Nekrophobie

Angst vor Toten und Leichen

Als Nekrophobie bezeichnet man die Angst vor Leichen bzw. auch vor anderen Bereichen, die mit dem Toten Lebewesen zusammenhängen. Viele Betroffene fürchten sich auch vor Friedhofsbesuchen oder anderen Orten die mit dem Thema Tod nahestehen.

Wir klären über die Ursachen dieser Angst auf und geben Tipps zur Linderung

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Ja, als Nekrophobie bezeichnet man eine sehr starke Angst vor Leichen bzw. vor Dingen, die mit diesem Thema verbunden sind, wie zum Beispiel einem Bestattungsunternehmen oder einem Friedhof.

    Menschen mit einer Nekrophobie leiden sehr oft unter starken Angstzuständen bzw. unter verschiedensten körperlichen Symptomen wie Zittern, Schwitzen oder Herzrasen.

    Bei starken Angstzuständen oder Panikattacken kann eine Konfrontationstherapie oder eine Verhaltenstherapie helfen, bei der der Betroffene allmählich der angstmachenden Situation ausgesetzt wird.

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    Merkmale einer Nekrophobie

    Es gibt wohl kaum Menschen, die sich häufig mit dem Tod auseinandersetzen oder gerne auf Beerdigungen gehen. Das ist völlig normal, denn nach wie vor haftet diesem Thema etwas Befremdliches an. Die Angst vor dem Tod selbst, ist absolut verständlich. 

    Wenn aber bereits der Gedanke an einen Leichen oder ein Begräbnis zu Angst und Panik führen, so liegt eine sogenannte Nekrophobie vor. Der Terminus wird vom Wort „nekros“ abgeleitet, was soviel wie „Leiche“ bzw. „Toter“ bedeutet, während „phobos“ mit „Furcht“ übersetzt werden kann.

    Angst vor Friedhöfen

    Meistens haben die Betroffenen nicht nur vor Leichen Angst, sondern fürchten sich auch vor Beerdigungen und Friedhofsbesuchen. Der Ort führt bei Betroffenen zu Unwohlsein und kann sogar zu Panikattacken führen.

    Auch vor Tierkadaver oder sogar einem Skelett kann sich gefürchtet werden. Dies sind alles Situationen, die auf irgendeine Art und Weise mit dem Tod in Verbindung stehen.

    Gründe der Leichenangst

    Eine Nekrophobie entsteht sehr häufig aufgrund einer traumatischen Erfahrung, die mit dem Tod gemacht wurde. Das kann beispielsweise der unerwartete Tod eines Familienangehörigen oder nahestehenden Verwandten bzw. Freundes sein, aber auch der Anblick einer Leiche kann in weiterer Folge zu einer Angststörung führen.

    Weitere Ursachen einer Nekrophobie können sein:

    Eine Nekrophobie kann zudem durch erlerntes Verhalten ausgelöst werden. Hat beispielsweise ein Elternteil ebenfalls Angst vor Toten, so wird diese Angst auf das Kind übertragen, dass dann auch eine Phobie entwickeln kann.

    Erzwungene Exposition

    Ein weiterer Auslöser für eine Nekrophobie kann eine erzwungene Exposition gegenüber einem Tierkadaver oder einer menschlichen Leiche sein. Vermeiden Sie es aus diesem Grund daher, Kinder dazu zu zwingen, zu einer Beerdigung zu gehen, obwohl ein Begräbnisbesuch nicht zwingend zur Entwicklung einer Angstphobie führt.

    Anderer Umgang mit dem Tod

    Im Vergleich zu früher haben Menschen heutzutage auch einen etwas anderen und distanzierteren Umgang mit dem Sterben, sodass der Tod sehr häufig nicht als etwas Natürliches betrachtet wird.

    Früher starben Menschen sehr häufig im eigenen Haus und wurden dort bis zur Beerdigung auch aufgebahrt.

    Während dieser Zeit kamen Verwandte, Bekannte und Freunde vorbei, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Heute versterben die Menschen in vielen Fällen in einem Krankenhaus, wodurch das Thema „Tod“ aus dem Alltag weitestgehend entfernt wurde.

    Symptome einer Leichenangst

    Personen mit Nekrophobie können beim Anblick eines Friedhofs, eines Sarges oder einer Leiche in Panik verfallen. In diesem Zusammenhang treten dann meist folgende Symptome auf:

    Die Beschwerden können durchaus variieren und sind nicht bei allen Betroffenen gleich stark ausgeprägt. Manche fühlen sich nur unwohl und möchten der jeweiligen Situation nur so rasch wie möglich entkommen, andere wiederum erleiden eine Panikattacke oder fallen sogar in Ohnmacht.

    Irrationale Ängste

    Wie bei allen Phobien leiden auch Menschen mit einer Nekrophobie an einer irrationalen Angst. So befürchten diese Personen, dass sie plötzlich einen Toten finden könnten oder dass irgendwo eine Leiche liegt. Daraus können auch andere Ängste entstehen, wie beispielsweise die Angst, aus dem Haus zu gehen, oder die Angst vor sexuellen Angriffen oder gewaltsamen Übergriffen.

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    Tipps gegen Angst vor Leichen

    Studien haben gezeigt, dass Menschen, die einen starken Glauben haben, auch weniger Angst vor dem Thema „Tod“ entwickeln. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, sich mit verschiedenen Glaubensrichtungen bzw. Spiritualität auseinanderzusetzen, aber auch Rituale können eine sehr gute Option sein, um mit diesem Thema besser umgehen zu lernen.

    Philosophie erforschen

    Zudem eignet sich die Philosophie sehr gut für eine Auseinandersetzung mit dem Tod. Seit Tausenden von Jahren beschäftigen sich Philosophen mit dieser Thematik, darunter beispielsweise Plato, der mit seinem Dialog "Phaedo" einen sehr optimistischen Blick auf den Tod und das Sterben wirft. Aber auch der aus dem 20. Jahrhundert stammende Philosoph Paul Edward ist sehr empfehlenswert, er erklärt in diesem Zusammenhang auch, welche Konzepte dazu führen, dass man sich vor dem Tod fürchtet.

    Tod als Teil des Lebens sehen

    Anstatt den Tod als etwas Negatives zu sehen, sollte man zudem lernen, ihn als Teil unseres Lebens zu betrachten. Es gibt bereits einige Bewegungen, die sich mit dieser "Kultur der Stille" auseinandersetzen und mithilfe von Kunst oder Diskussionen versuchen, den Tod für Menschen auf andere Art und Weise zugänglich zu machen.

    Sich auf das Hier und Jetzt fokussieren

    Was ebenfalls helfen kann: Sich auf den Moment zu konzentrieren. Dazu gehören auch Dinge, wie sich gesund zu ernähren, Sport zu betreiben sowie auf seine körperliche und psychische Gesundheit zu achten. Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie genießen können, denn das wird Ihnen dabei helfen, Ihre Ängste zu mildern. Legen Sie sich auch eine "Bucket List" zu, auf der Sie Dinge notieren, die Sie gerne erleben möchten.

    Sich mit den Ängsten konfrontieren

    Sollte Ihre Phobie nicht zu stark ausgeprägt sein, können Sie sich auch selbst mit ihren Ängsten konfrontieren. Suchen Sie sich dafür Bilder von toten Menschen und versuchen Sie, diese zu betrachten. Gehen Sie ganz bewusst auf einen Friedhof und sehen Sie sich dort um. Was nehmen Sie wahr? Was löst das bei Ihnen aus? Dehnen Sie Ihre Besuche immer weiter aus, denn Friedhöfe können auch etwas sehr Mystisches und Geheimnisvolles haben, das es zu entdecken gilt. Konfrontation kann in diesem Fall oft eine Hilfe sein.

    Behandlung einer Nekrophobie

    Wer an einer Nekrophobie leidet, versucht, Situationen, die die Angst auslösen, weitestgehend zu meiden. So wird um Friedhöfe ein großer Bogen gemacht und der Anblick von Toten ist im Alltag generell eher selten.

    Ist die Angststörung aber so stark ausgeprägt, dass man sogar beim Anblick eines Grabsteines in Panik verfällt, so sollte man sich therapeutische Hilfe holen.

    Konfrontationstherapie

    Mithilfe einer Psychotherapie ist eine Phobie normalerweise gut behandelbar. Der Fachmann wird hier gemeinsam mit dem Betroffenen zunächst die mögliche Ursache für die Phobie ermitteln, worauf dann die weitere Therapie aufbaut. Sehr gut zur Behandlung geeignet ist die sogenannte Konfrontationstherapie. Bei dieser werden die Betroffenen in kleinen Schritten mit der Situation, die ihnen Angst macht, konfrontiert, bis die Symptome zurückgehen oder im Idealfall ganz verschwinden.

    Verhaltenstherapie

    Eine weitere Methode stellt die Verhaltenstherapie dar. Diese kommt vorwiegend dann zur Anwendung, wenn die Betroffenen auch an Panikattacken leiden.

    Hypnose

    Aber auch eine Hypnose kann unter Umständen Abhilfe schaffen, dafür stehen den Betroffenen ebenfalls speziell ausgebildete Therapeuten zur Verfügung.

    Selbsthilfegruppe besuchen

    Ist die Angststörung nur leicht ausgeprägt, so bietet sich auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe an. Die Betroffenen können sich dann im Laufe der Zeit mit der jeweiligen Situation selbst konfrontieren, um auf diese Weise die Angst zu reduzieren.

    Medikamente

    In einigen Fällen werden den Betroffenen auch Antidepressiva oder angstlindernde Medikamente verschrieben, um die auftretenden Symptome zu behandeln. Zu beachten ist allerdings, dass Medikamente alleine eine Phobie nicht heilen und diese daher immer in Kombination mit einer entsprechenden Therapie eingenommen werden sollten.

    Psychologen und Ärzte finden

    Um die Angst vor Leichen zu überwinden können Psychologen für eine Therapie in Anspruch genommen werden. Auch Ärzte können über Videosprechstunden einen guten Rat geben und im Zweifelsfalls Medikamente verordnen oder an einen Spezialisten verweisen. 

    Über Jameda lassen sich Ärzte und Psychologen in näherer Umgebung finden. Doch auch über das Internet können Psychologen und Ärzte für eine Beratung kontaktiert werden. Dies spart Zeit und ist für Betroffene mit erhöhten Schamgefühl oder dem Wunsch nach Anonymität besonders vorteilhaft. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Necrophobia: Coping With the Fear of Dead Things … | verywellmind.com
      2. Necrophobia – Wikipedia

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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