Waschzwang

Übertriebener Zwang sich zu waschen

Menschen mit einem Waschzwang verspüren konstant den Drang, ihren Körper exzessiv zu waschen. Bakterien und Keime sollen dadurch abgetötet werden. Die Erkrankung führt häufig zu schwerwiegenden Hautproblemen und sozialer Ausgrenzung. Wie klären auf, wo ein Waschzwang anfängt und welche Tipps es zur Linderung gibt. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Wer unter einem Waschzwang leidet, muss seinen Körper exzessiv und häufig reinigen. Der Kontakt zu anderen Menschen oder das Berühren von Gegenständen löst die Angst aus, mit Bakterien oder Keimen in Kontakt zu kommen. Sehr häufiges und übergründliches Waschen sind die auffallendsten Symptome eines Waschzwangs.

    Ein Waschzwang ist eine Zwangsstörung. Diese kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Sie entwickelt sich häufig schleichend und kann bei Betroffenen auch auf traumatische Erlebnisse zurückgeführt werden. Experten beobachten, dass sich ein Waschzwang in der Regel mit der Zeit immer weiter verschlimmert.

    In den meisten Fällen ist eine Psychotherapie die beste Wahl um den Waschzwang wieder loszuwerden. Hier kann nicht nur der Waschzwang thematisiert werden, sondern auch der Auslöser. Um die Zwangsstörung zu behandeln, ist es in vielen Fällen nötig, oder den erforschten Ursprung dahinter aufzuarbeiten.

    Was ist ein Waschzwang

    Bei einem Waschzwang handelt es sich um eine Zwangsstörung wobei Betroffene den Konstanten Drang verspüren, sich zu waschen. Sobald ein Gegenstand berührt wurde, der für unrein empfunden wird, kommt das Gefühl auf, die Bakterien abwaschen zu müssen.

    Deshalb sind es vor allem die Hände, die von Menschen mit einem Waschzwang besonders häufig gereinigt werden. Sie haben Angst, dass sich durch die Berührung Bakterien, Keime oder Schmutz an ihrem Körper befindet. Bei manchen Betroffenen betrifft es auch die Kleidung die beispielsweise nach einer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmittel gereinigt werden muss, ehe man sich wieder wohl fühlen kann.

    Eine nicht ausreichende Hygiene löst Gefühle von Ekel aus. Wird die Verunreinigung nicht abgewaschen, kann auch Panik hinzukommen. Selbst nach dem Waschen kann das Gefühl erneut hochkommen, weshalb sich Betroffene in vielen Fällen Rituale für die Reinigung angewöhnen.

    Mehrfaches Händewaschen

    Ein einfaches Waschen der Hände reicht bei Menschen mit einer Zwangsstörung nicht aus. Sie werden mehrmals nacheinander gründlich gewaschen. Besonders wenn nach dem Waschen wieder ein Gegenstand berührt worden ist. Dieses zwanghafte Händewaschen kann je nach Schwere der Erkrankung viel Zeit und Nerven in Anspruch nehmen.

    Hinzu kommt, dass sich die Gedanken stets um das Waschen und die Angst vor Verunreinigung drehen. Es werden Situationen vermieden, in denen man mit Bakterien oder Keimen in Kontakt kommen könnte. Häufig hängt ein Waschzwang daher auch mit einer Mysophobie (Angst vor Bakterien & Viren) zusammen.

    Das kann sich auch auf den Arbeitsplatz und den Kontakt zu anderen Menschen beziehen. Ein einfaches Händeschütteln kann zu einem großen Problem werden und den Waschzwang auslösen. Die Erkrankung zeigt sich also in vielen verschiedenen Situationen.

    Symptome für einen Waschzwang:

    Es gibt also einen Unterschied zwischen Menschen, die auf die Hygiene achten und Menschen, die an einem Waschzwang leiden. Da dieser sich schleichend entwickelt, sollten Sie sich frühzeitig Hilfe suchen, falls Sie obenstehende Symptome bei Ihnen beobachten. Zumindest dann, wenn dieser Waschzwang auch das private oder Berufsleben beeinflusst und Sie den Waschzwang überwinden möchten.

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    Auslöser für einen Waschzwang

    Ein Waschzwang kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. 

    Besonders häufig ist der Auslöser ein traumatisches Erlebnis. Erlebt ein Mensch etwas Traumatisches, kann das die Psyche überfordern. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Betroffene keine Hilfe erhält und das Erlebte mich sich selbst ausmachen möchte.

    Als Reaktion darauf kann sich ein Zwang entwickeln. Dieser gibt den Betroffenen Halt – deshalb ist er auch so häufig mit Ritualen verbunden. Sie schaffen neue Sicherheit und Vertrautheit.

    Bei einem Waschzwang kann das ein routiniertes Vorgehen bei der Reinigung sein. Wie viel Seife verwendet wird oder wie genau die Hände gewaschen werden.

    Waschzwang bei Kindern

    Auch Kinder können von einem Waschzwang betroffen sein. Der Tod eines geliebten Menschen oder die Scheidung der Eltern sind zwei mögliche Ursachen. Wird die Psyche eines Kindes erschüttert, kann übermäßiges Waschen die Reaktion darauf sein. Es ist also insbesondere bei Kindern wichtig, in Extremsituationen auf die psychische Verfassung zu achten.

    Neben den traumatischen Erlebnissen kann auch die eigene Erziehung eine Rolle spielen. Wer sich als Kind schlecht behandelt und nicht geliebt gefühlt hat, kann daraus eine Zwangsstörung entwickeln. Auch die Kindheit in einem sehr sauberen Haushalt kann zu einem Waschzwang führen. Das gilt auch, wenn die Zustände früher dreckig oder unhygienisch gewesen sind.

    Den einen Auslöser für diese Zwangsstörung gibt es also nicht. In vielen Fällen sind es aber psychische Belastungen, die zu einem Waschzwang führen.

    Waschzwang durch Corona?

    Im Rahmen der Corona-Pandemie ist häufiges Händewaschen für viele Menschen normal geworden. Die meisten Betroffenen brauchen sich aber keine Sorgen: Das führt nicht automatisch zu einem Waschzwang. 

    Ein Waschzwang ist ein richtiger Zwang, der mit tiefen Ängsten und Panik verbunden ist, wenn die Reinigung gerade nicht möglich ist.

    Sie sollten sich nur dann Hilfe suchen, wenn sich Ihre Gedanken konstant um das Waschen drehen und Sie gezielt Situationen vermeiden, in denen Sie Objekte oder Menschen anfassen müssen. Die Corona-Pandeimie könnte allerdings einen bereits vorhandenen Waschzwang verstärkt haben.

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    Folgen durch einen Waschzwang

    Auf die Hygiene zu achten und sich regelmäßig die Hände zu waschen, ist an sich gut und ratsam. Menschen mit einem Waschzwang gehen aber über dieses normale Maß hinaus.

    Bakterien + Immunsystem

    Für unser Immunsystem ist es wichtig, dass wir regelmäßig mit Bakterien in Kontakt kommen. Wer sich von allem isoliert, schadet dadurch seinem Immunsystem. Es ist weniger aktiv und kommt es dann doch in Kontakt mit Bakterien, ist es überfordert. Um gesund zu bleiben, ist es also wichtig, sich nicht komplett von Erregern abzuschirmen.

    Zu viel Waschen ist schädlich

    Hinzu kommt, dass übermäßiges Waschen die Haut angreift. Seife und Desinfektionsmittel sind in normalen Mengen kein Problem – bei einem zu hohen Konsum, trocknen sie die Haut stark aus. Menschen mit einem Waschzwang leiden häufig unter trockener und rissiger Haut. Die Hände sind davon besonders stark betroffen. Das führt zu einem weiteren Problem: Durch die Risse in der Haut können Krankheitserreger eindringen. Die Stellen entzünden sich und jucken. Wer sich dann weiter konstant die Hände wäscht oder sogar desinfiziert, befindet sich in einem Teufelskreis.

    Psychologische Folgen des Waschzwangs

    Neben den körperlichen Folgen hat ein Waschzwang häufig auch psychische Folgen. Betroffene wissen nämlich in den meisten Fällen, dass ihre Waschroutinen über das normale Maß hinausgehen. Sie schämen sich dafür und trauen sich nicht, Hilfe anzunehmen.

    Hinzu kommt, dass sich die Menschen deshalb zurückziehen. Sie möchten nicht, dass Freunde und die Familie merken, dass sie eine Zwangsstörung haben. Das kann zu einem Verlust des sozialen Umfelds führen. Einsamkeit und Depressionen können die Folgen daraus sein.

    In vielen Fällen wirkt sich der Waschzwang auch auf die Arbeit der Betroffenen aus. Wenn sich die Gedanken konstant um das Reinigen drehen, beeinträchtigt das den Arbeitsalltag. Zudem können bestimmte Tätigkeit unmöglich werden. Der Kontakt mit Bargeld oder Flächen, die regelmäßig von anderen Menschen angefasst werden, überfordert.

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    Waschzwang loswerden

    Ein Waschzwang ist eine der häufigeren Zwangsstörungen. Betroffene sind also nicht allein und haben verschiedene Ansatzpunkte. Zunächst ist es wichtig, dass Sie keine Vermeidungshaltung einnehmen.

    Gehen Sie dem Kontakt mit Gegenständen konsequent aus dem Weg, verschlimmert das die Erkrankung. Sofern es Ihnen möglich ist, sollten Sie nicht zulassen, dass die Krankheit Ihren Alltag bestimmt. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn vielen Betroffenen ist dies nicht möglich. Der Waschzwang entwickelt sich langsam mit der Zeit. Wird er bemerkt, ist es in vielen Fällen schon zu spät.

    Tipps gegen Waschzwang:

    Sollten diese Tipps nicht helfen, sollte ein persönliche Gespräch mit Freunden und Bekannten gesucht werden. Vielleicht lässt sich eine Person finden, welche ebenfalls unter einem Hygienezwang leidet.

    Oftmals ist eine Psychotherapie eine gute Möglichkeit, den Waschzwang zu behandeln. Wie bei vielen Zwangsstörungen gibt es einen Auslöser, der zu dem Zwang führt. Nur wenn dieser verarbeitet werden kann, lässt der Zwang auch langsam aber dafür sicher nach. 

    Die Ursache muss behandelt werden, damit der Zwang nach und nach verschwindet. Mit einem Psychotherapeuten können Sie offen reden. Scham ist ein völlig natürliches Gefühl: Ausgebildete Therapeuten arbeiten einfühlsam und wissen, wie mit psychischen Erkrankungen umzugehen ist. Sie brauchen also keine Angst vor Verurteilung haben. 

    Ist Ihnen selbst nicht klar, wieso Sie unter einem Waschzwang leiden, hilft Ihnen die Therapie dabei, den Auslöser auszumachen. Langsam aber sicher arbeiten Sie an Ihrem Problem, bis der Zwang nachlässt und Sie wieder über Ihr eigenes Leben bestimmen.

    Therapeuten finden

    Möchten Sie Ihren Waschzwang behandeln lassen, benötigen Sie dafür einen Therapeuten in Ihrer Nähe. Um diesen zu finden, empfehlen wir Ihnen die Psychotherapeuten-Arztsuche. Alternativ kann auch das Gespräch mit einem Online Psychologen gesucht werden. Hierfür eigenen sich Portale wie Instahelp. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Compulsive hand washing | DermNet NZ

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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