Nosophobie

Angst vor Krankheiten

Die Nosophobie ist die Angst vor Krankheiten oder davor, krank zu werden. Das Problem daran: Jeder Mensch wird irgendwann krank. Ausnahmslos jeder. Die Nosophobie ist also so etwas wie eine „self fulfilling phrophecy“, eine selbsterfüllende Prophezeiung.  Wir setzen uns in diesem Artikel näher mit dieser Störung auseinander, beleuchten die Unterschiede zur Hypochondrie und werfen einen Blick auf mögliche Therapieformen.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Nosophobie ist eine hypochondrische Angststörung, hat also schon auch etwas mit der Hypochondrie zu tun. Der große Unterschied: Nosophobiker haben Angst davor, zu erkranken. Hypochonder hingegen sind davon überzeugt, bereits krank zu sein. Sie befürchten, nicht richtig diagnostiziert und behandelt zu werden.

    Das es sich bei der Nosophobie um eine klassische psychische Störung handelt, wird sie üblicherweise mittels Psychotherapie behandelt. Genauer gesagt durch eine kognitive Verhaltenstherapie.

    Leidet ein Mensch unter Nosophobie, legt er ein krankhaftes Kontrollverhalten seinen eignen Körper betreffend an den Tag. Er miss- oder überinterpretiert vermeintliche Symptome und zeigt deutliches Vermeidungsverhalten. Was Arztbesuche betrifft, weigert sich ein Nosophobiker entweder standhaft oder aber er übertreibt es.

    Nosophobie und verwandte Störungen

    Die Nosophobie wird im „Lexikon der Philosophie“ beschrieben als „nicht nachvollziehbare Befürchtung oder Verdacht, krank zu werden oder zu sein“.1Lexikon der Psychologie: Nosophobie – spektrum.de

    Wer bei dieser Definition an Hypochondrie denkt, liegt zwar nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Die Nosophobie ist zwar eine sogenannte monosymptomatische Form der Hypochondrie. Auch mit der Mysophobie wird die Nosophobie oft verwechselt.

    Hypochondrie

    Während Nosophobiker Angst davor haben, in Zukunft zu erkranken und ihnen dabei klar ist, dass sie aktuell nicht krank sind, sind Hypochonder felsenfest davon überzeugt, bereits krank zu sein.

    Ihre Befürchtung ist, dass sie nicht richtig diagnostiziert und adäquat behandelt werden. Die Angst des Nosophobikers richtet sich also auf Zukunft, jene des Hypochonders betrifft indes die Gegenwart.

    Mysophobie

    Zwar treten beide Störungen oft in Kombination auf, zu verwechseln sind sie allerdings nicht. Mysophobiker leiden an der Angst, sich durch Keime, Bakterien oder anderen Dingen mit Krankheiten anzustecken. Die Angst vor Krankheiten steht also die Angst vor Ansteckung gegenüber.

    Zweiter Punkt: Der zeitliche Aspekt. Während erst von Nosophobikern gesprochen wird, wenn die Störungen mindestens sechs Monate lang anhalten, zeichnet sich das Krankheitsbild der Mysophobiker durch seine Episodenhaftigkeit auf. Die Ausbrüche dauern in der Regel nicht besonders lange, sind aber dennoch unangenehm.

    Wie zeigt sich eine Nosophobie?

    Als klassische Phobie hat die Nosophobie bei jedem Betroffenen ein etwas anderes Gesicht. Unterschiedliche Aspekte sind von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt.

    Dennoch gibt es grundsätzliche Punkte, die beim Krankheitsbild der Nosophobie immer auftreten, in welcher Vehemenz auch immer.

    Warum kann eine Nosophobie gefährlich sein?

    Abgesehen von den sozialen Implikationen, welche eine Nosophobie mit sich bringt – Kontakteinschränkung, Vereinsamung etc. – kann diese hypochondrische Störung natürlich auch körperliche Auswirkungen haben.

    Dies ist der Fall, wenn der Betroffene aus Angst vor einer negativen Diagnose bzw. vor der Bestätigung seiner Vermutung einen womöglich notwendigen Arztbesuch gar nicht erst in Betracht zieht.

    Kranke Gedanken machen Krank?

    Womit wir wieder bei dieser gewissen Paradoxie wären, welche im Rahmen einer Nosophobie oft zu beobachten ist. Gerade weil Betroffene Angst davor haben, krank zu werden, passiert am Ende genau das, was sie eigentlich verhindern möchten: Sie werden krank.

    Zu viel negative Gedanken können die Entstehung von Krankheiten bestärken, was vor allem mit zu viel Stresshormonen (Cortisol) zusammen hängt.

    Fakt ist aber auch: Während im Zuge mancher Vorsorgeuntersuchungen viele Krankheiten bereits im Frühstadium entdeckt und deshalb einfacher behandelt hätten werden können, gestaltet sich die Behandlung umso schwerer, je später die Probleme diagnostiziert werden.

    Besonders häufiger Arztbesuch

    Es gibt allerdings auch andere Fälle, bei denen die Betroffenen überdurchschnittlich oft einen Arzt aufsuchen.

    Wenn der dann (üblicherweise) keine Probleme diagnostiziert, kann das dazu führen, dass sich nosophobische Menschen noch weiter in ihre Angst hineinsteigern, sich immer weiter zurückziehen und immer mehr von der Gesellschaft abkapseln.

    Verweigerung des Artzbesuchs

    Sowohl die Weigerung, zum Arzt zu gehen als auch die exzessiven Besuche sind auch Symptome für eine Hypochondrie, was wiederum Sinn ergibt, da die Nosophobie ja bekanntlich eine Unterform der Hypochondrie ist.

    Wir wird eine Nosophobie behandelt?

    Bei einer Nosophobie handelt es sich um eine hypochondrische Störung der Psyche. Entsprechend gestalten sich die gängigen Therapiepraktiken. Das bedeutet vornehmlich: Psychotherapie.

    Als besonders geeignet hat sich kognitive Verhaltenstherapie erwiesen. Wie ist diese aufgebaut und wie kann sie einem Patienten helfen, der unter Nosophobie leidet?

    Ablauf der kognitiven Verhaltenstherapie: Wie der Name schon sagt, werden in der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) zwei Ansätze kombiniert: Die kognitive Therapie und die Verhaltenstherapie.

    Kognitive Therapie

    Eine kognitive Therapie zielt darauf ab, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Mit seinen Erwartungen, Einstellungen und Gedanken. Im Idealfall führt dieser Prozess dazu, belastende innere Einstellungen zu identifizieren und zu ändern, Denkmuster neu zu gestalten.

    Ziel ist, Übergeneralisierung (also Verallgemeinerung) und Katastrophisierung (also übertriebenes Schwarzmalen) abzustellen und mit realistischeren Einschätzungen durchs Leben zu gehen.

    Verhaltenstherapie

    Die Verhaltenstherapie besagt in ihrem Kern, dass menschliches Verhalten antrainiert bzw. erlernt ist.

    Alles, was erlernt ist, kann allerdings auch geändert werden. Und genau da setzt die Verhaltenstherapie an. Ziel ist die Identifizierung von Verhaltensweisen, welche dem Betroffenen im Alltag schaden.

    Wurden derartige Routinen ausfindig gemacht, kann im nächsten Schritt daran gearbeitet werden, diese zu verändern. Im Fall von Phobien wird häufig der Fokus daraufgelegt, beruhigende Routinen zu lernen und zu verinnerlichen. 

    Durch die Kombination von kognitiver und Verhaltenstherapie wird ein Werkzeug geschaffen, welches bestens dafür geeignet ist, Angststörungen wie der Nosophobie Herr zu werden.

    Ablauf einer kognitiven Verhaltenstherapie

    In einem Grundlagengespräch werden die zu behandelnden Probleme ebenso skizziert wie die Erwartungen und Hoffnungen der Betroffenen.

    Danach folgt die gemeinsame Festlegung der Therapieziele und des Behandlungsplans. Sollte sich an den Zielen etwas ändern, wird der Ablauf der Behandlung entsprechend angepasst.

    Wichtiger Bestandteil einer KVT ist oftmals das Führen eines Tagebuchs. Gemeinsam mit dem Therapeuten werden die Einträge anschließend analysiert.

    Sind die persönlichen Einschätzungen nachvollziehbar? Bewirken Änderungen in meinem Verhalten auch Änderungen in meinem Umfeld?

    Dazu kommt das Erlernen von Problemlösungsstrategien und Entspannungsübungen. Üblicherweise wird mit wöchentlichen Therapiesitzungen gearbeitet. 

    Sie bestimmen das Tempo!

    Ein guter Therapeut diktiert das Tempo der KVT nicht, sondern passt sich seinen Patienten an. Sollten Sie sich unwohl fühlen, äußern Sie Ihre Bedenken!

    Klassische Nebenwirkungen von Psychotherapien waren bisher noch so gut wie kein Thema einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Besonders im Anfangsstadium einer Behandlung kann es passieren, dass sich Patienten unsicher und überfordert fühlen. 

    Ratschlag & Hilfe für Betroffene

    Niemand wird gerne krank. Und bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen ist auf jeden Fall eine gute Idee. Wird dabei aber ein Punkt überschritten, wird das Verhalten zwanghaft, dann steht möglicherweise die Diagnose „Nosophobie“ im Raum. 

    Das Leben von Betroffenen wird von dieser hypochondrischen Angststörung auf zweierlei Arten negativ beeinflusst. Das Sozialleben leidet meist massiv. Nosophobiker legen Vermeidungsverhalten an den Tag und reduzieren Kontakte meist drastisch.

    Eine Nosophobie wird üblicherweise mit psychotherapeutischen Methoden behandelt. Am effektivsten hat sich bisher die kognitive Verhaltenstherapie erwiesen.

    Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an einer Datenbank, in der Sie nach passenden Therapeuten in Ihrer Nähe suchen können. Bis wir dieses Service zur Verfügung stellen können, möchten wir die Kollegen von Jameda für die örtliche Arztsuche oder auch Instahelp für eine Online Behandlung empfehlen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Lexikon der Psychologie: Nosophobie – spektrum.de
      2. Understanding Nosophobia, or Fear of Disease – healthline.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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