Wärmflaschen Sucht

Sucht nach Wärmflaschen überwinden - Tipps und Aufklärung

Eine Wärmflasche kann gegen Schmerzen und Kälte helfen. Oft wird die Wärmflasche sogar zur Gewohnheit jede Nacht genutzt. Allerdings kann aus der lieb gewonnenen Gewohnheit ein Suchtverhalten entstehen. Wenn die Wärmequelle auch in milderen Nächten vermisst wird, weist das auf andere Probleme hin.

Wir klären auf warum man süchtig nach Wärmflaschen werden kann und was man gegen die Sucht unternehmen kann.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Wärme vermittelt ein sicheres Gefühl, außerdem fühlen sich Erwachsene oft in ihre Kindheit zurückversetzt, wenn sie wegen der Kälte oder krankheitsbedingt zur Wärmflasche greifen. Angenehme Erinnerungen, Trost und weitere positive Assoziationen können zu einem suchtähnlichen Verhalten führen.

    Grundsätzlich sind Wärmflaschen ein bewährtes und sicheres Hausmittel, das nicht nur vor Kälte schützt, sondern auch Verspannungen und Schmerzen lindert. Auf Dauer kann die Wärmflasche jedoch das Temperaturempfinden beeinflussen und über bestimmte Erkrankungen hinwegtäuschen.

    Menschen, die schnell frieren, halten die Wärmflasche für eine praktische Lösung. Hierbei handelt es sich eindeutig um eine körperlich bedingte Ursache. Allerdings kann die Sucht nach Wärmflaschen auch ein Zeichen für psychische Probleme sein, beispielsweise für Komplexe oder für Angstgefühle.

    Was bringen Wärmflaschen?

    Der positive Effekt von Wärmflaschen

    Die Wärmflasche ist im Vergleich zu anderen Heilmitteln eine sichere und praktische Lösung. Sie wärmt den Körper auf und scheint keine Nebenwirkungen zu haben.

    Sie hilft gegen Bauchkrämpfe und Blasenentzündungen, sie lindert Spannungsschmerzen, Verdauungsprobleme und andere stress- und temperaturbedingte Beschwerden.

    Auch bei Schlafstörungen, Unwohlsein und Nervosität kann die Wärmflasche helfen. Durch die Wärme lassen die Schmerzen nach und die Menschen fühlen sich wieder wohler.

    Auf den ersten Blick spricht also nichts dagegen, eine Wärmflasche zu verwenden. Wenn jedoch ein Gewöhnungseffekt eintritt, kommt dieser wärmende Begleiter jedoch unbedacht und oft unnötigerweise zum Einsatz.

    Mit der Wärmflasche schlafen

    Ist kuscheln mit der Wärmflasche schon krankhaft?

    Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, freuen sich Kinder und auch Erwachsene über eine Wärmflasche mit kuscheliger Außenseite.

    Auch bei Nacken- und Rückenschmerzen leistet die Wärmflasche gute Dienste. Nach der schwierigen Phase wird die kissenweiche Flasche jedoch nicht mehr benötigt. Wer jedoch nicht auf die zusätzliche Wärme verzichten möchte, nimmt sie weiterhin mit auf die Couch oder ins Bett.

    Es gibt einige typische Zeichen, die auf ein Suchtverhalten hinweisen können:

    Das individuelle Temperaturgefühl

    Der ständige Einsatz der Wärmflasche kann das Kälte- und Wärmeempfinden aus dem Gleichgewicht bringen. Im Winter hilft die Wärmequelle dabei, das ausgekühlte Bett anzuwärmen. Doch wer sich eine warme Schlafumgebung schafft, gewöhnt sich bald daran, und friert schneller.

    Es besteht also die Gefahr, dass sich das Wärmeempfinden des Körpers dauerhaft verändert. Wer sich die Wärmflasche angewöhnt hat, ist kälteempfindlicher und zittert schon bei Zimmertemperatur. Ein weiteres Problem besteht darin, dass sich das Immunsystem verändert, wenn der Körper regelmäßig ein Übermaß an Wärme erhält.

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    Gründe der Wärmflaschen Sucht

    Warum können Wärmflaschen süchtig machen?

    Wer dauerhaft unter kalten Händen und Füßen leidet, hat vermutlich Durchblutungsstörungen oder einen sehr niedrigen Blutdruck. Die Wärmflasche kann lediglich die Symptome beheben, aber nicht die Ursache. Auch spezielle Erkrankungen können zu einer erhöhten Kälteempfindlichkeit führen. Gefäßkrämpfe wie beim Raynaud-Syndrom wirken sich negativ auf die Durchblutung aus und verstärken das Gefühl, zu frieren.

    Weitere Ursachen für ständig kalte Extremitäten können Grunderkrankungen an der Schilddrüse sein oder Diabetes. Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung lassen sich die jeweiligen Gründe für das Kälteempfinden herausfinden.

    In einigen Fällen sind es auch emotionale Belastungen, die Krämpfe und Frostattacken auslösen. Eine anstrengende Phase bei der Arbeit, Probleme im privaten Umfeld und andere Stressoren verstärken das Unwohlsein und damit die Gefahr, ein Suchtverhalten zu entwickeln.

    Eine Sucht nach der Wärmflasche ist im Prinzip unbedenklich – gerade im Vergleich zu hoch dosierten Medikamenten oder gar Drogen. Trotzdem bringt die Ursachenforschung mehr als der gedankenlose Griff zum Wärmekissen.

    Risiken von Wärmflaschen

    Welche Gefahren bringt die Wärmflaschen Nutzung mit sich?

    Grundsätzlich ist die Wärmflasche ein bewährtes Heilmittel, um sich gesund zu fühlen. Doch wenn die heiße Flasche zu lange auf der Haut liegt, bilden sich womöglich Rötungen oder sogar entzündete Stellen. Bei sehr häufiger Nutzung kann die Wärmflasche eine Rötung verursachen, die sich wie ein Netz über die Haut legt.

    Diese thermisch bedingte Hautveränderung ist kein gutes Zeichen, darum sollten die Betroffenen einen Hautarzt aufsuchen.

    Temperatur beachten

    Das Wasser darf nicht zu heiß sein

    Um Verbrennungen und Rötungen zu vermeiden, darf die Wärmflasche nicht zu stark erhitzt werden. Für Erwachsene gilt die Empfehlung, die Flasche mit Wasser von maximal 60 Grad aufzufüllen. Das gelingt durch das Mischen von kochend heißem Wasser und kaltem Wasser zu gleichen Teilen.

    Für Kinder reicht eine Temperatur von bis zu 40 Grad aus, denn ihre Haut ist empfindlicher. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet. Ärzte empfehlen deshalb, die Flasche mit warmem Leitungswasser zu füllen und nicht mit Wasser aus dem Kochtopf. Zur Sicherheit lässt sich die Wärmflasche mit einem Tuch umwickeln.

    Trotz der Vorsichtsmaßnahmen kann sich die Haut durch die Wärme röten. Im Allgemeinen verschwindet diese zumeist schmerzfreie Rötung jedoch wieder und hinterlässt keine Spuren. Je nachdem, wie lange die Wärmflasche zum Einsatz kommt, kann die Hautrötung jedoch etwas länger sichtbar und auch spürbar sein.

    Wärmflaschen Sucht abgewöhnen

    Tipps gegen die Sucht nach der Wärmflasche
    Beliebte Alternativen

    Anstelle der Wärmflasche bieten sich praktische Wärmekissen an, die mit Dinkel, Kirschkernen oder Samen gefüllt sind. Auch elektrische Wärmequellen wie Heizdecken können die Wärmflasche ersetzen. Hier ist es allerdings ebenfalls wichtig, die Temperatur zu kontrollieren und es mit der Wärmewirkung nicht zu übertreiben.

    Es ist nicht leicht, Gewohnheiten abzulegen. Der Verzicht auf die Wärmflasche gelingt bei milden Temperaturen am besten. Für den Vorsatz, sich die Wärmequelle abzugewöhnen, bietet sich also das Frühjahr an.

    Eventuell helfen neue Verhaltensmuster und Glaubenssätze bei der Veränderung. Leichter Sport am Abend, eine gemütliche Umgebung im Schlafzimmer – mit solchen Tricks wächst die Vorfreude auf eine erholsame Nacht.

    Bei einigen Menschen soll die Wärmflasche die innere Einsamkeit kompensieren. Gegen diese Probleme helfen soziale Kontakte. Auch kleine „Übungen“ sind sinnvoll. Mit kleinen Challenges (Herausforderungen) kann man sich die Sucht Stück für Stück abgewöhnen. Beispielsweise kann die Wärmflasche bei der nächsten Reise in ein kaltes Land ganz streng zu Hause bleiben. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Addicted to my hot water bottle! 10 – Mumsnet

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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