Angst vor Hautärzten

Tipps zur Überwindung

Die Angst vor Ärzten ist in Deutschland weiterverbreitet, als zunächst vielleicht angenommen. Urologen, Chirurgen, Zahnärzte – wer freut sich da schon auf einen Termin? Einige Menschen haben auch Angst vorm Gang zum Hautarzt. Wir erklären, Warum das so ist, welche Komplikationen dadurch entstehen können und was Sie selbst gegen die Angst vor dem Hausarztbesuch unternehmen können.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Ein Besuch beim Hautarzt dient in den meisten Fällen der Vorsorge. So lassen sich früh Auffälligkeiten entdecken und behandeln, die ansonsten unentdeckt geblieben wären. Das erhöht die Heilungschancen drastisch und erspart Patienten auf jeden Fall Komplikationen.

    Die Gründe für die Weigerung, einen Hautarzt aufzusuchen, unterscheiden sich von Person zu Person. Oft haben Betroffene in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht oder irgendwo entsprechende Schauergeschichten aufgeschnappt. Weitere Gründe können Scham, die Angst vor der Diagnose oder die Angst vor der Ansteckung mit einer anderen Krankheit im Wartezimmer sein.

    Die Angst vorm Hautarzt kann auf unterschiedliche Arten behandelt werden. Die klassischen Varianten sind Psychotherapie und Medikamente. Alternativ bieten sich Hypnose – oder in extremen Fällen eine (Voll)Narkose an. Was auf jeden Fall immer hilft, ist ein Gespräch mit Ihrem Arzt. Beim Termin selbst sind Entspannungstechniken hilfreich. Ein gutes Buch, die Lieblingsband auf dem MP3-Player, die Lieblingsserie am Handydisplay. Auch die Unterstützung eines guten Freundes wirkt manchmal Wunder.

    Auslöser der Hautarzt Angst

    Hand aufs Herz: Wer geht schon gerne zum Arzt? Irgendwie ist da immer ein mulmiges Gefühl dabei. Auch wenn eigentlich nur eine Routineuntersuchung auf dem Programm steht. Mit dem Besuch in einer Praxis ist immer einer gewisse Aufregung – und manchmal sogar Angst – verbunden.

    Das ist bei einem Hausarzt nicht anders. Aber warum genau haben manchen Menschen Hemmungen, gerade diese Art von Arzt aufzusuchen? Nun, das kann mehrere Gründe haben.

    Häufig angeführt werden folgende Ursachen:

    Scham bzw. Nacktheit:

    Nacktheit ist für den überwiegenden Großteil der Menschen etwas Höchstprivates. Sich vor anderen entblößen zu müssen, fällt ihnen nicht leicht. Auch nicht, wenn es eigentlich ihrer Gesundheit dient. Was beim Hautarzt noch dazukommt, ist der Umstand, dass auffällige Male unter Umständen an eher delikaten Stellen am Körper sitzen. Der Arzt muss also dort genau hinschauen, wo man selbst meistens gar nicht so genau hinschauen möchte.

    Diagnose

    Beim Wort „Hautarzt“ denken wohl die meisten sofort an das Thema „Hautkrebs“. Und diese Diagnose möchte klarerweise niemand bekommen. Genau deshalb setzen bei vielen Menschen an einem gewissen Punkt Vermeidungsstrategien ein. Der Gang zum Hautarzt wird aufgeschoben. „Wird schon nicht so schlimm sein“, dominiert die Gedankenwelt. Immer mit der leisen Frage im Hintergrund: „Was ist, wenn es doch schlimm ist?“

    Ansteckung

    Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie haben viele Ärzte – darunter auch Hautärzte – davon berichtet, dass eine nicht unerhebliche Anzahl an Patienten auf notwendige Untersuchungen oder Vorsorgetermine verzichtet hat. Und zwar aus Angst davor, sich bei anderen Patienten im Wartezimmer anzustecken. So verkündete die Deutsche Dermatologische Gesellschaft im April 2021 beispielsweise: „Angst vor Corona-Ansteckung führt zu verspäteten Hautkrebsdiagnosen und größeren Tumordicken“.

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    Auswirkungen der Vermeidung

    Welche negativen Folgen kann die Angst vor Hautärzten haben?

    Wie bei allen anderen Ärzten auch liegt die große Gefahr beim Aufschieben eines notwendigen Hautarztbesuches darin, dass sich während der Wartezeit unbemerkt Krankheiten entwickeln bzw. verschlimmern können. Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Schon allein deshalb ist es wichtig, hin und wieder einen Fachmann aufzusuchen, der sich ein exaktes Bild vom aktuellen Zustand macht. 

    Dabei stehen nicht nur Muttermale und ähnliche Flecken im Fokus der Aufmerksamkeit. Ausschlag, Allergie, Infektionen und gut- oder bösartige Tumore gehören ebenfalls zu den gängigen Krankheitsbildern.

    Zudem sind auch seelische Probleme oder die Nebenwirkungen von Medikamenten auf unserer Haut sichtbar. All das hat der Hautarzt im Blick, wenn er einen Patienten im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung behandelt.

    Und all diese Punkte sind ein für sich jeweils bereits gewichtiger Grund, warum Sie den Gang zum Hautarzt nicht aufschieben sollten. Unentdeckt können an sich harmlose und im Anfangsstadium gut behandelbare Krankheiten in immer schwerwiegendere Probleme verwandeln. Wer seinen Hautarzt trotz Symptomen nicht aufsucht, verschenkt somit unter Umständen wertvolle Behandlungszeit. 

    Wie läuft die Untersuchung beim Hautarzt ab?

    Wie bei jeder ordentlich durchgeführten Untersuchung steht auch beim Hautarzt ein Gespräch am Anfang jeder Untersuchung.

    Etwaige Hautveränderungen werden abgefragt, ebenso wie bestehende Allergien oder eventuelle Infektionen. Gibt es konkrete Beschwerden, steht die Ermittlung der Quelle im Mittelpunkt.

    Ist der Patient am Arbeitsplatz eventuell Gefahr-/Schadstoffen ausgesetzt? Nimmt er Medikamente? Leidet er an chronischen Krankheiten oder traten innerhalb der Familie in der Vergangenheit bereits Hautkrankheiten auf? Auch das Sexualverhalten kann ein Auslöser für Auffälligkeit sein.

    Ist die Befragung abgeschlossen, widmet sich der Arzt üblicherweise der Haut. Seine wichtigsten Instrumente: Augen und Hände. 

    Rundumcheck für Hautkrebs-Früherkennung

    Wer sich für einen Check zur Hautkrebs-Früherkennung entschieden hat, der wird schnell merken, dass es mit der Untersuchung der „sichtbaren“ Haut nicht getan ist. In diesem Fall nimmt der Arzt einen Rundumcheck vor und begutachtet auch die Mundschleimhaut, die Kopfhaut, die Nägel, Hautfalten sowie den Intimbereich.

    Auf welche Veränderungen achtet der Hautarzt?

    Ein Hautarzt untersucht Ihre Haut anhand unterschiedlicher Kriterien. Er unterscheidet dabei zwischen Bläschen, Knötchen oder Flecken. Im weiteren Verlauf können sich die Auffälligkeiten zu Dingen wie Krusten, Schuppen, Geschwüren oder Narben entwickeln.

    Im Laufe der Untersuchung sieht sich der Arzt folgende Dinge näher an:

    Welche Untersuchungsmethoden wendet der Hautarzt an?

    Neben der klassischen Untersuchung (Augen und Hände) kann sich der Hautarzt noch einer Vielzahl weiterer, tiefergehenderer Methoden bedienen.

    So kommt bei der Beurteilung kleinster Veränderungen beispielsweise ein Dermatoskop (Auflichtmikroskop) zum Einsatz.

    Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss hinsichtlich möglicher Entzündungen oder Änderungen im Stoffwechsel.

    Allergietests werden meist direkt auf die Haut aufgetragen und zeigen mittels Quaddelbildung oder Rötung Unverträglichkeiten an. Die Beschaffenheit (Tiefe und Dicke) einer Hautveränderung lässt sich mittels Ultraschalluntersuchung feststellen.

    Zur Erkennung bestimmter Pilzerkrankungen wird eine Quecksilber-Hochdrucklampe eingesetzt.

    Will der Arzt feststellen, ob es sich bei entdeckten Veränderungen um gut- oder bösartige Tumore handelt bzw. ob eventuell eine Infektionskrankheit vorliegt, bedient er sich der Hautbiopsie. Er entnimmt unter lokaler Betäubung einer Hauptprobe und analysiert diese anschließend im Labor.

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    Angst vor dem Hautarzt überwinden

    Die Angst vorm Hautarzt unterscheidet sich nicht grundlegend vor anderen Arztphobien. Die Behandlungsmethoden sind im Großen und Ganzen dieselben. Spezifische phobische Störungen lassen sich auf zwei arten behandeln: Durch Psychotherapie oder Medikamenteneinsatz. Viele Patienten haben hingegen gute Erfahrungen mit einer Hypnose gemacht. 

    Sollten all diese (sanften) Ansätze nicht den gewünschten Erfolg bringen, besteht noch immer die Option der (Voll)Narkose

    Bevor Sie sich für eine der Optionen entscheiden, sprechen Sie aber unbedingt noch mit Ihrem Hautarzt. Lassen Sie sich einen Termin für ein Grundlagengespräch geben, von einer Behandlung ist in diesem Fall noch gar keine Rede.

    Oftmals dominieren in unserer Vorstellung unbelegte Schauergeschichten, die wie irgendwann irgendwo aufgeschnappt haben. Diese Befürchtungen lassen sich üblicherweise durch eine Unterhaltung gut zerstreuen. Auch wer in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat, sollte unbedingt das Gespräch mit einem neuen Arzt suchen.

    Beim Termin selbst können Sie dann mit diversen Entspannungstechniken arbeiten. Nehmen Sie beispielsweise ein gutes Buch mit, hören Sie während der Untersuchung Ihre Lieblingsplatte und genießen Sie eine Folge Ihrer Lieblingsserie. Bitten Sie einen Ihnen nahestehenden Menschen, Sie zu begleiten.

    Angst vor Hautarztbesuch: Hilfe finden

    Sind Sie auf der Suche nach einem neuen Arzt, der sich eventuell sogar auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert hat? Oder möchten Sie sich mit einem Psychotherapeuten in Ihrer Nähe unterhalten, um Ihre Angst vor Hautärzten in den Griff zu bekommen?

    Wir bauen gerade eine umfassende Datenbank zum Zweck der Arzt- und Therapeutensuche auf. In Zukunft können Sie dort gezielt nach passenden Angeboten/Ärzten/Therapeuten suchen.

    Allerdings sind wir noch nicht fertig. Bis es so weit ist, empfehlen wir Ihnen das umfangreiche Service von jameda.de um eine einfache Arztsuche für passende Hautärzte zu nutzen. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Angst vor Corona-Ansteckung führt zu verspäteten Hautkrebsdiagnosen und größeren Tumordicken Dagmar Arnold Geschäftsstelle | idw-online.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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