Androphobie

Angst vor Männern

Bei der Androphobie handelt es sich um eine irrationale Angst vor Männern. Die Angst kann sowohl von Frauen wie auch von Männern ausgehen. Wir erklären im Artikel die Anzeichen, Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten. Da eine Androphobie auch zur Vermeidung des Arztbesuchs führen kann, ist es wichtig die Ängste zu überwinden, damit die Gesundheit nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Außerdem geben wir Tipps wie mit einer Androphobie ein normales Leben im Alltag möglich ist. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Androphobie ist eine Form der Sozialphobie und bezeichnet die übersteigerte Angst vor Männern. Meistens sind Frauen betroffen, aber in seltenen Fällen leiden auch Männer an der Phobie.

    Betroffene fühlen sich in der Gegenwart von Männern unwohl und bedroht. Unter Umständen kann bereits der Gedanke an Männer Angst auslösen. Mit einer Androphobie gehen oft körperliche Symptome wie Schwitzen, Unwohlsein, Herzklopfen und in extremen Fällen Panikattacken, Ohnmacht und Depressionen einher.

    Verschiedene Behandlungswege kommen infrage. Oft hilft eine Entspannungstherapie, Angstzustände zu lindern und den Stresspegel dauerhaft zu senken. Eine Gesprächstherapie kann dabei helfen, tief liegende irrationale Ängste aufzudecken und alternative Denk- und Handlungsmuster zu erarbeiten. Je nach Ausprägung der Phobie ist diese womöglich nicht vollständig heilbar, aber die Betroffenen können im Umgang mit ihrer Angst geschult werden, sodass ein normales Leben trotz Phobie möglich wird

    Ab wann hat man eine Androphobie?

    Unter der Angst vor Männern leiden hauptsächlich Frauen. Sie nehmen Männer als Bedrohung wahr. Von daher ist es ihnen in den meisten Fällen unmöglich, sich auf eine Partnerschaft einzulassen, da ihnen die Nähe von Männern und der Gedanke an Intimität große Angst einjagen.

    Doch auch Männer selbst können unter einer Männerphobie leiden und den Kontakt zu Männern aus den gleichen oder ähnlichen Beweggründen meiden. 

    Die Phobie kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Es ist möglich, dass sich Betroffene nur vor bestimmten Situationen oder einem bestimmten Typ Mann fürchten, aber auch die Furcht vor Männern insgesamt kann vorkommen.

    Frauen oder Männer, die sich vor anderen Männern fürchten – was selten auftritt, aber durchaus vorkommen kann – vermeiden oft den Kontakt mit Männern. Dies kann zu großen Problemen im Alltag führen, sei es im Beruf, in der Bahn oder bei anderen Situationen, wo die Begegnungen nicht vermieden werden können. 

    Gut zu wissen

    Androphobie ist nicht mit Misandrie zu verwechseln, welche Männerfeindlichkeit bezeichnet. Während männerfeindliche Personen Hass verspüren, sind Menschen mit einer Androphobie durch ihre Angst stark eingeschränkt und wünschen sich Heilung.

    Woran erkennt man eine Androphobie?

    Bei Personen, die sich besonders vor Männern fürchten, kann bereits der Gedanke an Begegnungen ausreichen, verängstigt zu sein. Auch der Gedanke an Orte, in denen Männern oft aufzufinden sind, wie beispielsweise Fußballstadien oder Kneipen, führt unter Umständen zu Angst.

    Betroffenen ist es nur schwer möglich, derartige Orte und Events zu besuchen. Wenn die Betroffenen auf einen Mann treffen oder in andere angsteinflößende Situationen gelangen, können je nach Situation und Ausprägung der Männerangst verschiedene Symptome auftreten.

    Darunter fallen allgemeines Unwohlsein, Herzklopfen, Zittern, Schwitzen, Übelkeit, Hitzewallungen, Atembeschwerden und in manchen Fällen sogar Ohnmacht.

    Wodruch entsteht eine Androphobie?

    In vielen Fällen haben die Betroffenen negative Erfahrungen mit Männern gemacht, sei es in der Kindheit oder im Erwachsenenleben.

    Frauen, die unter einer Männerphobie leiden, können Vergewaltigungs– oder Missbrauchsopfer sein. Ablehnung vonseiten des Vaters oder seelischer Missbrauch kann ebenfalls zu der Angst vor Männern führen.

    Zudem können obszöne sexuelle Verhaltensweisen oder Gesten von Männern Unwohlsein in deren Nähe auslösen, welche sich schrittweise zu einer Androphobie weiterentwickelt.

    Da die Androphobie eine Form der Sozialphobie ist, liegt oft die Angst vor zwischenmenschlichen Situationen und falschem gesellschaftlichem Verhalten zugrunde.

    Menschen, die an einer Sozialphobie leiden, fürchten sich vor der kritischen Betrachtung durch andere, welche das eigene Selbstwertgefühl bedrohen könnte.

    Auch die Angst vor Intimität kann nach und nach zu einer gesteigerten Angst vor Begegnungen und Kontakt mit Männern führen.

    Durch Berichte über traumatische Ereignisse mit Männern oder das Beobachten derartiger Dinge kann ebenfalls eine Androphobie entstehen.

    Oft kommt es zunächst zu Vermeidungsstrategien und Unwohlsein, welches sich in eine Androphobie verwandeln kann.

    Auswirkungen der Männerphobie

    Personen, die unter einer Männerphobie leiden, sind oft dauerhaftem Stress ausgesetzt.

    Sie versuchen, den Kontakt mit Männern zu meiden. Da dies aber in vielen Alltagssituationen nicht möglich ist, kann es zu einem dauerhaft gesteigerten Stresspegel und chronischen Angstzuständen kommen.

    Dies kann körperliche Erkrankungen wie zu hohen Blutdruck oder Herzprobleme begünstigen.

    Grundsätzlich kann eine Androphobie auch zur Vermeidung von Arztbesuchen führen, da viele Ärzte männlich sind. Somit kann eine Androphobie auch ernsthafte Erkrankungen begünstigen bzw. die Diagnose und Behandlung durch Vermeidung verschlimmern. 

    Wieviel Angst ist normal?

    Jeder Mensch hat vor etwas Angst. In einem gesunden Maß ist Angst absolut normal. Besonders gefährliche Situationen wie ein Parkhaus oder ein Spaziergang in der Nacht können Ängste auslösen, welche als normal betrachtet werden können. Leidet man an einer starken Männerphobie können Ängste in gefährlichen Situationen nochmals verstärkt werden

    Wenn die Angst allerdings zu Depressionen und dauerhaften Panikattacken führt, ist es an der Zeit, Hilfe zu suchen. Betroffene fürchten sich leider oft davor, ihre Probleme offen anzusprechen, da sie sich vor gesellschaftlicher Verurteilung und Unverständnis fürchten.

    Stattdessen vermeiden sie Situationen, die ihre Ängste auslösen könnten und ziehen sich infolgedessen zunehmend aus ihrem sozialen Umfeld zurück, bis sie isoliert leben. 

    In vielen Fällen sind sich die Betroffenen der Tatsache bewusst, dass Begegnungen mit Männern in der Regel keine Bedrohung darstellen. Nichtsdestotrotz lässt sich die irrationale Angst bei einer ausgeprägten Phobie meist nicht von allein bewältigen, weshalb eine Therapie in Betracht gezogen werden sollte.

    Besonders in extremen Fällen ist es enorm wichtig, dass die Betroffenen den Umgang mit ihren Ängsten erlernen, um aus einem Angstkreislauf auszubrechen.

    Da ständige Angstzustände zu ernsthaften körperlichen Beschwerden wie zu hohem Blutdruck oder Herzerkrankungen führen können, ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen, damit die Rückkehr in ein stressfreieres Leben möglich wird. 

    Der erste Schritt zur Heilung

    Leider denken viele Menschen, sich Hilfe zu suchen wäre ein Zeichen von Schwäche und ein Eingeständnis der eigenen Niederlage. Tatsächlich erfordert es aber sehr viel Mut, sich den eigenen Ängsten zu stellen und offen über Probleme zu reden. Wer sich eingestehen kann, dass er es allein nicht schafft und Hilfe benötigt, hat sich der schwierigsten Erkenntnis bereits gestellt und befindet sich schon auf dem Weg zur Besserung.

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    Wie lässt sich eine Männerphobie beheben?

    Mithilfe von Entspannungstherapien ist es möglich, den Betroffenen einen Großteil ihrer Angst zu nehmen und den Stresspegel zu senken.

    Durch eine Gesprächstherapie wird zudem versucht, klassische Denk- und Verhaltensmuster zu unterwandern und gesündere Alternativen zu entwickeln

    Da die Androphobie zu den Sozialphobien gehört, können psychotherapeutische Maßnahmen helfen, die Angst der Betroffenen so weit zu lindern, dass sie damit im Alltag souverän umgehen können und keine Einschränkungen erfahren.

    Eine vielversprechende Maßnahme ist die kognitive Verhaltenstherapie. Durch diese werden Selbstkontrolle und Emotionsregulierung eingeübt. Nach einer mehrwöchigen Therapie können Veränderungen in den Hirnarealen bewirkt werden, welche problematische Denkprozesse verändern und zu einer dauerhaften Verhaltensänderung führen können. 

    Hilfe durch Therapeuten

    Zudem kann mithilfe eines Therapeuten versucht werden, den Betroffenen einer sozialen Phobie mehr Selbstvertrauen zu verleihen, sodass sie sich in Alltagssituationen im sozialen Umfeld wohler fühlen.

    Personen, die durch tiefsitzende Traumata wie Vergewaltigungen, körperlichen oder seelischen Missbrauch eine Angst vor Männern entwickelt haben, sollten sich Hilfe von einem Experten auf diesem Fachgebiet holen, der mit ihnen gemeinsam das Trauma aufarbeitet.

    Auch wenn es anfänglich schwerfällt, derartige Themen anzusprechen und sich auf eine Therapie einzulassen, wartet dafür am Ende der Therapie die lohnende Chance, wieder in ein stressfreies Leben ohne permanente Angst zurückzukehren. 

    Hilfe suchen und annehmen

    Viele Betroffene wünschen sich Hilfe, fürchten sich aber davor, einen Arzt aufzusuchen.

    Die Gründe für ein derartiges Verhalten sind vielfältig – dahinter kann beispielsweise die Angst vor einer möglichen Diagnose, vor dem Gespräch mit fremden Personen oder vor der Behandlung stecken.

    Eine Angst vor Männern kann sich zudem in eine Arztphobie verwandeln. Betroffenen ist es oft nicht möglich, einen männlichen Arzt aufzusuchen. 

    Aber auch die Angst, im Wartezimmer oder unter den Sprechstundenhilfen auf Männer zu treffen, kann das Problem verstärken und dafür sorgen, dass Betroffene Ärzte meiden, statt sich Hilfe zu suchen.

    Leider verschlimmern sich sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden in der Regel, wenn die betroffenen Personen keine Hilfe aufsuchen. Wer sich davor fürchtet, zu einem Arzt zu gehen, kann sich womöglich durch das Aufsuchen einer Selbsthilfegruppe besser fühlen. 

    Oft ist der Austausch mit Gleichgesinnten, die unter ähnlichen Ängsten und Problemen leiden, sehr hilfreich. Da sich Betroffene meist allein und unverstanden fühlen, hilft vielen bereits die Erkenntnis, dass man mit den eigenen Problemen nicht allein ist. Das Sprechen mit anderen, die die eigenen Sorgen teilen und nicht verurteilen, ist ein guter Anfang für die Bewältigung der Angst.

    Wer sich vor dem persönlichen Austausch mit anderen fürchtet, kann Online-Foren oder telefonische Hilfe über eine Hotline ebenso wie eine Beratung per Videochat einholen. Bekannt für Online Coachings ist die Plattform Lebensidealisten. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Androphobia (Fear of Men): What Is It, Symptoms & Treatment | my.clevelandclinic.org
      2. Androphobia – Medically reviewed by Timothy J. Legg, PhD, PsyD — Written by Erica Cirino — Updated on September 18, 2018 | healthline.com

      Foto: Benoit Daoust | alexkich | shutterstock.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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