Halitophobie

Angst vor Mundgeruch

Mundgeruch zu haben, ist immer unangenehm. Die Ursachen sind meist jedoch eher harmlos. Hat man die Gründe für die unliebsamen Gerüche erstmal identifiziert, lässt sich Mundgeruch in der Regel sehr gut und effektiv behandeln. Problematisch wird es erst, wenn sich Betroffene für dieses Symptom schämen. Wer regelrecht Angst vor Mundgeruch hat, der leidet unter einer Halitophobie. Dabei kann es sowohl der eigene als auch der Mundgeruch anderer Personen sein, der für Betroffene extrem unangenehm ist und ein gemütliches Miteinander verhindert. Wir klären auf wie sich Mundgeruch verhindern und die Ängste reduzieren lassen. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Mundgeruch entsteht zumeist durch Bakterien in der Mundhöhle. Diese sammeln sich bei schlechter Mundhygiene an und produzieren übelriechende Gase und Milchsäuren. Der schlechte Atem kann aber auch ein Hinweis auf Infektionen oder andere Krankheiten sein.

    Da jeder diese Bakterien in seinem Mund hat, ist Mundgeruch nichts Außergewöhnliches. Leidet man jedoch chronisch darunter, sollte man Maßnahmen dagegen ergreifen.

    Wenn gängige Vorbeugemaßnahmen gegen Mundgeruch keine Wirkung zeigen und der Geruch länger anhält, sollte man einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Ursachen für den üblen Atem behandeln. Zudem kann Mundgeruch auch ein Symptom für schwere Krankheiten wie Nierenversagen sein. Dann ist es wichtig, dies frühzeitig zu erkennen.

    Warum hat man Mundgeruch?

    Grundsätzlich ist mit Mundgeruch kein zeitweiser schlechter Atem gemeint, wie er durch das Essen von geruchsintensiven Speisen entsteht, sondern übelriechender Atem über einen längeren Zeitraum.

    Die Entstehung von Mundgeruch kann auf viele verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Diese haben gemein, dass sie den unangenehmen Geruch verursachen, der auch von Mitmenschen wahrgenommen werden kann. 

    Zwei Formen von Mundgeruch:

    Schlechter Atem durch die Mundhöhle

    In den meisten Fällen liegt die Ursache für Mundgeruch in der Mundhöhle selbst. Diese ist von Natur aus ein feuchter und warmer Ort und somit auch besonders attraktiv für Bakterien.

    Wenn sich Bakterien zwischen den Zähnen oder auf der Zunge festsetzen, zersetzen sie Speisereste oder Eiweiß aus dem Speichel.  Beim Zersetzen entstehen Schwefelverbindungen und Fettsäuren, die von Menschen als unangenehmer Geruch wahrgenommen werden.

    Allerdings befinden sich diese Bakterien in jedem Mund und gehen dort auch ihren natürlichen Vorgängen nach. Zu einem als schlecht riechend empfundenem Geruch kommt es erst, wenn die Zahl der Bakterien überhandnimm. Dann kommt es zu einem bakteriellen Ungleichgewicht.

    Die Ursachen für solch ein Ungleichgewicht können vielfältig sein:
    Schlechte Mundhygiene

    Durch schlechte oder vernachlässigte Reinigung verbleiben Essensreste in der Mundhöhle und es bildet sich Belag auf der Zunge. Die Essensreste bieten hervorragende Nahrung für Bakterien. Die Zunge ist der Ort, an dem sich die meisten Bakterien im Mund befinden, der Belag sollte daher von Zeit zu Zeit gereinigt werden.

    Plaque

    Auch als Zahnbelag bekannt, sammelt sich Plaque während des Tages auf unseren Zähnen an. Dabei handelt es sich um einen dünnen Belag aus Bakterien, die an sich jedoch ungefährlich sind, wenn man die Zähne gründlich von Plaque befreit. Wenn an schwer zu erreichenden Stellen, wie Zahnzwischenräumen, nicht geputzt wird, dann bilden diese Bakterien zuerst Zahnstein und führen dann auch zu Karies.

    Karies und Zahnfleischentzündung

    Auch Karies fördert den Mundgeruch. Die Löcher in den Zähnen sind wie gemacht dafür, dass sich dort Bakterien ansiedeln und üble Gerüche erzeugen.

    Abszesse

    Bei einem Abszess im Mund kommt es durch die Entzündung zu einer Ansammlung von Eiter. Dieser wiederum sondert schlecht riechende Gase ab.

    Mundgeruch durch Mundtrockenheit

    Nicht nur diese Auslöser sorgen für schlechten Atem. Mundtrockenheit stellt ebenfalls eine Ursache für Mundgeruch dar.

    Speichel sorgt nämlich im Normalfall dafür, dass Essensreste und Bakterien aus dem Mund gespült werden. Gibt es zu wenig Speichel im Mund, dann sammeln sich immer mehr Bakterien, die dann ungestört ihre geruchsintensiven Gase ausstoßen können. 

    Die Ursachen für solch ein Ungleichgewicht können vielfältig sein:

    Durch die Nase wahrnehmbarer Mundgeruch

    Weitaus seltener, jedoch zumeist noch ernst zu nehmender ist die Halitosis. Bei dieser Form des Mundgeruchs stammt die Ursache entweder aus dem HNO-Bereich oder aus dem Verdauungstrakt.

    Der übelriechende Atem kann auch hier auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden:
    Nasenpolypen

    Diese führen zu einer verstopften Nase und damit zur Atmung durch den Mund. Das trocknet diesen aus und fördert die Bildung von Bakterien.

    Nebenhöhlen-Entzündungen

    Diese führen zu einer verstopften Nase und damit zur Atmung durch den Mund. Das trocknet diesen aus und fördert die Bildung von Bakterien.

    Mandelentzündung

    Leidet man an einer Mandelentzündung, dann entwickelt man auf den Mandeln einen Belag, der übel riecht.

    Magenerkrankungen

    Geschwüre im Magen oder Magenschleimhautentzündungen entwickeln einen säuerlichen Geruch.

    Sodbrennen

    Dabei gelangen Magensäure und Speisereste kurzzeitig aus dem Magen in die Speiseröhre. Auch das führt zu Mundgeruch.

    Speiseröhre

    In seltenen Fällen kann sich die Speiseröhre entzünden. In diesem Fall kommt es ebenfalls zu schlechtem Atem

    Mundgeruch durch Erkrankungen

    In sehr seltenen Fällen ist Mundgeruch jedoch nicht auf Nase oder Mund zurückzuführen. Dann kann der üble Atem ein Hinweis auf Allgemeinerkrankungen sein.

    Um diese auszuschließen, ist ein Besuch beim Hausarzt unerlässlich. Wenn sich der Mundgeruch auch nach Verbesserung der Dentalhygiene und anderen Maßnahmen nicht bessert.

    So hat man bspw. bei Diabetes, Nieren- und Lebererkrankungen oftmals auch einen schlechten Atem. Ein frühes Warnsignal für eine dringend notwendige Behandlung der Ursprungserkrankung.

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    Was kann man gegen Mundgeruch tun?

    Mundgeruch stellt für Betroffene nicht nur eine körperliche, sondern oftmals vor allem eine psychische Belastung dar. In der Regel kann der schlechte Atem mit einer langfristig verbesserten Dentalhygiene beseitigt werden.

    Kommt es dennoch zu keiner Besserung, ist der Besuch eines Haus- oder Zahnarztes anzuraten. Was Mundgeruch in der Mundhöhle angeht, kann man hier ganz leicht einige Vorbeugemaßnahmen ergreifen. 

    Mundgeruch Vorbeugemaßnahmen:
    Regelmäßiges Zähneputzen

    Durch eine regelmäßige Zahnpflege kann man die Plaque entfernen, die sich während des Tages ansammelt. Auf diese Weise setzt sich diese nicht auf den Zähnen fest und Essensreste werden entfernt.

    Zahnzwischenräume reinigen

    Durch das Verwenden von Zahnseide oder Dentalbürsten kann man auch die Zahnzwischenräume reinigen. Diese erreicht man mit einer Zahnbürste oft nicht.

    Zungenschaber verwenden

    In der Zunge befinden sich relativ tiefe Falten. Diese sind für Bakterien wie geschaffen. Durch die Verwendung eines Zungenschabers kann man einen Großteil der Bakterien entfernen, ohne die Zunge zu verletzen.

    Mundspülungen

    Mundspülungen haben den Vorteil, dass sie nicht nur Bakterien beseitigen, die momentan in der Mundhöhle sind. Sie sorgen auch dafür, dass sich nach der Verwendung nicht direkt neue Plaque bildet.

    Regelmäßige Zahnarztbesuche

    Mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen kann man Mundgeruch ebenfalls effektiv vorbeugen. Karies wird behandelt, bevor er sich verschlimmern kann und Zahnstein wird entfernt.

    Genug Wasser trinken

    Wer unter Mundtrockenheit leidet, sollte regelmäßig und viel Wasser trinken. Auch Kaugummi kann dabei behilflich sein. Dieser regt nämlich beim Kauen die Produktion von Speichel an.

    Schamgefühl bei Mundgeruch überwinden

    Chronischer Mundgeruch wird zumeist von einer gewissen Scham begleitet. Betroffene vermeiden es, sich mit dem Thema zu befassen und suchen dann auch keinen Arzt auf. Wer sogar unter einer richtigen Phobie gegen Mundgeruch (Halitophobie) leidet, der meidet soziale Kontakte grundsätzlich mehr als jemand der dies nur als unangenehm empfindet.

    Da viele Ursachen des Mundgeruchs auf die Mundhöhle zurückzuführen sind, spielt oftmals auch die Angst vorm Zahnarzt eine tragende Rolle. Gepaart mit dem einhergehenden Schamgefühl, wird das Problem oftmals verharmlost. 

    Doch auch, wenn es Überwindung kostet, sollte man sich in solchen Fällen an einen Arzt wenden. Professionelle Mediziner verurteilen niemanden aufgrund des schlechten Atems, sondern zeigen Verständnis für dessen Behandlungswunsch. Vielmehr helfen sie dabei, die Ursachen für diesen zu bekämpfen und die Patienten auf den Weg der Besserung zu schicken.

    Warum wird der Arzt vermieden?

    Oftmals vermeiden Betroffene es, bei Mundgeruch einen Arzt aufzusuchen, da sie grundsätzlich Angst vor einem Arztbesuch haben.

    Die Angst vor der Untersuchung kann unter anderem darin begründet sein, dass sich die Betroffenen vor einer angsteinflößenden Diagnose fürchten, sich nicht gern fremden Personen gegenüber öffnen oder Ärzte aufgrund einer Arztphobie meiden. Außerdem gilt Mundgeruch in der Regel auch als harmloses Nebensymptom einer schlechten Mundhygiene, was oftmals mit Faulheit assoziiert wird.

    Betroffene schämen sich also manchmal nicht nur für ihren schlechten Atem, sondern auch für die damit assoziierten Ursachen. 

    Da chronischer Mundgeruch jedoch auch ein Anzeichen für schwere Erkrankungen sein kann, ist dennoch ein Arztbesuch anzuraten.

    Behandlung von Mundgeruch

    Die genauen Behandlungen hängen stark von der Ursache des Mundgeruchs ab:

    Behandlung von Mundgeruch aus der Mundhöhle

    Hier sollte man sich an einen Zahnarzt wenden. Dieser kann die Ursache des schlechten Atems in der Regel schnell feststellen. 
Neben der Behandlung von Karies kann auch eine professionelle Zahnreinigung Abhilfe schaffen. Dabei werden Plaque und Zahnstein gründlich entfernt. Regelmäßige Kontrollbesuche im Anschluss helfen dabei, erneute Zahnsteinbildung zu verhindern.

    Mundgeruch aus der Nase

    Liegt die Ursache für den Mundgeruch nicht in der Mundhöhle, so sollte man sich an einen Allgemeinmediziner wenden. Dieser kann sich die Nebenhöhlen ansehen und auch andere Untersuchungen vornehmen. Ernstere Erkrankungen wie Probleme mit Nieren oder Leber können durch Röntgenuntersuchungen und Urintests so früh wie möglich ausgeschlossen werden.

    Gegen Mundgeruch Hilfe finden

    Wenn sich trotz regelmäßiger Zahnpflege und Anwendung der Vorbeugemaßnahmen keine Besserung zeigt, sollte man zum Arzt gehen.

    Welcher Arzt hierfür am besten geeignet ist, hängt stark von den unterschiedlichen Ursachen ab. Im Allgemeinen sollte man aber wohl zuerst den Zahnarzt aufsuchen, da dieser die häufigsten Ursachen von Mundgeruch bekämpfen kann.

    In manchen Kliniken werden sogar eigene Sprechstunden für Patienten mit Mundgeruch angeboten. Diese wahrzunehmen, muss einem nicht unangenehm sein. Vor allem, da jene Beratungsstunden in der Regel von Mundhygiene-Spezialisten angeboten werden, die sich regelmäßig mit diesem Problem befassen.

    Wer sich dazu entschließt, mit einem Arzt in Kontakt zu treten, kann auf jameda.de geeignete Ärzte im näheren Umkreis suchen und Bewertungen zu diesen einsehen. Der Gedanke daran, dass der jeweilige Arzt ein Experte für Mundhygiene, in der Behandlung von Mundgeruch geübt ist und das eigene Problem ernst nehmen sowie den Betroffenen helfen wird, kann vielleicht die Angst vor der Behandlung lindern.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Halitophobia: The Fear of Having Bad Breath | yongeeglintondental.com
      2. Bad breath: What causes it and what to do about it – health.harvard.edu

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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