Gerontophobie

Angst vor alten Menschen & Altersangst

Wer unter Gerontophobie leidet, hat Angst vor dem Alter. Diese spezifische Phobie bezieht sich nicht nur auf das eigene Älterwerden, sondern sie tritt auch beim Kontakt mit älteren Personen auf. 

Personen die unter Altersangst leiden, verspüren Angst vor dem Altern und zusätzlich vor alten Menschen. Wir klären über die Ursachen, Auslöser, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten auf. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Durch die irrationale Angst vor dem Alter gehen die Betroffenen auf Abstand zu Senioren. Sie vermeiden den Kontakt zu älteren Menschen. Um die Angstsymptome abzuwehren, verzichten sie auf Besuche bei den Großeltern.

    Bei einer leichten Phobie können Atemübungen und positive Gedanken helfen, die Angstgefühle zu lindern. In schweren Fällen ist eine professionelle Therapie empfehlenswert. Zu den wirksamen Behandlungen gehören die kognitive Verhaltenstherapie und die Hypnosetherapie.

    Merkmale der Altersangst

    Hintergründe über die Gerontophobie

    Der Begriff Gerontophobie wurde um 1967 von Alex Comfort geprägt, einem Arzt und Gerontologen. Er bezieht sich auf die irrationale Angst und Ablehnung von älteren Menschen. Auch der Soziologe Joseph H. Bunzel befasste sich mit diesem Thema.

    Solche krankhaft gesteigerten Ängste sind oft mit Diskriminierung von Älteren verbunden und lösen Vorurteile aus.

    Angstpatienten fürchten sich meistens selbst davor, alt und anfällig für Krankheiten zu werden. Auch die Angst vor dem Tod kann dazukommen und die Angstsymptome verschlimmern.

    Gerontophobie und Gerascophobie

    Die Gerontophobie bezieht sich auf die übertriebene Angst vor älteren Menschen. Bei der Gerascophobie handelt es sich hingegen um die Angst vor dem eigenen Älterwerden. Oft hängen diese beiden Angststörungen eng miteinander zusammen.

    Angst vor Alter und Tod

    In der Psychologie besteht ein Zusammenhang zwischen Altersangst und Todesagnst. Bei den Betroffenen sind oft Abwehrmechanismen zu beobachten, die auf tief liegende Ängste hinweisen.

    Alt werden ist ein Erfolg

    Der Altersprozess beginnt bereits mit Mitte 30. Dann zeigen sich erste Falten und der Stoffwechsel des Körpers verändert sich. Dazu kommt die Angst, etwas zu verpassen. Etwa zwischen 40 und 50 kommt die berüchtigte Midlife Crisis. Das Leben ist vergänglich: Dieser Gedanke führt die Erkenntnis mit sich, dass der Tod unaufhaltsam näherkommt. Auf eine Krankheit folgt die nächste. Mit der Angst vor Krankheit und vor Einsamkeit erscheint das Leben im Alter als eine Bedrohung.

    Auslöser

    Ursachen und Zusammenhänge der Altersangst

    Gerontophobiker haben Probleme damit, entspannt mit älteren Menschen umzugehen. Sie weichen Begegnungen mit den Großeltern aus. Besuche im Seniorenheim oder im Krankenhaus sind für die Angstpatienten undenkbar.

    Verwandte, Bekannte und Außenstehende empfinden das abwehrende Verhalten der Betroffenen als kaltherzig. Die Angst selbst kommt nicht zur Sprache, sodass die offensichtliche Abwehrhaltung unerklärlich erscheint.

    Unterschiede in der Ausprägung

    Bei der Ausprägung der Altersangst gibt es große Unterschiede. Das individuelle Verhalten ist von der gesellschaftlichen Umgebung und weiteren Faktoren abhängig. Ein gesundes, angstfreies Verhältnis zwischen den Generationen scheint nicht so selbstverständlich zu sein, wie viele Menschen meinen.

    Auch wenn alle älter werden, möchte niemand unter altersbedingten Schwächen leiden. Der natürliche Alterungsprozess löst bei empfindlichen Personen eine unterschwellige Angst aus. Hier ist auch von Ageism die Rede.

    Gerontophobie aus der medizinischen Sicht

    Die medizinische Psychologie und Soziologie betrachtet die Gerontophobie aus einer speziellen Perspektive. Zwischen Pflegepersonal und Senioren entwickelt sich oft eine besondere Dynamik.

    Die Angst vor alten Menschen kann sich bei dem betreuenden Personal womöglich in Aggressivität verwandeln. Damit steigt das Risiko von Gewalt in der Pflege. Personalengpässe in der Alten- und Krankenpflege verschlimmern die Situation noch.

    Vorurteile als Auslöser

    Jüngere Menschen haben oft eine abwehrende Einstellung gegenüber Senioren. Diese basiert zumeist auf klassischen Vorurteilen. Ältere Menschen sind jedoch nicht unbedingt gebrechlich oder missmutig.

    Wer gegen seine eigenen negativen Vorurteile angeht, beugt der Altersangst vor und erkennt die positiven Aspekte. Lebensweisheit, eine gelassene Einstellung und die Kunst des Genießens gelten beispielsweise als typische Vorzüge des Alters.

    Symptome & Anzeichen

    Wie macht sich die Angst vor alten Menschen bemerkbar?

    Gerontophobiker leiden unter ähnlichen Symptomen wie andere Angstpatienten.

    Die Angststörung zeigt sich beispielsweise in:

    Diese Angstsymptome können zu einer heftigen Panikattacke führen. Um diese zu vermeiden, besuchen die Phobiker kein Krankenhaus und kein Altersheim. Aus dieser Vermeidungshaltung heraus kann zusätzlich die Angst vor Kontrollverlust entstehen.

    Wenn die vermeintliche Bedrohung vorbei ist, lassen die körperlichen Symptome nach. Die Angststörung kann aber auch weiterhin die Gedanken beeinflussen, sodass es schwierig ist, die Angstpatienten zu beruhigen. Darum brauchen die Gerontophobiker eine zielführende und behutsame Begleitung, um besser mit schwierigen Situationen klarzukommen.

    Ohne eine Besserung kann die Vermeidung zum Rückzug in die soziale Isolation führen. Diese sollte jedoch nach Möglichkeit vermieden werden.

    Wie normal ist die Angst vor dem Alter?

    Das Alter ist die letzte Station im Lebenszyklus. Eine gewisse Angst davor mag normal sein. Doch für eine abwehrende und womöglich feindselige Haltung gegenüber alten Menschen gibt es keinen Grund.

    Tipps und Hilfe

    Wie kann man die Angst vor alten Menschen überwinden?

    Die Menschen möchten möglichst lange ihr Leben genießen, aber nicht alt sein. Sie verdrängen den Gedanken daran und verschieben ihre eigene Grenze zum Alter immer weiter nach oben. Bei der Konfrontation mit Senioren sehen sie jedoch ihrer eigenen Angst ins Gesicht. Gerontophobiker reagieren panisch darauf.

    Wer sich jedoch darauf besinnt, dass das Altern ein natürlicher Prozess ist, gewinnt mehr Lebensfreude und überwindet die Angst.

    Entspannungsübungen

    Gegen Angstsymptome helfen verschiedene Entspannungstechniken:

    Mit sanften Übungen werden Atmung und Herzschlag ruhiger. Für Körper und Geist ist dies ein Signal für eine innere Pause. Für diese Art der Selbsterziehung sind Konzentration und Disziplin wichtig. In Kursen für Entspannung oder Yoga finden die Betroffenen professionelle Hilfe.

    Therapie

    Wenn die Gerontophobie zum ernsthaften Problem wird, brauchen die Angstpatienten die Unterstützung eines Therapeuten.

    Die Behandlung ist meistens vielschichtig und langfristig angelegt. In regelmäßigen Sitzungen findet eine kognitive Verhaltenstherapie mit Ursachenforschung und Beratung statt.

    Alternativ zur Einzeltherapie kann eine Gruppentherapie sinnvoll sein. Hier begegnen sich mehrere Angstpatienten, die sich gegenseitig helfen können. Auch wenn mehrere psychiatrische Störungen zusammenkommen, ist eine umfassende Therapie hilfreich – einzeln oder in der Gruppe.

    Die stationäre oder ambulante Behandlung

    Für eine schwere Angststörung empfiehlt sich ein stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie. Meistens empfehlen die Psychotherapeuten jedoch eine ambulante Therapie.

    Medikamente

    Eine medikamentöse Einstellung reduziert die Angstsymptome und hilft den Betroffenen, sich zu entspannen. Die Psychologen, Psychiater und Therapeuten verschreiben diese Mittel oft als Ergänzung zur Psychotherapie.

    Hypnosetherapie

    Eine medikamentöse Einstellung reduziert die Angstsymptome und hilft den Betroffenen, sich zu entspannen. Die Psychologen, Psychiater und Therapeuten verschreiben diese Mittel oft als Ergänzung zur Psychotherapie. Gegen die typischen Angstattacken kann eine Hypnose helfen. In einer solchen Hypnose-Sitzung vermittelt der Therapeut dem Patienten ein sicheres Gefühl. Das Alter ist ein natürlicher Prozess – wer das verinnerlicht hat, kann seine Ängste überwinden.

    Alle jüngeren Leute sollten das wissen. Wenn du ständig dagegen ankämpfst, älter zu werden, dann wirst du immer unglücklich sein, denn es wird sowieso geschehen.

    (Mitch Albom, Dienstags bei Morrie, 1997)

    Hilfe finden

    Online Psychologen:

    Wer psychologische Hilfe in Anspruch nehmen möchte, kann sowohl örtliche Ärzte & Psychologen konsultieren, als auch eine Beratung über das Internet in Anspruch nehmen. 

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      Quellen:

      1. Gerontophobia – Wikipedia
      2. Are you scared of old people? | Health24 – News24

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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