Angst vor Pferden

Equinophobie - Tipps und Hilfe um die Angst vor Pferden und dem Reiten zu überwinden

Das Pferd ist ein großes und kraftvolles Tier, wodurch es bei Kindern und auch Erwachsenen Angst auslösen kann. Wer wenig mit Pferden zu tun hat, kann sich von der Größe bedroht fühlen. Doch auch wer bereits Erfahrungen mit Pferden gemacht hat, kann noch immer Angst vorm Reiten empfinden.

Die sogenannte Equinophobie (Angst vor Pferden) kann durch ein Gefühl von Unterlegenheit und Unsicherheit entstehen. Oft ist auch ein Sturz vom Pferd oder ein aggressives Pferd, der Auslöser für die Angst. Unbewusst kann es uns die Freude nehmen, die unsere Pferde uns sonst bereiten.

Wir berichten woher die Angst kommt, wann sie sich zeigt und welche Tipps dabei helfen, die Angst zu überwinden. In besonders starken Fällen erklären wir auch wie eine professionelle Therapie die Angst reduzieren kann.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Angst vor Pferden kann unterschiedliche Gründe und Auslöser haben. Teilweise ist es die kraftvolle Erscheinung und Überlegenheit eines muskulären Tieres. Anderseits kann auch eine schlechte Erfahrung der Auslöser sein, dies ist beispielsweise der Fall wenn ein Pferd in der Vergangenheit durchgegangen ist oder allgemein eine aggressives Verhalten aufweist.  Auch die Angst vor einem Kontrollverlust kann ein Grund für die Equinophobie sein. 

    Im normalen Leben ist es nicht schwierig, den Kontakt zu Pferden zu vermeiden. Wer sich jedoch fürs Reiten interessiert und aufgrund eines Unfalls Angst hat, möchte diese negativen Gefühle bekämpfen. Das funktioniert mit psychologischen Tricks, Entspannungstechniken und speziellen Reitübungen. Auch ein Reittrainer kann die Angst vor Pferden reduzieren.

    In der Therapie helfen andere Ansätze: Es heißt, wenn ein Reiter vom Pferd fällt, soll er sofort wieder in den Sattel steigen, um aus dem Sturz kein Drama zu machen – und um den Schreck zu überwinden. Dieser Tipp entspricht der Konfrontationstherapie, die gegen Ängste helfen soll.

    Das Pferd spürt die Angst des Reiters: Ein Pferd nimmt jede Bewegung seines Reiters wahr und erkennt, ob dieser Angst hat. Ein Zittern in den Beinen, eine weinerliche Stimme, solche Zeichen weisen auf fehlendes Vertrauen zwischen Mensch und Tier hin. Einige Pferde reagieren sanftmütig darauf, andere nutzen die Schwäche des Reiters aus und übernehmen selbst das Kommando.

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    Auslöser der Angst vor Pferden

    Typische Ursachen für die Equinophobie

    Oft sind es negative Erlebnisse, die die Angst vor Pferden auslösen. Ein Sturz, bei dem sich der Reiter verletzt, kann zum Trauma werden. Auch ein Biss oder Tritt vom Pferd verursacht Angstgefühle.

    In einigen Familien scheint sich die Angst vor bestimmten Tieren von einer Person zur nächsten zu übertragen. Das geschieht oft unbewusst. Es reicht aus, wenn die Eltern vor den Pferden leicht zurückzucken: Empfindsame Kinder spüren das und halten automatisch mehr Abstand.

    Negative Berichte bleiben im Kopf:

    Da Pferde Fluchttiere sind, kann es selbst bei sehr gut erzogenen Pferden passieren, dass sie schreckhaft reagieren und ihren Reiter abwerfen. Somit kann auch ein gezähmtes Reitpferd schreckhaft reagieren und seinen Reiter abwerfen.

    Unfälle mit dramatischen Verletzungen werden von den Medien veröffentlicht – dass viele Stürze keine schlimmen Folgen haben, bleibt hingegen unerwähnt. Wer ohnehin schon ängstlich und vorsichtig ist, bei dem verstärkt sich die Zurückhaltung noch.

    Angst vorm Reiten

    Spezifische Ängste im Zusammenhang mit Pferden (z.B. die Angst vorm Reiten)

    Einige Menschen sehen Reiten als entspannendes Hobby an, das ihnen die Natur näher bringt. Sie absolvieren oft oberflächliche Reitstunden und lernen das Pferd nicht richtig kennen. Dadurch fällt es ihnen schwer, das Tier richtig einzuschätzen.

    Das wiederum erhöht die Gefahr von Schrecksituationen: Das Pferd spürt die Unsicherheit und geht daher schneller durch, da es dadurch selbst unsicherer wird. In einem solchen Fall wächst die Angst vor einem Sturz oder davor, dass das Pferd unkontrolliert davon rennt / oder davon galoppiert.

    Manchmal liegt die Unstimmigkeit auch an dem fehlenden Vertrauen: Auf einem anderen Pferd fühlen sich die Reiter wohler.

    Angst dass das Pferd durchgeht?

    Ein durchgehendes Pferd ist ein Zeichen für totalen Kontrollverlust. Um damit umzugehen, brauchen die Reiter die nötige Erfahrung. Unsichere und ängstliche Reiter verkrampfen jedoch schnell und beginnen womöglich zu schreien, wodurch sich die Lage noch verschlimmert. Mit einem intensiven Reittraining und viel Kontakt zum Pferd gelingt es, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Die Angst dass das Pferd durchgehen könnte, kann also reduziert werden.

    Angst vor Pferden und verwandte Angststörungen

    Bei Kindern geht die Angst vor Pferden oft mit weiteren Phobien einher, beispielsweise mit der Angst vor Mobbing, wenn andere Kinder im Reitkurs über sie lästern. Zudem ist da die Angst vor dem Unbekannten oder vor Kontrollverlust, unter der auch Erwachsene leiden.

    Anzeichen für die Angst vor Pferden

    Wie zeigt sich die Angst vor Pferden?
    Wer sich vor Pferden fürchtet, zeigt die folgenden Symptome beim Kontakt:

    Bei ängstlichen Kindern, die von ihren Eltern zum Reiten gezwungen werden, können psychosomatische Symptome wie Übelkeit und Bauchschmerzen hinzukommen. Hier ist es wichtig, frühzeitig zu handeln. Entweder braucht das Kind ein anderes Pferd oder ein individuelles Training, oder es hat einfach nicht die richtige Einstellung zum Reiten und ein anderes Hobby ist besser geeignet.

    Tipps gegen Angst vor Pferden

    Was hilft gegen die Angst vor Pferden?

    Ob die Angst vor Pferden durch eine traumatische Erfahrung ausgelöst wird oder durch eine übervorsichtige Erziehung: Sie lässt sich überwinden. 

    Reitschule gegen Angst vor Pferden

    Einige Reitschulen bieten spezielle Kurse an, um mehr Vertrauen aufzubauen. Diese Kurse beinhalten beispielsweise ein gezieltes Muskeltraining und die allmähliche Heranführung an das Pferd. Mit der richtigen Haltung und der nötigen Geduld wird das Vertrauen stärker. Die Betroffenen werden nicht zum Reiten überredet, sondern vorsichtig an die Nähe zum Tier gewöhnt. Teilweise kann ein solcher Kurs ein halbes Jahr oder länger dauern. Auch einzelne Reittrainer und Pferde-Coaches bieten solch einen Service an.

    Sturz vom Pferd überwinden

    Wichtig ist, dass gestürzte Reiter keine negativen Gefühle entwickeln, denn Angst und Wut können zu übertriebenen Aggressionen führen. Darum sollten sich die Betroffenen im Detail mit dem Wesen der Pferde auseinandersetzen, wenn sie Reiten zu ihrem Hobby machen. Nach einem Sturz wieder aufsteigen – das ist ein gutes Beispiel für die Konfrontationstherapie. Wenn das nicht funktioniert, gibt es andere Möglichkeiten, die Angst vor Pferden zu überwinden. Vor allem junge Reiter halten sich nach einer schlechten Erfahrung lieber zurück. Doch die Mitarbeit im Stall hilft gegen die ängstliche Haltung und sorgt dafür, dass die Nähe zum Pferd erhalten bleibt.

    Offene Kommunikation

    Wer die aufkommende Angst unterdrückt und nicht darüber redet, blockiert seine Gefühle. Ein Pferd spürt jedoch, dass etwas nicht stimmt, und reagiert darauf mit Unsicherheit bzw. erhöhte Schreckhaftigkeit. Besser ist es, mit dem Reitlehrer oder einer anderen Vertrauensperson zu sprechen. Denn Angst lässt sich nicht komplett verdrängen. Im Gespräch lässt sich vielleicht eine Lösung finden: ein anderes Reitpferd, eine Trainingspause oder neue Übungen.

    Verhalten vom Pferd verstehen

    Für mehr Vertrauen in sich selbst und zum Pferd ist es wichtig, die Situation zu verstehen und die Reaktionen des Pferdes nachzuvollziehen. Im Allgemeinen gibt es einen guten Grund dafür, dass ein Pferd unruhig wird oder scheut. Zu einem intensiven Pferdetraining gehört deshalb nicht nur der sichere Sitz im Sattel, sondern auch das Verständnis für die Natur. Außerdem sollte der Reiter wissen, wie er sich in bestimmten Situationen am besten verhält.

    Mit dem Pferd sprechen

    Unerfahrenen Reitern kommt es manchmal so vor, als ob Pferde trotzig oder aggressiv sind. Doch meistens gibt es andere Gründe dafür, dass die Tiere ihren Kopf schütteln oder mit den Hufen aufstampfen. Sanftes Zureden hilft oft, die Pferde zu beruhigen. Mit der nötigen Geduld erfahren auch ängstliche Reiter, wie sie sich richtig verhalten. So lässt die ursprüngliche Angst während des Trainings nach.

    Pferd nicht als Gefahr ansehen

    Vor allem sollten sich die Angstpatienten klarmachen, dass Pferde keinesfalls eine Bedrohung für Menschen sind. Im Gegenteil: Pferde gelten als zuverlässige Tiere und mit Entstehung des Vertrauens auch als dankbare Freunde.

    Professionelle Hilfe

    Mit Coaching & Psychologie die Angst vorm Pferd überwinden

    Neben speziellen Kursen zur Angstüberwindung, die von den Reitschulen angeboten werden, kann auch eine kognitive Verhaltenstherapie beim Therapeuten ratsam sein.

    Je nach Schweregrad der Angststörung brauchen die Betroffenen möglicherweise eine Trauma-Therapie. In einer solchen Therapie ersetzen positive Glaubenssätze den Selbstzweifel und die oft unbewusste Schuldzuweisung an das Pferd oder den Reitlehrer.

    Therapeuten finden:

    Wer mittels einer Verhaltenstherapie die Ängste überwinden möchte, kann sich über die Ärztesuche auf Jameda einen passenden Therapeuten in der Nähe suchen. Wer Angst vor dem persönlichen Kontakt aufgrund einer Arztphobie oder Schamgefühlen hat, kann den Therapeut auch nach einer Online Beratung fragen. Manche Therapeuten bieten auch Online Sitzungen an, hierfür ist ein Blick auf die Website des Psychologen nützlich. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

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      Quellen:

      1. Ease Your Anxious Horse: Tips to Handle Horse Anxiety – https://equisearch.com/articles/managing-anxious-horse-29847/
      2. Equinophobia – Wikipedia

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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