Nomophobie

Angst davor nicht erreichbar sein zu können

Wer unter Nomophobie leidet, hat Angst davor, nicht mehr über das Handy erreichbar zu sein. Die Phobie bezieht sich vor allem auf die Unerreichbarkeit, also darauf, dass das Smartphone nicht funktioniert oder dass es verloren geht.

Wir klären auf welche Auslöser es dafür gibt und mit welchen Tipps die Angst gelindert werden kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Nomophobie ist die Angst vor Unerreichbarkeit und beinhaltet damit eine gewisse Trennungsangst. Der Begriff Nomophobie setzt sich aus den Wörtern „No Mobile Phone Phobia“ zusammen und bedeutet wörtlich: „Kein Mobiltelefon Angst“.

    Vor allem junge Leute bis 25 zeigen ein digitales Suchtverhalten. Dazu kommt oft die Angst davor, dass der Smartphone-Akku leer ist oder dass das Mobilgerät nicht zur Hand ist. Darum tragen Nomophobiker ihr Handy stets bei sich, sei es im Bett oder im Badezimmer.

    In weniger schweren Fällen kann Digital Detox helfen, sich zumindest für einen gewissen Zeitraum vom Mobilgerät zu trennen. Wenn es sich um eine gravierende Angststörung handelt, ist jedoch eine professionelle Psychotherapie erforderlich.

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    Auslöser für Nomophobie

    Die Nomophobie ist oft eng mit der Handysucht verbunden. Oft nutzen die Betroffenen ihr Mobilgerät auf exzessive Weise. Sie möchten keine Informationen verpassen und haben zudem das Bedürfnis, jederzeit erreichbar zu sein. Mit der ständigen Nutzung machen sich die Menschen immer abhängiger von ihrem Smartphone. Wenn es einmal verloren geht oder der Akku schwächelt, verspüren Phobiker eine übermäßige Angst.

    Diese Angst bezieht sich auf den Gedanken, dass der Kontakt zu anderen Menschen verloren geht. Gleichzeitig steigt die Unsicherheit, nicht mehr nach Hause zu finden oder nicht um Hilfe rufen zu können.

    So erwächst aus der ersten Angst vor Unerreichbarkeit die Angst vor dem Verlust des Smartphones. Die Betroffenen fühlen sich eingeschränkt in ihrer Reaktionsfähigkeit. 

    Innere Leere

    In dieser Angststörung zeigt sich die Furcht vor Einsamkeit und fehlender Aufmerksamkeit. Dazu kann eine innere Leere kommen, denn nur das Smartphone scheint eine gewisse Unterhaltung zu bieten.

    Erreichbar sein – um jeden Preis?

    Psychologische Studien zeigen, dass immer mehr Menschen ihr Mobiltelefon mit ins Bett nehmen und auch nachts nicht ausschalten. Der moderne Mensch möchte offensichtlich rund um die Uhr sein Handy griffbereit haben.

    Doch das Smartphone ist ein Stressauslöser: Es kann in jedem Moment klingeln. Dazu kommt der Angststress, das Mobilgerät zu verlieren.

    Surfen, Fotografieren, Nachrichten lesen und senden, nach Adressen suchen: Das Smartphone hat sich zum unverzichtbaren Begleiter entwickelt. Entsprechend schwer fällt es den Verbrauchern, es zur Seite zu legen und für eine Weile unerreichbar zu sein. Vor allem junge Menschen befürchten, dass ihr Handy verloren geht oder beschädigt wird. Dazu kommt die Angst vor einem leeren Akku oder vor einem Funkloch.

    „Offline“ – eine Bedrohung?

    Oft führt der Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit zu einem Dauerstress. Gerade in der Zeit von Home-Office und Mobile-Working scheint es kaum noch die Möglichkeit zu geben, abzuschalten.

    Anzeichen für Nomophobie

    Die Angst vor der ungewollten digitalen Abstinenz kann zu seltsamen Gewohnheiten und Angstsymptomen führen. Nomophobiker geraten ins Schwitzen, wenn sie ihr Mobiltelefon nicht finden, und zeigen eine starke Nervosität. Sie schalten das Gerät nicht mehr aus und schaffen sich zur Sicherheit ein zweites Handy an. Nur nicht offline sein: Um das sicherzustellen, haben die Betroffenen stets ein Handy in der Hosentasche oder in der Hand. Beim Essen liegt es neben dem Teller und natürlich kommt es auch mit zur Toilette.
    Verbindungen mit weiteren psychischen Erkrankungen

    Oft wird die Nomophobie von weiteren Angsterkrankungen begleitet, beispielsweise von einer sozialen Phobie oder von einem behandlungsbedürftigen Suchtverhalten.  Häufig ist bei Betroffenen auch eine ausgeprägte Handysucht oder einer Sucht nach Anerkennung zu bemerken.

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    Folgen der ständigen Erreichbarkeit

    Der ständige Blick aufs Smartphone erhöht das Risiko der Reizüberflutung. Gleichzeitig erhöht sich der Stresspegel, denn es fällt schwer, ohne das Mobiltelefon auszukommen. Wem es gelingt, die Sucht nach Erreichbarkeit zu durchbrechen, der gewinnt mehr Freiheit und fühlt sich weniger gestresst.

    Wenn der Griff zum Mobiltelefon nicht mehr der eigenen Kontrolle unterliegt, weist dies auf eine ernsthafte psychische Erkrankung hin. Hier handelt es sich nicht mehr um ein normales Informations- und Kommunikationsbedürfnis, sondern um eine pathologische Sucht oder Angststörung.

    Vermeintlich brenzlige Situationen

    Bei abnehmender Akkulaufzeit oder bei einer schlechten Online-Verbindung verstärkt sich die Angst noch. Immer wieder schauen die Nomophobiker auf das Smartphone, um die Funkverbindung oder den Akkustand zu prüfen.

    Handy verlegt? Panikgefühle

    Noch panischer werden die Betroffenen beim Verlegen ihres Smartphones. Der Verlust führt zu einem heftigen Angstschub, der erst dann nachlässt, wenn sie ihr Mobilgerät wiederfinden.

    Charakteristisches Verhalten von Nomophobikern

    In vielen Situationen ist das Smartphone ein hilfreiches Gerät. Es dient dazu, Hilfe zu rufen oder sich zu orientieren. Es ist also durchaus sinnvoll, sich vor dem Verlust des Handys zu schützen.

    Doch die übersteigerte Angst vor Kommunikationsverlust löst einen extremen Schutzmechanismus bei den Phobikern aus.

    Bis zu welchem Grad ist der Schutz des Handys vernünftig – und ab wann ist er übertrieben? Wo beginnt die Nomophobie?

    Körperliche & psychische Symptome

    Permanente Erreichbarkeit sorgt für Stress

    Die Nomophobie belastet die Betroffenen und bringt die Work-Life-Balance aus dem Gleichgewicht. Mithilfe von Entspannungstechniken und Übungen zur Stressbewältigung lassen sich die Probleme jedoch gezielt angehen. Damit lässt auch der Drang nach permanenter Erreichbarkeit nach und die Angstgefühle verringern sich.

    Wer sich den hohen Stresspegel durch die digitale Kommunikationstechnik bewusst macht, der weiß, wie wichtig es ist, auch einmal abzuschalten.

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    Tipps gegen die Angst vor dem Handy Verlust

    Ein langes Wochenende ohne Handy erscheint Jugendlichen zunächst als Horror-Vorstellung. Auch für diejenigen, die im Berufsleben stehen, ist Digital Detox kaum vorstellbar. Doch wer lernt, unerreichbar zu sein, genießt bald die ungewohnte Freiheit. Zudem ist dadurch eine genaue Abgrenzung von Berufsleben und Freizeit möglich.

    Öfter mal offline

    Auch im Alltag kann es hilfreich sein, mit dem Smartphone offline zu gehen. Mit festen Auszeiten lässt es sich besser entspannen, was sich positiv auf das Stressempfinden auswirkt.

    Mit Entspannung abschalten

    Gegen den Erreichbarkeits-Stress helfen außerdem Atem- und Beruhigungsübungen. Entspannungsmethoden wie Meditation, Yoga und Progressive Muskelrelaxation lindern ebenfalls die Angst- und Stresssymptome, die durch Nomophobie entstehen.

    Junge Menschen sind besonders gefährdet

    Vor allem bei jungen Menschen bis Mitte 20 besteht ein hohes Risiko zur Nomophobie und Internet-Sucht. Leider gewöhnen sich schon Kinder an das Smartphone. Die frühe Beschäftigung mit dem Mobilgerät wirkt sich negativ auf die sozialen Kompetenzen aus. Entsprechend abhängig werden die Kinder und Jugendlichen von den digitalen Geräten – und damit steigt die Gefahr von psychischen Problemen und Angststörungen.

    Therapie gegen Nomophobie

    Psychotherapie

    Wer unter Nomophobie leidet, braucht meistens professionelle Hilfe. Im Rahmen einer Psychotherapie lassen sich die vorhandenen Zwänge und Ängste lösen. Gerade diejenigen, die schon länger mit einer Angststörung belastet sind, können diesen Weg nicht alleine schaffen.

    Wenn die Nomophobie mit einer anderen psychischen Störung zusammenhängt, braucht auch diese eine Behandlung. Die kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den bewährten Methoden.

    Konfrontation

    Im Rahmen der Konfrontationstherapie wird das Mobiltelefon zu bestimmten Zeiten ausgeschaltet. Wichtig ist, dass die Phobiker auf diese Situation vorbereitet sind. So stellen sie sich der Unerreichbarkeit und erfahren, dass sie auch ohne Smartphone klarkommen. Mit immer längeren Offline-Zeiten gewöhnen sich die Betroffenen an die Unerreichbarkeit und die Angst lässt nach.

    Beratungsstellen

    Für Jugendliche und Erwachsene gibt es Beratungsstellen, die sich mit dem Thema übermäßiger Medienkonsum auskennen. Hier können sich die Phobiker umfassend informieren.

    Soziale Kontakte und Selbsthilfegruppen

    Im Gespräch mit anderen Angstpatienten fühlen sich die Nomophobiker nicht so allein. Das macht es ihnen leichter, ihr Problem zu bewältigen. Auch andere soziale Kontakte in der realen Welt lockern eine beängstigende Situation ohne Handy auf, sodass die Angst nachlässt.

    Entspannungstechniken

    Wenn der Handy-Akku leer ist, muss dies keine Panik auslösen. Mit Atemübungen lässt sich der akute Schreck über das nicht mehr funktionierende Smartphone überwinden. Auch bei anderen Problemen mit dem Mobilgerät hilft es, sich selbst zu beruhigen, beispielsweise mit sanften Bewegungen wie beim Yoga, oder mit Muskelrelaxation.

    Therapie beginnen

    Um eine professionelle Therapie zu beginnen können passende Psychologen in der Umgebung auch über die Ärztesuche auf Jameda.de gefunden werden.

    Alternativ lassen sich auch über das Internet Online Psychologen konsultieren und eine Beratungsstunde buchen. Dies ist besonders praktisch wenn die Beratung diskret, unkompliziert und möglichst zeitnah geschehen soll.

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      Quellen:

      1. Afraid of Losing Your Phone? There’s a Name for That: Nomophobia – healthline.com
      2. Nomophobia: The Fear of Being Without Your Phone – verywellmind.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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