Angst vor Haaren

Hypertrichophobie - Angst vor Haaren und Körperbeeharung

Als Hypertrichophobie wird die Angst vor Haaren bezeichnet, wobei viele Betroffene vor allem eine große Abscheu und Furcht vor den Haaren anderer Menschen entwickeln, andere haben aber auch Angst vor ihrer eigenen Behaarung. Mitunter ist die Hypertrichophobie auch mit der Angst, sich an Haaren zu verschlucken, verbunden.

Wir klären über die Auslöser und Symptome einer Hypertrichophobie auf und geben Tipps zur Besserung.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Personen, die an einer Hypertrichophobie leiden, haben sehr große Angst vor Körperbehaarung aller Art, sie meiden daher Friseursalons oder ekeln sich vor Abflüssen, in denen sich Haare ansammeln.

    Eine Hypertrichophobie kann mithilfe einer Verhaltenstherapie oder einer sogenannten systematischen Desensibilisierung überwunden werden. Manchmal kommen auch Medikamente zum Einsatz.

    Menschen mit einer Hypertrichophobie leiden an Symptomen wie Herzrasen, Zittern oder Bluthochdruck, wenn sie zum Beispiel Haare am Boden entdecken. Manche bekommen dann sogar eine Panikattacke. Andere wiederum denken ständig an Haare und glauben dann verrückt zu werden.

    Hypertrichophobie-haarphobie

    Merkmale einer Haarphobie

    Fürchten Sie sich davor, sich einem Haar zu nähern oder noch schlimmer – es zu berühren? Wenn Sie diese Frage mit Ja beantworten, leiden Sie wahrscheinlich an einer sogenannten Hypertrichophobie, einer Angst vor Haaren, ganz egal ob es sich dabei um einzelne lose Haare oder Haarbüschel handelt.

    Während der Großteil der Bevölkerung viel Geld für die Haarpflege ausgibt, möchten Menschen mit einer Hypertrichophobie nichts mit Haaren zu tun haben. Viele fürchten sich vor den Haaren anderer Personen oder auch vor Tierhaaren und sie vermeiden vor allem Leute, die eine sehr dichte Behaarung aufweisen.

    Andere wiederum entwickeln nur Angstgefühle vor losen Haaren und vermeiden daher Plätze wie Friseursalons, an denen die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass Haare am Boden liegen.

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    Ursachen und Auslöser

    So wie auch bei verschiedenen anderen Phobien kann eine Hypertrichophobie durch das Zusammenspiel verschiedenster Faktoren ausgelöst werden.

    Haare als Überträger von Krankheiten

    Menschen, die an einer Hypertrichophobie leiden, sind meist der Ansicht, dass Haare generell verschmutzt sind, was ihrer Ansicht nach zu unerwünschten Erkrankungen oder Keimen führen kann. Aus diesem Grund werden Haare aller Art mit großer Abscheu betrachtet. Viele Betroffene sind daher besonders reinlich, um zu vermeiden, dass lose Haare auf Oberflächen liegen bleiben.

    Zwangsstörung als Auslöser

    Einige Betroffene leiden oftmals auch an einer Zwangsstörung oder sind extreme Perfektionisten. Ein einzelnes Haar wird dann als "Schmutz" angesehen und kann jemanden, der beispielsweise an einem Putzzwang leidet, triggern.

    Andere Faktoren, die zur Entwicklung einer Hypertrichophobie beitragen können, beinhalten:
    Negative Erfahrung:

    Menschen, die mit Haaren ein negatives Erlebnis in Verbindung bringen, können in weiterer Folge Angst oder Panik davor entwickeln.

    Modelllernen:

    Eine andere Theorie besagt, dass die Phobie auch dann entstehen kann, wenn eine Person aus dem näheren Umfeld ebenfalls an einer Angst vor Haaren leidet.

    Disposition:

    Menschen, die sehr sensibel sind, haben auch ein höheres Risiko, an einer Phobie zu erkranken.

    Informationen:

    Manche entwickeln auch Ängste, wenn sie von traumatischen Erlebnissen hören oder darüber lesen.

    Menschen mit einer Hypertrichophobie sind sich meist bewusst, dass ihre Ängste irrational sind, sie sind aber nicht in der Lage, diese Angstgefühle auszuschalten oder zu unterdrücken.

    Anzeichen einer Angst vor Haaren

    Eine irrationale Angst vor Körperbehaarung entwickelt sich meist erst im Laufe der Zeit, kann aber dann so überwältigend sein, dass auch das Alltagsleben davon stark beeinflusst wird.

    Folgende Symptome sind charakteristisch für eine Hypertrichophobie:

    Bei manchen Personen ist die Phobie so stark ausgeprägt, dass sie beim Anblick von Haaren unter Umständen sogar eine Panikattacke erleiden. Aus diesem Grund werden auch Situationen vermieden, in denen man mit Haaren in Kontakt kommen könnte, und viele Betroffene sind daher auch exzessiv am Putzen und Reinigen.

    tipps-gegen-haarphobie

    Tipps gegen Angst vor Haaren

    Sollten Sie an einer Hypertrichophobie leiden, so kann es beispielsweise hilfreich sein, sich Fotos von Haaren anzusehen. Starten Sie dafür mit einem sehr kurzen Zeitraum und versuchen Sie diesen dann immer weiter zu steigern, bis es Ihnen gelingt, Fotos, auf denen Haare in verschiedensten Varianten abgebildet sind, ohne Furcht anzusehen.

    Visualisierung & Co.

    Versuchen Sie außerdem, sich mit geeigneten Entspannungstechniken auseinanderzusetzen. Das können zum Beispiel Atemübungen oder auch Visualisierungen sein, um Ängste abbauen zu können. Diese Techniken können vor allem dann hilfreich sein, wenn Symptome auftreten.

    Neuer Haarschnitt

    Probieren Sie einen neuen Haarschnitt aus. Denn dieser kann Ihnen dabei helfen, Ihre Haare aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen. Wenn der Mut zu einer Glatze vorhanden ist, kann auch dies dabei helfen die Haarphobie zu lindern. Sie sollten sich in ihren eigenen Körper wohl fühlen, wenn Sie dabei auf Haare verzichten möchten, ist das ihr Recht der Selbstbestimmung.

    Haustiere zur Unterstützung

    Was auf den ersten Blick irritierend erscheint, kann dennoch eine große Wirkung haben: Legen Sie sich ein Haustier wie zum Beispiel eine Katze oder einen Hund zu. Wer ein Haustier hat, wird es nicht vermeiden können, dass Haare am Boden oder auf der Couch liegen, sodass man sich seinen Angstgefühlen hier auch direkt stellen kann.

    Selbstfürsorge

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Selbstfürsorge. Schämen Sie sich nicht, dass Sie Angst vor Haaren haben, sondern sorgen sie stattdessen gut für sich selbst. Betreiben Sie zum Beispiel regelmäßig Sport und essen Sie gesund, denn wenn man sich gut fühlt, kann man auch mit Ängsten besser fertigwerden. Auch ein verständnisvolles Netzwerk an Familie, Freunden und Bekannten kann dazu beitragen, mit den Ängsten besser umgehen zu lernen.

    Therapie bei Hypertrichophobie

    Wenn die Symptome nicht extrem stark ausgeprägt sind, lernen die meisten Betroffenen, mit der Hypertrichophobie umzugehen und sie in ihr Alltagsleben zu integrieren. Wird der Tagesablauf aber dadurch stark beeinträchtigt, so empfiehlt es sich, einen Therapeuten zu konsultieren.

    Systematische Desensibilisierung

    Eine mögliche Form der Behandlung einer Hypertrichophobie stellt dabei die sogenannte systematische Desensibilisierung dar. Diese Therapiemethode ist eine Form der Verhaltenstherapie und kommt sehr oft bei Angststörungen zum Einsatz. Der Betroffene wird dabei mit Themen, die Angst auslösen, konfrontiert, während parallel dazu auch Entspannungstechniken praktiziert werden, um die Angstgefühle besser handhaben zu können.

    Geeignete Entspannungstechniken

    Als sehr hilfreich haben sich vor allem Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung bzw. spezielle Atemübungen erwiesen. Diese werden über einen gewissen Zeitraum regelmäßig geübt und in einem weiteren Schritt kann sich der Betroffene dann beispielsweise lose, herumliegende Haare vorstellen, während er die Übungen ausführt.

    Neurolinguistisches Programmieren

    Eine weitere Möglichkeit der Behandlung stellt das Neurolinguistische Programmieren dar. Dabei werden die Betroffenen zunächst nach dem erstmaligen Auftreten bzw. dem Auslöser der Phobie gefragt und das Verhalten und Denken dann systematisch verändert.

    Medikamente bei Angst vor Haaren

    Normalerweise ist eine Therapie das Mittel der ersten Wahl, um eine Phobie zu behandeln. Bei Panikattacken oder um Angstgefühle zu reduzieren, kommen oftmals aber auch Medikamente zum Einsatz. Diese müssen natürlich ärztlich verschrieben werden. 

    Grundsätzlich sollten Medikamente nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden, da eine Phobie mithilfe von Arzneimitteln nicht geheilt werden kann.

    Verschreibungspflichtige Medikamente:
    Alternative Medizin:

    Anstelle von Medikamenten können unter Umständen auch alternative Heilmethoden zum Einsatz kommen.

    Therapeuten konsultieren

    Eine Therapie kann mit einem Psychotherapeuten vor Ort oder auch mittels einer Beratung mit einem Psychologen über das Internet begonnen werden. 

    Auf Jameda können Ärzte in der Umgebung gefunden werden, während auf Online Plattformen wie mentavio Psychologen über das Internet konsultiert werden können. Die Online Beratung hat natürlich den Vorteil der Anonymität und einer schnellen Terminvergabe

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      Quellen:

      1. Trichophobia: Definition, Symptoms, Causes, and Treatment – heathline.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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