Blut im Stuhl

Blut im Stuhl ist eine unangenehme Überraschung, meist sogar ein Schock. Es muss aber nicht immer gleich vom Allerschlimmsten ausgegangen werden. Blut im Stuhl kann auf vielerlei Probleme hinweisen, der überwiegende Großteil davon ist eher harmlos. Nur in den wenigen Fällen ist es ein Anzeichen für eine schwerwiegende Krankheit. Eine klärende Untersuchung ist dennoch immer zu empfehlen, sobald Blut im Stuhl gefunden wird. 

Wir klären im Artikel über das Symptom auf und möchten ohne Panikmache vermitteln, wann eine Untersuchung beim Arzt ratsam ist und wie bei dem Schambehafteten Thema der Arztbesuch in die Wege geleitet werden kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Ursachen für Blut im Stuhl können unterschiedlicher Natur sein. Da gibt es beispielsweise Infektionen, Infarkte, Entzündungen (chronisch und akut), Verletzungen oder Wucherungen (gut- und bösartig). Je nachdem, welche Farbe das Blut hat, liegt das Problem in einem anderen Bereich. Bei dunklem Blut ist meist der obere Verdauungstrakt betroffen, bei hellem eher der mittlere/untere Abschnitt.

    Die kurze Antwort: Immer. Ausnahmslos. In den meisten Fällen ist die Ursache zwar harmlos und die Blutung stoppt von selbst. Dennoch sollte abgeklärt werden, woher das Blut stammt. Das liefert weitere Hinweise auf den Auslöser. Treten zusätzlich zur Blutung noch Schmerzen (Bauch, Magen, Stuhlgang), Übelkeit, Abgeschlagenheit/Müdigkeit, rascher Gewichtsverlust oder Nachtschweiß auf, sollten Sie unbedingt unverzüglich zum Arzt.

    Wenn der Stuhl eine ungewöhnliche Farbe aufweist, muss nicht immer Blut der Grund dafür sein. Es gibt zahlreiche Lebensmittel, welche den Stuhl verfärben können. So sorgen Rote Rüben etwa für dunkelrote Rückstände. Nach dem Genuss von Heidelbeeren oder Lakritze kann der Stuhl schwarz gefärbt sein und einen falschen Alarm für Meläna (Teerstuhl) auslösen. Auch Eisen- oder Kohletabletten haben manchmal diesen Effekt. Kommt Ihnen an der Farbe Ihres Stuhls somit seltsam vor, gehen Sie zunächst in sich und überlegen Sie, was Sie zuletzt gegessen oder zu sich genommen haben.

    Was sagt die Farbe des Stuhlgangs aus?

    Blut ist nicht gleich Blut. Je nachdem, in welcher Körperregion es gerade unterwegs ist, hat es eine andere Färbung. Und je nachdem, an welcher Stelle es ungeplanter Weise in den Verdauungstrakt gerät, weist es ein anderes Erscheinungsbild auf. Unterschieden wird zwischen dunklem, hellem und unsichtbaren Blut

    Dunkles Blut im Stuhl

    In der Fachsprache „Teerstuhl“ oder „Meläna“ genannt, ist besonders dunkles Blut ein Hinweis auf einen Ursprungsort im oberen Bereich des Magen-Darm-Trakts – wie beispielsweise Magen oder Speiseröhre. Die dunkle Färbung entsteht, weil das Blut noch durch den Magen muss, dort mit der Magensäure und diversen Bakterien in Kontakt kommt und dabei das Eisen im Blut oxidiert.

    Helles Blut im Stuhl

    Die Rektalblutung oder Hämatochezie tritt bei Verletzungen oder Problemen im hinteren Teil des Magen-Darm-Trakts auf und ist meist an hellrotem Blut auf dem Toilettenpapier zu erkennen.

    Unsichtbares Blut im Stuhl

    Die Bezeichnung ist vielleicht nicht medizinisch korrekt, das Phänomen des versteckten Blutes – oder okkultes Blut, wie es Ärzte auch nennen – gibt es trotzdem. Das Blut verschwindet dabei im Stuhlgang, der aufgrund seiner Färbung nicht auffällig ist.

    Welche Ursachen für Blut im Stuhl gibt es?

    Auch in diesem Fall wird wieder, wie bei der Farbe des Blutes, eine Zweiteilung zwischen oberem und unterem Verdauungstrakt vorgenommen. In den beiden Abschnitten kann es zu unterschiedlichen Komplikationen kommen.

    Oberer Verdauungstrakt:

    Bei Problemen im oberen Verdauungstrakt ist das Blut besonders dunkel. Folgende Ursachen kann die Einblutung durch den oberen Verdauunstrakt haben:

    Bei besonders heftigem Erbrechen kann es passieren, dass die Schleimhaut zwischen Speiseröhre und Magen einreißt. Auch bekannt als „Mallory-Weiss-Syndrom“. Tritt häufig bei Alkoholikern auf, deren Schleimhaut bereits geschädigt ist.

    Erkrankungen der Leber haben oft zur Folge, dass der venöse Blutfluss umgeleitet wird, was zur Bildung von Krampfadern in der Speiseröhre führen kann. Diese sind empfindlich und reißen leicht, was zu lebensbedrohlichen Blutungen führen kann.

    Die häufigste Ursache für (dunkles) Blut im Stuhl sind Geschwüre im Magen oder im Zwölffingerdarm. Ausgelöst werden die meist durch eine Infektion mit dem Bakterium Heliobacter pylori.

    Werden gewisse Medikamente wie Schmerz- oder Fiebermittel mit Acetylsalicylsäure zu lange eingenommen, kann dies Blutungen auslösen. 

    Hier ist nicht die Rede vom gelegentlichen Sodbrennen nach zu viel gutem Essen, sondern von der chronischen Variante. Durch das ständige Aufsteigen der Magensäure in die Speiseröhre kann es zu einer Schleimhautentzündung kommen, die betroffene Stelle beginnt dabei unter Umständen zu bluten.

    Blutungen können von einem bösartigen Tumor im Magen verursacht werden. Daher ist eine Untersuchung beim Arzt stets zu empfehlen und sollte nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Schamgefühle sollten hier nicht solch großen Risiken übergeordnet werden. 

    Unterer (und mittlerer) Verdauungstrakt:

    Helles Blut auf dem Toilettenpapier ist ein Anzeichen für Probleme im unteren und mittleren Verdauungstrakt. Die können aufgrund folgender Dinge auftreten:

    Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zählen zu jenen chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Darms, welche besonders bei jüngeren Menschen vor helles Blut im Stuhl sorgt. Colitis ulcerosa beschränkt sich dabei meist auf den Dich- und Enddarm, Morbus Crohn greift den gesamten Darm an. 

    Die meist gutartigen Vorwölbungen der Dickdarm-Schleimhaut sind in der Regel harmlos. Je größer sie werden, desto eher können sie allerdings zu bluten beginnen. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Polypen zu einer Vorstufe von Darmkrebs entwickeln. Deshalb werden sie entfernt, sobald sie eine gewisse Größe erreicht haben.

    Auch hierbei handelt es sich um Ausstülpungen, die hauptsächlich im Dickdarm auftreten. Wenn diese sich entzünden, besteht Blutungsgefahr.

    Ein weitverbreitetes und ebenso bekanntes Problem. Der Gefäßpolster am After ist dabei krankhaft vergrößert, kann deshalb beim Stuhlgang leicht einreißen, was wiederum Blutungen verursacht. 

    Werden in den meisten Fällen von Durchfall begleitet. Eine klassische Magen-Darm-Grippe kann dabei ebenso zu Blutungen führen wie schwerere Erkrankungen, zum Beispiel Typhus.

    So wird in Fachkreisen der akute Verschluss eines Darmgefäßes genannt. Tritt meist bei älteren Menschen auf.

    Eine überdurchschnittlich starke Vermehrung spezieller Darmbakterien (Clostridium difficile) führt zu dieser Form der Dickdarmentzündung. Tritt meist nach einer länger andauernden Therapie mit Antibiotika auf. Die Krankheit wird meist von Durchfall und starken Bauchschmerzen begleitet.

    Kommt es zu Blutungen im mittleren und unteren Verdauungstrakt, sind Tumore die häufigste Ursache. Allerdings muss es sich dabei nicht unbedingt um bösartigen Darmkrebs handeln. Auch gutartige Gewächse können Blutungen auslösen, die dann im Stuhl sichtbar werden.

    Warum haben Menschen Angst vor einer Darm-Untersuchung?

    Ein Besuch beim Arzt zählt wohl für niemanden zu den Lieblingsbeschäftigungen. Manche Untersuchungen haben dabei den Ruf, unangenehmer zu sein als andere. Alles rund um den Verdauungstrakt und Ausscheidungen fällt wohl in diese Kategorie. Es gibt daher viele Gründe, warum Menschen Angst vor einer Darm-Untersuchung haben.

    Manche fühlen sich in ihrem Schamgefühl verletzt, andere wiederum fürchten die Schmerzen, die mit einer derartigen Untersuchung einhergehen können. Eine dritte Gruppe will wiederum keine schlechten Nachrichten bekommen – die Gefahr bei einer Untersuchung wegen Blut im Stuhl ist diesbezüglich ja nicht von der Hand zu weisen. 

    Allerdings ist beim Auftreten von Beschwerden bzw. dem Entdecken von Blut im Stuhl notwendig, sofort einen Arzt aufzusuchen. Es handelt sich dabei um ein klares Zeichen, dass etwas im Verdauungstrakt nicht stimmt. Bleiben Probleme, die eigentlich einfach aus der Welt zu schaffen wären, unbehandelt, können daraus ernsthafte Krankheiten entstehen.

    Gute Ärzte wissen um die Existenz der Ängste und gehen im Rahmen des Vorgesprächs darauf ein. Sie versuchen, den Patienten durch Offenheit und Einfühlungsvermögen soweit es geht zu beruhigen.

    Wie läuft eine Untersuchung bei Blut im Stuhl ab?

    Ärzten steht heute eine Vielzahl an Untersuchungsmöglichkeiten rund um Darmerkrankungen und Verletzungen zur Verfügung. Bevor sie darauf zurückgreifen, führen sie ein klärendes Vorgespräch.

    Vorgespräch

    Im Rahmen des Gesprächs werden Fragen zur Krankengeschichte des Patienten. Gab es bereits früher schon einmal Blut im Stuhl? Besteht eventuell eine Vorerkrankung? Auch der Alkoholkonsum des Patienten ist für den behandelnden Arzt von Interesse, da Alkoholismus Blutungen im Magen-Darm-Trakt verursachen kann. Ist das Vorgespräch abgeschlossen, folgt die körperliche Untersuchung. 

    Spiegelungen

    Bekannteste Möglichkeit sind diverse Spiegelungen unterschiedlicher Darmabschnitte. So kann der Darm von innen untersucht werden.

    Bei der Magenspiegelung (Gastroskopie) wird ein Schlauch mit Kamera über den Mund bis in den Magen geführt. Begutachtet werden dabei die Speiseröhre, die Magenwand und der oberste Teil des Zwölffingerdarms.

    Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgt die Einführung des Schlauches durch den Anus. Untersucht werden Enddarm und Dickdarm.

    Eine Rektoskopie ist ausreichend, wenn der Arzt als Ursache für die Blutungen Hämorrhoiden vermutet.

    Doppelballon-Enteroskopie (DBE)

    Die Doppelballon-Enteroskopie (DBE) dient zur Untersuchung des Dünndarms. Dabei wird ein Endoskop eingeführt, an dessen Spitze zwei kleine Ballons angebracht sind, die abwechselnd aufgepumpt werden und somit Platz für das Endoskop schaffen. Die DBE erfolgt meist in zwei Schritten. Erst die Begutachtung des oberen Dünndarms (über den Mund), danach jene des unteren Abschnitts (über den Anus).

    Videokapselendoskopie

    Bei einer Videokapselendoskopie verschluckt der Patient eine Kamera. Die wandert durch den Verdauungstrakt und fertigt Aufnahmen an. Absolut schmerzfrei, hat diese Methode zwei Nachteile. Erstens: Sie benötigt Zeit. Zweitens: Nicht immer können dadurch alle Blutungsquellen geortet werden.

    Ultraschalluntersuchung

    Die Ultraschalluntersuchung ist eine gute Möglichkeit, einen Mesenterialinfarkt – also den Verschluss eines Darmgefäßes – zu erkennen. Kontrastmittel dienen bei der selektiven Arteriografie und diversen nuklearmedizinischen Verfahren dazu, Gefäße genauer darstellen und Blutungen aufspüren zu können.

    Blut- und Stuhlproben

    Vermutet der Arzt eine Infektion als Grund für die Blutungen, wird er versuchen, diese mittels Analyse von Blut- und Stuhlproben nachzuweisen.

    Blut im Stuhl: Ärztlicher Rat gefragt

    Blut im Stuhl ist immer ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Mit den Informationen aus diesem Artikel können Sie selbst zumindest eine oberflächliche Erstdiagnose durchführen. Die genaue Abklärung der Probleme sollte aber auf jeden Fall ein Arzt vornehmen.

    Lassen Sie sich von einem falsch verstandenen Schamgefühl nicht daran hindern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch, wenn die Thematik auf den ersten Blick unangenehm wirken möge: Ihre Gesundheit ist wichtiger.

    Arzt für die Untersuchung finden

    Bei Blut im Stuhl sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Damit Ärzte mit einem besonders guten Händchen für Angstpatienten oder Patienten mit erhöhten Schamgefühlen gefunden werden können, bauen wir aktuell eine umfassende Ärzte-Datenbank auf. 

    Bis unsere Datenbank an den Start geht, empfehlen wir den Ärzte-Finder von jameda.de

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Blut im Stuhl: Ursachen und wann Sie zum Arzt sollten | netdoktor.de
      2. Blut im Stuhl: Das müssen Sie wissen| Helios Gesundheit

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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