Angst vor langen Wörtern

Sesquipedalophobie - Wenn einem lange Wörter angst machen

Die Sesquipedalophobie– das ist der Fachbegriff für die Angst vor langen Wörtern – gehört zu den eher unbekannten Phobien. Ebenso wie andere Angststörungen kann sie panische Reaktionen verursachen. Doch die Betroffenen versuchen oft, lange Wörter zu vermeiden, darum bleibt diese Angst meistens im Verborgenen.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Lange Wörter, vor allem Fremdwörter, lösen bei ängstlichen Menschen eine gewisse Scheu aus. Die Betroffenen fürchten, dass sie das Wort falsch aussprechen oder betonen und deshalb ausgelacht werden. Auch eine falsche Verwendung oder Schreibweise ist möglich. Die Angst vor langen Wörtern bezieht sich also auf das Sprechen und Schreiben.

    Eine echte Phobie löst bestimmte Symptome aus. Wenn diese Anzeichen länger als sechs Monate anhalten, sprechen Experten von einer realen Angsterkrankung. Bei der Angst vor langen Wörtern kommt es zwar zu gewissen Einschränkungen, doch die Angstsymptome lassen sich nicht mit denen einer echten Angststörung vergleichen.

    Bei einem Belastungs-EKG werden dem Patienten verkabelte Elektroden an Brust, Arme und Beine geklebt. Zudem wird eine Blutdruckmanschette am Oberarm befestigt. Als Nächstes setzt sich der Patient auf ein festes Fahrrad (Fahrradergometer) und tritt in das Pedal. Mit der Zeit wird der Widerstand erhöht, wodurch die Belastung beim Treten stärker wird. Die Einstellungen werden individuell an den Patienten angepasst. Die erbrachte Leistung wird dann in Watt gemessen. Die Belastung wird so lange gesteigert, bis die maximale Herzfrequenz erreicht wird. Die unterschiedlichen Belastungsphasen sollen dabei alltägliche Belastungen wie das Treppensteigen oder das Joggen imitieren.

    Hippopotamomonstrosesquipedaliophobie

    Die Hippopotamomonstrosesquipedaliophobie ist ein Kunstwort, das die Bedeutung der Sesquipedalophobie auf humorvolle Weise auf die Spitze treibt. Der Begriff Sesquipedalian stammt aus dem englischen Sprachraum und bedeutet „eineinhalb Fuß lang“. Mit der zusätzlichen Verlängerung von „Hippopotamus“ und „Monstrose“ wird die Angst ironisiert – das kann als lustig empfunden werden, doch die Betroffenen fühlen sich dadurch lächerlich gemacht.

    Sesquipedalophobie-lange-woerter-angst-probleme

    Auslöser der Sesquipedalophobie

    Warum hat man Angst vor langen Wörtern?

    Die Angst vor langen Wörtern beginnt oft in der Schulzeit. Vor allem Kinder mit einer Lese- und Schreibschwäche fühlen sich von übermäßig langen Wörtern bedroht.

    Sie haben Angst, sich zu blamieren, wenn sie laut vorlesen. Auch Erwachsene finden es peinlich, wenn sie bei einem langen Wort die Silben verdrehen oder falsch betonen.

    Mit dem Gefühl der Peinlichkeit verstärkt sich die Angst. Das führt wiederum zu einem unsicheren Verhalten und zu Minderwertigkeitskomplexen. Im Gespräch fühlen sich die Betroffenen unfähig, weil sie nur möglichst kurze Wörter verwenden.

    Durch eine unzureichende Schulbildung und andere Probleme wie ADHS verschlimmert sich die Situation noch. Wer Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben hat, verwendet lieber kurze Begriffe und kurze Sätze. Das funktioniert im Alltag recht gut, doch für das Selbstbewusstsein ist die Vermeidungstaktik eher schädlich.

    Angst arrogant zu wirken:

    Manchmal gibt es auch einen anderen Grund für die Angst: Einige Menschen sind zwar mit Fremdwörtern und aus mehreren Teilen zusammengesetzten Begriffen vertraut, aber sich möchten sie im alltäglichen Gespräch nicht benutzen, weil sie Angst davor haben, arrogant zu wirken.

    Hier geht es weniger um die Angst vor langen Wörtern, als um den Wunsch nach einer entspannten Kommunikation.

    Eine zu korrekte Sprache wirkt auf viele Menschen unnatürlich: Das gilt für lange Wörter ebenso wie für eine geschliffene Rede.

    Anzeichen der Phobie

    Symptome für die Angst vor langen Wörtern

    Wer Angst vor langen Wörtern hat, kann seine ängstlichen Gefühle meistens gut verbergen. Doch bei einem Bewerbungsgespräch, im Studium, bei einer Diskussion am Arbeitsplatz oder in einer anderen Situation sind längere Wörter oft nicht zu vermeiden.

    Dann bricht den Betroffenen der Schweiß aus. Besonders problematisch ist Stottern, denn dadurch wird das Sprechen zur schwierigen Herausforderung.

    Weitere Symptome sind:

    Die Konfrontation mit langen Wörtern geschieht oft unerwartet. Wenn sich die Situation allmählich andeutet, beispielsweise durch die Bitte, einen Vortrag zu halten, fühlen sich die Betroffenen unter Druck gesetzt. Sie leiden unter Nervosität und Lampenfieber.

    Im Alltag schränkt die Angst die individuellen Möglichkeiten ein: Ängstliche Menschen gehen den Gefahren aus dem Weg und können deshalb ihr Potenzial nicht voll ausnutzen. Darum ist es wichtig, sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen und sie zu überwinden.

    Tipps und Hilfe

    Tipps gegen die Angst vor langen Wörtern

    Wer Angst vor langen Wörtern hat, sollte sich klarmachen, dass Ungeschicktheit nichts Dramatisches ist. Eine falsche Betonung oder ein Versprecher kann jedem passieren.

    Das lange Wort wirkt zwar wie eine Herausforderung, doch diese lässt sich bewältigen. Und ein Fehler ist noch lange kein Versagen, sondern nur ein Steinchen auf dem Weg nach vorne.

    Schwäche akzeptieren:

    Wichtig ist, dass die Betroffenen zu ihren Schwächen stehen. Erröten, stottern, diese Signale sind menschlich. Fehler beim Sprechen oder Schreiben wecken sogar Sympathie, denn niemand ist perfekt.

    Blamieren ist Menschlich:

    Peinliche Situationen gibt es überall, im Supermarkt, auf dem Sportplatz und im Büro. Einige entspannen sich von diesem realen Leben, indem sie lustige Sendungen wie Verstehen Sie Spaß ansehen. Doch die Szenen wecken oft Schadenfreude, die einen negativen Beigeschmack hat. Besser ist es, einfach Spaß zu haben. Wer über sich selbst lachen kann, hat schon gewonnen.

    Mit einem mentalen Training lässt sich die befürchtete Blamage visualisieren. Wie soll ich reagieren, wenn die Zuhörer lachen, weil ich das lange Wort nicht aussprechen kann? Eine Grimasse ziehen – einfach mitlachen – ehrlich zugeben, dass es wohl zu viel des Guten war? Wer sich die Situation ausmalt, trainiert im Voraus. Das erhöht die Chance auf eine gelassene oder schlagfertige Reaktion.

    Ehrliche Worte helfen dabei, die Schwäche einzugestehen und die Angst aufzulösen:

    Therapie durch Logopäden

    Die Angst selbst bewältigen oder mit professioneller Hilfe therapieren

    Wenn die Angst zu Einschränkungen führt, ist es Zeit, zu handeln. Mit Entspannungsübungen und mentalem Training lässt sich die Angst vor langen Wörtern überwinden. Auch spezielle Kurse für Rhetorik können helfen, gegen die Schwäche anzugehen.

    Selbstbewusstsein stärken

    Für mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit ist es wichtig, die eigene Persönlichkeit in den Fokus zu stellen. Das gilt für junge Menschen, die noch zur Schule gehen, ebenso wie für Erwachsene, die im Berufsleben stehen.

    Bei anhaltenden Kommunikations- und Sprachproblemen empfiehlt sich eine Psychotherapie, eventuell in Verbindung mit logopädischen Übungen. Mit Geduld und einer individuellen Therapie gelingt es, die eigenen Möglichkeiten besser auszunutzen und die Angst zu überwinden.

    Für eine Besserung von Sprachproblemen sind Logopäden die richtigen Anlaufstelle.

    Hilfe finden und annehmen:
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      Quellen:

      1. Fear of Long Words: Hippopotomonstrosesquipedaliophobia – verywellmind.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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