Pediophobie

Angst vor Puppen, Roboter & Schaufensterpuppen

Kinder und Erwachsene, die unter Pediophobie leiden, haben eine übersteigerte Angst vor Puppen. So harmlos und niedlich diese Spielzeuge auch wirken, einige Menschen haben negative Assoziationen, die sich zu einer Angststörung entwickeln können.

Wir klären über die Angst vor Puppen auf und geben Tipps zur Überwindung

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Pediophobie bezeichnet eine extreme Angst vor Puppen. Die Betroffenen fürchten sich nicht nur vor Puppenfiguren mit einem unnatürlichen Gesicht, sondern auch vor Robotern und Schaufensterfiguren.

    Häufig beginnt die Phobie schon in der Kindheit und setzt sich später fort. Bei einigen Menschen setzt die Angststörung erst später ein. Dann ist zumeist ein bestimmtes Erlebnis der Auslöser. Je nachdem, wie die Familie damit umgeht, verschlimmert sich die Pediophobie oder lässt später wieder nach.

    Personen mit Pediophobie empfinden ein starkes Unbehagen in der Nähe der Figuren. Sie zittern oder schwitzen, wenn plötzlich eine Puppe im Zimmer oder auch im Fernsehen auftaucht. Typische Angstsymptome sind Herzrasen und Atemnot.

    Angst vor Puppen

    Verschiedene Formen der Angst vor Puppen
    Die spezifische Angststörung gibt es in mehreren Variationen. Viele Psychiater und andere Fachärzte nehmen an, dass es eine grundsätzliche Angst vor menschenähnlichen Figuren ist. Im Allgemeinen bezieht sich die Angst auf klassische Puppen, doch auch Stofftiere können Panik auslösen. Kleine Kinder empfinden oft sprechende Puppen und Roboter als besonders angsteinflößend.
    Beängstigende Puppen in Filmen

    In der Filmwelt haben einige Horrorfiguren Kultstatus erlangt, beispielsweise Chucky die Mörderpuppe. Die scheinbar lustige Puppe verwandelt sich in ein bedrohliches Wesen, das zerstörerisch und mörderisch agiert. Für Angstpatienten sind solche Filme tatsächlich der reine Horror und sollten daher im Idealfall gemieden werden.

    Wenn Puppen und Clowns Angst auslösen

    Kinder und auch Erwachsene haben bei der Begegnung mit Puppen und Clowns normalerweise positive Gefühle. Doch die Angst vor diesen Figuren macht es unmöglich, sich zu entspannen. Hier zeigt sich die Ähnlichkeit der Pediophobie mit der Coulrophobie, also der Angst vor Clowns.

    Ursachen einer Pediophobie

    Warum hat man Angst vor Puppen?

    Die Angst vor Puppen hat eine lange Geschichte. Schon Sigmund Freud beschäftigte sich damit. Seiner Meinung nach hängt diese Angststörung mit der Furcht zusammen, dass die Figur zum Leben erwacht. Viele Psychoanalytiker und Psychiater gehen jedoch davon aus, dass die Menschen durch traumatische Erlebnisse eine Pediophobie entwickeln.

    Zumeist findet die ursächliche Erfahrung in der frühen Kindheit statt. Durch negative Assoziationen oder eine klassische Konditionierung können sich die Angstgefühle verschlimmern. Vor allem sensible Kinder fühlen sich schnell verängstigt und entwickeln womöglich eine psychische Störung.

    Mehrere Faktoren wirken auf die Betroffenen ein::

    Puppenspiele? Puppen dienen häufig als Ersatzfiguren. Sie sollen die Kinder zur Identifikation einladen. Ohne eine positive Einstellung zu den Figuren ist dies jedoch nicht möglich und sollte auch nicht erzwungen werden – weder im Puppentheater noch im Kinderzimmer.

    Pediophobie im Alltag

    Pediophobie – eine Angst, die sich gut verbergen lässt

    Laut Meinung der Experten tritt die Angst vor Puppen recht häufig auf. Dies fällt jedoch nicht auf, denn die Pediophobie lässt sich gut verheimlichen. Wer sich vor den Puppen fürchtet, meidet einfach den Kontakt. Für Erwachsene ohne Kinder ist das kein Problem, doch Eltern von kleinen Kindern und auch die Kinder selbst können sich kaum vor Begegnungen mit Puppenfiguren wehren.

    Selbstbewusste Kinder sagen klipp und klar, dass sie keine Puppen mögen oder ein komisches Gefühl haben, wenn sie glauben, von den übertrieben großen Augen beobachtet zu werden. Empfindsame Kinder verkriechen sich jedoch, laufen weg oder weinen.

    Vermeidung im Alltag:

    Erwachsene vermeiden es, Modegeschäfte mit Schaufensterpuppen aufzusuchen, und machen einen großen Bogen um Pappfiguren oder Roboter. Dies scheint eine einfache Lösung zu sein. Solche Umwege können sich jedoch negativ auf das Alltagsleben auswirken.

    Zudem sehen die Psychologen solche Ausweichmanöver als Zeichen für die Angst vor Kontrollverlust an.

    Angst und Schrecken im Kinderzimmer

    Wenn ein Kind beim Anblick einer Puppe erschrocken reagiert, muss das nicht gleich ein Zeichen für Pediophobie sein. Doch wenn sich solche Reaktionen häufen, ist ein behutsames Vorgehen wichtig. Die Eltern sollten einfühlsam auf die Ängste des Kindes eingehen.

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    Puppenangst erkennen

    Woran erkennt man das man eine Angst vor Puppen hat?

    Bei Kindern sowie bei Erwachsenen ist die Pediophobie oft mit anderen Ängsten verbunden. Darum sind erfahrene Fachleute für die Diagnose zuständig. Diese basiert auf einem Fragenkatalog, der aufzeigt, wovor sich die Betroffenen fürchten. Schon vor dem Besuch beim Psychiater ist es sinnvoll, eine Liste der angstauslösenden Reize zu erstellen.

    Mit den ehrlichen Antworten und möglichst vielen Informationen kann der Psychiater oder Psychoanalytiker eine genaue Diagnose der Angststörung stellen.

    Anzeichen einer Puppenphobie

    Wie macht sich die Angst bemerkbar?

    Die irrationale, übersteigerte Angst vor Puppen führt je nach Schweregrad zu mäßig starken Symptomen oder zu heftigen Panikattacken. Kinder laufen schreiend aus dem Zimmer, wenn eine Puppe im Fernsehen auftaucht. Erwachsene haben sich oft besser im Griff und sehen schnell weg. Neben diesen Vermeidungsstrategien treten bei Pediophobie die üblichen Angstsymptome auf.

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    Tipps gegen Angst vor Puppen

    Mit Entspannung die Angst angehen

    Abhängig von der Ursache und dem Ausmaß der Angst vor Puppen können vor allem entspannende Maßnahmen die Probleme lindern.

    Mit mehr Achtsamkeit lernen schon Kinder, mit ihren Ängsten umzugehen. Lange, ruhige Atemzüge helfen gegen die typischen Angstsymptome und haben eine besänftigende Wirkung.

    Auch meditative Techniken wie Yoga und autogenes Training wirken sich positiv auf die innere Balance aus. Ein gezieltes Kompetenztraining kann ebenfalls helfen, die Angst in den Griff zu bekommen.

    Behandlung

    Behandlungsmöglichkeiten bei Pediophobie

    Unverarbeitete Traumata sind für Kinder eine große Belastung. Wenn sich die Angst vor Puppen schon im Kindesalter entwickelt, erhöht sich das Risiko einer chronischen Angststörung.

    Umso wichtiger ist es, dieser Störung frühzeitig etwas entgegenzusetzen. Oft ist dafür die professionelle Unterstützung eines Psychologen nötig.

    Die meisten Psychotherapeuten empfehlen in einem solchen Fall die kognitive Verhaltenstherapie. Diese beinhaltet einerseits eine Gesprächstherapie mit Ursachenforschung und andererseits die systematische Desensibilisierung, also die allmähliche Exposition mit dem angstauslösenden Reiz. Abhängig von der Situation kann eine Hypnotherapie infrage kommen.

    Bei Kindern findet die behutsame Konfrontation auf spielerische Art statt. Sie beginnt mit Büchern, Bildern oder Filmen von Puppen. Wenn die ängstlichen Kinder ihre Angstgefühle kontrollieren können, ist ein erster Schritt getan und es ist Zeit für die direkte Exposition mit Puppenfiguren.

    Bei schweren Fällen empfehlen die Psychotherapeuten Medikamente, die jedoch keine Alternative zur individuellen Therapie sind. Die verschriebenen Arzneimittel sollen nur die Angstzustände lindern und die Psychotherapie begleiten.

    Hilfe finden

    Therapeuten in der Nähe:

    Wer persönlichen Kontakt zu einem Psychologen wünscht, kann auf der Arztsuche von Jameda, Therapeuten in nähere Umgebung inklusive Bewertungen finden. 

    Online Psychologen:

    Um eine Therapie zu beginnen, können auch Online Psychologen helfen. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Science explains why dolls are the creepiest – New York Post

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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