Thermophobie

Angst vor Wärme

Als Thermophobie wird die Angst vor Wärme bezeichnet, wobei die Betroffenen dann Situationen oder Orte meiden, an denen es zu warm sein könnte. Dazu gehören beispielsweise Saunen oder Orte, an denen ein heißes Klima herrscht.

Wir klären auf was es mit der Angst vor Wärme und Hitze auf sich hat, wo die Ursachen liegen und welche Tipps dabei helfen können die Ängste zu reduzieren. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Als Thermophobie bezeichnet man die Angst vor Wärme, wobei sich die Angst nicht nur auf hohe Temperaturen, sondern auch auf warme Objekte aller Art bzw. auf heißes Essen bezieht.

    Menschen, die an einer Thermophobie leiden, versuchen Hitze mit allen Mitteln zu vermeiden und bleiben beispielsweise im Sommer den ganzen Tag über im Kühlen. Oftmals reicht auch der Gedanke an eine Situation, um Angstgefühle, Panik, Zittern, Schwitzen oder Herzrasen hervorzurufen.

    Zur Behandlung einer Thermophobie gibt es verschiedenste Therapiemöglichkeiten wie die sogenannte Expositionstherapie oder die Kognitive Verhaltenstherapie. Aber auch Yoga oder Meditation können unterstützend praktiziert werden.

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    Merkmale einer Thermophobie

    Denken Sie an ein warmes Feuer in einer kalten Nacht. Die meisten von uns verbinden damit Sicherheit, Glück und Wärme.

    Es gibt jedoch Menschen, bei denen Wärme oder Hitze Angstgefühle hervorruft, wobei sich diese Angst nicht nur auf heißes Wetter bezieht, sondern auch auf heißes Wasser, heißes Essen oder andere Wärmequellen.

    Diese übersteigerte Angst vor Wärme aller Art wird auch als Thermophobie bezeichnet. Besonders schlimm ist dies für Betroffene bei anhaltenden Hitzewellen oder zu starker Sonneneinstrahlung. Schlechte Erfahrungen wie z.B. ein Sonnenstich können die Ängste verschlimmern. Oft werden dadurch warme Orte und Mittagshitze vermieden. 

    Rückzug ins Kühle

    Um zu hohe Temperaturen zu vermeiden, halten sich die Betroffenen hauptsächlich an kühlen Orten auf, bleiben an warmen Tagen im Haus und vermeiden heißes Essen und heißes Wasser. Manchmal reicht auch schon der Gedanke an eine Situation, in der es zu warm sein könnte, um Angstgefühle oder sogar Panikattacken auszulösen.

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    Ursachen und Auslöser

    Die irrationale Angst vor Wärme kann das Resultat eines Kindheitstraumas oder eines negativen Erlebnisses in Verbindung mit zu hohen Temperaturen sein.

    So könnte beispielsweise ein Kind aufgrund von Hitze dehydriert sein, sodass es mit Wärme in weiterer Folge immer etwas Negatives assoziiert.

    Auch ein Sonnenstich oder ein zu starker Sonnenbrand kann zu schlechten Erfahrungen und somit schlechten Erinnerungen führen. Die Hitzeangst wird dadurch bestärkt und sie hat einen berechtigten Grund vorsichtig vor zu starker Sonneneinstrahlung zu sein. 

    Bei anderen entwickelt sich die Angst zum Beispiel dadurch, dass sie etwas Heißes angefasst und starke Verbrennungen erlitten haben.

    Genetische Komponente

    Eine weitere Ursache für das Entstehen einer Thermophobie können genetische Faktoren sein. Wenn Vater oder Mutter beispielsweise an einer psychischen Erkrankung, wie einer Angststörung, leiden, so ist die Chance größer, dass auch Kinder aufgrund einer genetischen Prädisposition eine ähnliche Erkrankung entwickeln.

    Hitzewallungen in den Wechseljahren

    Verstärkt wird eine Angst vor Hitze oft in den Wechseljahren der Frau. In diesen Phase sind Hitzwallungen keine Seltenheit. Wenn diese Symptome in Kombination mit einer allgemeinen Angst vor Wärme und Hitze auftreten, ist die Angst leicht zu erklären.

    Erziehung

    Menschen, die in einer Familie aufwachsen, in der ein Elternteil ebenfalls ein Phobiker ist, können diese Verhaltensweisen übernehmen, da ihnen Hitze und Wärme als eine Gefahr vermittelt wird.

    Andere Ängste & Phobien

    Wer bereits an anderen Phobien wie beispielsweise der Angst zu schwitzen oder einer Angst vor Feuer leidet, kann unter Umständen noch zusätzlich eine Thermophobie entwickeln.

    Symptome und Anzeichen

    So wie bei allen Phobien ist auch bei der Thermophobie die Angst das Hauptsymptom. Obwohl die Betroffenen wissen, dass ihre Angstgefühle irrational sind, begeben sie sich in einen Fluchtmodus oder in ein Vermeidungsverhalten, um nicht mit den angstmachenden Situationen konfrontiert zu werden. 

    Darüber hinaus können auch folgende Symptome auftreten:
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    Tipps gegen Angst vor Wärme

    Sport und Bewegung haben sich bei der Bewältigung einer Thermophobie als sehr hilfreich erwiesen, da man dadurch Stress abbauen kann.

    Ebenso hilfreich ist Yoga, da die Übungen eine Art Meditation in Bewegung darstellen und die Aufmerksamkeit auf das Ausführen der verschiedenen Übungen gerichtet wird.

    Keinen Druck entstehen lassen

    „Man soll das Beste aus dem Sommer und warmen Tagen machen“ ist wohl ein Satz, den jeder von uns schon einmal gehört hat.

    Das Wort „sollen“ kann aber gerade auf Menschen, die Angst vor Hitze und Wärme haben, einen sehr großen Druck ausüben. Wenn man glaubt, dass man einen Badetag oder eine Grillerei im Freien genießen und sich den ganzen Tag über draußen aufhalten „soll“, so kann sich der Druck auf die Betroffenen noch verstärken.

    Versuchen Sie daher, sich so wenig wie möglich mit anderen Menschen, die hohe Temperaturen lieben, zu vergleichen und entspannen Sie sich so gut wie möglich im Kühlen.

    Positive Selbstgespräche führen

    Es mag etwas absurd klingen, aber ein positives Selbstgespräch kann helfen, seine Angstgefühle unter Kontrolle zu bringen. Sagen Sie sich immer wieder, dass Sie es schon viele Male geschafft haben, Ihre Angst zu bewältigen, denn dadurch richtet sich Ihr Fokus weniger auf heiße Temperaturen oder Wärme anderer Art, sondern auf Ihre bereits positiven Ergebnisse.

    Kleine Tipps:

    Weitere Tipps zur Bewältigung von Thermophobie umfassen:
    Selfcare als wichtiger Aspekt

    Darüber hinaus ist es vor allem auch wichtig, Strategien zu entwickeln, um mit der Angst umgehen zu können. Es ist von großer Bedeutung, seine Situation zu verstehen, da eine Thermophobie sonst auch zu einem völligen sozialen Rückzug führen kann.

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    Behandlung einer Thermophobie

    Eine Thermophobie kann mithilfe verschiedenster Therapien – wie beispielsweise der Kognitiven Verhaltenstherapie oder der sogenannten Expositionstherapie – behandelt werden.
    Expositionstherapie

    Im Rahmen einer Expositionstherapie werden die Betroffenen über eine gewissen Zeitspanne der angstmachenden Situation ausgesetzt, wobei der Therapeut zu Beginn der Behandlung beispielsweise nur mit Bildern beginnt, die ein warmes Objekt zeigen. Im weiteren Verlauf lernt der Patient, seine Angstgefühle zu kontrollieren und muss dann auch angstmachende Situationen visualisieren.

    Der letzte Schritt in der Therapie stellt dann die direkte Konfrontation dar, das heißt, der Betroffene wird dann auch wirklich Wärme ausgesetzt und besucht zum Beispiel einen Strand an einem sonnigen Tag.

    Kognitive Verhaltenstherapie

    Die Thermophobie stellt eine irrationale Angst dar, daher ist das Ziel einer Kognitiven Verhaltenstherapie, diese irrationalen Gefühle durch rationale zu ersetzen. Mithilfe des Therapeuten werden Gefühle in angstmachenden Situationen analysiert, um die Gründe dafür herauszufinden. Manchmal müssen die Betroffenen dann auch ein Gedanken-Tagebuch führen und spezielle Situationen und Trigger dokumentieren.

    Dialektische Behaviorale Therapie (DBT)

    Eine weitere Möglichkeit der Behandlung stellt die Dialektische Behaviorale Therapie (DBT) dar, die meist in einer Gruppe stattfindet und bei der die Teilnehmenden dann lernen, wie sie angstmachende Situationen bewältigen können. Dazu gehört auch das Trainieren der Achtsamkeit, um sich auf den Moment zu fokussieren und um auf diese Weise jegliche negative Gedanken ausblenden zu können.

    Eine weitere Fähigkeit, die die Betroffenen lernen, ist, wie man sich auf gesunde Art und Weise beruhigen kann, wenn man einer stressigen Situation ausgesetzt ist. Dadurch ist es möglich, rationale Entscheidungen zu treffen und sich nicht von Angstgefühlen überwältigen zu lassen.

    Stressreduktion durch Achtsamkeit (MBSR)

    MBSR ist eine Form der Meditation, die man zur Reduktion von Stress und Angst einsetzt. Das Programm dauert insgesamt acht Wochen und sieht auch Gruppensitzungen vor. In diesen Sitzungen werden Hatha Yoga bzw. Achtsamkeitsmeditation praktiziert und in anschließenden Diskussionen über mentale Gesundheit gesprochen. Zudem müssen die Betroffenen auch täglich zu Hause üben und ein Tagebuch über ihre Gefühle führen.

    Medikamente

    Sind die Angstsymptome sehr stark ausgeprägt, so können auch Medikamente verschrieben werden, die die Symptome mildern. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Betroffenen auch an Panikattacken leiden.

    Hilfe finden

    Um Ärzte und Therapeuten für eine Behandlung zu finden, können sowohl die lokale Arzt und Psychologensuche von Jameda, als auch Online Angebote genutzt werden. 

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      Quellen:

      1. Thermophobia – Wikipedia
      2. Thermophobia (Fear of Heat) – Psych Times

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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