht überhandnimmt und das eigene Leben nicht dominiert

    Altern ist ein Privileg: Seien Sie Stolz darauf

    Auch, wenn es vielen Menschen schwerfällt: Versuchen Sie einmal, das Altern als etwas Positives zu sehen. Letztendlich ist es ein Privileg, altern zu dürfen, welches manchen Menschen nicht vergönnt ist. Der Gedanke daran, sich eines Tages im Rentenalter mit seinem Geld, für das man lange hart gearbeitet hat, ein paar Wünsche zu erfüllen und Dinge zu unternehmen, für die man früher nie Zeit hatte, kann sehr befreiend sein.

    Schicksal nicht fürchten

    Der Gedanke daran, dass Erkrankungen, unter denen womöglich enge Verwandte leiden, einen selbst später erwarten können, ist berechtigterweise furchteinflößend. Allerdings ist dies etwas, auf das wir leider keinen Einfluss haben. Deshalb ist es wichtig, sich nicht von der Angst vor Erkrankungen und anderen Faktoren, die wir nicht beeinflussen können, dominieren zu lassen.

    Lebensstil für ein langes Leben

    Etwas, das wir aber selbst in der Hand haben und was einen großen Einfluss auf unser späteres Leben hat, ist der eigene Lebensstil. Dass ungesunde Ernährung, der Konsum von Suchtmitteln wie Alkohol und Zigaretten ebenso wie mangelnde sportliche Betätigung auf Dauer nicht gesund sind, ist allgemein bekannt. Wer sich hingegen gesund ernährt und ausreichend bewegt sowie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, kann sich damit trösten, dass er alles in seiner Machtstehende tut, um ein langes und gesundes Leben führen zu können. Auch auf das Hautbild kann der Konsum von Alkohol und Zigaretten ein negativen Einfluss haben. Ein gesunder Lebensstil wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit sondern auch auf die Optik und allgemein Alterungserscheinungen aus. 

    Gefühltes Alter beachten

    Neben dem chronologischen Alter gibt es auch ein „gefühltes Alter“. Dieses Alter liegt mehr im Herzen – dem Gefühl – als das Geburtsdatum.

    Es kann einfach gemessen werden, indem man einen Erwachsenen fragt, wie alt er sich selbst sieht und wie zufrieden er in diesem Alter ist. Anstatt sich auf eine genaue Zahl zu beruhen, lässt sich auch einfach nach einem Jahrzehnt fragen 20, 30, 40, 50, 60, 70, 80 Jahre oder mehr).  Mit welchem ​​Jahrzehnt verbindet er die Dinge, die er „macht“; oder welches Jahrzehnt die „Interessen“ ausdrückt.

    Wer beispielsweise 38 Jahre laut Geburtsdatum ist, kann sich somit noch immer wie ein 30 Jähriger fühlen. Personen die Angst vor dem Altern haben, sollten sich nicht an diesen Zahl den Kopf zerbrechen. 

    Jung fühlen und neues Erleben

    Es kann helfen Dinge zu tun, worauf wir Lust haben, auch wenn es in der Gesellschaft unüblich wäre diese Dinge in Ihren Alter zu tun.  Sie kontrollieren ihr eigenes Leben, nicht die Gesellschaft. 
    Routine brechen

    Wenn Sie beginnen, Ihrem Tag etwas Neues und ungewöhnliches hinzuzufügen, beginnen Sie, eine andere Perspektive einzunehmen. Vielleicht finden Sie sogar ein neues Hobby oder eine Nebenbeschäftigung. Sie konzentrieren sich nicht mehr so sehr darauf, dass das Alter ein Thema ist, wenn Sie wirklich Spaß am Leben haben.

    Es ist nicht zu spät

    Personen die Angst vor dem Altern haben, finden schnell ausreden wie "Es ist zu spät" oder "dafür bin ich zu alt". Vielleicht werden Sie mit 50 Jahren nicht zum Profisportler ohne Vorkenntnisse, doch um Spaß daran zu haben ist es nie zu spät.

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    Therapie bei Altersangst

    Behandlungsmöglichkeiten gegen die Angst vor dem Altern

    Vielen Betroffenen, die unter einer Altersphobie leiden, ist bewusst, dass ihre Ängste irrational sind. Leider liegt es in der Natur einer Phobie, dass unbegründete Angst von den Personen oft nicht allein kontrolliert und wieder abgestellt werden kann. In manchen Fällen können Betroffene gut mit ihrer Phobie umgehen, sodass eine Therapie nicht notwendig ist.

    Wenn die eigene Angst allerdings so groß wird, dass sie das Leben der Betroffenen dauerhaft und schwer beeinträchtigt, die Personen isoliert leben und nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen und in dauerhaften Angstzuständen leben, ist eine Therapie oftmals das einzige Mittel, welches den Patienten die Rückkehr in ein angstfreies Leben ermöglichen kann.

    Es existieren viele Wege, eine Angststörung wie eine Gerascophobie zu heilen.

    Bei dauerhaften Angstzuständen und Panikattacken kann eine Entspannungstherapie helfen, mit dem dauerhaften Stress besser umgehen zu können. In vielen Fällen wird versucht, das Selbstvertrauen des Betroffenen zu stärken und zu versuchen, sich selbst und das Altern als eine normale Tatsache des Lebens zu akzeptieren.

    Gesprächstherapien & Verhaltensbehandlungen

    Auch Gesprächstherapien sind oft vielversprechend. Dabei versuchen professionelle Therapeuten, toxische Denk- und Verhaltensmuster zu durchbrechen und mit den Betroffenen tief liegende Ängste aufzuarbeiten und den Umgang mit diesen zu erleichtern. Im Umgang mit Phobien haben sich vor allem kognitive Verhaltensbehandlungen bewährt. Die betroffene Person lernt dabei, Angstreaktionen zu verhindern und kognitive Verzerrungen und Gedankenspiralen im Umgang mit angsteinflößenden Situationen zu vermeiden und souverän zu bleiben.

    Ängste überwinden

    Sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht, ist keineswegs ein Zeichen von Schwäche. Wer über die Tugend der Selbsterkenntnis und Einsicht verfügt, dem kann geholfen werden. Viele Menschen fürchten sich leider sehr davor, einen Arzt zu besuchen oder mit einem Psychologen zu sprechen.

    Gründe davor liegen beispielsweise in der Angst vor einer möglichen bestätigten Diagnose, der Furcht davor, sich anderen zu öffnen oder wegen einer generellen Arztphobie. 

    Offene Kommunikation:

    Leider verschlimmern sich die meisten Probleme nur, wenn sie nicht behandelt oder offen angesprochen werden. Dies ist auch bei einer Altersangst der Fall. Möglichkeiten sich zu überwinden und einer Behandlung zuzustimmen gibt es viele.

    Betroffene können beispielsweise eine Selbsthilfegruppe aufsuchen. Es kann Wunder bewirken mit Gleichgesinnten zu sprechen und zu verstehen, dass man mit seinen Ängsten keineswegs allein ist.

    Generell kann es helfen, sich Personen aus der Familie oder dem engsten Freundeskreis anzuvertrauen. In vielen Fällen hilft bereits ein verständnisvolles Ohr und das Sprechen über die eigenen Probleme.

    Besonders das Gefühl, allein und hilflos zu sein, verstärkt die Angst vieler Betroffenen. Insofern ist es in vielen Fällen bereits hilfreich, sich Vertraute zu suchen, mit denen man über seine Ängste und Sorgen sprechen kann. 

    Das beste aus der Zeit machen:

    Wir werden unweigerlich älter werden, die Zeit kann nicht angehalten werden. Anstatt sich darüber zu ärgern oder in Depressionen zu verfallen, ist es ratsam das beste daraus zu machen. Die Zeit vergeht sowieso, älter werden wir sowieso, ob wir die Zeit die wir haben genießen oder nicht. Also warum nicht das beste daraus machen, damit wir "während wir älter werden" wenigstens das beste daraus gemacht haben!

    Psychologische Hilfe

    Auch eine professionelle Therapie kann dabei helfen die Altersangst zu reduzieren. Therapeuten können beispielsweise mittels Verhaltenstherapien oder Hypnosen die Symptome lindern und ein neues gesundes Verhalten auf das Älter werden erlernen.  

    Psychotherapeuten können sowohl vor Ort als auch über das Internet kontaktiert werden. Bei einer psychologischen Beratung über das Internet besteht der Vorteile einer sofortigen Terminvergabe und einer gewissen Anonymität

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. La edad, al parecer, sí está en tu mente – nytimes.com
      2. Gerascofobia: el pánico a envejecer – theconversation.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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