Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Tipps und Hilfe gegen starkes Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) wird gerne auch als „Tage vor den Tagen“ bezeichnet. Hormonschwankungen vor dem Einsetzen der Monatsblutung rufen ein regelrechtes Bündel an Beschwerden wie etwa Kopf-, Unterleibs- und Gliederschmerzen, Heißhunger, Gereiztheit oder depressive Verstimmungen hervor.

Schwach ausgeprägte Beschwerden lassen sich meist durch Bewegung, Entspannungstechniken und den Verzicht auf Genussgifte in den Griff bekommen. Bei stärkeren PMS Symptomen kommen Medikamente (z.B. Hormonpräparate) zum Einsatz. Wir klären auf was gegen PMS hilft, wie lange PMS anhält und ob man auch online Hilfe bekommen kann.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Zu den häufigsten Beschwerden, die im Zuge des Prämenstruellen Symptoms auftreten, zählen Unterleibs- und Kopfschmerzen, ein Spannungsgefühl in den Brüsten und in der Bauchgegend, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Heißhunger sowie eine lähmende Traurigkeit.

    Das Prämenstruelle Syndrom ist eher die Regel als die Ausnahme. Knapp 48 % aller Mädchen und Frauen weltweit leiden unter stärker ausgeprägten PMS-Symptomen, die den Alltag merklich beeinflussen. Zwischen 80 und 90 % verspüren zumindest irgendwann ein Anzeichen für PMS.2 3 bis 8 % haben massiv Beschwerden, insbesondere psychischer Natur. Sie leiden an der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

    Manche PMS-Symptome können leicht mit den frühen Anzeichen einer Schwangerschaft verwechselt werden. Eine erste Einschätzung lässt sich einige Tage nach dem Einsetzen der Periode geben. Bleibt die Blutung aus, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft sehr hoch. Endgültige Gewissheit kann allerdings nur ein Test bringen.

    Was ist PMS?

    Einfache Aufklärung über das Prämenstruelle Syndrom

    Unter dem Begriff „Prämenstruelles Syndrom“ (kurz: PMS) ist eine Vielzahl an körperlichen und psychischen Beschwerden zusammengefasst, die vor dem Einsetzen der Periode auftreten können. Der zeitliche Abstand zum Beginn der Monatsblutung beträgt dabei mindestens einige Tage und maximal zwei Wochen. Mit dem Einsetzen der Periode verschwinden die Beschwerden.

    Ausgelöst werden die PMS-Beschwerden durch die ganz natürlichen Hormonschwankungen im Verlauf des Zyklus. Wissenschaftler vermuten aktuell, dass Abbauprodukte des Hormons Progesteron dabei eine große Rolle spielen. In der zweiten Hälfte des Zyklus, also wenige Tage vor Beginn der Periode, werden diese Stoffe vermehrt gebildet.

    Während einige Mädchen und Frauen darauf so gut wie gar nicht reagieren, leiden andere wiederum bereits in diesem Stadium sehr stark. Die konkrete Ausformung von PMS ist individuell unterschiedlich.

    Hinter der Abkürzung PMDS versteckt sich die prämenstruelle dysphorische Störung. Dabei handelt es sich um eine besonders schwere Form von PMS, die sich vor allem auf psychischer Ebene zeigt. Betroffen haben mit einer bedrückten und depressiven Grundstimmung zu kämpfen. Einige sind zusätzlich besonders leicht reizbar und aggressiv, unkonzentriert und andauernd erschöpft. Schätzungen zufolge leiden 3 bis 8 % der Mädchen und Frauen an PMDS.

    PMS Symptome

    Welche Symptome deuten auf das Prämenstruelle Syndrom hin?

    Das Prämenstruelle Syndrom macht sich durch ein regelrechtes Bündel an Symptomen bemerkbar, weshalb es auch schwierig ist, sofort immer gleich auf PMS als Auslöser zu schließen. Der konkreteste Hinweis ist wohl noch das regelmäßige Einsetzen zu einem bestimmten Zeitpunkt vor der Menstruation. 

    Folgende Symptome können auf das Prämenstruelle Syndrom hinweisen:

    Nicht bei allen Mädchen und Frauen treten die Symptome zur selben Zeit in der gleichen Intensität auf. Die tatsächliche Ausformung ist individuell sehr unterschiedlich.

    Unterschiede: Regelschmerzen oder PMS

    Wie unterscheidet sich das Prämenstruelle Syndrom von Regelschmerzen?

    Der Unterschied zwischen Regelschmerzen (auch Dysmenorrhoe genannt) und dem Prämenstruellen Syndrom ist im Grunde schnell und einfach erklärt.

    Während es sich bei Regelschmerzen um wehenähnliche und krampfartige Schmerzen im Unterbauch handelt, die kurz vor der Periode einsetzen und ein paar Tage anhalten, haben es Frauen beim Prämenstruellen Syndrom mit einem ganzen Bündel an Beschwerden zu tun.

    Zwar können auch die Regelschmerzen in andere Körpergegenden ausstrahlen und mit Begleitsymptomen einhergehen, beim PMS sind die Beschwerden allerdings umfassender.

    Zudem setzen sie noch vor den klassischen Regelschmerzen ein. Daher auch die Bezeichnung Prä- also Vormenstruelles Syndrom.

    Heißhunger bei PMS

    Warum ist Heißhunger ein Symptom von PMS?

    Der Körper arbeitet während der Periode stärker und braucht im Vergleich zum Normalbetrieb um bis zu 350 Kalorien mehr an Energie. Kurz vor dem Einsetzen der Menstruation beschleunigt sich deshalb der Stoffwechsel, was wiederum zu Heißhungerattacken führen kann.

    In dieser Phase fehlt dem Organismus besonders Magnesium, was durch eine verstärke Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden soll. Der Körper sendet somit ganz klar Signale für mehr Nahrungsaufnahme aus. 

    Wer hier nun aber der Lust nach mehr Nahrung im Übermaß nachgibt, hat schnell ein paar Kilos mehr auf den Hüften. Sinnvoll wäre es dem Körper mit gesunden Lebensmittel zu versorgen. Wer es schafft dem Heißhunger zu widerstehen kann somit sogar ein leichtes Kaloriendefizit erzeugen und somit an Körpergewicht abnehmen.

    Prämenstruelle Syndrom erkennen

    Wie wird das Prämenstruelle Syndrom diagnostiziert?

    Um dezidiert PMS zu diagnostizieren und andere Ursachen ausschließen zu können, ist ein eingehendes Arzt-Patienten-Gespräch nötig.

    Aufgrund der Symptomatik ist es im Grunde unmöglich, die klare Diagnose „PMS“ zu stellen. Einfacher ist es, nach dem Zeitpunkt des Auftretens der Beschwerden zu fragen.

    Diese Befragung hat auch zum Ziel, andere Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik (z. B. Depressionen, Reizdarmsyndrom, Schilddrüsenerkrankungen) auszuschließen.

    Wer den Verdacht hat, an PMS zu leiden, der kann ein Menstruationstagebuch führen. In diesem werden der Zyklus und alle dazugehörigen wichtigen Daten aufgezeichnet. Wirklich aussagekräftig ist der Verlauf erst dann, wenn der Zyklus über 2-3 Monate lang beobachtet wird.

    Angst vor PMS

    Verstärkt die Angst davor das Prämenstruelle Syndrom?

    Angst hat einen nicht zu leugnenden Einfluss auf unseren Körper. Dieser reagiert unter Druck und Anspannung schlicht anders als im Normalbetrieb.

    Wenn Betroffene nun schon einmal mit PMS fertig werden mussten, werden sie in Zukunft noch mehr in ihren Körper hineinhören, um auf ein eventuelles Wiederauftreten zumindest emotional besser vorbereitet zu sein. Durch diese Überaufmerksamkeit interpretiert man kleinere Wehwehchen aber oftmals über.

    Beschwerden, die sonst erträglich gewesen wären, werden nun als deutlich belastender empfunden. Durch die Angst vor dem Prämenstruellen Syndrom neigt man zu einer gewissen Übersensibilität.

    Also ja, die Angst davor kann die Auswirkungen von PMS tatsächlich noch verstärken. Was allerdings keinesfalls heißt, dass das Prämenstruelle Syndrom mit der richtigen positiven Einstellung kein Problem mehr darstellen würde. 

    Die Angst vor PSM lässt sich auf unterschiedliche Arten mindern. Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch erweitert den Wissensstand, was zur Beruhigung beiträgt. Ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung verbessern das allgemeine Wohlbefinden. Betroffene haben dadurch eine umfangreichere Grundlage, auf der sie sich mit PMS auseinandersetzen können. Ein gut gefüllter Medikamentenschrank bringt zudem die Gewissheit, im Fall der Fälle gut vorbereitet zu sein.

    Oft kann es bereits hilfreich sein die kommenden PMS Symptome zu akzeptieren und nicht in zu großer Panik zu verfallen. 

    Tipps gegen PMS: Was tun?

    Wie lässt sich das Prämenstruelle Syndrom behandeln?

    Die richtige Behandlung des Prämenstruellen Syndroms hängt hauptsächlich von der Intensität der Beschwerden ab. Bei schwächer ausgeprägten PMS Symptomen reichen meist schon sanfte Methoden, in schwereren Fällen kommt man oft nicht um eine Medikation herum.

    Leichte PMS-Beschwerden behandeln

    Tipps gegen leichte PMS Beschwerden:

    Schwach ausgeprägte PMS-Symptome lassen sich üblicherweise recht einfach eindämmen. Wir nennen die wichtigsten Maßnahmen, die auch ohne Probleme in den Alltag integriert werden können.

    Bewegung

    Spaziergänge an der frischen Luft bringen nicht nur den Kreislauf in Schwung. Sonnenlicht setzt im Körper Vitamin D frei, welches gegen PMS-Beschwerden hilft.


    Entspannungstechniken

    Tai-Chi, Yoga, Atemübungen etc. tragen dazu bei, Stress abzubauen. Die Schmerzempfindlichkeit kann dadurch sinken.


    Weniger bis keine Genussgifte

    Alkohol, Nikotin und Koffein belasten den Körper. Befindet sich dieser aufgrund des Prämenstruellen Syndroms ohnehin bereits im Ausnahmezustand, ist die Zufuhr von Genussgiften keine gute Idee.

    Ernährung

    Auch die richtige Ernährung hat Einfluss auf den Verlauf von PMS, zu diesem Punkt gibt es weiter unten einen eigenen Absatz.

    Starke PMS-Beschwerden behandeln

    Tipps gegen starke PMS Beschwerden:

    Reichen die sanften Methoden nicht aus, folgt meist die Suche nach Medikamenten gegen PMS. Je nachdem, welche Symptome dominieren, kommen unterschiedliche Präparate zum Einsatz.

    Hormonelle Verhütungsmittel:

    Hormonpräparate wie etwa die Anti-Babypille oder entsprechende Pflaster beeinflussen den weiblichen Hormonspiegel, wodurch PMS- und PMDS-Symptome gelindert werden können.


    Schmerzmittel:

    Schmerzmittel werden gerne gegen starke Regelschmerzen eingenommen. Auch die bei PMS eventuell auftretenden Kopf-, Rücken-, Gelenk- und Gliederschmerzen werden durch die Präparate gedämpft.


    Antidepressiva:

    Leiden Mädchen oder Frauen besonders während des Prämenstruellen Syndroms besonders an psychischen Problemen, werden oftmals selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern.


    Entwässernde Mittel (Diuretika):

    Wassereinlagerungen zählen ebenso zu oft auftretenden PMS-Symptomen. In diesem Fall helfen sogenannte Diuretika dabei, die überschüssige Flüssigkeit schnell abzutransportieren.

    Ernährung bei PMS-Beschwerden

    Hilft die richtige Ernährung beim Prämenstruellen Syndrom?

    Das Prämenstruelle Syndrom wird höchstwahrscheinlich von einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt ausgelöst. Dieser ist grundsätzlich ein sehr fragiles Gebilde, die genauen Abläufe und Wirkungsketten im Hintergrund sind noch nicht zur Gänze entschlüsselt.

    Klar ist aber, dass die Nahrung, die wir zu uns nehmen, großen Einfluss auf diesen Haushalt hat. Da liegt die Vermutung nahe, die richtige Ernährung können Einfluss auf PMS-Symptome bzw. den Verlauf des Syndroms haben. Und tatsächlich ist dies auch der Fall.

    Keto-Diät gegen PMS-Beschwerden?

    Keine Kohlenhydrate verringern Heißhunger bei PMS

    Eine  ketogenen Ernährung (einer Diät ohne Kohlenydrate) scheint in vielen Fällen effektiv gegen PMS Symptome helfen zu können. Während sich online zahlreiche Berichte über Unregelmäßigkeiten in der Periode nach Umstieg auf eine ketogene Ernährung finden, zeigen Studienergebnisse, dass Keto viele PMS-Symptome lindern kann.

    Wir werfen einen Blick auf die Details einer Keto Diät und PMS:

    Fettreiche Ernährung hilft, die gefürchteten Heißhungerattacken abzuschwächen. Wichtig wäre es natürlich gesunde Fette und keine Transfette zu sich zu führen. Dazu zählen etwa Omega-3-Fettsäuren, die in fetten Fischen oder Fleisch vorkommen. Ein Milchprodukte mit hohen Fettanteil sind möglich.

    Eine Keto-Diät zeichnet sich außerdem durch einen drastisch eingeschränkten Kohlenhydratkonsum aus, wodurch Blutzucker- und Insulinspiegel geregelt werden und weniger Heißhunger auf Süßes entsteht. Teilweise wird der Heißhunger auf Süßes sogar komplett ausgeblendet, da der Körper mehr Appetit auf Fette erzeugt. 

    Zu hohe Insulinwerte befeuern nicht nur den Heißhunger, sondern bringen auch den Hormonhaushalt durcheinander. Es hemmt die Produktion von SHBG (sexualhormonbindendes Globulin) in der Leber. Durch den Mangel an SHBG kommt es zu einem Überschuss an Östrogen, was wiederum den Zyklus beeinträchtigt.

    Die während der Keto-Diät gebildeten Ketonkörper weisen unter anderem eine neuroprotektive Wirkung auf und tragen zur Verbesserung der Gedächtnisfunktion bei. Dadurch steigt generell die Stressresistenz im Gehirn, was währen des PMS zur Entspannung beitragen kann.

    Eine lange Liste an PMS-Symptomen lässt sich auf erhöhte Entzündungswerte im Körper zurückführen. Durch eine Keto-Diät werden in der Leber Fettsäuren in sogenannte Ketone umgewandelt, die der Körper anstatt Glukose als Energieträger verwendet. Diese Ketone haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und können somit PMS-Beschwerden lindern.

    Studien haben belegt, dass eine Keto-Diät merklich den Slow-Wave-Sleep fördert. Also jene Tiefschlafphase, in der sich der Körper am besten erholt. Da auch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit zu den PMS-Symptomen zählen, kann eine Keto-Diät auch hier Vorteile bringen.

    Ärztliche Hilfe gegen PMS

    Gibt es eine Online-Behandlung für das Prämenstruelle Syndrom?

    Ein wichtiger Teil in der PMS-Diagnose ist das umfassende Arzt-Patienten-Gespräch. Nur wer offen über die Probleme spricht kann auch Hilfe bekommen. 

    Wer zu große Angst, Schamgefühle oder zu wenig Zeit für den persönlichen Arztbesucht hat, kann dies auch über das Internet vollziehen. Das Gespräch muss also nicht unbedingt in einer Praxis durchgeführt werden. Zahlreiche Telemedizin-Dienstleister bieten heute bereits die Möglichkeit, eine Online-Sprechstunde abzuhalten. Bekannt hierfür ist die Online Arztpraxis ZAVA (Zavamed).

    Das hat den Vorteil, dass Patienten ihr Zuhause nicht verlassen müssen und sich dadurch viel Zeit sparen. Zudem sinkt bei Menschen mit ausgeprägter Arztphobie die Hemmschwelle, einen Beratungstermin auszumachen.

    Medikamente gegen Regelschmerzen über das Internet:

    Über Online Arztpraxen wie Dokteronline lassen sich zudem ganz gezielt Medikamente gegen Regelschmerzen bestellen. Hierfür wird im Bestellvorgang ein Fragebogen ausgefüllt, welcher anschließend von einem Arzt ausgewertet wird. Spricht nichts gegen die Verordnung kann das Rezept ausgestellt und das Medikament automatisch per Expressversand an den Kunden zugeschickt werden. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Epidemiology of Premenstrual Syndrome (PMS)-A Systematic Review and Meta-Analysis Study – doi.org
      2. Comparison of serum level of some trace elements and vitamin D between patients with premenstrual syndrome and normal controls: A cross-sectional study – doi.org
      3. Prämenstruelles Syndrom (PMS) | Gesundheitsinformation.de
      4. The therapeutic properties of ketogenic diets, slow-wave sleep, and circadian synchrony – doi.org

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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