Isolophobie

Angst vor Einsamkeit & vor dem Alleinsein

Die Isolophobie ist auch als Autophobie, Monophobie und Eremophobie bekannt. Diese Begriffe werden synonym für die Angst vor dem Alleinsein verwendet.

Wir klären über Auslöser, Symptome und Behandlungsmethoden auf. Außerdem geben wir hilfreiche Tipps gegen die Angst vor der Einsamkeit.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Bei der Isolophobie handelt es sich um eine spezifische Angststörung. Autophobiker verspüren eine übermäßige Angst, allein zu sein. Die soziale Isolation erscheint ihnen als große Bedrohung.

    Isolophobiker vermeiden es, allein zu sein, denn nur zwischen anderen Menschen fühlen sie sich wohl. Doch der Versuch, zwanghaft soziale Kontakte zu knüpfen, führt oft zu einem seltsamen Verhalten. Die Betroffenen geraten in Panik, wenn ihnen ein Abend ohne Gesellschaft bevorsteht. Darum neigen sie dazu, Konflikte zu vermeiden, um immer jemanden in ihrer Nähe zu haben.

    Um die Monophobie zu überwinden, empfiehlt sich eine psychotherapeutische Behandlung. So lassen sich die Auslöser ergründen und die Autophobiker lernen, mit ihrer Angst umzugehen. Die eigene Kraft reicht oft nicht aus, um die Isolophobie zu überwinden, darum brauchen sie einen Therapeuten als Begleitung.

    Subjektive Einsamkeit

    Sind wir wirklich einsam oder einfach Kontaktsüchtig?

    Einige Menschen haben keine Probleme damit, allein zu sein. Doch wer unter einer Monophobie leidet, fühlt sich schnell unwohl und einsam. Diese subjektiv wahrgenommene Einsamkeit treibt die Betroffenen in eine negative Stimmung hinein.

    Auch wenn das Alleinsein vorübergehend ist, erscheint es ihnen als Bedrohung oder Vorwurf. Womöglich fühlen sie sich ungeliebt und ignoriert. Diese Vorstellung kann sehr quälend und nervenaufreibend sein.

    Gut zu wissen

    Bis zu einem gewissen Grad ist die Angst vor dem Alleinsein normal. Menschen wünschen sich Gesellschaft. Bei der Isolophobie steigert sich die Angst jedoch ins Extreme und führt dadurch zu einer außergewöhnlichen Verhaltensweise.

    Beachtet werden sollte dabei auch das unterschiedliche empfinden für Einsamkeit. Manche Menschen streben stark nach sozialer Anerkennung und leiden teilweise sogar unter einer Kontaktsucht

    Ursachen & Auslöser

    Was sind die Auslöser für eine Angst vor der Einsamkeit?

    Oft liegen die Ursachen für die Angst vor dem Alleinsein in der Vergangenheit.

    Vernachlässigung oder Verluste in der Kindheit lösen oft Phobien aus. Auch wenn die Betroffenen solche Erlebnisse verdrängen, steigt die Erinnerung immer wieder an die Oberfläche und führt nicht selten zu Depressionen und Panik.

    Isolophobiker versuchen, Situationen zu vermeiden, in denen sie allein sind. Das geschieht oft unbewusst. Sie forcieren beispielsweise eine Beziehung oder klammern sich an andere Menschen.

    So entsteht jedoch eine psychische Abhängigkeit, die ihr Selbstbewusstsein schwächt. Wenn so eine enge Bindung zerfällt, fühlen sich die Betroffenen am Boden zerstört. Das kann weitere Angststörungen verursachen.

    Der Auslöser kann daher sehr häufig eine früh gescheiterte, äußerst wichtige Beziehung sein. 

    Weitere ,vor allem dramatische, Ereignisse:
    Isolophobie-anzeichen-alleine

    Anzeichen & Symptome

    Woran erkennt man die Angst vor Einsamkeit?

    Ein Wochenende ohne den Partner – und manchmal auch schon ein einziger Abend allein – kann ein gewisses Unwohlsein auslösen.

    Auch eine gewisse Angst ist möglich, doch in den meisten Fällen empfinden die Menschen das Alleinsein nicht als Bedrohung. Wer jedoch in einer solchen Situation Panikattacken erlebt, leidet unter den Angstgefühlen. Die Diagnose lautet in diesem Fall Autophobie bzw. Mono- oder Isolophobie.

    Die Monophobiker fühlen sich verletzlich, isoliert und hilflos. Welche Symptome auftreten, hängt vom Schweregrad der Phobie ab. Einige leiden still vor sich hin, andere malen sich Katastrophen aus und rufen alle ihre Bekannten an, um die Isolation nicht so deutlich zu spüren.

    Ähnlich wie bei anderen Phobien können Gefühle der Entfremdung auftauchen. Dieser Eindruck, an einem unbekannten Ort zu sein, ist eventuell ein Teil einer Angstattacke.

    Symptomatik ähnlich wie bei Borderline

    Monophobiker zeigen teilweise ähnliche Symptome wie Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Auch hier sind Verlassensängste und emotionale Abhängigkeit wesentliche Bestandteile der seelischen Störung.

    Angst vor Einsamkeit in der Beziehung

    Monophobiker, die in einer Beziehung oder Familie leben, überhäufen ihre Partner und Angehörigen oft mit übertriebenen Liebesbeweisen. Wenn jedoch ein Ansprechpartner fehlt, fühlen sich die Betroffenen einsam und angreifbar.

    Erkennungsmerkmale

    Psychische Symptome:
    Körperliche Symptome:

    Typische Verhaltensmuster

    Auch wenn sich die Betroffenen in ihrer eigenen Wohnung aufhalten, können sie die Angst nicht aufhalten: Sie telefonieren oder schreiben meist zwanghaft (Kontaktsucht).

    Bei einer Zusammenkunft mit anderen Menschen sollen diese den gemeinsamen Ort nicht verlassen.

    Die Phobiker sind unfähig, bestimmte Aufgaben alleine zu erledigen.

    Die Phobiker sind In einer Beziehung sind die Monophobiker stark vom Partner abhängig und machen keinen Schritt ohne ihn., bestimmte Aufgaben alleine zu erledigen.

    Ständig leiden die Betroffenen unter dem Gefühl, dass sie nicht genug geliebt werden.

    Wer sich vor dem Alleinsein fürchtet, hat oft eine starke Verlustangst und klammert sich an soziale Bindungen, auch wenn diese eher negativ behaftet sind.

    Die Betroffenen haben Probleme, mit Trennung und Trauer umzugehen.

    Diagnose der Monophobie

    Woran wird eine Isolophobie ermittelt?

    Wenn die Angst vor der Einsamkeit überhandnimmt, ist ein Gespräch mit dem Hausarzt sinnvoll. Gegebenenfalls leitet der Arzt den Angstpatienten weiter zu einem Psychologen. Hier erfolgt eine genaue Anamnese, um die persönliche Krankheitsgeschichte, die Gefühle und die Verhaltensweise des Patienten zu erfassen.

    Liegt eine Isolophobie vor, ist jedoch eine Psychotherapie empfehlenswert. Bei dieser Angststörung handelt es sich um eine situative Phobie. Erst wenn sie das Alltagsleben beeinträchtigt, wird sie als pathologisch diagnostiziert.

    Der behandelnde Psychologe ermittelt außerdem, ob weitere Phobien vorliegen. Manchmal geht die Isolophobie mit einer Agoraphobie einher.

    Zusammenhänge zwischen Phobien und anderen psychischen Erkrankungen

    Eine Angststörung wie die Isolophobie ist oft mit anderen Krankheitsbildern verbunden. Oft resultiert die Angst vor dem Alleinsein aus Minderwertigkeitskomplexen oder wird durch Depressionen verstärkt.

    Tipps gegen Einsamkeit

    Was kann man gegen Einsamkeit tun?

    Um die Angst vor der Einsamkeit zu lindern, kann es in einem ersten Schritt hilfreich sein, zu einem gesunden Umgang mit dem Alleinsein zu finden. Die folgenden Tipps können dabei helfen, die eigene Situation richtig einzuordnen und damit die Isolophobie nachhaltig abzubauen.

    Einsamkeit akzeptieren

    Etwa 40 Prozent der Menschen sehen sich im Laufe ihres Lebens mit dem Gefühl der Einsamkeit konfrontiert. Es kann tröstlich sein, diese Wahrnehmung als normal zu akzeptieren. Wer sich selbst in dieser Situation wiederfindet, befindet sich folglich in Gesellschaft von Millionen Menschen weltweit.

    Selbst sozial bestens eingebundene Menschen müssen derweil einen kleinen bis mittleren Anteil ihres Alltags alleine verbringen. Während Betroffene von Isolophobie dies als große Belastung wahrnehmen, ist dies aus medizinischer Sicht kein Grund zur Besorgnis. Anders gestaltet sich die Situation, wenn tatsächlich zu wenig zwischenmenschlicher Kontakt im Alltag stattfindet. Dass die meisten Menschen das damit einhergehende Gefühl als unangenehm empfinden, kann daraus die Motivation für Veränderungen mithilfe der folgenden Tipps hervorgehen.

    Soziale Kontakte pflegen

    Jeder lernte auf dem bisherigen Lebensweg Menschen kennen, die den persönlichen Alltag bereichern konnten. Vielleicht ist es an der Zeit, diese bestehenden Beziehungen wieder in den Vordergrund zu rücken. Nur durch die richtige Pflege bleibt ein soziales Umfeld über die Jahre erhalten.

    Die Stärkung der persönlichen Bindungen ist mithilfe einfacher Schritte möglich. Experten empfehlen, täglich eine geschätzte Person zu kontaktieren. Dank der sozialen Medien ist dies einfacher denn je. Auch Einladungen zum gemeinsamen Essen, gemeinsame Sporttermine und selbst das kurze Gespräch mit den Nachbarn können dazu einen Teil beitragen.

    Engagieren Sie sich

    Eine Isolophobie zeigt sich dann besonders stark, wenn der berufliche Alltag nicht die Chance zu einem befriedigenden Miteinander bereithält. Andere sind nicht in der Lage zu arbeiten oder haben ihre Berufslaufbahn bereits abgeschlossen. Ehrenamtliches Engagement ist eine hervorragende Möglichkeit, um wieder mehr Wertschätzung zu erfahren und mit Menschen in Kontakt zu kommen. Das Gefühl, etwas in der Gesellschaft bewirken zu können, beflügelt zusätzlich.

    Entdecken Sie neue Hobbys

    In der Langeweile liegt eine großes Gefahr der Einsamkeit. Wer mit solchen Gefühlen zu kämpfen hat, kann durch interessante Hobbys Abhilfe schaffen. Dabei spielt es letztlich keine Rolle, ob es sich dabei um Sport, die Mitgliedschaft im Gartenverein oder die Teilnahme an einem Sprachkurs handelt. All diese Aktivitäten sind dazu geeignet, mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen und sich persönlich zu verwirklichen.

    Nehmen Sie Einladungen an

    Es klingt zunächst paradox, dass Menschen mit Isolophobie, die sich einen engen Zirkel von Freunden um sich wünschen, immer wieder Einladungen ausschlagen. Hierbei spielen oft falsche Vorstellungen und Annahmen eine Rolle. Betroffene reden sich beispielsweise ein, dass die Einladung lediglich aus Höflichkeit erfolgt sei. Doch wer Einladungen konsequent wahrnimmt, kann den eigenen Freundes- und Bekanntenkreis auf diese Weise wirksam vergrößern.

    Online Kontakte knüpfen

    Die Konfrontation mit der realen Welt ist für Menschen mit Isolophobie zu bevorzugen. Digitale Medien stellen jedoch eine bedenkenswerte Alternative dar. Bei der Suche nach sozialem Anschluss kommt nicht nur eine lange Liste von Datingapps infrage. Darüber hinaus haben sich insbesondere im städtischen Raum Apps etabliert, um in verschiedenen Altersklassen interessante Menschen auf freundschaftlicher Basis kennenzulernen. Zu den beliebtesten Angeboten zählen: UNBLND, Meetup oder We3.

    Wer das Gefühl hat, über ein zu kleines soziales Netz zu verfügen, der kann diese Optionen nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen. Da digitale Medien zum Beispiel nach übereinstimmenden Interessen suchen können, besteht oftmals eine erste gemeinsame Basis, die den weiteren Austausch vereinfacht.

    Unternehmungen alleine wahrnehmen

    Einsame Menschen haben oftmals viele Ideen, was sie gerne in ihrer Freizeit unternehmen würden. Finden sich dafür keine anderen Personen, so bleiben die Ideen oft unverwirklicht. Dabei lohnt es sich, im Zweifelsfall alleine etwas Zeit im Park zu verbringen, ins Theater oder ins Kino zu gehen. Zunächst mag es höchst unangenehm sein, ohne Begleitung loszuziehen.

    Doch die Erfahrung kann einerseits das Selbstwertgefühl stärken. Andererseits bietet sich die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, wenn sich Menschen nicht in die eigene Wohnung zurückzuziehen, nur weil die passende Begleitung nicht in Sicht ist. In Ausnahmefällen alleine die nächsten Schritte zu machen, kann damit den Weg aus dem ungewollten Kreislauf weisen.

    Professionelle Hilfe annehmen

    Womöglich haben Sie schon einige dieser Tipps in die Tat umgesetzt, ohne jedoch eine Linderung der Einsamkeit feststellen zu können. Egal, ob es sich um eine subjektive Isolophobie oder tatsächliche Vereinsamung handelt - es ist stets hilfreich, mit Experten darüber zu sprechen.

    Wer einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufsucht, wird im Gespräch erfahren können, um welches der beiden Phänomene es sich handelt. Im Rahmen der Behandlung Lassens ich die Schritte zur Verbesserung der Situation mit mehr Nachdruck in die Tat umsetzen. Dies ist nicht zuletzt ein wirksames Gegenmittel gegen eine weitere Verschlechterung der Situation. Nach oben

    Psychologische Hilfe

    Professionelle Therapie gegen Einsamkeit

    Die Therapieansätze befassen sich mit der Ursachenforschung und mit dem Versuch, die Situation neu zu bewerten. Das Alleinsein muss keine Bedrohung sein, sondern es bedeutet auch Eigenständigkeit.

    Mit der Hilfe von Familie und Freunden fällt es leichter, das Leben zu genießen. Doch die Phasen, in denen die Betroffenen allein sind, bieten ebenfalls Chancen. Vor allem kreative Menschen wissen solche Stunden zu nutzen. Auch Hobbys lenken von dem Gefühl des Alleinseins ab. Wichtig ist, dass die Monophobiker begreifen, dass sie nicht ständig mit anderen in Kontakt sein können.

    Kognitive Verhaltenstherapie

    Bei spezifischen Angststörungen wie der Monophobie zeigt die kognitive Verhaltenstherapie gute Ergebnisse. Durch die Neubewertung der angstauslösenden Situation nehmen die Angstpatienten ihre Gefühle deutlicher wahr. Das nimmt der Angst die Macht. Auch der Blick in die eigene Vergangenheit – in der oft die Ursache für die Phobie liegt – stärkt das Selbstbild und schützt vor Angstgefühlen.

    Konfrontation

    In der Konfrontationstherapie setzen sich die Angstpatienten der Isolation aus, um ihre Phobie zu überwinden. Diese sollte gut vorbereitet werden, damit die Monophobie nicht noch stärker wird.

    Hypnosetherapie

    Einige Psychotherapeuten arbeiten mit Hypnose. Dadurch lassen sich unverarbeitete Traumata wieder aufnehmen und neu bewerten. Die Hypnosetherapie schaltet die ständig aktive Gedankenkontrolle aus und reaktiviert die verdrängten Erinnerungen. Durch diese Art der Konfrontation erkennen die Betroffenen die Ursache ihrer Ängste und können besser damit umgehen.

    Medikamente

    Bei Bedarf verschreiben die Psychotherapeuten Medikamente wie Anxiolytika, um die Angstsymptome zu lindern. Diese begleiten die Behandlung und sind streng nach Vorschrift einzunehmen. Abhängig vom Schweregrad der Phobie empfehlen die Ärzte auch Antidepressiva oder Sedativa.

    Gruppentherapie

    Eine Gruppentherapie führt Menschen zusammen, die unter ähnlichen Phobien leiden. Der Austausch gibt ihnen ein Gefühl der Verbundenheit.

    Rechtzeitig Hilfe suchen

    Ob die Angst vor der Einsamkeit in der Kindheit begründet ist oder später entsteht, die Betroffenen schämen sich dafür. Sie glauben, dass sich die Monophobie nicht behandeln lässt.

    Doch es empfiehlt sich, frühzeitig einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Sonst steigt der Leidensdruck immer weiter an und führt womöglich zu weiteren Angsterkrankungen oder zu einer Depression.

    Über Jameda lassen sich Psychologen in der unmittelbaren Umgebung finden. Auch über das Internet können Psychologen für eine Beratung konsultiert werden. Eine Online Beratung hat den Vorteil einer sehr schnellen Terminvergabe (meist direkt) und der Anonymität

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      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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