Angst vor Kirchen

Ecclesiophobie überwinden - Angst vor Kirchen und Kirchtürmen

Hochzeiten, Begräbnisse oder andere religiöse Zeremonien sind bedeutende Ereignisse. Es gibt aber auch Personen, die sich vor dem Besuch einer Kirche fürchten, diese Angst wird dann als Ecclesiophobie bezeichnet.

Wir klären auf woher die Angst vor Kirchen, Kirchtürmen und religiösen Gebäuden stammt, was man dagegen tun kann und welche Therapie Möglichkeiten es bei einer besonders ausgeprägten Angststörung gibt. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Als Ecclesiophobie wird eine übersteigerte Angst vor Kirchen bezeichnet. Die Betroffenen fürchten sich davor, diese zu besuchen bzw. meiden dann oftmals auch Priester bzw. Kleriker.

    Ein charakteristisches Symptom ist das Vermeiden von angstauslösenden Situationen, das heißt, die Betroffenen ändern dann zum Beispiel ihren Weg, um nicht bei einer Kirche vorbeigehen zu müssen. Darüber hinaus treten auch Herzrasen, Schwitzen oder Atemnot auf.

    Bei einer Ecclesiophobie können eine Gesprächstherapie oder eine Expositionstherapie hilfreich sein, manche Betroffene müssen auch Medikamente einnehmen.

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    Merkmale einer Ecclesiophobie

    Was zeichnet die Angst vor Kirchen aus?

    Der Begriff Ecclesiophobie wird vom altgriechischen Terminus „ecclesia“ abgeleitet, der soviel wie „Kirche“ bedeutet. Eine Ecclesiophobie oder die Angst vor Kirchen bezieht sich dabei auf zwei unterschiedliche Ängste: die Angst vor dem Gebäude selbst oder die Angst vor dem, was die Kirche repräsentiert.

    Die Angst vor dem Kirchengebäude

    Einige Kirchen, vor allem jene, die schon sehr alt sind, wirken auf viele Menschen einschüchternd, einige verbinden diese auch mit Horrorgeschichten. Zudem findet man in den meisten Gebäuden auch Bilder, die verstörend wirken, darunter beispielsweise das Bild von Jesus am Kreuz.

    Angst vor der Kirche als Institution

    Andere fürchten sich nicht vor dem Gebäude an sich, sondern vor den religiösen Praktiken, die darin ausgeübt werden. Zahlreiche Menschen misstrauen der Institution „Kirche“, vor allem aufgrund Geschichten des Missbrauchs, wie sie oft in Zeitungen auftauchen.

    Auslöser und Ursachen

    Woher kommt die Angst vor Kirchen?

    Wie bei so vielen Phobien, können die Ursachen einer Ecclesiophobie oftmals in der Kindheit zu finden sein. Kinder, die in einer sehr strengen und religiösen Umgebung aufgewachsen sind, können im Laufe ihres Lebens daher auch eine Angst vor der Kirche entwickeln.

    Angst vor Autoritäten

    Die Kirche ist eine sehr bedeutende Institution, die in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielte und immer eine autoritäre Position eingenommen hat. Daher können Menschen, die generell Angst vor einer Autorität haben, auch eine Angst vor der Kirche entwickeln.

    Genetische Faktoren

    Aber auch genetische Faktoren können zur Entwicklung einer Phobie beitragen. Gibt es in der Familiengeschichte bereits Personen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, so steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Phobie oder Angststörung zu entwickeln, an.

    Anzeichen der Kirchenangst

    Wie bemerkt man die Angst vor der Kirche?

    Menschen, die an einer Ecclesiophobie leiden, haben große Schwierigkeiten, an einer Kirche vorbeizugehen bzw. diese zu betreten.

    Manche entwickeln sogar Angst, wenn sie ein Bild eines Kirchengebäudes sehen oder an eine Kirche denken.

    Einige ändern dann beispielsweise die Route durch eine Stadt, um sicherzugehen, dass sie auf ihrem Weg keine Kirche passieren müssen.

    Ein solches Vermeidungsverhalten ist daher eines der wesentlichen Anzeichen einer Ecclesiophobie. 

    Darüber hinaus können auch folgende körperliche Symptome auftreten:

    Tipps bei bei einer Kirchenangst

    Was hilft gegen die Angst vor der Kirche?

    Sollten Sie an einer Ecclesiophobie leiden, so ist es wichtig, sich jemandem anzuvertrauen, der dafür Verständnis zeigt. Ein Gespräch bringt immer Erleichterung und kann unter Umständen auch dazu beitragen, eine andere Sichtweise zu entwickeln.

    Vielleicht hilft es Ihnen auch, sich mit den verschiedenen Weltreligionen auseinanderzusetzen und sich dabei auch die Frage zu stellen, an was Sie persönlich glauben. „Glaube kann Berge versetzen“, so ein bekanntes Zitat. Versuchen Sie die Institution „Kirche“ nicht nur im negativen Licht zu betrachten, sondern auch positive Aspekte zu sehen. „Kirche“ – egal welcher Religionsgemeinschaft Sie angehören – kann vieles sein: ein sicherer Ort, ein Hafen, ein Treffpunkt für Menschen gleicher Ansichten.

    Es ist kein Geheimnis, dass große Mengen an Koffein Ängste verstärken. Wenn wir viel Kaffee konsumieren, dann schlägt unser Herz schneller und wir sind angespannter. Wer also seine Ängste reduzieren möchte, sollte auch weniger Koffein zu sich nehmen.

    Es gibt bereits verschiedenste Formen der Meditation, die vorteilhaft für Menschen sind, die an einer Phobie leiden, darunter beispielsweise die sogenannte Achtsamkeitsmeditation. Bei dieser Meditationsform wird die Aufmerksamkeit weg von der Angst auf einen anderen Fokus, wie zum Beispiel den Atem, gerichtet, was beispielsweise bei einer Panikattacke sehr hilfreich sein kann.

    Therapie & Hilfe

    Hilfe finden und annehmen

    Sollten Sie aufgrund Ihrer Ecclesiophobie in Ihrem Alltag stark eingeschränkt sein, so empfiehlt es sich, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Durch eine Gesprächstherapie, eine Expositionstherapie oder auch durch bestimmte Medikamente können die Angstsymptome dann reduziert werden.

    Im Rahmen einer Gesprächstherapie können die Betroffenen gemeinsam mit ihrem Therapeuten produktive Wege finden, um mit ihren Ängsten besser umzugehen. Neben verschiedenen Bewältigungsstrategien wird darüber hinaus versucht, den Grund für die Ecclesiophobie zu finden. Werden die Ursachen aufgedeckt, so ist es um einiges einfacher, die Symptome, die mit der Phobie in Verbindung stehen, zu behandeln.

    Neben einer Gesprächstherapie ist auch eine Expositionstherapie ein guter Weg, um eine Ecclesiphobie zu behandeln. Dabei setzt der Therapeut den Klienten ganz langsam Situationen aus, die ihm Angst machen, in diesem Fall also der Kirche. Das Ziel dieser Therapie ist es, die Symptome so gut wie möglich zu reduzieren, wenn man mit der Institution konfrontiert wird.

    Im Zuge einer Kognitiven Verhaltenstherapie versucht der Therapeut gemeinsam mit dem Klienten die Gründe für sein Verhalten herauszufinden bzw. zu verändern. Darüber hinaus eignen sich die Betroffenen auch bestimmte Bewältigungsstrategien an, die sie dann in angstauslösenden Situationen einsetzen können.

    Manche Betroffene nehmen auch Medikamente ein, um ihre Ängste bzw. die Begleitsymptome zu reduzieren. Eine Einnahme sollte aber immer mit dem behandelnden Therapeuten oder Arzt vorab besprochen werden

    Wer einen Therapeuten gegen die Angst vor Kirchen konsultieren möchte, kann über die Arztsuche auf Jameda einen geeigneten Psychologen in der näheren Umgebung ausfindig machen.  Wer eine Online Therapie bevorzugt, kann die jeweiligen Therapeuten auch nach einer Online-Beratung fragen. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

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      Quellen:

      1. Ecclesiophobia or Fear of Churches as a Specific Phobia – verywellmind.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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