Flightshaming

Schamgefühle fürs Fliegen? Tipps und Hilfe gegen Flugscham

Flightshaming oder Flugscham – diese Begriffe stehen für das Schamgefühl, das bei Flugreisen aufkommt. Wer ein starkes Umweltbewusstsein hat, verspürt ein schlechtes Gewissen, wenn er durch seine Reisen den CO2-Ausstoß erhöht. Dabei geht es um den individuellen ökologischen Fußabdruck.

Doch wie berechtigt ist Flugscham tatsächlich – und wie sehr sollten sich die Menschen davon beeinflussen lassen? Wir klären auf, geben Tipps und beraten über Therapien wenn die Schamgefühle einen Flug verhindern sollten.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Im Oxford Dictionary wird Flight Shame als Unwillen gegen Flugreisen definiert. Auslöser für das ungute Gefühl sind die Gedanken an schädliche Treibhausgase und weitere Schadstoffe, die durch Flugzeuge verursacht werden.

    Inzwischen steht der Begriff eher für ein verstärktes Umweltbewusstsein. Durch Flightshaming steigen weniger Menschen ins Flugzeug, zumindest wenn es um private Reisen geht. Seit 2020 ist das Wort Flugscham im Duden zu finden.

    Eingedeutscht wird Flightshaming auch als Flugscham bezeichnet.

    Das Wort Flugscham existiert seit 2017. Es beschreibt das Schamgefühl von umweltbewussten Menschen, die entgegen ihrer ökologischen Überzeugungen Flugzeuge nutzen.

    Fridays for Future und andere Umweltaktionen sensibilisieren die Menschen. Auch die Medien verstärken das Verantwortungsbewusstsein für Natur- und Umweltschutz. Vor allem empfindliche Personen möchten keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und vermeiden deshalb Flugreisen.

    Manche Menschen geben ihrer Flugscham nach und verreisen nur noch mit umweltschonenden Verkehrsmitteln, beispielsweise mit der Bahn. Doch wer beruflich viel unterwegs ist, für den sind die Flugverbindungen unverzichtbar. Mit Entspannungsübungen und einem ökologischen Ausgleich lässt sich das schlechte Gewissen beruhigen.

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    Mit schlechtem Gewissen fliegen

    Warum plagt Menschen ein schlechtes Gewissen bei Flugreisen?

    Die Kritik der Medien an Flugreisen scheint sich zu häufen: Wer kurze oder weite Strecken fliegt, zieht den Unmut der Umweltaktivisten auf sich. Manchmal kommt eine Portion Neid dazu, denn seit der Corona-Pandemie können sich immer weniger Menschen teure Flugreisen leisten.

    Reisen scheint zum Luxus zu werden – und außerdem erhöht sich der CO2-Ausstoß. Das gilt besonders für Reisen mit dem Flugzeug. Der Begriff Flugscham trägt das moralische Gebot in sich, die Natur nicht unnötig stark zu belasten – vor allem, wen auf der positiven Seite nur das private Vergnügen steht.

    Flugstopp während Corona-Pandemie

    Die Beschränkungen durch Corona führten zunächst zu einer drastischen Verbesserung: Der Schadstoffausstoß durch Flugzeuge reduzierte sich deutlich. Doch danach stieg die Zahl wieder an, auch wenn die Flugpreise in die Höhe gingen.

    Einfluss der Politik:

    Die Politik und auch die Medien versuchen, die Entwicklung zu beeinflussen: Zumindest Kurzstreckenflüge sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Wer trotzdem noch mit dem Flugzeug verreisen möchte, muss schon lange mit Preiserhöhungen rechnen.

    Initiativen gegen unnötiges Fliegen

    Durch die Flugscham-Politik haben sich verschiedene Initiativen entwickelt, unter anderem Stay Grounded, mit dem deutschen Ableger Am Boden bleiben. Wie der Name andeutet, geht es hier um den Verzicht aufs Fliegen.

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    Folgen von Flugscham

    Die Art des Reisens verändert sich

    Billigflüge sind für viele Menschen eine angenehme Möglichkeit, in den Süden zu reisen. Darf dabei das Umweltbewusstsein ausgeschaltet werden?

    Wer das ganze Jahr über im Arbeitsstress ist, möchte eine oder zwei Wochen im Jahr komplett abschalten, ohne an seinen CO2-Fußabdruck zu denken. Da reicht es nicht aus, mit der Bahn quer durch Deutschland zu fahren. Für den Strandurlaub mit Sonnengarantie geht es ans Mittelmeer oder noch weiter in den Süden.

    Nachhaltiges Reisen ist etwas für diejenigen, die etwas mehr Geld zur Verfügung haben. Dabei kann es sich um geführte Rundreisen in exotischer Landschaft handeln oder um einen Urlaub in Eigenregie. Bestimmte Regionen sind jedoch nur mit dem Flugzeug zu erreichen.

    Auch in der heutigen Zeit gibt es noch Menschen, die sich als Forschungsreisende sehen. Wer in seinem Jahresurlaub ein weit entferntes Land erkunden möchte, welches ohne Flugzeug nicht zu erreichen ist, der kann auf den Flugverkehr nicht verzichten. Vor allem wenn man fernab von Touristenorte einen äußerst ruhigen Urlaub verbringen möchte. Bei einer solchen Reise wäre Flugscham unangebracht.

    Flugscham hat nicht nur Auswirkungen auf die private Reiseplanung. Es gibt auch immer mehr Organisationen, die ihre Reiserichtlinien ändern. Anstatt Kurzstreckenflüge zu buchen, sollen die Mitarbeiter mit dem Zug fahren.

    Außerdem hat der Corona-Lockdown gezeigt, dass sich Meetings auch virtuell durchführen lassen, sodass sich die Anzahl der Dienstreisen verringert.

    Immer häufiger wird die Bahnfahrt auch für sehr lange Reisen zur Alternative. Sportliche Menschen nehmen sogar die Strapazen einer Radwanderung oder Wanderreise auf sich, um ihr eigenes oder sogar fremde Länder zu entdecken.

    Auf jeden Fall reisen inzwischen immer mehr Deutsche mit Verkehrsmitteln, die weniger schädlich für das Klima sind. Das hat nicht unbedingt etwas mit Flugscham zu tun – manchmal aber schon.

    Reisen mit alternativen Verkehrsmitteln

    Was hat es für Vorteile aufs Flugzeug zu verzichten?

    Oft ist es nicht nur die Flugscham, die Leute vom Fliegen abhält. Manche leiden unter Flugangst, andere haben die Vorteile von anderen Verkehrsmitteln erkannt.

    Vorteile vom Bahnfahren:

    Bei Bahnfahrten entfällt die lange Wartezeit am Gepäckschalter und am Check-in-Point, zudem können sich die Bahnreisenden die Beine vertreten. Sie müssen sich nicht auf eine Autofahrt konzentrieren, sondern können die Zeit anders nutzen oder sich entspannen.

    Vorteile vom Autofahren:

    Autofahrer sind entgegen den Flugreisen unabhängig von festen Zeiten. Sie können einen Zwischenstopp einlegen und den eigenen Kofferraum gut ausnutzen. Dabei lässt sich heutzutage auch auf ein Elektroauto setzen, falls dies das Gewissen fürs Klima beruhigen sollte.

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    Flightshaming überwinden

    Wie lässt sich Flugscham überwinden?

    Wer sich für ein besonderes Ziel begeistert – Kuba, Australien oder ein anderes fernes Land – kommt um die Flugreise nicht herum. Wegen der eigenen Flugscham darauf verzichten, fällt schwer, weil der Reiz so groß ist.

    Mit den folgenden Tipps lassen sich die Schamgefühle überwinden:

    Wer im Alltag auf Kurzstreckenflüge und andere CO2-intensive Verkehrsmittel verzichtet, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Ein häufig genutztes Argument: Einmal im Jahr oder in noch größeren Abständen ist eine lange Flugreise nach Übersee vertretbar. Dafür wird auf Kurz-Reisen verzichtet.

    Gewissen kompensieren

    Schlechtes Gewissen aufgrund Flugreisen Klimaschutzprojekten kompensieren

    Wer gerne mit dem Flugzeug verreist, hat die Möglichkeit, seinen erhöhten CO2-Verbrauch durch bestimmte Aktionen zu kompensieren. Einige Anbieter errechnen die verursachten CO2-Emissionen.

    Mit einer Kompensationszahlung beruhigt sich das schlechte Gewissen. Positiver Effekt: Das Geld kommt internationalen Klimaschutzprojekten zugute. 

    Bewusst Reisen

    Fliegen mit Bedacht und Reisen als Lebensbereicherung

    Das Reisen kann dem Leben eine unschätzbare Bereicherung bringen, oft weit über das hinaus, was man durch den reinen Umweltabdruck einer Flugreise wahrnimmt. Ja, Flugreisen haben einen CO2-Fußabdruck. Aber wenn man die Gesamtheit des Lebens betrachtet, können die Vorteile des Reisens – die Erweiterung des Horizonts, das Erlernen neuer Kulturen, das Aufbauen von Verbindungen und das Sammeln von einmaligen Erlebnissen – dazu beitragen, dass man in vielerlei Hinsicht ein nachhaltigeres und mitfühlenderes Individuum wird.

    Der Schlüssel liegt im Gleichgewicht und in der Selbstreflexion. Wenn du reist, solltest du immer abwägen, ob dieser Trip wirklich notwendig ist, ob er dir persönlich guttut und ob er dein Leben in einer Art und Weise bereichert, die andere Aktivitäten nicht können. Wir raten dazu, sich daran zu erinnern, dass persönliches Wachstum und Fortschritt oft aus Erfahrungen außerhalb der eigenen Komfortzone resultieren. Wenn man ständig in der eigenen Blase bleibt, verpasst man möglicherweise Chancen zur Weiterentwicklung.

    Das bedeutet nicht, dass man unbedacht um die Welt jetten sollte. Aber es bedeutet, dass man sich nicht völlig von der Welt abschotten sollte, aus Angst, einen negativen Einfluss zu haben. Die Schlüsselbegriffe hier sind „Verantwortung“ und „Bewusstsein„. Es gibt viele Wege, um verantwortungsvoll zu reisen, sei es durch die Wahl von Direktflügen (die tendenziell weniger CO2 emittieren), die Kompensation des eigenen CO2-Fußabdrucks oder das Unterstützen von umweltfreundlichen Unternehmen am Reiseziel.

    Letztlich bringt uns das bloße Vermeiden von Handlungen aus Schuldgefühlen oft nicht weiter. Stattdessen sollten wir danach streben, bewusste Entscheidungen zu treffen, die sowohl unserem persönlichen Wachstum als auch dem Wohl des Planeten dienen. Das Überwinden von übertriebenen Flugscham kann also bedeuten, den wahren Wert und Zweck des Reisens zu erkennen und entsprechend zu handeln.

    Tipps gegen Flightshaming

    Trotz Flightshaming ins Flugzeug steigen?

    Wer außergewöhnliche Länder sehen möchte und die lange Strecke mit dem Flugzeug bewältigt, belastet damit die Umwelt. Doch nur auf Reisen lässt sich die Welt erkunden. Filme und Reiseberichte wecken das Interesse – doch sie kommen nicht an die Realität heran. Beim genauen Nachdenken über die eigenen Traumziele zeigt sich, dass es viele gute Gründe gibt, in die Ferne zu reisen.

    Der Mensch liebt es, neue Länder zu entdecken und Eindrücke zu sammeln. Dadurch lernt er die Welt und sich selbst besser kennen. Die fremde Umgebung bringt die Reisenden dazu, auch ihre inneren Grenzen zu überwinden.

    Wer Großes vorhat, für den ist Flugscham kein Hinderungsgrund. Mit einem gewissen Verantwortungsbewusstsein dürfen die Menschen weiterhin ihrem Fernweh folgen, sei es mit dem Flugzeug oder anderen Verkehrsmitteln.

    Hilfe von Therapeuten:

    Sollten die Schamgefühle so stark werden, dass diese den Alltag stark beeinflussen und mehr Leid als Freude davon getragen wird, kann ein Gespräch mit Therapeuten helfen. 

    Selbsthilfe bei Angststörungen

    Selbsthilfe Anleitung gegen Ängste und Phobien

    Wenn sich die Angst vorm Fliegen immer stärker zeigt und auch andere Ängste wie die Angst vor dem Klimawandel mit einspielen, kann sich Selbsthilfe lohnen. In unserer Selbsthilfe Anleitung gegen Phobien und Ängste geben wir hilfreiche Tipps für Sofort und Selbsthilfe bei den unterschiedlichsten Phobien. Wer die Auslöser erkennt, kann sich vielleicht auch bei dieser unbegründeten Angst helfen. 

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      Quellen:

      1. What is meant by flight shame? – My Climate
      2. Flight Shaming: Is Flying Bad for the Environment? – nomadicmatt.com

      Autoren, Überprüfung und Gestaltung:

      Autorin: Julia Dernbach

      Medizinische Überprüfung: Thomas Hofmann

      Einarbeitung und Gestaltung: Matthias Wiesmeier

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