Menophilie

Periodenfetisch

Menophilie ist eine Form des Blutfetischs. Betroffene finden die weibliche Menstruation erregend. Während die Periode und damit zusammenhängende Themen oftmals noch als gesellschaftliches Tabuthema gesehen werden, haben Betroffene der Menophilie eine Vorliebe für die Periode und dem Menstruationsblut.

In der Regel kommt durch Menophilie niemand zu schaden, weshalb eine Therapie nicht unbedingt notwendig ist. Betroffene, die stark unter ihren Vorlieben leiden, können eine Sexualtherapie in Betracht ziehen, um sich selbst besser zu verstehen und problematische Verhaltensweisen abzulegen. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Menophilie, auch als Menstruationsfetisch bekannt, ist eine Form des Fetischismus. Dies wiederum fällt unter die Paraphilien, sogenannte Störungen der Sexualpräferenz. Betroffene Personen werden durch die weibliche Periode erregt. 

    Betroffene finden die Menstruation und alles, was damit zusammenhängt, sehr erregend. Manchen genügt der Gedanke daran, andere empfinden Befriedigung durch das Lutschen von benutzten Tampons und Binden oder beobachten Frauen beim Wechseln derartiger Menstruationsartikel. Auch Sex während der Periode gehört für Menophile dazu.    

    Menophilie gehört nicht zu den psychologischen Störungen, durch welche Personen regelmäßig zu Schaden kommen. Insofern ist eine Therapie nicht zwingend notwendig. Wie bei anderen Störungen der Sexualpräferenz kann die Menophilie durch einen Sexualtherapeuten behandelt werden. Eine kognitive Verhaltenstherapie hilft dabei, alternative Denk- und Handlungsmuster zu erarbeiten. Des Weiteren kann eine Gesprächstherapie helfen, die Gründe für das eigene Verhalten zu verstehen, sich selbst zu akzeptieren und problematische Verhaltensmuster abzuwandeln.

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    Merkmale vom Periodenfetisch

    In manchen Fällen reichen bereits Fantasien über eine Frau, die ihre Periode hat, um sexuelle Befriedigung erfahren zu können.

    Es kommt vor, dass Betroffene die Berührung oder das Anlecken und Aussaugen von benutzten Tampons und Binden erregend finden. Auch blutige Unterwäsche kann als Auslöser für sexuelle Fantasien und Erregung dienen.

    Auch Sex während der Menstruation gehört für Menschen mit Menophilie dazu. Besonders Oralverkehr empfinden Betroffene als sehr erregend, da sie das Blut dann schmecken und auf ihrem Gesicht fühlen können.

    Für das Verspüren von sexueller Befriedigung sind verschiedene Aspekte relevant, beispielsweise die Frische des Bluts, die Konsistenz und der Geruch.

    Schwangerschaft und Wechseljahre

    Für Personen mit Menophilie kann der Gedanke daran, dass die Partnerin schwanger wird und dadurch neun Monate nicht menstruiert, sehr beunruhigend sein. Auch die früher oder später eintretenden Wechseljahre, in denen für Frauen die Zeit der Periode endgültig endet, bedeutet den Wegfall eines wichtigen Teils ihres Sexlebens.

    In der Fetischszene ist Menophilie längst kein Tabuthema mehr. Betroffene haben vielfältige Möglichkeiten, online benutzte Tampons und Ähnliches zu kaufen.

    Vielen reicht dies aber nicht allein, sondern sie wünschen sich, Frauen beim Wechseln eines Tampons zu beobachten. Hierbei kann auch ein Voyeurismus mit einfließen.

    Aus diesem Grund zirkulieren im Internet viele Videos, welche derartige Bedürfnisse stillen sollen. Die meisten Personen mit Menophilie leben ihre Vorlieben im Stillen aus und nutzen die Möglichkeiten im Internet, um ihre Vorlieben zu befriedigen, ohne dass jemand davon erfährt. 

    Behandlung nicht zwingend notwendig

    Grundlegend ist für den Periodenblutfetisch keine Behandlung notwendig, da niemand in Gefahr begeben wird. Wenn einzelne Personen unter ihren eigenen Bedürfnissen leiden oder diese zu Schwierigkeiten im Alltag und im Umgang mit anderen Menschen führen, kann eine Therapie in Betracht gezogen werden. Diese kann Betroffenen helfen, das eigene Verhalten zu reflektieren und problematische Handlungsweisen abzuwandeln, sodass trotz Menophilie ein normales Leben möglich ist.

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    Auslöser für Menophilie

    Gründe für den Periodenfetisch:

    Tabuthemen üben grundsätzlich auf viele Personen eine gewisse Anziehungskraft aus. Der Reiz des Verbotenen steht bei einigen sexuellen Vorlieben und Fantasien im Vordergrund.

    Experten zufolge erregt Personen mit Menophilie vor allem der Gedanke an die Menstruation als Zeichen für die Fruchtbarkeit einer Frau. Außerdem gaben Betroffene an, jede Frau habe eine eigene Duft-Spur, welche durch das Periodenblut auf den Tampons, Binden und der Unterwäsche hinterlassen wird. Diesen individuellen Duft finden Betroffene sehr erregend, weshalb sie an blutigen Periodenartikeln und Wäsche lecken.

    Auch der Grad an Intimität, der mit einem Menstruationsfetisch einhergeht, ist für Betroffene faszinierend. Des Weiteren sehen Betroffene die Periode als Zeichen für körperliche Gesundheit und die Komplexität des weiblichen Körpers, weshalb das Menstruationsblut als Symbol für viele Betroffene zum Aphrodisiakum wird.

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    Schamgefühle beim Menstruationsfetisch

    Für Menschen, die nicht von Menophilie betroffen sind, ist diese Form des Blutfetischs nur sehr schwer nachvollziehbar. Frauen fühlen sich oftmals während ihrer Menstruation nicht besonders attraktiv, da sie an Bauchkrämpfen und anderen körperlichen Beschwerden leiden.

    Viele empfinden sich in dieser Zeit als unsauber und wollen Dinge, die im Zusammenhang damit stehen, schnell entsorgen. Generell wird alles, was mit der weiblichen Periode zu tun hat, in der Gesellschaft oftmals noch als unhygienisch und als Tabuthema betrachtet. Sexuelle Vorlieben sind allerdings etwas, das man nicht beeinflussen kann. Insofern sollten sie kein Grund sein, sich schämen zu müssen

    Gegenseitiger Nutzen

    Betroffene beschreiben oft, dass ein Periodenfetisch für beide Seiten nützlich ist – Frauen können Geld verdienen, indem sie benutzte Menstruationsartikel, für die sie keinen Bedarf haben, an Menophile verkaufen. Diese können dadurch sexuelle Befriedigung erfahren. Dadurch kommen angeblich beide Parteien auf ihre Kosten.

    Ausleben in der Partnerschaft

    Des Weiteren ist es jedem selbst überlassen, während der Periode sexuell aktiv zu sein. Während manche Paare davon abgeschreckt werden, sehen andere es als ganz natürlich an und empfinden dieses Zeichen von Fruchtbarkeit als besonders sinnlich. Solange die Menophilie im Einverständnis mit dem Partner oder anderen Personen ausgelebt wird, ist dagegen nichts einzuwenden.

    Phantasien über das Internet ausleben

    Das Internet bietet heutzutage viele Möglichkeiten, um die Fantasien und Bedürfnisse von betroffenen Personen zu befriedigen. Dadurch ist es möglich, eine Menophilie auszuleben, ohne dass Probleme entstehen.

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    Tipps bei Menophilie

    Vorsicht bei fremdem Blut

    Für betroffene Personen, die sich aus dem Internet oder aus öffentlichen Mülleimern benutzte Menstruationsartikel besorgen, gibt es etwas Wichtiges zu beachten: Blut kann diverse Krankheitserreger übertragen, beispielsweise AIDS, Hepatitis und HIV, welche lebensbedrohlich werden können. Daher ist aus medizinischer Sicht von dem Kontakt mit fremdem Blut abzuraten.

    Sich selbst akzeptieren

    Sexuelle Vorlieben sind sehr individuell und decken alle denkbaren Gebiete ab. Auch wenn andere Menschen dies nicht unbedingt nachvollziehen können, ist es vor allem wichtig, mit sich selbst leben zu können. Solange man sich selbst und anderen durch die eigenen Bedürfnisse nicht schadet, spricht nichts dagegen.

    In Extremfällen Hilfe suchen

    Wer selbst sehr unter seinen Vorlieben leidet, sollte über eine Therapie nachdenken – oft ist es ohne Hilfe eines Experten nicht möglich, das eigene Verhalten zu ändern.

    Behandlung von Menophilie

    Wenn sich betroffene Personen sehr für ihre Bedürfnisse schämen und darunter leiden, ist es ratsam, sich Hilfe durch einen Sexualtherapeuten zu holen.

    Mithilfe einer Gesprächstherapie können Gründe für das eigene Verhalten erforscht werden und es ist möglich, sich selbst besser zu verstehen. Problematische Verhaltensweisen lassen sich als solche erkennen und abwandeln.

    Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann bei Menophilie, durch die Umprogrammierung betroffener Hirnareale eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster abändern und ersetzen. Dadurch ist eine langfristige Verhaltensänderung möglich. 

    Hilfe suchen

    Besonders bei Abweichungen der Sexualpräferenz schämen sich viele Betroffene zu sehr, um sich therapeutische Hilfe zu suchen.

    Viele weitere Gründe können dazu führen, dass der Arztbesuch verweigert wird. Manche Menschen trauen sich nicht, sich Fremden zu öffnen.

    Auch eine generelle Arztphobie kann bewirken, dass Betroffene zu viel Angst haben, um einen Arzt aufzusuchen. Allerdings verschlimmern sich Symptome und Beschwerden oft, wenn sie unbehandelt bleiben. Wir nennen hierfür Selbsthilfe Tipps gegen die Arztphobie

    Den Betroffenen stehen allerdings viele weitere Hilfsangebote zur Verfügung: 

    Hilfsangebote:

    Des Weiteren ist auf unserer Webseite aktuelle eine umfangreiche Liste für Therapeuten im Aufbau. Diese informiert zukünftig über Experten und Psychologen, die sich auf bestimmte Paraphilien und Phobien spezialisiert haben, und wird die Arztsuche bald vereinfachen. Bis zur Fertigstellung dieser Liste können auf jameda.de geeignete Ärzte im Umkreis gesucht werden.

    Der Gedanke an eine therapeutische Behandlung ist zunächst oftmals beunruhigend. Dies ist aber in extremen Fällen der einzige Weg, um besser mit sich selbst leben zu können und problematische Verhaltensweisen zu ändern, sodass ein Leben ohne Einschränkungen und Scham möglich ist.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. 12 Sex Fetishes That You Wouldn’t Believe People Are Into | whatculture.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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