Dr. Google

Symptomesuche über Google kann krank machen

Kopfschmerzen, ein Ziepen im Bauch oder auch ständige Verspannungen – immer wieder gibt der Körper Signale, die man richtig interpretieren möchte. Oft ist die erste Anlaufstelle bei Unsicherheiten Google. Die Suchmaschine ist für zahlreiche Internetuser zu einer großen Hilfe geworden. Gerade dann, wenn es um medizinische Fragen geht, kann Dr. Google aber auch krank machen.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Von Dr. Google wird gesprochen, wenn Nutzer die Suchmaschine verwenden, um Antworten auf medizinische Fragen zu erhalten. Auch die Eingabe von Symptomen wird häufig durchgeführt, um zu recherchieren, welche Krankheiten sich dahinter verbergen könnten.  

    Cyberchondrie ist eine Bezeichnung dafür, dass die Suche nach Symptomen bei Google krank machen kann. Einige Nutzer geben jedes Anzeichen einer möglichen Erkrankung in die Suchmaschine ein und erhalten hier Ergebnisse darüber, dass es sich um eine schwere Erkrankung handeln kann. Das Ergebnis ist die Verstärkung von Ängsten bis hin zur Sorge, wirklich an einer schweren Krankheit zu leiden. Bei der Cyberchondrie handelt es sich um eine Angsterkrankung.

    Grundsätzlich ist es nicht falsch, sich mit dem eigenen Körper zu beschäftigen und auch bei Suchmaschinen die Symptome einzugeben. Hier gibt es einige sehr gute Anlaufstellen, die dabei helfen, mehr über eine mögliche Erkrankung zu erfahren und auch in den Austausch mit Betroffenen zu gehen. Die Suche bei Google sollte jedoch nie den Besuch bei einem Arzt ersetzen.

    Warum ist Dr. Google ein schwieriger Ansprechpartner?

    Es ist ein typischer Vorgang: Seit zwei Tagen halten die Kopfschmerzen nun an und es macht sich langsam Sorge breit. Was könnte das sein? Die erste Anlaufstelle für die Antwort auf diese Frage ist Google.

    Oft finden Betroffene hier zahlreiche mögliche Lösungen, die meist auf schwerwiegende Erkrankungen hindeuten. Ein Aneurysma, ein Hirntumor oder vielleicht ein Hörsturz? Die anderen Symptome passen auch? Die Diagnose steht, dank Dr. Google, direkt fest.

    Doch wo genau liegen hier die Probleme?

    Vertrauen

    Rund 14 % der Menschen nutzen Google regelmäßig, wenn sie sich auf die Suche nach einer möglichen Erklärung für Krankheitssymptome machen1. Oft werden in die Suche vor allem eher harmlose Kombinationen eingegeben. Häufig wird beispielsweise geschaut, warum sich nach dem Essen Bauchschmerzen einstellen oder wieso es zu Kopfschmerzen nach dem Aufstehen kommt. Wer sich bei Google auf die Suche macht, der erhofft sich eine Lösung ohne den Hausarzt zu finden. Genau hier liegt jedoch das Problem.

    Der Wunsch, eine schnelle Lösung für die Symptome zu finden und den Besuch beim Arzt umgehen zu können, ist groß. Mindestens ebenso groß ist das Vertrauen in Google. Was hier steht, das muss doch stimmen? Der Besuch bei einem Arzt wird dann weiter herausgeschoben.

    Panik

    Wer sich einfach nur auf die Suche nach einem schnellen Mittel gegen Reizhusten macht, der gehört zu den Menschen, die von Google profitieren können. Der größte Teil der Nutzer gerät jedoch in Panik. Geben Sie einmal die Symptome ein, klicken Sie sich vermutlich auch durch die einzelnen Webseiten. Schnell wird aus Kopfschmerzen aufgrund eines Flüssigkeitsmangels durch nicht ausreichendes Trinken ein Gehirntumor. Erfahrungsberichte von Betroffenen verstärken die Panik noch und es kann zu einer Cyberchondrie kommen. Diese Form der Angsterkrankung beschreibt die Sorge, an einer schweren Erkrankung zu leiden, die durch Angaben bei Google hervorgerufen wird.

    Wichtig: Teilweise wird dann der Besuch beim Arzt noch weiter hinausgeschoben, aus Angst vor einer schwerwiegenden Diagnose.

    Fehlende Diagnose

    Auch dann, wenn die eingegebenen Symptome bei Google klar auf eine bestimmte Erkrankung hinzudeuten scheinen, kann die Suchmaschine keine Diagnose stellen. Genau dies nehmen aber viele Nutzer an. Sie gehen davon aus, dass sie durch Google eine Diagnose erhalten und entscheiden sich dafür, den Arzt gar nicht mehr aufzusuchen. Es kommt zu keiner fundierten Diagnose. Das ist in dem Sinne kein Problem, wenn tatsächlich keine oder nur eine unproblematische Erkrankung vorliegen. Ob dies der Fall ist, kann jedoch nur der Arzt beurteilen.

    Welche Folgen kann das Hinauszögern eines Arztbesuches haben?

    Kleine körperliche Beschwerden sind normal und durch verschiedene Auslöser hervorgerufen. Schwierig wird es jedoch, wenn Symptome länger anhalten oder sich verstärken. Es ist verständlich, dass Sie dann gerne wissen möchten, was der Grund dafür ist. Viele Menschen zögern auch, direkt zum Arzt zu gehen, weil sie keine Umstände machen möchten.

    Nicht jedes Symptom ist ein Zeichen für eine schwerwiegende Krankheit. Aber natürlich lässt sich das erst ausschließen, wenn Sie den Arzt aufgesucht haben. 

    Haben Sie wiederkehrende oder langanhaltende Beschwerden und zögern den Arztbesuch hinaus, hat das verschiedene Folgen:

    Tipps für die Nutzung von Dr.Google

    Es soll nicht unbedingt das Ziel sein, dass Sie Google gar nicht mehr verwenden, um mögliche Erkrankungen zu erkennen. Wichtig ist es jedoch, mit den Informationen richtig umzugehen und so eine Panik zu vermeide.

    Informationen richtig wahrnehmen

    Entscheiden Sie sich, Ihre Symptome bei Google einzugeben, sollten Sie die Informationen rational betrachten und nicht zu sehr an sich heranlassen. Es gibt sehr strenge Vorgaben für Webseiten im Netz, die sich mit medizinischen Themen beschäftigen. Die Anbieter sind verpflichtet, gewisse Informationen zu benennen. Kopfschmerzen können zwar auf eine schwere Erkrankung hinweisen, sie müssen es aber nicht. Dennoch werden durch die Betreiber alle Optionen genannt. Dabei sollten Sie immer beachten, dass die Wahrscheinlichkeit für einen harmlosen Auslöser oft höher liegt.

    Berichte als subjektiv wahrnehmen

    Bei Ihnen steht eine Behandlung oder ein Eingriff bevor und Sie machen sich auf die Suche nach möglichen Erfahrungen? Dabei ist Google natürlich eine wichtige Anlaufstelle. Hier werden Erfahrungsberichte, der Austausch über Foren sowie Antworten von Ärzten aufgegriffen. Sehen Sie dies als subjektive Erfahrungen. Nehmen Sie die Informationen auf, seien Sie sich aber auch immer bewusst, dass es bei Ihnen anderes sein kann. Nicht jeder empfindet jede Behandlung gleich.

    Ergebnisse beim Arzt ansprechen

    Sie haben bei Google einige Informationen herausgefunden, die Ihnen Sorge bereiten? Vielleicht verstärken sich Ihre Symptome, seit Sie mehr über mögliche Erkrankungen gelesen haben? Machen Sie sich bewusst, dass der vertrauliche Ansprechpartner in dieser Thematik Ihr Arzt ist. Suchen Sie nach einem Arzt, zu dem Sie ein Vertrauensverhältnis haben und an den Sie sich auch mit Ihren Sorgen in Bezug auf die Google-Suche wenden können.

    Unterstützung bei einer Arztphobie

    Eine Arztphobie beschreibt die Angst davor, einen Arzt aufzusuchen. Sie hat verschiedene Ursachen. Durch die Suche nach Symptomen bei Google kann sie jedoch noch verstärkt werden. Uns ist bewusst, dass Ängste oft nicht rational sind.

    Unsere Webseite ist daher darauf ausgelegt, dass Sie fundierte Informationen zu möglichen Erkrankungen und Phobien erhalten und gleichzeitig Unterstützung finden bei der Suche nach einem passenden Arzt.

    Furcht ist eine natürliche Eigenschaft des Menschen. Wir sind unsicher, wenn es um Erkrankungen geht und um die Frage, was auf uns zukommen kann. Machen Sie sich bewusst, dass dies normal ist. Umso wichtiger ist es, dass Sie einen passenden Arzt finden.

    Die folgenden Punkte können Ihnen helfen, eine Arztphobie anzugehen:

    Ursachenforschung

    Viele Phobien haben einen Auslöser. Nehmen Sie sich die Zeit und gehen Sie hier auf die Suche nach diesen. Haben Sie schon schlechte Erfahrungen mit einem Arzt gemacht? Vielleicht sogar mit einem Arzt, zu dessen Behandlung Sie noch gehen? Gab es Fehlbehandlungen? Bei einer sehr ausgeprägten Arztphobie ist es möglicherweise hilfreich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

    Unterstützung durch Vertrauenspersonen:

    Sie müssen eine Phobie nicht allein angehen. Mit einer Vertrauensperson ist es oft leichter, einen ersten Besuch beim Arzt durchzuführen. Wenden Sie sich an einen Menschen, dem Sie vertrauen. Dieser kann Sie begleiten und Ihnen Halt und Unterstützung geben.

    Notizen

    
Machen Sie sich Notizen. Schreiben Sie auf, was Sie bei den Informationen von Google verunsichert hat. Schlafen Sie eine Nacht darüber. Oft können Sie am nächsten Tag die Informationen rationaler sehen. Gerade im Rahmen der Selbsthilfe gibt es einige Punkte, die aufgegriffen werden können.

    Mehr zur Selbsthilfe bei "Angst vor dem Arzt" lesen:

    Wann kann Dr. Google helfen?

    Natürlich haben auch Ärzte ihre Spezialbereiche und es kann sein, dass einige mögliche Erkrankungen ihnen gar nicht in den Sinn kommen. In dem Fall kann Google durchaus eine Hilfe sein.

    Machen Sie sich hier auf die Suche nach Betroffenen mit ähnlichen Symptomen und gehen in den Austausch, kann manch eine Erkrankung aufgedeckt werden.

    Dabei ist jedoch wichtig:

    Sehen Sie Google immer nur als Ergänzung zum Besuch bei einem Arzt. Dieser hat das Wissen und die Mittel, eine Diagnose zu stellen. Viele Ärzte sind heute jedoch auch den Anregungen ihrer Patienten gegenüber offen und bereit, auch in Richtungen zu prüfen, die sie vorher gar nicht in Betracht gezogen haben.

    Den passenden Arzt als vertrauten Ansprechpartner finden

    Ein Arzt sollte immer eine Vertrauensperson sein. Sie sollten das Gefühl haben, ernst genommen zu werden und offen sprechen zu können. Bereiten Sie sich daher gut auf ein erstes Gespräch vor. 

    
Hilfreich dabei sind:

    Achten Sie bei Ihrem Termin beim Arzt auf verschiedene Punkte. Haben Sie kurze Wartezeiten? Ist das Wartezimmer freundlich eingerichtet und sind die Sprechstundenhilfen freundlich? Fühlen Sie sich bei dem Arzt sicher? Beantwortet er Ihre Fragen und Nachfragen?

    Haben Sie das Gefühl, dass der Arzt nicht zu Ihnen passt, suchen Sie weiter. Hier kann die Arztsuche bei jameda.de hilfreich sein.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. So viele Patienten nutzen Dr. Google | de.statista.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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