Pregabalin bei Angststörungen

Tipps und Hinweise
Angst kann dich richtig ausbremsen. Und manchmal merkst du, dass Gespräche, Atemübungen oder Entspannung zwar helfen, aber nicht genug, um wieder wirklich ruhig zu werden. Genau dann stolpern viele über Pregabalin. Das ist ein Medikament, das ursprünglich für andere Beschwerden entwickelt wurde, aber auch bei Angst eine spürbare Entlastung bringen kann.
Pregabalin greift in bestimmte Signalwege im Nervensystem ein. Wenn bei dir innerlich ständig alles auf Alarm steht, kann das dafür sorgen, dass dieses Dauerfeuer etwas leiser wird. Viele erleben es als beruhigend, ohne dass es sich wie eine komplette Abschaltung anfühlt. Es kann ein Baustein sein, wenn du mit den üblichen Wegen nicht genug Entlastung bekommst.

In diesem Artikel bekommst du eine klare, werbefreie Einordnung. Du kannst direkt zu dem Abschnitt springen, der dich gerade am meisten interessiert.

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    Was ist Pregabalin?

    Pregabalin ist vielen unter dem Markennamen Lyrica bekannt. Es wurde Anfang der 2000er eingeführt und ist so etwas wie ein Weiterdenken von Gabapentin, das schon länger in anderen Bereichen eingesetzt wird. Relativ schnell zeigte sich, dass Pregabalin nicht nur bei bestimmten Nervenschmerzen helfen kann, sondern auch bei Angst.
    Wenn du neuropathische Schmerzen kennst, also Schmerzen, die aus dem Nervensystem kommen, dann passt das Prinzip ganz gut. Pregabalin beruhigt überaktive Signale. Und genau dieses Dämpfen ist ein Grund, warum es bei Angst für manche interessant ist. Es geht dabei nicht um Wegdrücken, sondern um Entlastung.

    Wirkmechanismus

    Im Gehirn laufen ununterbrochen Signale hin und her. Dafür nutzt dein Körper Botenstoffe. Wenn diese Signale zu laut, zu schnell oder zu dauerhaft sind, kann sich das wie innere Unruhe, Anspannung, Herzklopfen oder Angst anfühlen. Pregabalin kann diesen “Dauerstrom” etwas runterregeln.
    Pregabalin kann die Freisetzung bestimmter Botenstoffe dämpfen, die mit solchen Überreaktionen zusammenhängen. Drei Beispiele, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden, sind diese hier.

    Glutamat hängt mit Aktivität im Nervensystem zusammen. Zu viel Aktivität kann Angst verstärken.

    Noradrenalin macht dich wacher und reaktionsbereit. Wenn es dauerhaft hoch ist, fühlt sich alles wie Alarm an.

    Substanz P spielt bei Schmerzsignalen mit. Wenn Angst stark körperlich spürbar ist, kann das ins Gesamtbild passen.

    Wenn Pregabalin diese Überaktivität abmildert, kann sich das auf Angst-Symptome auswirken. Viele beschreiben es so, als würde das innere Dauerrauschen leiser werden.
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    Behandlung von Angststörungen

    Pregabalin hat eine Zulassung für die Behandlung der generalisierten Angststörung. Es wird oft dann in Betracht gezogen, wenn du mit anderen Wegen nicht ausreichend weiterkommst. Das kann sein, weil du trotz Therapie weiter starke Symptome hast, weil Medikamente nicht gut wirken oder weil Nebenwirkungen dich ausbremsen.
    Als erste Wahl wird Pregabalin meistens nicht eingesetzt. Häufig ist es eher eine Alternative oder Ergänzung, wenn du auf übliche Behandlungen nicht ansprichst oder sie nicht verträgst.

    Vergleich mit anderen Medikamenten

    Bei Angststörungen sind SSRIs oft der Standard. Sie brauchen meist ein paar Wochen, bis du eine stabile Wirkung merkst. Dafür sind sie bei längerer Einnahme gut etabliert. Der Nachteil ist, dass der Start für manche zäh sein kann.

    Benzodiazepine können sehr schnell beruhigen. Der Haken ist das deutlich höhere Risiko für Abhängigkeit, weshalb sie in vielen Fällen nur kurzfristig genutzt werden. Schnell hilft nicht immer langfristig.

    Pregabalin wird häufig als Mittelweg beschrieben. Es kann relativ zügig entlasten und wird bei generalisierter Angststörung als wirksam eingeordnet. Gleichzeitig wird das Risiko für Abhängigkeit oft niedriger bewertet als bei Benzodiazepinen. Trotzdem ist das kein Medikament für Selbstexperimente. Dosisänderungen gehören in ärztliche Hände.

    Studienlage

    In Studien wurde beschrieben, dass Pregabalin sowohl seelische als auch körperliche Angst-Symptome relativ schnell lindern kann. Teilweise wurde die Geschwindigkeit der Wirkung mit Benzodiazepinen verglichen. Das ist einer der Gründe, warum es überhaupt so oft genannt wird.
    Ein Punkt, der viele interessiert, sind Nebenwirkungen, die bei Antidepressiva am Anfang auftreten können. Manche erleben zu Beginn mehr Unruhe oder Probleme im Sexualleben. In einigen Untersuchungen wurde berichtet, dass solche Startprobleme unter Pregabalin seltener sind.
    Beim Vergleich mit Venlafaxin wurde in Studien beobachtet, dass Pregabalin teils früher spürbar sein kann. Schon nach etwa einer Woche wurden Verbesserungen auf der Hamilton-Angst-Skala im Vergleich zu Placebo beschrieben. Venlafaxin zeigte in diesem Vergleich oft erst später eine ähnliche Wirkung. Das heißt nicht, dass Venlafaxin schlecht ist, aber der Verlauf kann anders sein.
    Auch Schlaf spielt in vielen Berichten eine große Rolle. Wenn dein Kopf abends nicht abschaltet, macht das Angst oft noch lauter. In mehreren Ergebnissen wurde beschrieben, dass Pregabalin die Schlafqualität verbessern kann.

    Nach einigen Wochen zeigte sich insgesamt eine deutliche Besserung in verschiedenen Behandlungsgruppen. In manchen Studien brachen weniger Teilnehmer die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab als unter Venlafaxin.

    Langzeitwirkung und Rückfallprävention

    Langzeitdaten sprechen dafür, dass Pregabalin nicht nur kurzfristig entlasten kann, sondern auch über längere Zeit stabil wirken kann. Das ist gerade dann relevant, wenn sich deine Angst weniger wie eine Welle anfühlt und mehr wie ein Dauerzustand. Viele suchen genau diese Stabilität.

    In Studien wurde beschrieben, dass Rückfälle nach dem Absetzen nicht zwingend häufiger waren als bei anderen Behandlungen. Gleichzeitig hängt viel davon ab, wie abgesetzt wird. Zu schnelles Reduzieren kann Beschwerden machen. Langsames Ausschleichen ist der normale Weg.

    Im Vergleich zu Benzodiazepinen berichten viele eher seltener von diesem harten Rebound, bei dem Angst nach dem Absetzen plötzlich deutlich schlimmer wirkt. Trotzdem bleibt es individuell. Wenn du umstellst oder absetzt, mach das begleitet.

    Anwendungshinweise

    Die Dosierung wird individuell angepasst. Üblich ist ein langsamer Einstieg, damit du Nebenwirkungen besser einschätzen kannst und dein Körper Zeit hat, sich daran zu gewöhnen. Oft wird mit 150 mg pro Tag gestartet, verteilt auf zwei oder drei Einnahmen. Je nach Verlauf kann ärztlich bis auf 600 mg pro Tag gesteigert werden. Die genaue Dosis ist nicht “Standard”, sondern hängt von dir ab.

    Häufige Nebenwirkungen:

    Wie bei vielen Medikamenten sind Nebenwirkungen möglich. Häufig genannt werden zum Beispiel:

    Hinweise zur Reduzierung von Nebenwirkungen

    Wenn Nebenwirkungen auftreten, liegt es bei manchen am Tempo beim Einstieg oder an der Verteilung über den Tag. Ein paar einfache Dinge helfen vielen.
    Langsame Dosissteigerung:

    Ein ruhiger Start gibt deinem Körper Zeit, sich anzupassen. Das macht oft den größten Unterschied.

    Wasser trinken:

    Ein trockener Mund lässt sich oft durch regelmäßiges Wassertrinken lindern.

    Gesunde Ernährung und Bewegung:

    Um einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken, können eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität helfen.

    Gute Schlafhygiene:

    Wenn du dich tagsüber müde fühlst, kann eine gute Schlafhygiene, wie das Einhalten regelmäßiger Schlafzeiten, förderlich sein.

    Fahrtüchtigkeit:

    Da Pregabalin zu Beginn der Behandlung Benommenheit oder Schläfrigkeit verursachen kann, solltest du vorsichtig sein, wenn du Auto fährst oder Maschinen bedienst, bis du weißt, wie du auf das Medikament reagierst.

    Wenn Nebenwirkungen stark sind oder nicht weggehen, sprich mit deinem Arzt. Manchmal reicht eine kleine Anpassung. Manchmal passt ein anderes Medikament besser.

    Erfahrungsbericht einreichen

    Hast du bereits Erfahrung mit Pregabalin und willst erzählen, wie es bei dir war, dann schick uns gern deinen Erfahrungsbericht. Wir sammeln die Berichte anonym und veröffentlichen sie zeitnah, damit andere ein realistischeres Bild bekommen.

    Mit deinem Beitrag hilfst du, dass das Thema greifbarer wird und weniger nach Theorie klingt.

    Pregabalin auf Online Rezept

    Pregabalin kann gegen Schmerzen (nicht gegen Angststörungen) auch über ein Online-Rezept bestellt werden. Das kann dir helfen, wenn dir der Arztbesuch schwerfällt, wenn Scham eine Rolle spielt oder wenn du dich in einer Praxis schnell überfordert fühlst. Gerade bei Angst ist das für viele ein echter Vorteil.

    Trotzdem lohnt es sich, hier genau hinzuschauen. Nimm nur Anbieter, bei denen wirklich ein ärztlicher Fragebogen geprüft wird. Bei seriösen Anbietern füllst du einen medizinischen Fragebogen aus, ein Arzt wertet ihn aus und entscheidet dann, ob ein Rezept verantwortbar ist.
    Wenn nichts dagegen spricht, wird das Rezept ausgestellt und das Medikament wird dir zugeschickt. Je nach Anbieter kann das innerhalb von ein bis zwei Werktagen ankommen. Wenn es “ohne Fragen” angeboten wird, ist das ein schlechtes Zeichen.

    Zusammenfassung:

    Pregabalin kann eine wirksame Option bei Angststörungen sein, vor allem wenn du mit den üblichen Behandlungen nicht gut zurechtkommst oder sie nicht verträgst. Ein großer Pluspunkt ist, dass die Wirkung für manche relativ schnell spürbar sein kann. Gleichzeitig wird es häufig als Alternative eingeordnet, die nicht die typischen Abhängigkeitsprobleme von Benzodiazepinen mitbringt.
    Trotzdem gilt auch hier, dass es kein Selbstversuch ist. Dosierung, Steigerung und Absetzen sollten begleitet werden, damit du Nebenwirkungen im Griff hast und stabil bleibst.
    Die Forschung läuft weiter. Gerade bei Langzeitwirkung und Rückfallprävention wird noch genauer hingeschaut. Es kann gut sein, dass die Einordnung in Zukunft noch klarer wird.
    Übersicht:
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      Quellen:

      1. The treatment of generalized anxiety disorder with pregabalin, an atypical anxiolytic – doi.org
      2. Efficacy and safety of pregabalin in generalised anxiety disorder: A critical review of the literature doi.org/10.1177/0269881115598411 – doi.org
      3. Gabapentin and Pregabalin for the Treatment of Anxiety Disorders – doi.org
      4. Pregabalin for Treatment of Generalized Anxiety DisorderA 4-Week, Multicenter, Double-blind, Placebo-Controlled Trial of Pregabalin and Alprazolam – jamanetwork.com
      5. 1018 – Long-term efficacy and safety study of pregabalin in subjects with generalised anxiety disorder (GAD) – doi.org
      Bild von Autor: Jörg Keller
      Autor: Jörg Keller

      Dieser Artikel wurde von Jörg Keller verfasst. Er schreibt über Gesundheit, Psychologie und Medizin – klar und verständlich, ohne unnötige Fachsprache.

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      Autor und Überprüfung: Autor: Jörg Keller – Medizinische Überprüfung: Thomas Hofmann
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