Pharmakophobie

Angst vor Medikamenten und Nebenwirkungen

Medikamente sind für viele Menschen aus verschiedenen Gründen ein täglicher Begleiter. Es gibt aber auch Personen, die vor der Einnahme von Medikamenten Angst haben. Sie fürchten die Nebenwirkungen oder haben bereits schlechte Erfahrungen gemacht und verzichten deshalb auf die Einnahme.

Wir klären auf woher die Medikamentenangst kommt, was Sie gegen diese Angst tun können und wieso ein Verzicht auf Medikamente zwar oft gesund ist, aber nicht in allen Fällen ratsam ist.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Angst vor Medikamenten kann aus schlechten Erfahrungen oder einem generellen Misstrauen entstehen. Angst ist häufig ein individuelles Gefühl, das durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst wird. Besonders neuartige Medikamente werden oft mit Skepsis betrachtet. 

    Ja, falls die Angst vor Medikamenten unbegründet ist und eine wichtige Behandlung verhindert, kann die Pharmakophobie gelindert werden. Dabei können beispielsweise Gespräche mit dem Arzt oder Psychologen helfen. Betroffene können sich auch über Zulassungsverfahren informieren und so selbst prüfen, dass ausschließlich sichere Medikamente auf den Markt gelangen. In starken Fällen kann eine Psychotherapie helfen.

    Medikamente sollten immer nur auf Empfehlung eines Arztes eingenommen werden. Häufig ist es auch ratsam mehrere unterschiedliche Ärzte zu fragen, um sich nicht von einer Meinung abhängig zu machen. Bevor ein Medikament in Deutschland auf den Markt kommt, wird es über Jahre geprüft und getestet. Die Einnahme ist in der Regel also sicher. Gefährlich wird es dann, wenn Menschen Medikamente auf eigene Faust einnehmen. Das kann je nach Medikament oder bei einer langen Einnahme gefährlich werden. 

    Auslöser der Medikamentenangst

    Wodurch entsteht die Angst vor Medikamenten?

    Die Pharmakophobie, also eine stark ausgeprägte Angst vor Medikamenten und Nebenwirkungen, kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden.

    Auslöser einer Medikamentenangst:

    Die genaue Ursache variiert von Mensch zu Mensch. Es ist aber gar nicht so ungewöhnlich, dass die Einnahme von Medikamenten abgelehnt oder vermieden wird.

    Wer durch starke Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat, verspürt schnell eine generelle Angst davor, dass sich dies wiederholt. 

    Nebenwirkungen & Erfahrungsberichte

    Medikamente haben bei Menschen eine unterschiedliche Wirkung. Während die einen ein Medikament kaum bemerken, reagieren andere stärker mit Nebenwirkungen. Das kann zu Unsicherheit und Ängsten führen. Häufig wird dies auch durch die Berichte von Freunden oder der Familie bestärkt. 

    Wissenschaftsleugnung & Misstrauen

    Es kann auch Angst vor Chemie oder ein generelles Misstrauen sein, die hinter der Pharmakophobie steckt. Wie lange gibt es das Medikament schon auf dem Markt? Niemand will gerne ein Versuchskaninchen sein. Bei manchen Menschen ist die Wissenschaftsleugnung und das Misstrauen in die Pharmaindustrie größer als bei anderen.

    Symptome einer Pharmakophobie

    Wodurch zeigt sich die Medikamentenangst?

    Wer Angst vor Medikamenten hat, wird in erster Linie die Einnahme verweigern. Häufig bezieht sich die Angst auf Medikamente im Allgemeinen, sodass auch homöopathische Mittel und bereits lang erforschte Medikamente nicht eingenommen werden. 

    Das Verweigern der Einnahme kann in machen Fällen dazu führen,  dass die Angst weiter zunimmt. Vermeidungsverhalten ist typisch bei Ängsten und bringt meistens keine Linderung mit sich, sondern verstärkt das Problem nur noch weiter.

    Häufig bezieht sich die Vermeidung dann auch auf alle Situationen, die mit der Einnahme von Medikamenten verbunden sind. Das können Operationen oder Untersuchungen sein. Bei manche Personen ist die Pharmakophobie nicht ganz so stark ausgeprägt, so dass in Ausnahmefällen (Operationen etc.) die Einnahme von Medikamenten geduldet wird. 

    Dass die Angst vor Medikamenten ein klinisches Problem ist, erkennen Sie daran, dass Sie auch wichtige Behandlungen gar nicht erst beginnen, da sie mit Medikamenten verbunden sein könnten. In einem solchen Fall, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um sich der Angst zu stellen. Wenn Medikamente mehr Schaden verhindern als verursachen können, ist es empfehlenswert die Angst vor Medikamenten zu überwinden.

    angst-vor-nebenwirkungen

    Angst vor Nebenwirkungen

    Einer der häufigsten, wenn nicht sogar meist der einzige Grund, warum Menschen Angst vor Medikamenten haben, ist die Angst vor Nebenwirkungen. Effekten die einen negativen Effekt haben und neben der hauptsächlichen Zielwirkung des Medikaments in Kraft treten können. 

    Der Beipackzettel eines Medikaments kann sein lang sein. Die Liste an Nebenwirkungen macht in der Packungsbeilage meist einen großen Teil aus. Doch nicht immer müssen all diese Nebenwirkungen in Kraft, dies sind lediglich verpflichtende Angaben welche anhand von zahlreichen Studien ausgewertet worden sind.

    Nebenwirkungen in Berichten meist verstärkt vertreten

    Auf unabhängigen Bewertungsplattformen wie „sanego“ können Patienten ihre Erfahrungsberichte über Medikamente verfassen. Dabei werden auch die Anzahl der Nebenwirkungen angegeben. Wer sich über die Erfahrungsberichte bezüglich der Nebenwirkungen eines Medikaments informieren möchte, kann also nach dem „Medikament + Sangeo“ in Google suchen und sich die Berichte durchlesen. 

    Diese Erfahrungsberichte über das Medikament geben meist ein ziemlich realistisches Bild von der Anzahl und Intensität der Nebenwirkungen ab.

    Zu beachten ist allerdings auch das größtenteils nur die Nutzer über eine Erfahrung berichten, welche auch negative Erfahrungen gemacht haben. Nur wenige Patienten geben sich die Mühe, ohne einem Vorteil daraus zu ziehen, über ein Medikament zu schreiben, welches wie erwünscht funktioniert hat und es zu keinen Nebenwirkungen oder Komplikationen gekommen ist. Viele der Berichte entstehen erst dann, wenn Patienten auch unzufrieden sind und dieses Erlebnis mit der Außenwelt teilen möchten. 

    Es ist also schwierig abzuschätzen ob Nebenwirkungen im individuellen Fall eintreten können oder nicht. Wer allerdings dazu neigt leicht Übelkeit zu entwickeln, sollte von einem Medikament absehen, welches bei 30% der Patienten zu Übelkeit führt. Möglicherweise lohnt es sich nach Alternativen mit dem identischen Wirkstoff zu suchen. Hierfür können Sie auch Ihren Arzt konsultieren. 

    Angst vor Impfung

    Während Nebenwirkungen bei Medikamenten meist von kurzer Dauer sind, haben Menschen die Angst vor Impfungen haben meist Angst vor langfristigen Schäden.

    Viele von einer Pharmakophobie betroffene Personen, haben sowohl vor Impfungen als auch vor Medikamenten Angst. Es gibt allerdings auch Fälle in denen nur bestimmte Darreichungsformen oder bestimmte Wirkstoffe abgelehnt werden.

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    Auswirkungen der Ablehnung von Medikamenten

    Welche Folgen hat die Angst und Ablehnung von Medikamenten?

    Natürlich ist es eine gute Einstellung, wenn Sie kerngesund sind und keine Medikamente einnehmen müssen. Es gibt aber leider auch Menschen, die auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen sind, da sie an chronischen Krankheiten leiden und die Medikamente die Symptome lindern können. 

    Zwar ist nur mit der Linderung von Symptomen keine Heilung möglich, dennoch gibt es Fälle in denen es ohne Medikamente nur schwierig sein würde, ein beschwerdefreies Leben führen zu können.

    Beispiele für chronischen Krankheiten:

    Im Falle von Bluthochdruck & Depressionen, lässt sich darüber streiten ob tatsächlich eine Medikamenteneinnahme zwingend notwendig ist. In besonders stark ausgeprägten Fällen dieser Erkrankungen, können Medikament allerdings tatsächlich die Lebensqualität verbessern

    Teufelskreis

    Bei ernsten Erkrankungen ist es gefährlich, wenn Patienten die Einnahme von Medikamenten verweigern. Krankheiten verschlimmern sich dadurch und führen zu noch größeren gesundheitlichen Schäden. Diese sind dann mitunter wieder mit der Einnahme von Medikamenten verbunden. Betroffene befinden sich damit häufig in einem Teufelskreis.

    Medikamente können auch heilen

    Nicht in allen Fällen sind Medikamente nur zur Symptomlinderung zu gebrauchen. Medikamente sind nämlich nicht nur bei chronischen Erkrankungen wichtig, sondern können auch bei der Heilung von Infekten helfen.

    Wer sich eine Geschlechtskrankheit, Bronchitis oder Lungenentzündung eingefangen hat, kann auf Rat seines Arztes entsprechende Medikamente einnehmen und die Krankheiten heilen.

    Wer eine Lungenentzündung verschleppt, riskiert beispielsweise eine Herzmuskelentzündung. Es ist also ernst zu nehmen, wenn der Arzt in solchen Fällen ein Medikamente verschreibt.

    Am besten sprechen Sie direkt an, dass Ihnen die Einnahme Angst macht. Der Arzt kann Sie dann über das Medikament und mögliche Nebenwirkungen genau aufklären. Meist ist auch eine niedrige Dosierung ausreichend und kann mögliche Risiken deutlich minimieren.

    Begründete Ängste?

    Ist die Angst vor Medikamenten begründet?

    Angst ist häufig irrational und entsteht aus subjektiven Empfindungen. Deshalb kann es helfen, wenn Betroffene versuchen, einen objektiven Blick auf die Situation zu werfen. Gesunde Skepsis ist dagegen durchaus verständlich und tritt nicht nur bei einer Pharmakophobie auf.

    Was spricht dafür?

    Bevor Medikamente in Deutschland auf den Markt kommen, werden Sie über mehrere Jahre getestet. Hierfür gibt es strenge Zulassungsverfahren und -phasen. Erst wenn ein Medikament möglichst sicher ist, wird es zugelassen.

    Hinzu kommt, dass viele Arzneimittel schon lange bekannt sind und bereits seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten verschrieben werden. Demnach sind Nebenwirkungen bekannt und für Sie auf dem Beipackzettel ersichtlich.

    Hinzu kommt, dass Medikamente von einem Arzt verschrieben werden, der Ihr individuelles Gesundheitsbild hoffentlich gut kennt. Er prüft, ob sich Ihre Medikamente untereinander vertragen und ob das Mittel für Ihr Alter und Ihren Zustand geeignet ist.

    Zusätzlich werden Patienten auch in Apotheken beraten und darauf aufmerksam gemacht, wie das Medikament einzunehmen ist und ob es etwas zu beachten gibt.

    Was spricht dagegen?

    Eine irrationale Angst ist zwar häufig der falsche Ansatz, eine gesunde Skepsis gegenüber der Pharmaindustire ist allerdings durchaus verständlich. Überall wo viel Geld fließt, wird auch an den Profit gedacht, meist mehr als uns recht sein mag. 

    Ärzte verdienen mehr daran, ein Medikament zu verordnen, als wenn nur eine Diagnose gestellt wird. Die dauerhafte Linderung der Symptome kann also einiges an Geld in die Kassen spielen. Wohingegen eine Heilung der Krankheit in vielen Fällen nur vom Patient selbst möglich ist.  

    Auch langfristige Nebenwirkungen sind in manchen Fällen durchaus berechtigte Befürchtungen. 

    Wer bereits in Jungen Jahren anfangen muss für den Rest seines Lebens ein oder mehrere Medikamente zu sich zu nehmen, stellt sich früher oder später mit Sicherheit diese, und mehr, Fragen. Eine Antwort zu finden, ist meist nicht einfach. 

    Risikoanalyse

    Jeder Mensch entscheidet selbst, wann welche Medikamente eingenommen werden. Hierfür steht die Selbstbestimmung und das Recht auf Unversehrtheit.

    Bei kleineren Beschwerden wie Kopfschmerzen oder einem Schnupfen ist es ganz normal das Sie selbst entscheiden, ob Sie die Einnahme von Medikamenten für notwendig halten.

    Bei diagnostizierten Krankheiten sollte sich jedoch an die Empfehlungen des Arztes gehalten werden. Falls Misstrauen herrscht können auch mehrere Ärzte für unterschiedliche Meinungen besucht werden.

    Risiken bedenken

    Grundlos auf die Einnahme von Medikamenten zu verzichten kann im schlimmsten Fall eine Gefahr für das Leben darstellen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt und lassen sich darüber aufklären, was passieren kann, wenn Sie ein Medikament nicht einnehmen. 

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    Tipps gegen die Angst vor Medikamenten

    Unbegründete Angst vor Medikamenten überwinden:

    Verspüren Sie eine starke, unbegründete Angst vor Medikamenten und beobachten bei sich selbst ein Vermeidungsverhalten, sollten Sie sich Hilfe suchen. Angst zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch Vermeidung nur noch größer wird und irgendwann nicht mehr alleine überwunden werden kann. 

    Gespräche mit dem Arzt führen

    Der erste Schritt sollte sein, dass Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Angst sprechen. Schildern Sie ihm, dass Sie vor der Einnahme von Medikamenten Angst haben. Gemeinsam können Sie dann besprechen, welche Möglichkeiten es gibt. Je nachdem, wieso Sie das Mittel einnehmen soll, können Sie nach Alternativen suchen. Zudem könnten Sie auch fragen, wie die Zulassung dieses Medikaments abgelaufen ist und wie die bisherigen Erfahrungen Ihres Arztes sind. Er hat das Mittel möglicherweise schon häufiger verschrieben und kann Ihnen davon berichten, wie andere Patienten es vertragen.

    Alternativen suchen

    Möglicherweise helfen bei Beschwerden anstatt Schmerzmitteln auch eine Physiotherapie, Schonung oder gezielte Übungen. Sport und Ernährung können bei vielen Krankheiten einiges bewirken. Haben Sie nur Probleme mit chemischen Medikamenten, könnten Sie auch nach pflanzlichen Mitteln fragen und diese einnehmen.

    Recherche

    Oft ist es hilfreich sich über das Medikament zu informieren und sich die Erfahrungsberichte durchzulesen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass häufig mehr schlechte Berichte als positive abgegeben werden. Dennoch kann es nützlich sein sich über Internetforen und Bewertungsportalen über das Medikament zu informieren. Dies kann auch dazu beitragen, das Sie auf mögliche Nebenwirkungen vorbereitet sind.

    Psychotherapie

    Leiden Sie unter starker Angst und können trotz gesundheitlicher Gefahr, keine Medikamente einnehmen, kann Ihnen eine Psychotherapie helfen.

    Hier können Sie im ersten Schritt herausfinden, worin die Ursachen für Ihre Angst begründet sind. Gemeinsam können Sie dann daran arbeiten, die Angst zu lindern.

    Es handelt sich dabei um einen Prozess: Die Angst wird wahrscheinlich nicht nach ein oder zwei Terminen weg sein. Haben Sie Geduld und setzen sich nicht unter Druck – eine Therapie erzielt langfristige Erfolge. Brauchen Sie dafür Zeit, dann ist das völlig in Ordnung. 

    Teilen Sie Ihrem Hausarzt mit, dass Sie an der Angst arbeiten. Sie vermeiden dadurch, dass Sie von Ärzten unter Druck gesetzt werden – das ist ebenfalls ein gravierender Punkt für Betroffene. Ärzte verschreiben Medikamente oft selbstverständlich, wodurch sich Angstpatienten unter Druck gesetzt fühlen. 

    Die Folge ist, dass sie sich häufig nicht trauen, über ihre Angst zu sprechen. Das Medikament wird zwar mitgenommen, aber zuhause nicht eingenommen. Leiden Sie unter Angst vor Medikamenten, sollten Sie dies Ihren Ärzten offen mitteilen, um nicht noch mehr unter psychischen Druck zu geraten.

    Passende Ärzte finden:

    Für die Beratung und Behandlung der Medikamentenangst können Sie über passende Ärzte und Therapeuten finden. Dies ist sowohl über die örtliche Arzt-Suche auf Jameda als auch anonym über Online Psychologen möglich.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Pharmakophobie – Medikamentenangst | psylex.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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