Tablettensucht überwinden

Sucht nach Tabletten und Medikamenten überwinden

Tabletten- oder Medikamentensucht zählt zu den häufigsten Abhängigkeiten in Deutschland, nur noch übertroffen von Tabak und gefolgt von Alkohol. Schlaf- und Beruhigungsmittel nehmen dabei einen beachtlichen vierten Platz ein.

In diesem Artikel gehen wir näher auf die Tablettensucht und Medikamentensucht ein. Gibt es unterschiedliche Arten? Wo liegt der Unterschied zum Medikamentenmissbrauch? Welche Wirkstoffe bergen ein besonders hohes Suchtpotenzial? Wie entwickelt sich eine Tablettensucht, und welche Anzeichen sollten Angehörige ernst nehmen, wenn sie den Verdacht hegen, jemand nahestehendes könnte abhängig sein?

Zudem erklären wir, warum eine Tablettensucht kein Grund zur Scham ist, du keine Angst vor einer Therapie haben musst und wo du Hilfe finden kannst. Auch unser Selbsthilfe Buch kann dir bereits helfen die Sucht nach Tabletten zu überwinden. Mehr dazu am Ende des Artikels.

Übersicht:
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    Umfrage:

    Was ist Tablettensucht?

    Süchtig nach Tabletten bzw. Medikamenten

    Wenn du von „Tablettensucht“ hörst, mag dieser Begriff im ersten Moment einleuchtend klingen, doch er ist tatsächlich zu eng gefasst. Genauer gesagt, handelt es sich oft um eine Medikamentensucht, da Arzneistoffe nicht nur in Tablettenform existieren, sondern auch als Tropfen, Pflaster und weitere Darreichungsformen.

    Du leidest an einer Medikamentensucht, wenn du ein Medikament, das ursprünglich zur Linderung von Beschwerden diente, nach Abklingen der Symptome weiter einnimmst, obwohl es deiner Gesundheit, deiner Psyche und möglicherweise bereits deinem Sozialleben schadet.

    Medikamentensucht vs. Medikamentenmissbrauch

    Im alltäglichen Sprachgebrauch verschmelzen die Begriffe Medikamentensucht und Medikamentenmissbrauch oft miteinander, was jedoch nicht korrekt ist. Von Missbrauch spricht man, wenn Medikamente anders eingenommen werden als vom Arzt verordnet, oft um das eigene Wohlbefinden zu beeinflussen. Eine Sucht hingegen bedeutet, dass eine psychische Abhängigkeit entstanden ist. Allerdings ist der Medikamentenmissbrauch häufig ein Vorbote der Sucht.

    Arten der Tablettensucht

    Gibt es unterschiedliche Arten von Tablettensucht?

    Normalerweise werden substanzgebundene Abhängigkeiten nicht weiter unterteilt, doch bei der Medikamentensucht macht man eine Ausnahme. Man unterscheidet zwischen einer Niedrigdosisabhängigkeit (low-dose-dependency) und einer Hochdosisabhängigkeit (high-dose-dependency).

    Die beiden Formen der Tablettensucht im Detail:

    Sie besteht, wenn du als Betroffene*r die medizinischen Anweisungen genau einhältst und die Medikamentendosis konstant bleibt. Oberflächlich betrachtet scheint dies keine Sucht zu sein, noch erscheint es als Medikamentenmissbrauch. Doch eine genauere Betrachtung ist erforderlich, um das Problem zu erkennen.

    Eine Niedrigdosisabhängigkeit offenbart sich oft durch einen Nachlass der Wirkung trotz Beibehaltung der Dosierung. Zudem treten Entzugssymptome auf, sobald die eigentlich niedrige Dosis nicht genommen wird. Das kann Kopfschmerzen, Unruhe oder andere körperliche Symptome umfassen. Wenn du feststellst, dass du ohne die Medikamente nicht mehr auskommst oder bei einem Auslassen der Dosis Unwohlsein empfindest, könnte dies ein Zeichen für eine solche Abhängigkeit sein.

    Die Hochdosisabhängigkeit entwickelt sich häufig aus dem Missbrauch von Medikamenten. Charakteristisch für diese Form der Abhängigkeit ist die Entwicklung einer Gewöhnung an den Wirkstoff, begleitet von einer Toleranzsteigerung. Dies führt dazu, dass du, um die gewünschte Wirkung zu erreichen oder einen Rauschzustand herbeizuführen, die Dosis eigenständig und ohne medizinische Absprache erhöhst.

    Ein typisches Merkmal für eine Hochdosisabhängigkeit ist das sogenannte „Doctor Shopping“, also der Wechsel zwischen verschiedenen Ärztinnen oder das Aufsuchen mehrerer Medizinerinnen gleichzeitig, um die Verschreibung weiterer Medikamente zu erreichen. Dies dient der Sicherstellung des Medikamentennachschubs und ist ein starkes Indiz für eine bestehende Abhängigkeitsproblematik.

    Verbreitung der Medikamentensucht in Deutschland

    Die Medikamentensucht in Deutschland ist ein relevantes gesundheitspolitisches Thema. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit gibt es 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen, die von einer Medikamentenabhängigkeit betroffen sind. Diese Suchtform zeigt einige charakteristische Eigenschaften: Sie betrifft vor allem ältere Personen und der Anteil der Frauen ist höher als der der Männer. Auffallend ist zudem, dass insbesondere die Abhängigkeit von Schlaf- und Beruhigungsmitteln im Alter zunimmt.1Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit | bundesgesundheitsministerium.de

    Dies deutet auf die Notwendigkeit hin, gerade im Bereich der medizinischen Versorgung älterer Menschen ein besonderes Augenmerk auf das Verschreibungsverhalten und die langfristige Medikamenteneinnahme zu legen. Wir sollten uns bewusst sein, dass die Gefahr einer Abhängigkeit nicht ausschließlich bei illegalen Drogen besteht, sondern auch Medikamente, die aus gesundheitlichen Gründen eingenommen werden, ein hohes Suchtpotenzial aufweisen können.

    Risiko für Abhängigkeit

    Medikamentensucht: Welche Gruppen sind besonders gefährdet?

    Es gibt verschiedene Medikamentengruppen, denen ein besonders hohes Suchtpotenzial zugesprochen wird. Nach Informationen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen gehören dazu:

    Diese Medikamentenkategorien sind aus verschiedenen Gründen besonders gefährlich. Im Folgenden werden einige der Wirkstoffe erörtert, die ein hohes Abhängigkeitsrisiko aufweisen.

    Wirkstoffe wie Lorazepam, Diazepam oder Oxazepam werden hauptsächlich bei Angststörungen, extremem Stress oder Schlafproblemen eingesetzt. Sie sind durchweg verschreibungspflichtig und wirken beruhigend, entspannend und angstlösend.

    Sie bieten eine enorme Erleichterung im Alltag, können aber ebenso schnell zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit führen. Daher sollten Benzodiazepine laut offizieller Empfehlung nicht länger als vier Wochen verwendet werden.

    Diese auch als Z-Drugs bekannten Medikamente ähneln in ihrer Wirkung den Benzodiazepinen, haben aber eine unterschiedliche chemische Struktur. Sie beeinträchtigen im Gegensatz zu klassischen Benzodiazepinen die Schlafphasen nicht und werden daher oft bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen verschrieben. Beim Suchtrisiko stehen Z-Substanzen den Benzodiazepinen jedoch in nichts nach.

    Barbiturate waren einst gängige Schlafmittel, sind aber aufgrund ihrer hohen toxischen Risiken heute in diesem Bereich nicht mehr gebräuchlich. Sie werden noch als Injektionsnarkotika oder zur Behandlung von Epilepsie verwendet. Ihre Eigenschaften umfassen eine hohe Suchtgefahr und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen, weshalb ihr Einsatz stark reguliert ist.

    Diese Klassen von Schmerzmitteln werden in schwach wirksame und stark wirksame Präparate unterteilt. Sie werden hauptsächlich zur Behandlung von starken oder anhaltenden Schmerzzuständen eingesetzt. Stark wirksame Opioide  bergen bei unsachgemäßer Anwendung ein hohes Risiko, einschließlich des Risikos einer lebensbedrohlichen Überdosierung. Aus diesem Grund ist die Verschreibung dieser Stoffe streng reguliert und erfordert spezielle Betäubungsmittelrezepte.

    Obwohl Opiate und Opioide in ihrer schmerzstillenden Wirkung ähnlich sind, unterscheiden sie sich in ihrer Herkunft. Opiate werden aus natürlichen Quellen wie dem Schlafmohn gewonnen, während Opioide synthetisch hergestellt werden. Diese Unterscheidung ist wesentlich, da sie Einfluss auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Kontrolle ihres Gebrauchs hat. 

    Diese Informationen sollen ein besseres Verständnis der verschiedenen Medikamentengruppen und ihres Potenzials für die Entwicklung einer Abhängigkeit fördern. Die Kenntnis dieser Details kann dazu beitragen, dass Medikamente verantwortungsbewusster eingesetzt und verschrieben werden.

    Gründe für Tablettensucht

    Wie entsteht eine Medikamentenabhängigkeit?

    Wenn dein Alltag in geregelten Bahnen verläuft, ist es meistens möglich, ohne medikamentöse Hilfe auszukommen. Doch das Leben präsentiert uns oft unerwartete Herausforderungen. Bei Krankheit, Verletzungen oder dem Verlust geliebter Menschen greifen Ärzte oft zu Medikamenten, die dann manchmal zu lange eingenommen werden. 

    Chronische Schmerzen können dich dazu veranlassen, schmerzlindernde Medikamente langfristig zu nehmen, was wiederum zu einer physischen und psychologischen Abhängigkeit führen kann, besonders bei Opioiden.

    Leidest du unter nicht diagnostizierten oder unbehandelten psychischen Störungen, neigst du vielleicht dazu, selbstständig zu Medikamenten zu greifen, um deine Beschwerden in den Griff zu bekommen. Doch diese Eigenregie kann gefährlich sein und oft in einer Abhängigkeit münden, vor allem wenn du sie regelmäßig und ohne ärztliche Überwachung einnimmst. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind Depressionen, Schlafstörungen und Angststörungen

    Die genetische Veranlagung und die Geschichte deiner Familie können Einfluss darauf haben, wie anfällig du für Suchterkrankungen bist. Hast du eine solche Vorbelastung, könnte dein Risiko, von Medikamenten abhängig zu werden, größer sein, besonders wenn Suchtkrankheiten in deiner Familie bekannt sind.

    Die Fähigkeit von Medikamenten, sofortige Linderung oder Befriedigung zu bieten, kann bei manchen Menschen zur Suchtentwicklung beitragen. Die Verknüpfung von Einnahme und unmittelbarem Wohlbefinden kann zu einem Suchtverhalten führen. Hier spielt die Instant Gratification eine große Rolle. 

    Unser modernes Leben ist oft voller Stress und Druck, was dazu führen kann, dass du nach Medikamenten greifst, um damit umzugehen. Ob im Beruf oder im Alltag – die Anforderungen sind hoch, und der Griff zur Tablette kann manchmal als einfacher Ausweg erscheinen.

    Wenn du nicht über genügend Strategien verfügst, um mit negativen Gefühlen oder stressreichen Ereignissen klarzukommen, kann dies zu einem vermehrten Gebrauch von Medikamenten führen, was wiederum die Gefahr einer Abhängigkeit erhöht.

    Medikamente können das Belohnungszentrum im Gehirn stimulieren und Dopamin freisetzen, ein Neurotransmitter, der mit Glücksgefühlen verbunden ist. Diese biochemische Reaktion kann Suchtverhalten fördern, da das Gehirn beginnt, diese Dopaminfreisetzung zu begehren.

    Die einfache Verfügbarkeit von Medikamenten, ob verschrieben, in der Apotheke erworben oder online gekauft, kann ebenso zur Suchtentwicklung beitragen. Das Risiko steigt besonders, wenn verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept angeboten werden. Dieser illegale Schwarzmarkt sollte dringend gemieden werden, da nicht nur gesundheitliche Risiken bestehen, sondern auch die Gefahr, dass Medikamente gestreckt sein könnten.

    Je unkomplizierter der Zugang zu Medikamenten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs.

    Die oft unterschätzte und gesellschaftlich akzeptierte Einstellung gegenüber dem Missbrauch von Medikamenten kann das Entwickeln einer Abhängigkeit erleichtern. Das trifft besonders auf frei verkäufliche Medikamente zu, ebenso wie auf solche, die zur Leistungssteigerung oder zur Verbesserung der Stimmung verwendet werden, deren Gebrauch oft als unbedenklich oder sogar vorteilhaft betrachtet wird.

    Der Einsatz von Medikamenten zur Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit in der Schule, im Beruf oder im Sportbereich kann ebenso zu einer Medikamentenabhängigkeit führen. Die gesellschaftliche Billigung solcher Praktiken und der Druck, sich zu verbessern, können dazu verleiten, dass du zu solchen Mitteln greifst und letzten Endes abhängig wirst.

    Hinweise für Angehörige

    So erkennst du eine Medikamentensucht

    Für Angehörige ist es oft schwierig, eine Medikamentenabhängigkeit zu erkennen, besonders bei einer sogenannten Niedrigdosisabhängigkeit. Betroffene ziehen sich selten aus der Öffentlichkeit zurück und nehmen scheinbar normal am gesellschaftlichen Leben teil.

    Dennoch gibt es einige Anzeichen, auf die du als Angehöriger besonders achten solltest:
    Einnahmedauer:

    Setzt der Betroffene die Medikamenteneinnahme fort, auch wenn die ursprünglichen Beschwerden scheinbar nicht mehr bestehen? Ein über die verordnete Dauer hinausgehender Gebrauch kann verdächtig sein.

    Arztbesuche:

    Sucht der Betroffene häufig und in immer kürzeren Abständen verschiedene Ärzte auf, obwohl er äußerlich gesund wirkt? Das Streben nach mehreren Bezugsquellen könnte auf den Versuch hinweisen, stetigen Nachschub zu sichern.

    Erweiterung:

    Verändern sich die Einnahmezeiten eines Medikaments oder weiten sie sich aus? Ein solcher Wandel kann auf eine Toleranzentwicklung hindeuten, die bei Abhängigkeit typisch ist. Viele Abhängige gebrauchen zum Beispiel Schlafmittel zur Beruhigung außerhalb der vorgesehenen Zeiten.

    Verheimlichen:

    Entdeckst du in der Wohnung oder im Müll des Betroffenen auffällig viele Medikamentenpackungen? Die geheime Einnahme und Beschaffung von Tabletten, manchmal sogar über illegale Wege, sind deutliche Indizien für eine mögliche Abhängigkeit.

    Fixierung:

    Kann sich der Betroffene einen Alltag ohne das Suchtmittel kaum vorstellen und reagiert er gereizt auf Nachfragen zu diesem Thema? Diese emotionale Reaktion kann ein Warnsignal für eine Abhängigkeit sein.

    Tablettensucht-selbsthilfe

    Selbsthilfe gegen Tablettensucht

    Tipps zur Überwindung einer Medikamentensucht

    Wenn du den Weg aus einer leichten Tablettensucht finden möchtest, gibt es zahlreiche Tipps und Strategien, die dir helfen können, bevor du professionelle Hilfe in Anspruch nimmst.

    Eine leichte oder „niedrige“ Sucht kann sich etwa in einem noch kontrollierbaren Verlangen nach Medikamenten äußern, ohne dass bereits gravierende Lebensbeeinträchtigungen entstanden sind. In solchen Fällen können Selbsthilfemaßnahmen besonders wirksam sein, um die ersten Schritte in Richtung Freiheit von der Sucht zu gehen.

    Viele Betroffene bevorzugen es, zunächst auf eigene Faust Lösungen zu finden, bevor sie sich an Suchtberater wenden, um die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.

    Ausschleichen der Medikamente

    Es kann hilfreich sein, die Dosis der Medikamente schrittweise zu reduzieren, anstatt abrupt zu stoppen. Das kann Entzugserscheinungen lindern und den Übergang erleichtern. Ein genauer Plan und die Einhaltung dieses Plans sind dabei entscheidend.

    Unterstützung durch Gespräche

    Offene Gespräche mit Freunden, Familienangehörigen oder vertrauenswürdigen Personen können den Druck mindern und eine unterstützende Umgebung schaffen. Du kannst auch über deine Fortschritte sprechen und um Rat oder Unterstützung bitten.

    Ablenkung durch Hobbys

    Neue Hobbys oder Aktivitäten können als positive Ablenkung dienen und die Zeit, die sonst mit Medikamenten verbracht wird, sinnvoll nutzen. Zudem kannst du neue Fähigkeiten erlernen und dein Selbstwertgefühl stärken.

    Sport und körperliche Betätigung

    Sport kann das Wohlbefinden steigern, Stress abbauen und helfen, gesunde Routinen zu entwickeln. Sie können auch dazu beitragen, den Fokus von den Medikamenten wegzulenken und auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden zu richten.

    Gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf

    Eine gesunde Ernährung und genügend Schlaf sind wichtig, um den Körper in einem guten Zustand zu halten und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Das kann helfen, das Verlangen nach Medikamenten zu reduzieren und die Stimmung zu stabilisieren.

    Bewältigungsstrategien entwickeln

    Das Erlernen und Üben von Bewältigungsstrategien für Stress und negative Emotionen kann dabei unterstützen, die Abhängigkeit von Medikamenten zu verringern. Möglich ist das durch Techniken wie Meditation, tiefe Atmung oder Achtsamkeitsübungen.

    Kontinuierliche Selbstbeobachtung und Reflektion

    Bewusstsein für deine Gefühle und Verhaltensweisen und das Nachdenken über deine Fortschritte können helfen, den Überblick zu behalten und dich auf das Ziel der Überwindung der Abhängigkeit zu konzentrieren. Es ist wichtig, jeden Fortschritt zu feiern, um die Motivation aufrechtzuerhalten und das Gefühl der Erfüllung zu stärken.

    Professionelle medizinische Beratung suchen

    Auch wenn es lobenswert ist, zu versuchen, eine Tablettensucht selbst zu überwinden, solltest du dies nicht auf Kosten deiner Gesundheit tun. Zögere nicht, professionelle medizinische Hilfe zu suchen, wenn du das Gefühl hast, dass deine Gesundheit gefährdet ist oder du Schwierigkeiten hast, die Sucht allein zu bewältigen.

    Schamgefühle wegen Tablettensucht

    Sucht nach Medikamenten: Kein Grund für Scham

    Es kommt nur äußerst selten vor, dass jemand zum Vergnügen Medikamente einnimmt, obwohl er eigentlich kerngesund ist. Was soll uns diese offensichtliche Feststellung sagen?

    Dass es fast immer einen triftigen Grund gibt, warum ein Arzt Arzneimittel mit hohem Suchtpotenzial verschreibt – sei es wegen starker oder chronischer Schmerzen oder seelischer Belastungen – und dass viele Betroffene oft unverschuldet in eine Medikamentenabhängigkeit rutschen.

    Zum Beispiel, weil die Dosierung nicht richtig eingestellt war. Oder weil das Medikament zu spät abgesetzt wurde. Oder weil von vornherein eine gewisse Anfälligkeit bestand.

    Der Übergang von einem normalen Medikamentengebrauch zur Tablettensucht ist oft fließend und eine Abhängigkeit entwickelt sich meist schleichend. Wenn der Verdacht aufkommt, ist es oft schon spät – oder besser gesagt, genau der richtige Moment, um den ersten Schritt hin zur Befreiung von der Abhängigkeit zu machen. Denn nichts ist im Kampf gegen eine Sucht wichtiger, als sich einzugestehen, dass man abhängig ist.

    Keine Angst vor der Therapie!

    Den Weg zur Bekämpfung der Tablettensucht auf sich nehmen

    Die meisten finden allein keinen Weg aus der Tablettensucht heraus. Professionelle Hilfe ist nötig, um die Abhängigkeit zu überwinden. Doch sich diese notwendige Unterstützung zu suchen, erfordert viel Mut aus verschiedenen Gründen:

    Viele dieser Befürchtungen sind jedoch unbegründet oder beruhen auf veralteten Vorstellungen von Therapiemethoden, die heute nicht mehr angewendet werden.

    Die moderne Suchttherapie funktioniert heute ganz anders als noch vor 10-15 Jahren. Körperliche Entzugserscheinungen können abgemildert werden und Patienten müssen nicht zwingend stationär behandelt werden. Abhängig vom Allgemeinzustand des Betroffenen können Behandlungen auch ambulant erfolgen. Die Betreuung wird in der Regel individuell angepasst. Also gibt es keinen Grund, sich vor einer Therapie zu fürchten.

    Hilfe gegen Medikamentensucht

    Schnelle Wege, um Unterstützung bei Tablettensucht zu finden

    Die besten Aussichten, eine Tablettensucht zu überwinden, bieten spezialisierte Therapeuten. Sie kennen die effektivsten Ansätze und wissen, wie sie die nötigen Maßnahmen optimal kombinieren.

    Einen passenden Fachmann oder eine Fachfrau zu finden, scheint zunächst nicht so einfach. Wenn du nicht selbst nach einer Lösung suchen möchtest, kannst du dich an deinen Hausarzt wenden. Er weiß in der Regel genau, an wen er dich vermitteln kann. Zudem gibt es in jedem Bundesland zahlreiche Anlauf- und Beratungsstellen, die dir bei den nächsten Schritten behilflich sein können.

    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.:

    Professionelle Unterstützung im Kampf gegen die Abhängigkeit, ergänzt durch Angebote zu Selbsthilfegruppen sowie ein bundesweit erreichbares Sorgentelefon. Das Rote Kreuz vermittelt auch stationäre Behandlungsmöglichkeiten und Nachsorge.

    Website: www.dhs.de

    Suchtberatung Deutsches Rotes Kreuz:

    Professioneller Support im Kampf gegen die Abhängigkeit. Dazu kommt ein Angebot an Selbsthilfegruppen sowie ein aus ganz Deutschland erreichbares Sorgentelefon. Das Rote Kreuz vermittelt außerdem stationäre Behandlung und Nachsorge.

    Website: www.drk.de

    Ganz gleich, für welchen Weg du dich entscheidest, es ist entscheidend, den ersten Schritt zu tun. Ohne diesen Mut kann die Abhängigkeit niemals überwunden werden. Du hast diesen Rat wahrscheinlich schon oft gehört, aber das ändert nichts an seiner Richtigkeit: Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke!

    Ängste überwinden

    Angst vor der Therapie, Ärzten und der Hilfe bewältigen

    Fühlst du Angst oder bist du unwohl bei dem Gedanken, mit Ärzten, Therapeuten oder Beratern über deine Tablettensucht zu sprechen? Du bist damit nicht allein. Viele Menschen zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, sei es aufgrund von Schamgefühlen, Angst oder einfach Unsicherheit.

    Unser Selbsthilfe-Ratgeber kann dir jedoch wertvolle Tipps und Strategien an die Hand geben, um diese Hürden zu meistern. Hier entdeckst du eine Vielzahl von Techniken und Methoden, die dir helfen können, dich auf Gespräche mit Ärzten oder Therapeuten vorzubereiten, deine Gefühle und Bedenken auszudrücken und deine Angst vor der Therapie erfolgreich zu bewältigen.

    Angst vor Ärzten überwinden:

    Selbsthilfe-Buch

    Deine Unterstützung bei der Überwindung von Tablettensucht

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    Auf über 60 Seiten findest du hilfreiche Informationen und praktische Anleitungen, die dir dabei helfen, Suchtverhalten und Zwangsstörungen zu verstehen und zu bewältigen. Es ist so gestaltet, dass du die Inhalte leicht in deinen Alltag integrieren kannst, um deine Abhängigkeit von Tabletten zu überwinden.

    Das Buch ist sofort als PDF erhältlich, sodass du es bequem auf deinem Handy, Computer oder Laptop lesen kannst. Wir legen großen Wert auf Transparenz und Einfachheit, daher gibt es keine versteckten Abonnements oder zusätzliche Gebühren – es ist lediglich eine einmalige Zahlung erforderlich.

    Viele Menschen haben bereits erfolgreich alleine eine Tablettensucht selbständig überwunden. Solltest du jedoch feststellen, dass du weitere Unterstützung benötigst, kann dieses Buch auch ein Anstoß sein, den Schritt zu einer professionellen Therapie zu wagen.

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    FAQ über Tablettensucht

    Häufige Fragen und Antworten über die Sucht nach Medikamenten:

    Anzeichen einer Tablettensucht können körperliche, verhaltensbezogene und emotionale Veränderungen umfassen. Dazu gehören eine gesteigerte Toleranz gegenüber dem Medikament, Entzugserscheinungen, der Versuch, die Einnahme zu stoppen oder zu reduzieren, aber das Scheitern dabei. Sowie die Verwendung des Medikaments trotz negativer Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit.

    Die Überwindung einer Tablettensucht kann ein schrittweiser Prozess sein, der häufig eine Kombination aus medizinischer Behandlung, Beratung und Selbsthilfestrategien erfordert.

    Dazu gehören das schrittweise Ausschleichen der Medikamente, Unterstützung durch Gespräche, Hobbys und Aktivitäten zur Ablenkung, Sport und Bewältigungsstrategien.

    Sollte dies nicht helfen, kann die Inanspruchnahme professioneller medizinischer Hilfe nötig sein. 

    Langfristige Auswirkungen einer Tablettensucht können eine dauerhafte Schädigung der Organe, eine verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, chronische Gesundheitsprobleme, Schwierigkeiten in sozialen und beruflichen Beziehungen und ein erhöhtes Risiko für Selbstmord oder Überdosis umfassen.

    Die Behandlung kann medizinische Therapie, Beratung, Selbsthilfegruppen und in einigen Fällen stationäre Behandlung umfassen.

    Ein Entzug kann körperliche und psychische Symptome wie Unruhe, Schlafstörungen, Schweißausbrüche und Angst verursachen. In schweren Fällen kann ein medizinisch überwachter Entzug erforderlich sein.

    Abhängigkeit bezieht sich auf körperliche Symptome, die bei fehlender Einnahme des Medikaments auftreten, während Missbrauch den unsachgemäßen Gebrauch des Medikaments zur Erzielung einer Wirkung bezeichnet, oft trotz negativer Folgen.

    Ja, eine Tablettensucht kann das Risiko für andere Suchterkrankungen erhöhen, insbesondere wenn sie als Bewältigungsmechanismus für Stress oder emotionale Probleme dient.

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      Quellen:

      1. Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit | bundesgesundheitsministerium.de
      2. Medications for Substance Use Disorders – samhsa.gov
      3. Addiction Treatment Medications – addictioncenter.com
      Matthias Wiesmeier
      Matthias Wiesmeier

      Dieser Artikel wurde von Matthias Wiesmeier verfasst. Selbstständiger Schriftsteller und Webdesigner seit 2005. Fachbereiche: Gesundheit, Psychologie, Sport.

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      Autor und Überprüfung:

      Autor: Matthias Wiesmeier – Medizinische Überprüfung: Thomas Hofmann

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