Podophilie

Fußfetischismus - Aufklärung und Tipps

Füße – in jeder Ausformung und Variation – bilden bei der Podophilie (Fußfetischismus) den Mittelpunkt sexueller Anziehung. Wirklich erforscht ist das Themengebiet noch nicht. Wir versuchen einen kleinen Überblick über unterschiedliche Ausprägungen zu geben und zu klären, wie Podophilie entsteht. Dazu kommen Tipps und Hinweise für all jene, die unter ihrer besonderen Neigung zu Füßen leiden und diese überwinden möchten. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Podophilie ist ein klassischer sexueller Fetischismus – und zwar der Fußfetischismus. Bei den diversen Ausformungen stehen unterschiedliche Regionen des Fußes, Bekleidungsstile oder Behandlungen (Lecken, Lutschen etc.) im Mittelpunkt.

    Eine Frage, die noch nicht endgültig beantwortet werden kann. Von wissenschaftlich belastbaren Thesen fehlt bisher noch jede Spur. Es gibt allerdings einige Überlegungen in der Hinsicht. So liegen beispielsweise in unserem Gehirn die Areale für sexuelle Erregung und die Verarbeitung der Sinneseindrücke rund um die Füße direkt nebeneinander. Die Theorie lautet nun, dass es bei manchen Menschen zu Übersprungsreaktionen kommt, wodurch das Entstehen eines Fußfetischismus‘ begünstigt wird. Andere Ansätze gehen – besonders bei Männern – von einer genetischen Disposition aus.

    Wenn die Podophilie als behandlungswürdiger Fetischismus klassifiziert wird – und das ist von Person zu Person unterschiedlich – bieten psychotherapeutische Ansätze die höchsten Erfolgsaussichten. Medikamente kommen, wenn überhaupt, lediglich begleitend zum Einsatz.

    Podophilie fussfetischismus

    Fußfetisch

    Was zeichnet einen Fußfetischismus aus?

    Die Bandbreite an unterschiedlichen Ausprägungen des Fußfetischismus ist dabei enorm.

    So enorm, dass sich einige Fußfreunde von den Vorlieben angeblicher Gleichgesinnter abgestoßen fühlen können. Schon allein der jeweilige Fokuspunkt Podophiler präsentiert sich sehr variabel. Manche fühlen sich von gewissen Bereichen angezogen, wie etwa den Zehen oder der Fußsohle.

    Andere finden wiederum nur schön geschmückte Füße anziehend, während es für wieder andere gar nicht urtümlich und naturbelassen genug sein kann.

    Ob nackte Füße oder doch in Socken, Strümpfe, Strumpfhosen oder Schuhe verpackt – auch das ist eine Geschmacksfrage.

    Soll der Fuß gut duften oder so intensiv wie möglich riechen? Wie groß oder wie breit dürfen die Füße sein? Die Antworten auf diese Fragen sind so vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen selbst.

    Gründe für einen Fußfetisch

    Warum stehen manche Menschen auf Füße?

    Das Entstehen sexueller Neigungen und Vorlieben schlüssig zu erklären, ist nicht möglich. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt und vor dem aktuellen wissenschaftlichen Hintergrund nicht.

    Ein möglicher Ansatz sind die unterschiedlichen Areale des menschlichen Gehirns und deren Verortung. So ist etwa das limbische System für die sexuelle Erregung zuständig. In unmittelbarer Nähe befindet sich der sensomotorische Cortex. Dieser besteht aus zwei Teilen mit unterschiedlichen Aufgaben.

    Der eine steuert unsere Bewegungen, der andere verarbeitet Berührungen und die dabei wahrgenommenen Empfindungen in Sinneseindrücke.

    Das Areal, welches durch Empfindungen rund um unsere Füße aktiviert wird, liegt nahe beim limbischen System. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass es bei manchen Menschen zu einer sogenannten Übersprungsreaktion kommt, wenn die Füße berührt werden. 

    Andere Ansätze gehen zumindest bei Männern von einer genetischen Grundlage aus. Im Laufe der Evolution standen kleine Füße bei Frauen stets für einen hohen Östrogenspiegel und somit eine erhöhte Fruchtbarkeit. Entsprechend hat sich eine Prädisposition entwickelt, die bei manchen Männern deutlicher ausgeprägt ist als bei anderen.

    Verschiedene Fußfeteische

    Unterschiedliche Formen von Podophilie

    Die jeweiligen Ausformungen der Podophilie unterscheiden sich mitunter stark. Fußfetischist ist eben nicht gleich Fußfetischist. Wir stellen die am weiten verbreitetsten Varianten von Fußfetischen vor.

    Toe-Sucking

    Wortwörtlich übersetzt mit Zehen-Lutschen. Hier steht die Interaktion mit dem Fuß im Vordergrund. Angesprochen werden Geruchs-, Geschmacks- oder Tastsinn.

    Footjob/Toejob

    Die aktive Einbeziehung der Füße in den Liebesakt. Beim Foot- bzw. Toejob wird der Partner mit den Füßen (Foot) oder den Zehen (Toe) befriedigt.

    Shoejob

    Eine Sonderform, bei welcher sich die Aufmerksamkeit weniger auf die Füße, sondern mehr auf den Schuh konzentriert.

    Trampling

    Eine Ausformung eher für Freunde der härteren Gangart. Beim Trampling läuft der Partner über den Körper des Podophilen.

    Crunching

    Eine besonders ausgefallene Variante, bei der mit nackten Füßen Essen zerdrückt (chrunch) wird. Manchmal werden die so zermatschten Lebensmittel miteinander verspeist.

    Ist Podophilie ein Fußfetisch?

    Das Wort Fetischismus wird heutzutage in allen möglichen Zusammenhängen verwendet. Durch diese Beliebigkeit kommt eine gewisse Unschärfe in die Diskussion darüber, ob die Podophilie überhaupt ein Fetischismus ist oder nicht.

    Ist nur die Rede von einem sexuellen Fetischismus, so steht dabei ein in der Regel unbelebter Gegenstand im Zentrum der Begierde. Dieser sogenannte Fetisch ist der Quell der sexuellen Erregung.

    Die Frage, die sich im Zusammenhang mit Fetischismen stellt, lautet nun: Ist das noch eine akzeptable Abweichung von der sexuellen Norm oder eine Störung des Sexualverhaltens, die behandelt werden sollte? 

    Behandlungsbedürftig wird es laut sexualmedizinischer Diagnostik oder Psychotherapie dann, wenn:

    Leidensdruck durch Fußfetisch?

    Leidensdruck baut sich etwa dann auf, wenn sich der Betroffene davor schämt, in der Öffentlichkeit zu seinen Neigungen zu stehen. Allerdings ist gerade die Podophilie mittlerweile weitestgehend enttabuisiert und überrascht weit verbreitet.

    Dazu tragen unter anderem auch die Bekenntnisse von Stars zu ihrem Fußfetischismus bei. So ist beispielsweise Star-Regisseur Quentin Tarantino bekennender Podophiler. Auch Schauspieler Orlando Bloom oder der deutsche Comedian Bülent Ceylan haben ihre Vorliebe für (schöne) Füße schon mehrmals öffentlich thematisiert.

    Am Arbeitsplatz kann ein Fußfetischismus hingegen zu unangenehmen Situationen führen und im weiteren Verlauf weitreichende Konsequenzen haben.

    Durch die fortschreitende Enttabuisierung sinkt, wie zuvor erwähnt, der Leidensdruck von Fußfetischisten, einer der Hauptfaktoren für die Behandlungsbedürftigkeit einer Neigung entfällt.

    Oft nur eine Neigung

    Ein weiterer Grund, der gegen die Klassifizierung der Podophilie als Fetisch spricht: Die Neigung ist weit verbreitet, liegt nach Lack und Leder wohl auf Rang zwei der inoffiziellen Neigungs-Rangliste.

    Zumindest die deutlich von der Norm abweichende Komponente eines Fetischs trifft auf die Podophilie somit nur mehr in verringertem Maße zu.

    Gesellschaftliche Akzeptanz für Fußfetischismus wächst:

    Was aber auf jeden Fall festgehalten werden kann: Die gesellschaftliche Akzeptanz dieser speziellen Neigung ist in den vergangenen Jahren größer geworden. Ein soziales Stigma ist deshalb schon lange nicht mehr zu befürchten. Zumindest nicht in dem Ausmaß, wie es noch vor einiger Zeit der Fall war.

    Fußfetisch loswerden?

    Wie lässt sich der Fußfetisch bekämpfen?

    Der Einfachheit halber folgen wir an dieser Stelle der Definition der Podophilie als klassischer, sexueller Fetischismus. Ein eigenständiges Krankheitsbild „Fußfetischismus“ gibt es nämlich nicht.

    Ebenso wenig gibt es allerdings eine einheitliche Behandlungsmethode für Fetischismen aller Art. Grundsätzlich sind aber sämtliche Ansätze aus dem Bereich der Psychotherapie erfolgversprechend. Besonders die kognitive Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse.

    Die psychotherapeutischen Ansätze drehen sich um die Stichworte Konditionierung und Sensibilisierung.

    Im Rahmen der aversiven Konditionierung wird der Betroffene seinem Fetisch ausgesetzt, nur um kurz darauf mit einem unangenehmen Reiz konfrontiert zu werden.

    Die Wiederholung führt zur Etablierung einer Verbindung zwischen Fetisch und unangenehmem Impuls, der Fetisch verliert an Reiz. Bei der verdeckten Sensibilisierung ist der Ablauf ähnlich.

    Dem Betroffenen werden Szenen fetischistischen Inhaltes vorgespielt, auf die wiederum Szenen weniger angenehmen Inhalts folgen. Bei der assistierten verdeckten Sensibilisierung ersetzen weniger appetitliche Gerüche die unangenehmen Szenen.

    Beim Gedankenstopp muss der Betroffene zunächst an seinen Fetisch denken, der Therapeut reißt ihn dann mit einem lauten „Stopp!“ aus seinen Träumereien. Nach mehreren Wiederholungen soll der Betroffene selbst das Stopp-Signal setzen und somit die (unerwünschten) Fantasien unterbinden, bevor sie sich richtig entfaltet haben.

    Medikamente eignen sich lediglich als Unterstützung anderer Behandlungswege. Üblicherweise wird darauf abgezielt, den Spiegel von Sexualhormonen im Blut zu senken. (Bekannt ist diese Vorgehensweise unter dem etwas martialisch anmutenden Namen „chemische Kastration“.) Bei Männern kommen beispielsweise Antiandrogene zum Einsatz. Die hemmen den Sexualtrieb. Direkt auf den Fetischismus selbst wirken Medikamente freilich nicht.

    Hilfe annehmen

    Professionelle Hilfe suchen und annehmen

    Das zentrale Wort bei der Frage, ob der Fußfetisch überhaupt behandelt werden muss, ist der individuelleLeidensdruck“.

    Wie gut kommt der Betroffene mit seiner Neigung zurecht? Hat er im Alltag deshalb mit Nachteilen oder Unannehmlichkeiten zu kämpfen? Fühlt er sich missverstanden oder allein? Auf all diese Fragen gibt es individuelle Antworten. Die Frage, ob ein Fußfetisch behandelt werden muss, ist deshalb pauschal nicht zu beantworten.

    Therapie in Anspruch nehmen:

    Wer sich mit seiner Neigung unwohl fühlt oder zumindest lernen möchte, sie besser zu steuern, der kann sich jederzeit an einen guten Psychotherapeuten oder Sexualtherapeuten wenden. Auch Online Coachings können dabei bereits helfen.

    Die Experten analysieren jeden einzelnen Fall genau und entscheiden dann, welche Vorgehensweise die erfolgversprechendste ist.

    Damit Sie auch gute Therapeuten in Ihrer Nähe finden, arbeiten wir gerade an einer umfassenden Datenbank. Die ist allerdings leider noch nicht ganz fertig. Bis es so weit ist, werden Sie sicherlich auch auf jameda.de für die Arztsuche fündig. 

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      Quellen:

      1. Podophilie – Wikipedia

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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