Homosexuelle Zwangsgedanken

Die quälende Frage nach der eigenen Sexualität

Menschen, die an homosexuellen Zwangsgedanken leiden, zweifeln ständig an der eigenen Sexualität. Diese Gedanken sind von Homosexualität abzugrenzen, denn es handelt sich dabei nicht um tatsächliche Liebe oder Anziehung zum gleichen Geschlecht. Stattdessen wird die ständige Beschäftigung mit der eigenen Sexualität zu einem Zwang und ist mit Angst, Unsicherheit und Sorge verbunden.

Homosexuelle Zwangsgedanken sind in den Bereich der Zwangsstörungen einzuordnen und lassen sich mit therapeutischer Unterstützung behandeln. Wir geben Tipps für einen gesunden Umgang diesen Zwangsgedanken.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Personen, die an homosexuellen Zwangsgedanken leiden, sind in aller Regel nicht homosexuell. Es handelt sich vielmehr um eine psychische Zwangserkrankung, die Betroffene permanent an ihrer eigenen Sexualität zweifeln lässt. Während der Gedanke an erotische Begegnungen mit dem eigenen Geschlecht für Homosexuelle lustvoll ist, bereitet er Betroffenen Angst und Unsicherheit. Homosexuelle Zwangsgedanken haben weniger mit Sexualität und mehr mit der Psyche der Betroffenen zu tun. 

    Häufig versuchen Betroffene die unerwünschten Gedanken zu unterdrücken und von sich zu schieben. Häufig hat dies den gegenteiligen Effekt und die negativen Gedanken werden mit der Zeit stärker. Haben sich Zwangsgedanken erst festgesetzt, ist es meist sehr schwierig, diese wieder loszuwerden. Je mehr der Betroffene sich mit dem Thema auseinandersetzt, desto mehr Raum nimmt es in seinen Gedanken ein. Es ist daher ratsam, frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen, oder diese Gedanken auszuleben. Mit der Unterstützung eines Therapeuten lernen Betroffene ihre Gedanken zu verstehen und einzuordnen. So können sie schlussendlich lernen, ihre belastenden Gedankenmuster zu durchbrechen.

    Betroffene zweifeln ständig an der eigenen Sexualität. Diese Gedanken nehmen einen Großteil ihrer Gedanken ein und bereiten ihnen Sorge, Angst und Unsicherheit. Häufig haben sie Angst, von anderen als homosexuell wahrgenommen zu werden und verhalten sich daher besonders „maskulin“ oder „feminin“. Betroffene leisten den eigenen Gedanken inneren Widerstand, aber bekommen sie allein nicht in den Griff. Auch ständige Selbstversicherung und Tests, die belegen sollen, dass man tatsächlich heterosexuell ist, sind keine Seltenheit. 

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    Was sind homosexuelle Zwangsgedanken?

    Homosexuelle Zwangsgedanken oder HOCD (Homosexual Obsessive Compulsive Disorder) sind eine psychisch bedingte Störung, bei der Betroffene sich ständig mit der Frage konfrontieren, ob sie homosexuell sind. Diese Gedanken empfinden sie als quälend und unangenehm.

    Homosexuelle Zwangsgedanken sind nicht mit Homosexualität gleichzusetzen, sondern in den Bereich der Zwangsstörungen einzuordnen. Sie haben nichts mit der Sexualität des Betroffenen zu tun.1The Center für Treatment of Anxiety and Mood Disorders: The differences between beeing homosexual and having HOCD |  centerforanxietydisorders.com

    Warum hat man homosexuelle Zwangsgedanken?

    Die meisten Menschen haben von Zeit zu Zeit unangenehme Gedanken, denen sie in der Regel nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Menschen, bei denen sich diese Gedanken zu Zwangsgedanken entwickeln, überschätzen die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Sie glauben, die Zwangsgedanken stoppen und kontrollieren zu müssen. Je mehr sie sich auf dieses Problem fixieren, desto mehr Raum nimmt es in ihrem Leben ein.

    Die Ursachen für homosexuelle Zwangsgedanken sind vielfältig und bei ihrer Entstehung spielen meist verschiedene Aspekte eine Rolle. Verschiedene Faktoren können Einfluss auf die Entstehung von Zwangsgedanken nehmen.

    Einflussfaktoren:

    Homosexuelle Zwangsgedanken treten häufig als Begleiterscheinung anderer psychischer Erkrankungen wie Depressionen auf. Auch negative Erlebnisse wie eine Trennung oder ein Jobverlust können Auslöser für Zwangsgedanken sein.

    So wird der Grund für das Ende einer Beziehung beispielsweise in eventueller Homosexualität gesucht. Diese Gedankenmuster lenken Betroffene davon ab, sich mit den eigentlichen Problemen auseinandersetzen zu müssen.

    Welche Ursachen der Zwangserkrankung tatsächlich zugrunde liegen, kann häufig nur in einer Therapie festgestellt werden.

    Anzeichen für homosexuelle Zwangsgedanken

    Wenn Betroffene permanent unter dem Gedanken leiden, sie könnten homosexuell sein, obwohl sie keine Anziehung oder Lust gegenüber dem gleichen Geschlecht empfinden, kann dies ein Anzeichen für homosexuelle Zwangsgedanken sein.

    Darüber hinaus können folgende Aspekte mögliche Anzeichen sein:

    Ständige Sorgen um die Sexualität

    Die eigenen Gedanken kreisen ständig um die eigene Sexualität und werden als belastend empfunden. Diese sind mal stärker mal schwächer ausgeprägt.

    Selbstversicherungen

    Betroffene versichern sich ständig selbst, dass sie heterosexuell sind. Sie prüfen beispielsweise, ob es sie erregt, erotische Szenen mit homosexuellen Inhalten zu schauen. Betroffene versuchen häufig mehr über sexuelle Identitätsstörungen zu lernen, um sich zu versichern, dass sie nicht homosexuell sind. Dazu zählen zum Beispiel die Google-Suche nach "Coming-out-Storys" oder die Suche nach Fragen wie: „Woher weiß ich, dass ich schwul bin?“ oder "Kann ich prüfen ,ob ich schwul bin?"

    Die Angst homosexuell zu wirken

    Betroffene haben Angst Signale zu senden, die sie vor anderen homosexuell wirken lassen. Sie versuchen sich betont „männlich“ oder „weiblich“ zu verhalten und korrigieren Verhaltensweisen, die sie ihrer Meinung nach falsch ausgeführt haben.

    Vermeidung von Triggern

    Häufig vermeiden Betroffene Situationen oder Begegnungen, die diese Ängste in ihnen auslösen. Dazu können die Begegnungen mit Homosexuellen oder homosexuellen Inhalten gehören, aus Angst, sich davon erregt zu fühlen. Zudem vermeiden Betroffene teilweise auch sexuelle Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, da sie fürchten zu bemerken, dass sie sich nicht genügend erregt fühlen und unter Versagensängsten leiden. 


    Negative Auswirkungen von homosexuellen Zwangsgedanken

    Werden Betroffene permanent von den Sorgen über die eigene Sexualität beherrscht, kann dies Auswirkungen auf die sexuelle Lust haben.

    Die Angst sich nicht genug zum anderen Geschlecht hingezogen zu fühlen und Versagensängste können zu Potenzstörungen und Unlust führen.

    Darüber hinaus sind Zwangsgedanken für Betroffene sehr quälend und können den Alltag einnehmen, wenn sie sich zum Beispiel regelmäßig Selbsttests unterziehen, um sich ihrer eigenen Sexualität zu versichern. 

    Häufig verbergen Betroffene ihre Zwangsgedanken aus Scham vor der eigenen Familie, dem Partner oder Freunden. Dieses Verhalten führt häufig dazu, dass sich die Zwangsgedanken eher verstärken.

    Offene Gespräche können helfen, den Leidensdruck zu verringern und Verständnis herzustellen. Zwangsgedanken haben ebenso wie Depressionen die Tendenz, ohne therapeutische Hilfe mit der Zeit schlimmer zu werden und sich zu festigen.2Jameda: Homosexuelle Zwangsgedanken (HOCD): Angst um die sexuelle Identität |  www.jameda.de

    Daher ist es sinnvoll, aktiv zu werden und sich jemandem anzuvertrauen.

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    Behandlung von zwanghaften homosexuellen Gedanken

    Wenn sich Zwangsgedanken erst einmal festgesetzt haben, werden Betroffene diese nur schwer wieder allein los. Wer unter Zwangsgedanken leidet, sollte vor professioneller Unterstützung daher nicht zurückschrecken.

    Dabei gilt: Je eher Hilfe in Anspruch genommen wird, desto eher stellen sich erste Erfolge ein. Homosexuelle Zwangsgedanken lassen sich wie andere Zwänge gut mit kognitiver Verhaltenstherapie behandeln. 

    In der Therapie lernen Betroffene die eigenen Zwangsgedanken und deren Ursachen besser zu verstehen und objektiv zu bewerten. Ein häufiger Fehler liegt in dem Versuch, die belastenden Gedanken zu unterdrücken. Die verbotenen Gedanken drängen sich dann umso stärker auf.

    Stattdessen lernen Betroffene zu verstehen, dass Zwangsgedanken nur durch die Bedeutung, die sie ihnen zuschreiben, problematisch werden. In der Therapie werden Techniken erlernt, die Zwangsgedanken zu erkennen, anzunehmen und mit ihnen umzugehen. 

    Offenheit ist wichtig

    Da Auswege und Problemlösungen während der Therapie in erster Linie durch Gespräche und Reflexion erarbeitet werden, ist ein gutes Vertrauensverhältnis zu dem behandelnden Therapeuten sehr wichtig. Es sorgt für eine angenehme, offene Atmosphäre, in der Patienten ohne Scham über ihre Zwangsgedanken sprechen können.

    Hilfe suchen und finden

    Homosexuelle Zwangsgedanken sind in den Bereich der Zwangsstörungen einzuordnen und werden von Psychologen und Psychotherapeuten behandelt. Besonders geeignet sind Sexualtherapeuten und Experten, die auf Zwangsstörungen spezialisiert sind.

    Auf der Webseite Jameda können Sie Therapeuten in ihrer Umgebung finden und vergleichen. Alternativ gibt es auf Istahelp auch Online Psychologen mit denen sie ein diskretes Gespräch über Smartphone oder den Computer führen können.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. The Center für Treatment of Anxiety and Mood Disorders: The differences between beeing homosexual and having HOCD |  centerforanxietydisorders.com
      2. Jameda: Homosexuelle Zwangsgedanken (HOCD): Angst um die sexuelle Identität |  www.jameda.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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