Angst vor AIDS

Angst vor einer HIV Infektion

AIDS ist eine Schwächung des Immunsystems, die durch HIV, einem Virus, ausgelöst wird. Betroffene haben ein sehr schwaches Abwehrsystem und sind vor anderen Viren und Bakterien kaum geschützt. Wir klären auf, wieviel Angst normal ist, wie das Virus übertragen wird und wie Sie sich davor schützen können.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Abkürzung AIDS steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, was auf Deutsch „erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom“ bedeutet. Es wird durch HIV, das Humane Immundefizienz-Virus, ausgelöst. Dieses Virus schwächt das Immunsystem des Körpers erheblich, sodass es Bakterien und andere Krankheitserreger nicht mehr bekämpfen kann. Man spricht dann von AIDS.

    HIV wird hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr und gemeinsam benutzte Spritzen beim Drogenkonsum übertragen. Eine Ansteckung anderer ist besonders in den Wochen nach der Infektion wahrscheinlich, denn dann vermehrt sich das Virus besonders stark. Zudem wissen viele Betroffene zu diesem Zeitpunkt noch nichts von ihrer Erkrankung und geben das Virus somit unwissend an andere weiter. 

    2020 sind laut Statistiken 37,7 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert gewesen. In Deutschland waren es Ende 2019 rund 90.700 Menschen. Statistiken zeigen, dass sich in Deutschland jedes Jahr circa 2.600 Menschen neu mit dem Virus infizieren. Seit einigen Jahren sind die Zahlen rückläufig. 

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    HIV einfach erklärt

    AIDS und HIV werden oft synonym verwendet, dabei handelt es sich dabei nicht um dieselben Krankheiten. Die Abkürzung HIV steht für „Humanes Immundefizienz-Virus“. Es handelt sich dabei um ein Virus, dass die Abwehrkräfte, also das Immunsystem des Körpers, schwer schädigt

    Wird nicht erkannt, dass ein Mensch mit HIV infiziert ist, vermehrt sich das Virus immer weiter und schwächt den Körper weiter und weiter. Das führt dann dazu, dass das Immunsystem Krankheitserreger wie andere Viren, Bakterien oder Pilze nicht mehr bekämpfen kann.

    Dadurch entwickeln sich dann schnell lebensbedrohliche Erkrankungen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung. Der Körper hat dieser dann kaum etwas entgegenzusetzen, da das Immunsystem durch das Virus so stark geschwächt ist.

    Ist dieser Zustand erreicht, dann spricht man von AIDS. Das ist die Abkürzung für Acquired Immune Deficiency Syndrome, also das erworbene Abwehrschwäche-Syndrom. Menschen, bei denen HIV diagnostiziert wird, nehmen in den meisten Fällen Medikamente ein, die den Ausbruch von AIDS verhindern.

    Übertragung von HIV

    Viele Menschen haben Angst davor, sich mit HIV zu infizieren und anschließend an AIDS zu erkranken. Oftmals ist es gefährliches Halbwissen, dass durch die Medien verbreitet wird und den Menschen Angst macht. Deshalb ist es wichtig, darüber aufzuklären, wie HIV übertragen wird und wie nicht.

    Grundsätzlich gilt, dass HIV zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern zählt. Das heißt, dass das Virus nicht im Alltag (Sport, Freizeitaktivitäten, Arbeit usw.) übertragen wird. Wann es ein Risiko für eine Ansteckung mit HIV gibt, sollte jeder Mensch wissen.

    HIV durch Geschlechtsverkehr

    Das Risiko, sich mit HIV anzustecken, ist immer dann besonders hoch, wenn Körperflüssigkeiten mit hoher Virenlast in den Körper gelangen. Das ist beispielsweise beim analen und vaginalen Geschlechtsverkehr der Fall. Dabei werden die Viren über die Penisschleimhaut bzw. die Vaginal- und Analschleimhaut aufgenommen. Vor allem ungeschützter Geschlechtsverkehr ist besonders gefährlich und der häufigste Grund für eine Ansteckung mit HIV.

    HIV durch Drogenkonsum

    Ein weiteres großes Risiko für eine Infektion mit HIV ist der Drogenkonsum mit gemeinsamen Spritzen oder Nadeln. Wurden diese zuvor von einem Menschen benutzt, der mit HIV infiziert ist, wird das Virus darüber weitergegeben. Es gelangt direkt in das Blut und vermehrt sich hier.

    Sonstige HIV Übertragungswege

    Eine Infektion mit HIV ist immer dann möglich, wenn Kontakt mit den Körperflüssigkeiten anderer Menschen besteht. Das kann nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch im beruflichen Alltag der Fall sein. Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger können also auch einem Risiko ausgesetzt sein, wenn sie sich nicht an die Hygienevorschriften halten.

    HIV kann auch von Schwangeren an ihr Kind weitergegeben werden. Nimmt die Mutter keine Medikamente ein, kann das Virus über das Blut, beim Stillen oder während der Geburt an das Kind weitergegen werden. Mit der richtigen Behandlung ist es aber auch möglich, dass HIV-positive Mütter das Virus nicht an ihr Kind weitergeben.

    So wird HIV nicht übertragen

    HIV ist eine der Krankheiten, zu denen viel Halbwissen kursiert. Das ist auch der Grund dafür, dass Menschen, die das Virus haben, häufig diskriminiert werden. Es bestehen Berührungsängste und die Angst, sich anzustecken. Deshalb ist es auch wichtig zu wissen, wie HIV nicht übertragen wird. 

    Keine HIV Übertragung über:

    Dass HIV im Alltag übertragen wird, ist somit sehr selten. Denn Voraussetzung dafür ist, dass Körperflüssigkeiten eines Infizierten in den Körper einer anderen Person geraten.

    Dennoch ist Vorsicht geboten:

    HIV kann auch übertragen werden, wenn sich ein Mensch den Finger schneidet und Erste-Hilfe ohne Handschuhe geleistet wird. 

    Das Zusammenleben mit einer HIV-positiven Person ist mit dem richtigen Verhalten also problemlos möglich. Das Virus wird nicht übertragen, wenn man zusammen im Bett schläft oder von demselben Teller ist. Es gilt, solche Vorurteile aus der Welt zu schaffen und einen verantwortungsvollen Umgang miteinander zu finden.

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    Wodurch entsteht Angst vor HIV?

    Bei HIV und AIDS handelt es sich um ernst zu nehmende Krankheiten, die vermieden werden können.

    Das geht am besten, indem die Menschen darüber aufgeklärt werden. Wer weiß, wie das Virus übertragen wird und wie man sich davor schützen kann, lebt achtsam und trägt dazu bei, die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

    Die Angst ist für viele Menschen aber dennoch allgegenwärtig. Das kann verschiedene Ursachen haben. Ein Großteil der Angst wird durch die Medien und die sozialen Netzwerke geschürt. Hier werden oft nur halbe Geschichten erzählt und nicht sauber recherchiert. Unwahrheiten und verdrehte Tatsachen führen zu Verunsicherung und hinterlassen bei den Menschen in ungutes Gefühl

    Es kann aber auch die persönliche Erfahrung sein, die Angst vor einer Ansteckung mit HIV auslöst. Für viele Menschen ist die Diagnose ein Schock. Hat sich ein Familienmitglied oder ein guter Freund infiziert, kann das Ängste auslösen. 

    Wer schon einmal die Befürchtung hatte, sich mit HIV infiziert zu haben, wird diese Erfahrung sicherlich erst verarbeiten müssen. Auch, wenn es heutzutage gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, ist es für viele Menschen ein großer Einschnitt, wenn HIV diagnostiziert wird. Wurde die Vermutung nicht bestätigt, können sich aus dieser Erfahrung dennoch Ängste entwickeln. 

    HIV Ängste betrifft vor allem Männer

    Vor allem Männer sehen sich mit dieser Angst konfrontiert. Ein Blick auf die Verteilung der HIV-Infizierten zeigt, dass dies nicht ganz unbegründet ist: 2018 waren 77,8 der HIV-positiven Menschen in Deutschland Männer. 21,9 der Infizierten waren Frauen. Laut der deutsches Aidshilfe machen homosexuelle und bisexuelle Männer den größten Anteil unter den Betroffenen aus.

    Angst vor AIDS lindern

    Die Angst vor einer HIV-Ansteckung ist an sich ein gutes Empfinden: Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema ist sehr wichtig.

    Spitzt sich diese Angst aber zu und führt zu einer starken Einschränkung des Sexuallebens, der Freizeit oder des Alltags, dann sollten Sie etwas unternehmen.

    Eine gesunde Vorsicht sollte jeder Mensch haben – wer unter Angstzuständen und Panik leidet, sollte sich hingegen Hilfe suchen.

    Aufklärung

    Zunächst hilft es, wenn Sie über HIV aufgeklärt werden. Informieren Sie sich im Internet auf seriösen Seiten über die Erkrankung oder lassen sich von ihrem Arzt beraten.

    Wer weiß, wie das Virus übertragen wird und wie man sich schützen kann, lebt verantwortungsvoll. Ein sicherer Umgang mit der eigenen Sexualität gibt Ihnen ein besseres Gefühl und kann die Angst lindern. 

    Regelmäßige Untersuchungen

    HIV wird in den meisten Fällen übertragen, weil der Infizierte nicht weiß, dass er sich mit dem Virus angesteckt hat. Dem lässt sich vorbeugen, indem Sie und Ihr Partner regelmäßig Tests und Untersuchungen durchführen.

    In diesem Zusammenhang ist es auch ratsam, mit einem neuen Partner über das Thema zu sprechen und erst dann Geschlechtsverkehr zuzulassen, wenn dies geklärt ist.

    Kondome gegen HIV

    HIV wird besonders häufig bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Eine sichere Methode, sich vor einer Ansteckung zu schützen, sind Kondome und Femidome.

    Sie verhindern, dass Körperflüssigkeiten mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen und eine Infektion auslösen. Sie haben zudem den Effekt, dass sie damit auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. 

    Therapeut für Gespräche

    Leiden Sie unter starken Angstzuständen und Panik, weil Sie fürchten, sich mit HIV anzustecken, dann kann Ihnen ein Therapeut helfen.

    Es geht dabei nicht darum, den Respekt vor der Krankheit zu verlieren und die Angst vollständig zu bekämpfen. 

    Es geht bei einer Therapie vielmehr darum, einen sicheren Umgang mit dem Thema zu finden und herauszufinden, wieso Ihre Angst so groß ist. Es soll Ihnen wieder möglich sein, Ihr Sexualleben zu leben. Ohne Angst, aber mit einem verantwortungsvollen Bewusstsein für die Krankheit. 

    Psychotherapeuten lassen sich sowohl in Ihrer Umgebung dank der Ärztesuche auf Jameda, wie auch ziemlich diskret über das Internet dank Online Psychologen (Instahelp) finden. 

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      Quellen:

      1. Weltweite Anzahl der HIV-Infizierten in den Jahren 2001 bis 2020 | statista.com
      2. HIV-Statistik in Deutschland und weltweit | aidshilfe.de
      3. Geschlechterverteilung bei positiven HIV-Antikörpertests in Deutschland in den Jahren 2006 bis 2018 | statista.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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