Angst vor Einbrechern

Skelerophobie – ständige und große Angst vor Einbrechern überwinden

Skelerophobie – also die Angst vor Einbrechern – ist in einem gewissen Maß normal und betrifft vermutlich jeden Menschen einmal im Leben. Nimmt die Angst jedoch überhand, zeigt sich lang anhaltend und führt in der Folge zu ständigen Unwohlsein oder sogar Panikattacken ist eine Linderung durch Tipps oder eine Behandlung ratsam.

Wir klären im Artikel auf woher die Angst vor Einbrechern kommt und welche Tipps helfen diese zu lindern.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Skelerophobie leitet sich aus dem lateinischen Wort „sceleratus“ für „Verbrechen“ und dem griechischen Wort „phobos“ für „Angst“ ab. Es handelt sich dabei um eine recht intensive Angst, Opfer von Einbrechern zu werden. Solange diese Angst vor Einbrechern nicht zu einer massiven Einschränkung des Lebens führt, ist sie durchaus normal und verbreitet. Hat sie jedoch Panikattacken und weitere Probleme im Alltag zur Folge, ist eine Behandlung ratsam.

    Wohnungen im Keller oder Erdgeschoss in ruhiger Lage sind besonders oft von Einbrüchen betroffen. Gekippte Fenster, nicht verschlossene Wohnungstüren sowie Einstiegshilfen (z. B. Leitern, Mülltonnen) erleichtern Einbrechern das Eindringen in Wohnung und Haus und ziehen diese oft besonders an.

    Wirklich gefährlich sind Einbrecher nur selten, ihr Ziel ist weder die Verletzung noch die Tötung von Menschen. Für Betroffene ist ein Einbruch natürlich dennoch, vor allem auf der emotionalen Ebene belastend. Die meisten Wertgegenstände können allerdings über Versicherungen abgedeckt sein. 

    Viele Menschen fürchten sich vor irrealen Gefahren. Das gilt auch für die Angst vor Einbrechern. Oft beeinflussen Krimis die Gedanken, obwohl die Geschehnisse nicht der Realität entsprechen. Doch auch traumatische Erfahrungen wie ein bereits erlebter Einbruch schüren die Angst.

    Auslöser der Einbrecher Angst

    Was führt zu einer großen Angst vor Einbrechern?

    Die Ursachen für eine Angst vor Einbrechern sind sehr unterschiedlich. Die Vorstellung, dass sich eine fremde Person Zutritt in die eigenen vier Wände verschafft, versetzt viele Menschen in ein Unwohlsein.

    Bei manchen Menschen ist die Angstallgegenwärtig und kann sogar zu Panik führen. Ausgelöst wird die Angst vor allem durch traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit, den Medien oder auch der Tageszeit.

    Traumata durch Einbrüchen in der Vergangenheit

    Für Einbruchsopfer ist das beängstigende Gefühl noch stärker. Mitunter leiden sie noch mehrere Jahre unter den Folgen des Erlebten und fühlen sich selbst in der Sicherheit der eigenen vier Wände hochgradig unwohl.

    Medien

    Nicht selten stehen außerdem Darstellungen der Medien mit der Angst im Zusammenhang. Informationen zu Einbruchszahlen werden regelmäßig veröffentlicht. Bei einigen Menschen hat dies Auswirkungen auf den eigenen Gemütszustand – auch wenn sie weder direkt noch indirekt mit einem Einbruch in Berührung kommen.

    Angst vor Einbrechern nachts am größten

    Unsicherheit und ein Gefühl der Verletzlichkeit sind besonders in der Nacht groß. Vor allem Menschen, die bereits einem Einbruch zum Opfer gefallen sind, entwickeln eine ausgeprägte Skelerophobie. Die Angst können sie nur schwer ablegen.

    Erzählungen und Erfahrungen von Bekannten

    Auch Traumata, die Angehörige erlebt haben, sind mögliche Auslöser für die Befürchtungen. Werden bei Familienangehörigen oder Freunden bestimmte Verhaltensweisen (z. B. Verriegelung von Fenstern und Türen, Sicherung von Wertgegenständen) regelmäßig beobachtet, können diese bei Betroffenen eine gewisse Angst vor Einbrechern begünstigen oder verstärken.

    Anzeichen der Einbrecherangst

    Wie macht sich eine starke Angst vor Einbrechern bemerkbar?

    Die Skelerophobie zeigt sich in unterschiedlichen Formen. Bei manchen Menschen ist der Alltag stark beeinträchtig, bei anderen treten die Symptome erst zu bestimmten Situationen oder Tageszeiten auf. 

    Unwohlsein: Oft zeigt sich die Angst durch ein strakes Unwohlsein bis hin zu ständigen Gedanken an einen potenziellen Einbruch. Betroffene fühlen sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr wohl.

    Umzug nach Einbruch? Oft wird nach einem erlittenen Einbruch auch ein Umzug in Erwägung gezogen um somit das Gefühl hinter sich zu lassen. Manchmal kann dies tatsächlich die Lösung sein, in manchen Fällen wird die Angst aber auch mit in die neue Wohnlage übernommen. Ein ständiger Wechsel der Wohnung lindert die Angst vor Einbrechern nicht. 

    Unterschiedliche Ängste: Während es sich bei einigen Menschen tatsächlich nur um die Angst vor Einbrechern handelt, haben andere Menschen allgemein Angst vor kriminellen Menschen.

    Ist die Angst vor Einbrechern krankhaft, sind folgende körperliche Symptome möglich:
    Außerdem gehen oft folgende psychische Beschwerden mit einer Skelerophobie einher:

    Tipps gegen Angst vor Einbrechern

    Wie kann man die Angst vor einem Einbruch überwinden?

    Handelt es sich um keine stark ausgeprägte Angst, ist unter Umständen keine medizinische Hilfe notwendig. 

    Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Angst vor Einbrechern bekämpfen:

    Sicherheitsvorkehrungen treffen

    Ein probates Mittel zur Abwehr von Einbrechern ist, die eigenen vier Wände mit entsprechenden Sicherheitsvorrichtungen auszustatten. Erste wichtige Maßnahmen sind einbruchsichere Haustürschlösser, Verbesserungen an Haustüren sowie Rahmen und der Einbau von einbruchsicheren Fenstern im Erdgeschoss sowie in leicht zugänglichen Obergeschossen. Ergänzend können auch Bewegungsmelder und Alarmanlagen montiert werden. Sofern möglich, schützt auch ein gut erzogener Hund das Zuhause – und leistet ganz nebenbei auch noch Gesellschaft. Ein Tier unterstützt Psychologen zufolge sogar die Linderung der Angst.

    Veränderungen des Lebensstils

    Bei einigen Menschen ist es hilfreich, den eigenen Lebensstil zu verändern und so die Angst abzubauen. Sport (z. B. Joggen, Aerobic) hilft gegen Stress und kann Ängste lindern. Auch ein Selbstverteidigungstraining ist sinnvoll und stärkt das Selbstvertrauen, Yoga oder Pilates sorgen für mehr Entspannung. Eine Veränderung der Ess- und Trinkgewohnheiten verbessert das Selbstbild und stärkt ebenfalls das Selbstbewusstsein.

    Selbsthilfegruppen zum Austausch

    Selbsthilfegruppen ermöglichen den Austausch mit Gleichgesinnten. Die Teilnehmer in diesen Gruppen leiden unter dem gleichen Problem und können vielleicht hilfreiche Ratschläge geben. Ein Austausch von Gedanken, Erfahrungen und Bewältigungsstrategien hilft dabei, sich nicht allein mit der Angst vor Einbrechern zu fühlen.

    Meditation

    Von einer Meditation können Menschen mit Skelerophobie auf unterschiedliche Weise profitieren. Vor allem die Achtsamkeitsmeditation hat sich als sinnvoll erwiesen. Sie verhilft Menschen, einen gleichmütigen Zustand anzunehmen. Mit Achtsamkeit können sich Betroffene von ihrer Angst ablenken. Dies ist möglich, indem die Konzentration auf etwas anderes (z. B. die Atmung) gelenkt wird. Vor allem während einer Panikattacke lässt sich so ein ruhigerer Zustand erreichen.

    Therapie einer Skelerophobie

    Kann man eine Skelerophobie therapieren?

    Ist die Skelerophobie so stark, dass sie das alltägliche Leben massiv beeinträchtigt und Tipps nicht helfen, sollten Betroffene sich an einen Therapeuten wenden.

    Zur Behandlung einer ausgeprägten Angst vor Einbrechern haben sich neben Medikamenten auch die kognitive Verhaltenstherapie und die Expositionstherapie als hilfreich erwiesen. Auch die Dialektisch Behaviorale Therapie bringt Vorteile bei der Behandlung einer Skelerophobie.

    Die kognitive Verhaltenstherapie soll die psychische Gesundheit verbessern und gehört zu den Standardtherapien bei Angst- und Zwangsstörungen. Im Rahmen der Therapie lernen Betroffene mit Angst vor Einbrechern die Gründe für ihre Gedanken und das daraus resultierende Verhalten kennen. Die kognitive Verhaltenstherapie konzentriert sich dabei auf die aktuelle Situation und verfolgt das Ziel, aus negativen Gedanken positive zu machen und damit unerwünschtes Verhalten abzulegen. Hat der Betroffene ein Verständnis für seine Angst erlangt, kann er Fähigkeiten zur Bewältigung dieser erlernen.

    Zur Behandlung von Angststörungen kommt häufig auch die Expositionstherapie zum Einsatz. Betroffene werden dabei direkt mit der Angst konfrontiert. Dies passiert immer in kleinen Schritten und zu Beginn auch im Beisein des Therapeuten. Betroffene lernen, ihre Angst auszuhalten, indem sie dieser zunächst nur in der Vorstellung und später in der Realität begegnen. Therapeuten müssen bei Anwendung der Expositionstherapie besonders sensibel sein, um die Angst nicht zu verstärken. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und Therapeut ist daher eine wichtige Grundvoraussetzung für den Therapieerfolg.

    In der Regel ist der Kern Expositionstherapie, der Angst entgegenzutreten. Bei der Angst vor Einbrechern ist es allerdings nicht möglich, dem Patienten einen Einbruch zuzumuten. Ob und in welcher Form die Expositionstherapie bei Skelerophobie also zum Einsatz kommt, liegt im Ermessen des Therapeuten. Eine sensible geführte Simulation eines Einbruchs und das durchleben des „Worst-Case-Szenario“ kann in individuellen Situationen allerdings sinnvoll sein. 

     

    Die Dialektisch Behaviorale Therapie wurde ursprünglich zur Behandlung von Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Aber auch für Betroffene von Angststörungen kann die Therapie sinnvoll sein, da hier verschiedene Bewältigungsstrategien erlernt werden.

    Basis der Dialektisch Behavioralen Therapie ist die kognitive Verhaltenstherapie. Ob diese Therapieform beim Einzelnen zur Behandlung der Angst vor Einbrechern geeignet ist, entscheidet der Therapeut.

    Ergänzend zu psychotherapeutischen Behandlungsansätzen kommen bei Angstzuständen auch immer wieder Medikamente zum Einsatz. Sie tragen in der Regel dazu bei, Panikattacken vorzubeugen. Mitunter werden auch Antidepressiva verordnet, um verschiedene Symptome der Skelerophobie zu lindern. Medikamente zur Beruhigung einer Angststörung werden nur in starken Fällen verschrieben. 

    Hilfe finden

    Therapie gegen die Skelerophobie beginnen

    Ist die Angst vor Einbrechern sehr stark ausgeprägt, kann dies zu einer Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens führen. Schlaflosigkeit, Bluthochdruck und Panikattacken sind nur einige unangenehme Folgen. Außerdem wird das soziale Leben oft negativ beeinflusst. Einige Betroffene ziehen sich komplett zurück

    Sehen Sie derartige Anzeichen aufgrund der Angst vor Einbrechern bei sich selbst oder bei Familienmitgliedern und Freunden, dann scheuen Sie sich nicht, einen geeigneten Therapeuten aufzusuchen.

    Online Psychologen:

    Fehlt Ihnen dafür die Zeit oder fürchten Sie, Sie werden mit Ihrer Angst nicht ernst genommen, können Sie auch nach der Möglichkeit einer Online-Sprechstunde suchen. Denn auch über das Internet können Sie mit erfahrenen Therapeuten über Ihre Ängste und Sorgen sprechen.

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Sociological Explanation of Fear of Crime in Public Spaces Case Study Mashhad – researchgate.net

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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