Darmgeräusche

Magen und Darm machen sich gerne mit lautem Knurren, Blubbern und Grummeln akustisch bemerkbar. Meist genau dann, wenn man sich in Besprechungen, Meetings oder sonstigen sozialen Anlässen befindet und alles im Raum still ist. Viele Menschen empfinden dabei großes Unbehagen und schämen sich für die Geräusche. Doch wie entstehen Darmgeräusche und was kann dagegen unternommen werden?

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Lautes Grummeln im Bauch wird von den Flüssigkeiten und Gasen ausgelöst, die sich bei der Verdauung durch den Magen-Darm-Trakt bewegen. Wenn Flüssigkeiten mit Gasen zusammentreffen, entstehen dabei hörbare Geräusche.

    Geräusche im Bauch sind in der Regel völlig normal und ein Anzeichen dafür, dass der Verdauungstrakt am Arbeiten ist. Treten die Bauchgeräusche allerdings verstärkt und regelmäßig mit anderen Symptomen auf, gilt es genau hinzuhören. Oft können besonders starke Darmgeräusche auf Lebensmittelunverträglichkeiten oder Probleme mit der Darmgesundheit hinweisen. 

    Treten Darmgeräusche immer wieder sehr stark auf, ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Vor allem dann, wenn auch andere Beschwerden wie beispielsweise Bauchschmerzen, Schwindel, Verstopfung oder Durchfall auftreten. Der Arzt kann die Ursachen genau abklären und zu einer Besserung verhelfen.

    Auslöser von Darmgeräuschen

    Der Magen-Darm-Trakt arbeitet täglich daran, Nahrung zu transportieren und zu verdauen. Um den Inhalt des Darmrohrs in Richtung Darmausgang zu bewegen, kommt es zur sogenannten Peristaltik, sprich, die Fähigkeit der Darmwand, sich wellenförmig zu kontrahieren. Dieser Prozess drückt die aufgenommen Nahrungsmittel in Richtung Darmausgang.

    Mithilfe der Peristaltik bewegen sich auch Gase, Luft und Flüssigkeiten durch den gesamten Magen-Darm-Trakt. Somit ist unser Verdauungssystem ständig in Bewegung und damit beschäftigt, Nahrung zu zersetzen und zum Ausgang zu schieben. Treffen dabei Luft, Gase und Nahrungsstücke aufeinander, entstehen typische Darmgeräusche wie Blubbern oder Grummeln. 

    Auch für Magenknurren ist die Peristaltik verantwortlich.

    Mageknurren durch Luft & Magensäure

    Wird Luft durch die Kontraktion des Magens auf den darunterliegenden Speisebrei gedrückt, ertönt ein lautes Knurren. Wenn im Magen hauptsächlich Luft und Magensäure enthalten sind und der Magen ansonsten leer ist, entstehen diese Knurrgeräusche besonders leicht.

    Kommen dazu leckere Gerüche von Essen in die Nase, vermehrt sich die Säureproduktion im Magen, da das Organ den Eindruck bekommt, das Arbeit ansteht.

    Gleichzeitig dringt Luft durch Schlucken und Sprechen in den Magen ein und trifft dort auf die Magensäure zusammen. ➡️ Daher knurrt der Magen vor allem dann, wenn der Magen leer ist und Hunger verspürt wird. 

    Ein gewisses Maß an Darmgeräuschen ist in der Regel somit völlig natürlich und normal. Bei übermäßigen und immer wiederkehrenden Darmgeräuschen können allerdings auch andere Ursachen vorliegen, die auf eine Erkrankung oder eine Unverträglichkeit hinweisen können. Insbesondere dann, wenn auch andere Beschwerden wie Schmerzen oder Probleme mit dem Stuhlgang vorliegen.

    Blähungen

    Luft und Gase sind verantwortlich für Blähungen.

    Darmgase entstehen durch die Verdauung von bestimmten Lebensmitteln, die Nährstoffe wie Kohlenhydrate oder Eiweiß beinhalten. Während ein Teil der Gase im Blutkreis diffundiert (bzw. sich ausbreitet) und über die Lunge abgeatmet wird, treten andere Gase über den Darm aus. Dabei entweichen vor allem Gase wie Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff über den Anus.

    Befinden sich im Darm zu viel Luft oder zu viel Gase, kommt es bei deren Bewegung durch den Darminhalt zu Geräuschen. Meist handelt es sich bei Blähungen um einen völlig natürlichen Prozess, der kein Grund zur Sorge ist. Oft entstehen Blähungen aber auch vermehrt durch Stress, schnelles Essen oder durch falsche Ernährung. 

    In Verbindung mit weiteren Beschwerden können Blähungen aber auch auf Krankheiten wie beispielsweise einen Reizdarm, Nahrungsunverträglichkeiten oder Allergien hinweisen. Bei sehr starken und immer wiederkehrenden Blähungen ist ein Arztbesuch daher empfehlenswert.

    Hinweis auf Unverträglichkeiten

    Chronische Darmgeräusche und Blähungen, die in Verbindung mit einem Blähbauch, Schmerzen oder anderen Beschwerden auftreten, weisen häufig auf Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln hin.

    Weitverbreitete Unverträglichkeiten sind beispielsweise die Fruktoseintoleranz (Unverträglichkeit gegenüber Fruchtzucker) oder die Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit gegenüber Milchprodukten). Bei Letzterem kann der Milchzucker aufgrund einer fehlenden oder verminderten Produktion des Verdauungsenzyms Lactase nicht verdaut werden. Der Milchzucker gelangt dadurch in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien aufgenommen und vergoren wird. Auf diese Weise entstehen Gase, die sich sowohl akustisch äußern als auch Unterbauchschmerzen, Übelkeit oder ähnliche Symptome auslösen können.

    Hinweis auf Krankheiten

    Bestimmte Erkrankungen sorgen für Veränderungen im Darmbereich, die Hindernisse für Speisebrei, Gase und Flüssigkeiten darstellen können. Schiebt sich der Darminhalt an den Hindernissen vorbei, kann es dabei zu Geräuschen kommen.

    Speziell bei Krankheiten wie einem Reizdarm oder chronischen Darmerkrankungen sind solche Geräusche häufig auch mit Schmerzen verbunden. Die Mageninhalte lösen bei der Bewegung durch den Darm nicht nur Geräusche aus, sondern reizen auch die entzündete Darmschleimhaut, wodurch Schmerzen entstehen.

    Auch Infekte, die Durchfall verursachen, können für Darmgeräusche verantwortlich sein. Indikatoren, die für eine Krankheit sprechen, sind unter anderem Veränderungen im Stuhlgang und starke Flatulenzen.

    Medikamente

    Das Rumoren im Magen und im Darm kann auch von Medikamenten ausgelöst werden, welche die Darmflora beeinflussen. Lässt sich hier ein Zusammenhang feststellen, ist im Zweifelsfall eine erneute Absprache über das Medikament mit einem Arzt ratsam.

    Ernährungsweise

    Bestimmte Nahrungsmittel sind dafür bekannt, vermehrt Geräusche im Darm auszulösen, da sich bei deren Verdauung besonders viele Gase bilden. Dazu gehören beispielsweise Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, fetthaltiger Käse, Trockenfrüchte oder frisches Brot

    Häufiges Bauchgrummeln - Was kann ich tun?

    In der Regel sind die Geräusche nicht kontrollierbar und lassen sich daher auch nicht unterdrücken. Gerade wenn sich das Grummeln und Blubbern im Magen in unpassenden Situationen wie Meetings oder Besprechungen lautstark äußert, ist es vielen besonders peinlich – selbst wenn es sich um natürliche Vorgänge im Magen handelt, die bei allen Menschen vorkommen.

    Im folgenden geben wir Tipps, was Sie gegen ständiges und unangenehmes Bauchgrummeln tun können.

    Entspannung

    Wollen Sie lautes Magenknurren in unangenehmen Situationen vermeiden, kann es hilfreich sein, Entspannungstechniken anzuwenden. Je mehr Sie sich verkrampfen, desto mehr verkrampft sich auch der Magen, wodurch auch die Peristaltik zunimmt.

    Durch die Entspannung beruhigt sich der Magen und somit auch die Magenkontraktion. Stehen Meetings, Konferenzen oder ähnliche Situationen bevor, ist es außerdem immer hilfreich, kurz davor einen kleinen Snack zu haben, um das Wasser im Magen zu binden.

    Kommt es doch zu lauten Geräuschen aus der Magen-Darm-Gegend, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als diese selbstbewusst zu überspielen. Darmgeräusche sind völlig natürlich und verschonen niemanden. Somit sind sie eigentlich auch nichts, für das man sich schämen müsste.

    Ernährungsumstellung

    Wenn Sie unter sehr starken Darmgeräuschen leiden, kann ein Ernährungstagebuch mit dem Ziel einer Ernährungsumstellung hilfreich sein, um mögliche Ursachen herauszufiltern.

    Notieren Sie sich dazu, was, wann und wie viel Sie essen und auch wann die Darmgeräusche auftreten. Halten Sie zudem auch Ausschau nach weiteren Symptomen. Durch eine Ernährungsumstellung auf leichte und einfach zu verdauende Kost lassen sich Darmgeräusche vermindern.

    Besonders Kohlenhydrate und Eiweiß sind bekannt dafür, Blähungen auszulösen. Ebenso gibt es Nahrungsmittel, die bei der Verdauung mehr Gase im Darm produzieren als andere. Bekannte Beispiele dafür sind unter anderem Hülsenfrüchte oder Kohlgemüse. Bei der Verzehrung dieser Lebensmittel helfen Kümmel, Koriander oder Ingwer dabei, diese bekömmlicher für die Verdauung zu machen.

    Langsames Essen

    Wer hektisch isst, nimmt gleichzeitig auch mehr Luft in den Magentrakt auf. Langsames Essen und gründliches Kauen sorgt dafür, dass die eingenommene Nahrung leichter verdaut werden kann und auch die Luftzufuhr in den Magen geringer ist.

    Bewegung

    Ein aktiver Lebensstil regt die Verdauung an und hält den Darm gesund. Je besser der Darm durchblutet wird, desto besser transportiert er Nahrungsmittel weiter. Wer dagegen zu lange sitzt und sich kaum bewegt, läuft Gefahr an Verdauungsproblemen wie Verstopfung oder Blähungen zu leiden.

    Zudem verweilen durch eine langsame Verdauung auch Schadstoffe länger im Darm, wodurch Abbauprodukte entstehen können. Diese lassen sich nur schwer abtransportieren, sondern verursachen auch gesundheitliche Probleme sowie vermehrte Darmgeräusche.

    Untersuchung durch einen Arzt

    Bei beunruhigenden oder schmerzhaften Darmgeräuschen, die immer wieder auftreten, gilt eine genaue Beobachtung. Oft ist es sehr aufschlussreich zu überprüfen, wie es um die Darmflora steht. Dazu kommen Selbsttests oder Untersuchungen durch einen Arzt infrage.

    Ein Arztbesuch ist im Zweifelsfall aber immer die bessere Wahl, da dieser auch mögliche Krankheiten aufdecken oder genaue Ursachen für Unverträglichkeiten ermitteln kann.

    Keine Angst vor Untersuchungen

    Darmgeräusche sind an sich völlig natürlich und ein Anzeichen dafür, dass der Magen-Darm-Trakt arbeitet. Sie sind in der Regel daher kein Grund zur Sorge.

    Vor allem dann nicht, wenn sie in unregelmäßigen Schüben oder ohne Begleitsymptome auftreten. Werden die Darmgeräusche durch bestimmte Speisen ausgelöst, enden die Geräusche, sobald die Nahrung verdaut ist.

    Treten Darmgeräusche allerdings vermehrt und sehr stark auf, sollten Sie darauf achten, ob auch andere Beschwerden vorliegen. Starke Darmgeräusche in Verbindung mit Symptomen wie Schwindel, Durchfall oder Verstopfung und Bauchschmerzen können auf eine Erkrankung oder eine Unverträglichkeit hindeuten. In diesen Fällen sollten Sie daher auch einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären.

    Was passiert beim Arzt?

    Der Arzt befragt den Patienten dabei in erster Linie dazu, wie sich die Geräusche äußern, wie häufig sie auftreten, ob es erkennbare Zusammenhänge mit Nahrungsmitteln gibt und ob weitere Symptome vorhanden sind.

    Anschließend geht es an die körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den Bauch abtastet und mit einem Stethoskop abhört. Dabei wird das Stethoskop an vier Bereichen des Bauches aufgesetzt.

    Ein gesunder Darm macht normalerweise immer Laute wie Glucksen, Gurgeln oder Grummeln. Nimmt der Arzt allerdings metallische Geräusche, paukenähnliche Töne oder womöglich sogar gar keine Geräusche wahr, könnten dies Anzeichen für Erkrankungen sein.

    Anhand der körperlichen Untersuchung und der Anamnese lassen sich bereits erste Schlüsse ziehen, denen der Arzt dann weiter nachgehen kann. Meist müssen Sie bei Darmgeräuschen allerdings nichts befürchten. Selbst wenn Diagnosen erstellt werden, handelt es sich dabei häufig nur um Unverträglichkeiten, die sich durch eine Ernährungsumstellung künftig vermeiden lassen

    Abklärung verschafft Klarheit

    Scheuen Sie sich im Zweifelsfall nicht davor, einen Arzt aufzusuchen und offen über Ihre Beschwerden zu sprechen. Ärzte sind dafür da, um zu helfen. Sie sind außerdem einiges gewohnt und beschäftigen sich den ganzen Tag mit dem menschlichen Körper. Sie brauchen sich daher auch nicht für Ihre Beschwerden zu schämen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Darmgeräusch – DocCheck Flexikon –flexikon.doccheck.com
      2. Spectral analysis of bowel sounds in intestinal obstruction using an electronic stethoscope – dx.doi.org

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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